Demokratische Schulen

    • heiterbiswolkig
      heiterbiswolkig
      Bronze
      Dabei seit: 24.04.2008 Beiträge: 1.191
      Unser staatliches Schulsystem ist längst überholt, veraltet und ineffizient. Der Anteil an ADHS-Kindern wächst rasant. Der Druck steigt stetig, schon in der Grundschule. Bereits Grundschulkinder haben Angst vor der Schule. Wenn ein Kind bereits in den ersten Klassen seine Neugierde und die Lust aufs Lernen verliert, kann doch etwas an dem Schulkonzept nicht stimmen.

      Private und freie Schulen schießen wie Pilze aus dem Boden. Alternative Konzepte gibt es genug. Der konsequenteste Ansatz jedoch ist die "demokratische Schule"...

      Im Vordergrund steht das Vertrauen, dass jedes Kind Bock drauf hat zu Lernen.



      Interview mit Prof. Dr. Dr. Gerald Hüther, Hirnforscher
      http://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/tietjen_und_hirschhausen/tuh185.html

      Zitat: "Wir brauchen keine Reformation, sondern eine Transformation, einen Kulturwandel. Und diesen Kulturwandel können niemals Politiker von oben verordnen. Den muss man unten vor Ort in den Schulen selbst erfinden. Erst wenn das funktioniert, ändern sich Schulen."

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  • 42 Antworten
    • kelric
      kelric
      Bronze
      Dabei seit: 16.11.2007 Beiträge: 1.049
      Ich wäre an so ner Schule sicher untergegangen... - auch als Konzept für "alle" Kinder sicher völlig ungeeignet (allein der Platz, Schüler/Lehrer-Schlüssel, etc.).
    • luminor89
      luminor89
      Bronze
      Dabei seit: 25.10.2012 Beiträge: 71
      Original von kelric
      Ich wäre an so ner Schule sicher untergegangen... - auch als Konzept für "alle" Kinder sicher völlig ungeeignet (allein der Platz, Schüler/Lehrer-Schlüssel, etc.).
      +1
    • Atomfred
      Atomfred
      Global
      Dabei seit: 26.12.2006 Beiträge: 6.658
      yo, die spd hat doch nun versprochen dass bildungssystem zu ändern wenn sie an die macht kommen...

      ... oh wait wahlversprechen...


      der gute hirnforscher hat ja grds recht, aber solang die politiker selbst kleine änderungen im bildungswesen ablehnen, wie soll man sie dazu bringen das ganze zu transformieren wie er das nennt?

      ich denke das ist ein super wichtiges thema, aber es passiert seit jahrzehnten nix und mittleriwele hab ich die hoffnung ja verloren
    • precognitive
      precognitive
      Bronze
      Dabei seit: 01.01.2011 Beiträge: 1.986
      ich werde immer etwas traurig, wenn ich über solche schulformen lese/sehe/höre. das gleiche wenn es um förderung des einzelnen auf individuelle art und weise geht.
      unser momentanes schulsystem ist offensichtlich zum scheitern verurteilt und es ist schade, dass es erst jetzt begriffen wird. viel wird in der politik gefragt und gelabert, schade, dass private schulen den "wandeln" selbst in hand nehmen müssen.

      ich persönlich wäre wohl glücklich auf einer antiauthoritären schule gewesen (es ist ein ähnliches konzept wie das in dem trailer), als auf den schulen auf denen ich war. ich habe ne gute samplesize was das angeht und fand, dass keine der schulen dem bildungsauftrag oder den menschen nur annähernd gerecht wurde. die beste form war das gymnasium und absteigend wurden nicht nur die anforderungen geringer, sondern leider auch das was geboten wurde.

