Maklerproblem

    • sabey
      sabey
      Bronze
      Dabei seit: 04.10.2009 Beiträge: 79
      Hey Leute,

      ich wollte hier mal etwas für meinen Kumpel fragen.

      Kurz zu den Umständen:
      Er wollte die Wohnung eines Freundes mit einer Freundin mieten und hatte dazu mit dem Makler ein Treffen in seinem Büro (allein). Da sagte der Makler, dass er ja kein Problem mit Ausländern (Kollege ist dunkel) hätte, aber sie nicht rein kann, wenn sie ein Kopftuch trägt oder muslimisch ist, er keine Lust auf ethnische Überraschungen habe und es würde ja womöglich zu Probleme mit den (hochbetagten) deutschen Mietern kommen und so weiter und sofort. (Absolut kein Verständnis dafür da die Mieter alle cool sind.)
      Er hat ihm dann einen Bogen über seine Selbstauskunft ausgefüllt und ihn vor 1,5 Wochen zugesandt (sie auch übrigens). Seit dem hat er nichts mehr von ihm gehört und musste über den Vormieter erfahren, dass er ihn wohl abgelehnt hat. Eine Woche später hat er die Wohnung anderweitig vermietet. Beide haben fertig studiert, gute Jobs, etc. Miete sollte also kein Problem sein.

      Ist so ein Verhalten rechtens? Kann man dagegen vorgehen? Ich habe ihm geraten morgen mit der Verwaltung zu telefonieren und denen darlegen, was der Makler so treibt, aber was kann er darüber hinaus noch machen?

      Hier ist übrigens seine Internetpräsenz:
      http://home.immobilienscout24.de/519079
  • 10 Antworten
    • NiceToMeetYou
      NiceToMeetYou
      Bronze
      Dabei seit: 01.07.2007 Beiträge: 5.833
      Naja, letztlich kann der Vermieter (oder der Makler in dessen Auftrag) seine Wohnung vermieten an wen er will. Klar ist das diskriminierend und sehr unschön wie das gelaufen ist, aber genauso häufig hört man dass Vermieter keine Familien mit kleinen Kindern haben wollen weil das die Nachbarn stören könnte. Das ist genauso diskriminierend und ich hab bisher zumindest noch nie gehört dass jemand dagegen vorgegangen wäre oder auch nur eine rechtliche Grundlage dafür hätte. Bin aber kein Jurist, lasse mich auch gerne vom Gegenteil überzeugen.
    • FiftyBlume
      FiftyBlume
      Bronze
      Dabei seit: 06.06.2010 Beiträge: 8.580
      Erstmal: Es ist durchaus nicht unüblich zu sagen, dass Nichtmelden gleichbedeutend mit Ablehnung ist. Hab gestern erst wieder n Makler getroffen der gesagt hat: Wenn bis xx nichts zurückkam können Sie davon ausgehen, dass die Wohnung vergeben ist.

      Wie Nicetomeetyou schon sagt, prinzipiell kann jede Einschränkung durch den Vermieter vorgenommen werden(z.B. macht es ja keinen Unterschied, ob die Eltern für ihre Kinder bürgen, oder man selbst arbeiten geht - trotzdem werden Studenten oft abgelehnt).