      @ die leute die dort eventuell untergegagnen wären

      ein mensch kann mit freiheit nur umgehen,wenn er es erlernt. ist wie mit allen dingen. euch amg es jetzt schlecht vorkommen dort, das liegt aber imo daran, dass ihr durch euren schulen oder die erziehung im allgemeinen "kaputt" gemacht wurdet. das lernsystem in deutschland ist imo dass man möglichst das sagt was der lehrer hören möchte. fragst du aus interesse viel, dann gilst du als störenfried (war zb. bei mir so) .
      seine grenzen sollte man in unserer gesellschaft am besten weder in der schule noch woanders austesten/frei gestalten können. grenzen sind etwas was von unserer gesellschaft gesetzt wird. das der (semi- und) authoritäre erziehungsstil für viele probleme verantwortlich ist wird dabei außenvorgelassen.
      im waldkindergarten kennen 4 jährige genau die regeln und wissen wo die imaginären grenzen sind - weil sie von anfang an gelernt haben (mit)eigenverantwortlich zu handeln. schickst du ein kind aus nem normalen kindergarten einen tag dort hin, wird es sicher untergehen
    • FiftyBlume
      FiftyBlume
      Bronze
      Dabei seit: 06.06.2010 Beiträge: 8.580
      Original von precognitive
      ein mensch kann mit freiheit nur umgehen,wenn er es erlernt. ist wie mit allen dingen. euch amg es jetzt schlecht vorkommen dort, das liegt aber imo daran, dass ihr durch euren schulen oder die erziehung im allgemeinen "kaputt" gemacht wurdet. das lernsystem in deutschland ist imo dass man möglichst das sagt was der lehrer hören möchte. fragst du aus interesse viel, dann gilst du als störenfried (war zb. bei mir so)
      Das System ist nicht daran Schuld, dass Lehrer schlechten Unterricht macht oder die Benotung unfair ist.

      Mich würde mal interessieren, wie die Lehrer an solchen Schulen woanders wären - ich denke mal einfach, dass man dort sehr engagiertes Personal hat.
    • heiterbiswolkig
      heiterbiswolkig
      Bronze
      Dabei seit: 24.04.2008 Beiträge: 1.191
      Das Personal ist meistens auch an anderen Schulen engagiert... zunächst... wer Lehrer werden will, hat in aller Regel Freude daran, Schüler zu unterrichten (Ausnahmen bestätigen natürlich die Regel)...

      Nur wenn dir von Seiten der Schulen und "von oben" ständig Knüppel zwischen die Beide geschmissen werden, weil du dich an den Lehrplan zu halten hast, raubt dir das als Lehrer den gesamten Gestaltungsspielraum. Und ähnlich wie bei den Schülern gibt es Lehrer, die damit besser klarkommen und andere, die daran spätestens nach ein paar Jahren zugrundegehen... Dann gibts eben Unterrichtsstoff von der Stange... jedes Jahr wieder... wie spannend... :rolleyes:

      Ich habe Lehrer im Bekanntenkreis und von denen höre ich genau DAS.
    • Pokersaft
      Pokersaft
      Moderator
      Moderator
      Dabei seit: 02.03.2006 Beiträge: 25.194
      Original von luminor89
      Original von kelric
      Ich wäre an so ner Schule sicher untergegangen... - auch als Konzept für "alle" Kinder sicher völlig ungeeignet (allein der Platz, Schüler/Lehrer-Schlüssel, etc.).
      +1
      Als jemand der Frontal Unterricht immer geliebt hat (und die "Neuen Lehrmethoden" gehasst hat), wäre das auch nichts für mich.
    • bl4ze88
      bl4ze88
      Bronze
      Dabei seit: 03.03.2009 Beiträge: 2.917
      Original von Pokersaft
      Original von luminor89
      Original von kelric
      Ich wäre an so ner Schule sicher untergegangen... - auch als Konzept für "alle" Kinder sicher völlig ungeeignet (allein der Platz, Schüler/Lehrer-Schlüssel, etc.).
      +1
      Als jemand der Frontal Unterricht immer geliebt hat (und die "Neuen Lehrmethoden" gehasst hat), wäre das auch nichts für mich.
      #
    • Nafti
      Nafti
      Bronze
      Dabei seit: 08.01.2007 Beiträge: 4.005
      Original von heiterbiswolkig
      Das Personal ist meistens auch an anderen Schulen engagiert... zunächst... wer Lehrer werden will, hat in aller Regel Freude daran, Schüler zu unterrichten (Ausnahmen bestätigen natürlich die Regel)...

      Nur wenn dir von Seiten der Schulen und "von oben" ständig Knüppel zwischen die Beide geschmissen werden, weil du dich an den Lehrplan zu halten hast, raubt dir das als Lehrer den gesamten Gestaltungsspielraum. Und ähnlich wie bei den Schülern gibt es Lehrer, die damit besser klarkommen und andere, die daran spätestens nach ein paar Jahren zugrundegehen... Dann gibts eben Unterrichtsstoff von der Stange... jedes Jahr wieder... wie spannend... :rolleyes:

      Ich habe Lehrer im Bekanntenkreis und von denen höre ich genau DAS.
      # kann ich so nur rautieren

      Imo braucht es solche Veränderungen im Schulwesen. Ich wäre definitiv glücklicher mit solch einer Schule gewesen. Und dass das aktuelle System wie wir lernen nicht sonderlich effektiv ist, zeigt ja gerade die Hirnforschung.
    • SevenTwoOff
      SevenTwoOff
      Bronze
      Dabei seit: 02.02.2007 Beiträge: 5.953
      Original von Pokersaft
      Original von luminor89
      Original von kelric
      Ich wäre an so ner Schule sicher untergegangen... - auch als Konzept für "alle" Kinder sicher völlig ungeeignet (allein der Platz, Schüler/Lehrer-Schlüssel, etc.).
      +1
      Als jemand der Frontal Unterricht immer geliebt hat (und die "Neuen Lehrmethoden" gehasst hat), wäre das auch nichts für mich.
      #

      ich fands auch gut so wie es war und bin gerne zur schule gegangen

      freiheiten hatten wir auch dort genug
    • bumblebeebee
      bumblebeebee
      Bronze
      Dabei seit: 06.06.2006 Beiträge: 2.017
      Die "Neuen Schulen" schließen ja Frontalunterricht nicht aus. Ein guter Freund von mir ist Montessori Lehrer. Dort könne die Schüler im Unterricht weitgehen das machen, was sie gerade interessiert. Wenn Schüler zu ihm kommen und möchten etwas erzählt, erklärt oder vorgelesen bekommen, dann macht er das gerne. Das geht während andere Schüler gerade ein Buch lesen, einen Aufsatz schreiben, Rechenaufgaben lösen oder ein Bild malen.
    • groovechampion
      groovechampion
      Bronze
      Dabei seit: 07.05.2009 Beiträge: 1.947
      Habe selbst 3 Schulkinder und würde die niemals dort hinschicken. Ein Freund von mir ist Montessori-Lehrer und schickt seine Kinder selbst auf die staatl. Schule. Ein ehem. Kollege von mir hat seine Kinder auf ebenjener Schule und seine Frau hat als die im Grundschulalter waren nachmittags selbst Mathe-Nachhilfe mit denen gemacht, damit die sich nicht beim Bäcker bescheißen lassen.

      Das ist halt ein Konzept, was sich im Vakuum gut anhört, wenn man keine eigenen Kinder hat oder wenn die eigenen Kinder zu den 5-10% self-starter Strebern gehören. Für die Masse ist das nix.
    • bumblebeebee
      bumblebeebee
      Bronze
      Dabei seit: 06.06.2006 Beiträge: 2.017
      Original von groovechampion
      Ein Freund von mir ist Montessori-Lehrer und schickt seine Kinder selbst auf die staatl. Schule.
      Er hält also nichts von seinem eigenen Unterrichtskonzept? Darf man fragen, warum er dann überhaupt dort unterrichtet? Ich würde sagen: Beruf verfehlt. Und es sind dann genau diese unmotivierten Lehrer die das ganze System versauen. Das gilt für staatsliche und alternative Schulen.
    • heiterbiswolkig
      heiterbiswolkig
      Bronze
      Dabei seit: 24.04.2008 Beiträge: 1.191
      Dafür, dass du 3 Schulkinder hast und vorgibst zu wissen, wovon du redest, hast du meiner Ansicht nach insgesamt relativ wenig Ahnung... No offense, es hört sich einfach so an...