      Natürlich ist der Makler nicht so blöd und sagt offen, dass er keine Ausländer nimmt - dann passt man eben nicht zu den sonstigen Mietern und das ist durchaus i.O.(bzw. scheinbar gedultes Verhalten).
    • michimanni
      michimanni
      Bronze
      Dabei seit: 02.08.2006 Beiträge: 65.192
      Original von sabey
      Ist so ein Verhalten rechtens? Kann man dagegen vorgehen? Ich habe ihm geraten morgen mit der Verwaltung zu telefonieren und denen darlegen, was der Makler so treibt, aber was kann er darüber hinaus noch machen?
      So anstößig das Verhalten des Maklers auch ist: Wenn du nichts beweisen kannst, dann sehe ich nicht, wie du dagegen vorgehen willst.
    • Rubnik
      Rubnik
      Bronze
      Dabei seit: 12.02.2006 Beiträge: 10.302
      Das einzige, das etwas bringen könnte ist der Anruf bei der Hausverwaltung - Voraussetzung wäre dann aber wohl, dass schon öfter Beschwerden eingegangen sind. Leider ist es nicht unwahrscheinlich, dass gerade von Seiten der Verwaltung das Vorgehen des Maklers toleriert wird (oder sogar so gewünscht ist).
    • onehotminute
      onehotminute
      Platin
      Dabei seit: 15.04.2009 Beiträge: 837
      Original von michimanni
      Original von sabey
      Ist so ein Verhalten rechtens? Kann man dagegen vorgehen? Ich habe ihm geraten morgen mit der Verwaltung zu telefonieren und denen darlegen, was der Makler so treibt, aber was kann er darüber hinaus noch machen?
      So anstößig das Verhalten des Maklers auch ist: Wenn du nichts beweisen kannst, dann sehe ich nicht, wie du dagegen vorgehen willst.
      der makler hat doch gegenüber dem vormieter eindeutige aussagen gemacht. weiß nicht ob das als beweis gilt, aber wenn die ablehnung nur auf herkunft bzw. religion begründet ist, verstößt das doch gegen eu gesetze. (?)
    • Rubnik
      Rubnik
      Bronze
      Dabei seit: 12.02.2006 Beiträge: 10.302
      Original von onehotminute

      der makler hat doch gegenüber dem vormieter eindeutige aussagen gemacht. weiß nicht ob das als beweis gilt, aber wenn die ablehnung nur auf herkunft bzw. religion begründet ist, verstößt das doch gegen eu gesetze. (?)
      Also Ich konnte das nirgends aus dem OP herauslesen, nur dass er durch den Vormieter erfahren hat, dass er wohl abgelehnt wurde. Aber nicht aus welchem Grund.
    • pg89
      pg89
      Bronze
      Dabei seit: 05.04.2008 Beiträge: 6.002
      Grundsätzlich darf niemand aus religiösen gründen (wozu das kopftuch wohl zählt) oder wegen seiner herkunft benachteiligt werden.
      Aber beweise mal den grund der ablehnung ;)
    • michimanni
      michimanni
      Bronze
      Dabei seit: 02.08.2006 Beiträge: 65.192
      Original von pg89
      Aber beweise mal den grund der ablehnung ;)
      Genau das ist der Punkt.
    • FiftyBlume
      FiftyBlume
      Bronze
      Dabei seit: 06.06.2010 Beiträge: 8.580
      Original von pg89
      Grundsätzlich darf niemand aus religiösen gründen (wozu das kopftuch wohl zählt) oder wegen seiner herkunft benachteiligt werden.
      Aber beweise mal den grund der ablehnung ;)
      Abgesehen davon dürfte man theoretisch aufgrund der Religion ablehnen, wenn die Religion irgendwas erfordert, was den Hausfrieden gefährdet. Obv. ist es dann nicht die religiöse Überzeugung sondern die - wahrscheinliche - Handlung, die für die Ablehnung sorgt.
    • Justus
      Justus
      Bronze
      Dabei seit: 16.07.2005 Beiträge: 1.846
      Was will er schon gross machen, der Vermieter ist doch nicht verpflichtet ihn als Mieter zu nehmen?

      Offiziell darf er die Ablehnung natürlich nicht mit diskriminierenden Äusserungen begründen, aber mal ernsthaft, wen kümmert das gross? Erstens kann es dein Kumpel kaum beweisen, zweitens selbst wenn er es könnte müsste er klagen, drittens auch wenn er eine Verhandlung gewinnt bekommt er zwar Schmerzensgeld o.ä. zugesprochen, aber die Wohnung kriegt er trotzdem nicht, und das Bild des Vermieters über Ausländer hat sich sicherlich auch nicht geändert ;)

      Im Normalfall hätte er nie erfahren, weshalb er abgelehnt worden ist, und da hätte er auch nix machen können.
      Ich kenne auch Vermieter, die keine Ausländer akzeptieren, und? Kannst du nix gegen machen, wenn der Vermieter nicht so dumm ist das offiziell als Grund für eine Ablehnung anzugeben, am besten schriftlich mit Unterschrift.

      Die Zeit ist wohl besser investiert eine andere Wohnung zu suchen...