      Original von groovechampion
      Ein Freund von mir ist Montessori-Lehrer und schickt seine Kinder selbst auf die staatl. Schule.
      Na, dann frag ich mich aber, was er selbst an der Montessori-Schule als Lehrer (!!!) zu suchen hat, wenn er selbst entweder dem Schul-System misstraut oder aber seine eigenen Kinder für unmündig erklärt... Vertrauen in Schüler und Lehrbegleiter ist ein elementarer Bestandteil der Montessori-Pädagogik.

      Original von groovechampion
      Ein ehem. Kollege von mir hat seine Kinder auf ebenjener Schule und seine Frau hat als die im Grundschulalter waren nachmittags selbst Mathe-Nachhilfe mit denen gemacht, damit die sich nicht beim Bäcker bescheißen lassen.
      Auch hier seh ich wieder mangelndes Vertrauen. Jedes Kind hat seine Zeit, in der es sich mit den Lehrinhalten beschäftigt. Es ist wahr, dass sich das Kind in der Montessori-Schule selbst entscheiden kann, womit es sich beschäftigen will und es kann auch sein, dass es die ersten 3 Jahre eben keinen Bock hat auf Mathe. So what? Kommt irgendwann... Aber da sitzen natürlich die Eltern hintendran, die die steinalte Pädagogik nicht aus dem Hinterkopf bekommen, dass man im dritten Schuljahr eben die Multiplikation können muss... Woher sollen sie´s auch wissen, wir haben ja unser Leben lang nichts anderes erzählt bekommen, als dass es genau so und nicht anders zu sein hat...

      Und die Kinder übrigens, die im Grundschulalter von der Montessori-Schule genommen werden, weil sie angeblich nicht genug lernen, sind diejenigen, die auf der Regelschule dann aus dem Stand die besten Noten schreiben. Und warum? Weil sie im Gegensatz zu den anderen Schülern gelernt haben, sich Dinge selbst zu erarbeiten und nicht einfach nur vorgekautes auswendig lernen...

      Original von groovechampion
      Das ist halt ein Konzept, was sich im Vakuum gut anhört, wenn man keine eigenen Kinder hat oder wenn die eigenen Kinder zu den 5-10% self-starter Strebern gehören. Für die Masse ist das nix.
      Ich habe eigene Kinder. Deswegen setz ich mich ja gerade so intensiv damit auseinander.
      Aber allein schon deine Wortwahl lässt tief blicken... Ich will jetzt echt nicht draufhauen, weil ich prinzipiell erstmal froh bin, dass du deine Meinung hier gepostet hast, aber ein von sich aus interessiertes, engagiertes und neugieriges Kind reflexartig als Streber zu bezeichnen und damit in die ganze vorurteilsbehaftete Didaktik einzustimmen, zeigt mir eigentlich, dass du dich bisher nicht wirklich offen mit dem Thema beschäftigt hast...
    • Penishaubize
      Penishaubize
      Bronze
      Dabei seit: 04.06.2006 Beiträge: 4.858
      Original von bl4ze88
      Original von Pokersaft
      Original von luminor89
      Original von kelric
      Ich wäre an so ner Schule sicher untergegangen... - auch als Konzept für "alle" Kinder sicher völlig ungeeignet (allein der Platz, Schüler/Lehrer-Schlüssel, etc.).
      +1
      Als jemand der Frontal Unterricht immer geliebt hat (und die "Neuen Lehrmethoden" gehasst hat), wäre das auch nichts für mich.
      #
      #

      Wie ich es gehasst hab, wenn vorallem jüngere Lehrer irgendwelche alternativen Konzepte ausgepackt haben.
    • groovechampion
      groovechampion
      Bronze
      Dabei seit: 07.05.2009 Beiträge: 1.947
      @heiterbiswolkig

      1. Bleib mal locker!

      Ansonsten:
      Ob ich Ahnung davon habe oder nicht, kannst Du anhand meines Posts gar nicht erkennen (habe natürlich keine:coolface: !)

      Ferner lasse ich mich ungern anschnauzen, weil Montessori-Lehrer dieses oder jenes tun, oder Reformpädagogik-Opfer ihre Kinder zuhause nachträglich ausbilden. Dafür kann ich persönlich überhaupt nichts, ich finde es lediglich interessant!

      Die Probleme der Kinder im jetzigen Schulsystem liegen zu 95% an den Eltern, die Kinder können meist wenig dafür. Das ist auch der Grund, warum ein flächendeckendes Reformpädagogik-System wahrscheinlich ähnliche „Fehlquoten“ produzieren würde wie das jetzige System. Derzeit erfolgt die Auswahl der privaten Reformpädagogik-Schüler über den Geldbeutel (in FFM wird man aufgefordert „mindestens 5-stellig“ zu „spenden“, um als Neuling ins Montessori-System zu gelangen). Die Leute, die das wollen und können setzen auch sonst alle Hebel in Bewegung, daß die Schulkarriere später nicht ins Stocken gerät. Unser Problem sind aber vorrangig die bildungsfernen Elternhäuser.

      Wenn Du Deine Kinder ins Wolkenkuckucksheim schicken willst, dann bitte. Daß ich nicht offen für diese Art Voodoo bin ist richtig. Daß Du anscheinend glaubst, das sei das alleinig seligmachende Konzept finde ich nicht besonders weltoffen.

      EDIT:
      Original von bumblebeebee
      Original von groovechampion
      Ein Freund von mir ist Montessori-Lehrer und schickt seine Kinder selbst auf die staatl. Schule.
      Er hält also nichts von seinem eigenen Unterrichtskonzept? Darf man fragen, warum er dann überhaupt dort unterrichtet? Ich würde sagen: Beruf verfehlt. Und es sind dann genau diese unmotivierten Lehrer die das ganze System versauen. Das gilt für staatsliche und alternative Schulen.
      Muß ich Aids haben, um in der Aidshilfe zu arbeiten? Für ihn ist es ein Job, für seine Kinder hält er die normale Schule für geeigneter. Würdest Du ihn als Rektor von der Schule werfen, wenn die Leistung sonst stimmt? "Demokratische" Schule...
    • bumblebeebee
      bumblebeebee
      Bronze
      Dabei seit: 06.06.2006 Beiträge: 2.017
      Original von groovechampion
      Original von bumblebeebee
      Original von groovechampion
      Ein Freund von mir ist Montessori-Lehrer und schickt seine Kinder selbst auf die staatl. Schule.
      Er hält also nichts von seinem eigenen Unterrichtskonzept? Darf man fragen, warum er dann überhaupt dort unterrichtet? Ich würde sagen: Beruf verfehlt. Und es sind dann genau diese unmotivierten Lehrer die das ganze System versauen. Das gilt für staatsliche und alternative Schulen.
      Muß ich Aids haben, um in der Aidshilfe zu arbeiten? Für ihn ist es ein Job, für seine Kinder hält er die normale Schule für geeigneter. Würdest Du ihn als Rektor von der Schule werfen, wenn die Leistung sonst stimmt? "Demokratische" Schule...
      Für mich klingt das so, wie wenn ein BMW-Angestellter seiner Familie empfiehlt VW zur fahren, weil er von der Qualität des eigenen Produktes nicht überzeugt ist.

      Die Leistung des Lehrers scheint ja eben nicht zu stimmen, wenn die Eltern, die viel Geld für die Schule bezahlen, ihre Kinder zu Hause "nachunterrichten" müssen.
    • heiterbiswolkig
      heiterbiswolkig
      Bronze
      Dabei seit: 24.04.2008 Beiträge: 1.191
      Original von groovechampion
      @heiterbiswolkig

      1. Bleib mal locker!

      Ansonsten:
      Ob ich Ahnung davon habe oder nicht, kannst Du anhand meines Posts gar nicht erkennen (habe natürlich keine:coolface: !)

      Ferner lasse ich mich ungern anschnauzen, weil Montessori-Lehrer dieses oder jenes tun, oder Reformpädagogik-Opfer ihre Kinder zuhause nachträglich ausbilden. Dafür kann ich persönlich überhaupt nichts, ich finde es lediglich interessant!

      Die Probleme der Kinder im jetzigen Schulsystem liegen zu 95% an den Eltern, die Kinder können meist wenig dafür. Das ist auch der Grund, warum ein flächendeckendes Reformpädagogik-System wahrscheinlich ähnliche „Fehlquoten“ produzieren würde wie das jetzige System. Derzeit erfolgt die Auswahl der privaten Reformpädagogik-Schüler über den Geldbeutel (in FFM wird man aufgefordert „mindestens 5-stellig“ zu „spenden“, um als Neuling ins Montessori-System zu gelangen). Die Leute, die das wollen und können setzen auch sonst alle Hebel in Bewegung, daß die Schulkarriere später nicht ins Stocken gerät. Unser Problem sind aber vorrangig die bildungsfernen Elternhäuser.

      Wenn Du Deine Kinder ins Wolkenkuckucksheim schicken willst, dann bitte. Daß ich nicht offen für diese Art Voodoo bin ist richtig. Daß Du anscheinend glaubst, das sei das alleinig seligmachende Konzept finde ich nicht besonders weltoffen.


      Für mich hat sich´s halt so angehört, als ziehst du die repräsentative Stichprobe aus deinem Bekanntenkreis für ne Bewertung alternativer Schulkonzepte heran... Wollt ich so ungern stehen lassen... ansonsten bin ich eigentlich ziemlich locker... =)

      Ich will auch nicht bezweifeln, dass klassische Schulkonzepte funktionieren können. War bei mir persönlich doch nicht anders. Ich hatte in meiner eigenen Schulzeit überhaupt keinen Grund zur Klage. Ich werfe aber gerne die Frage in den Raum, ob es nicht auch für die, bei denen es gut funktioniert, nicht auch besser sein könnte. Wenn du Winning-Player bist, versuchst du ja trotzdem noch, besser zu werden, oder nicht?

      Dass die Kinder relativ wenig für das Scheitern des jetzigen Schulsystems können, sehe ich exakt genauso wie du. Aber die Bringschuld sehe ich deswegen nicht zwangsläufig allein bei den Eltern. Da sind noch die Lehrkräfte, die meines Erachtens viel viel wichtiger sind, als das Schulsystem an sich. Es gibt an alternativen Schulen und Privatschulen leider genauso schlechte Lehrer wie an staatlichen Schulen gute. Da hilft dann leider das beste Schulkonzept nichts... Und ein Blick der von uns gewählten Volksvertretung beispielsweise nach Skandinavien könnte auf der Suche nach Ideen zur Erweiterung des schulischen Angebotes meiner Meinung nach auch nicht schaden...

      Dass derzeit leider der Geldbeutel die einzige Eintrittskarte in solche Schulsysteme ist, ist genau die Motivation, die mich dazu veranlasst hat, diesen Thread hier aufzumachen. Da diese Schulen nicht dem staatlichen Konzept entsprechen, werden sie eben auch nur zu einem verschwindend geringen Anteil über den staatlichen Haushalt getragen. Der Rest kommt durch die Eltern. Und gerade wir Hessen sind diesbezüglich Schlusslicht in Deutschland.

      Die breite Öffentlich weiß doch oftmals noch nicht einmal, dass es überhaupt andere Schulkonzepte gibt. Von den Vorurteilen will ich da noch gar nicht gesprochen haben... Ging mir bis vor nem Jahr doch auch nicht anders. Aber ich hab ganz schön mit den Ohren geschlackert, als ich gesehen habe, was es alles für Möglichkeiten gibt und was dahintersteckt.

      Ich will hier nicht belehren, sondern in erster Linie informieren oder zumindest zeigen, dass es überhaupt was anderes gibt... Ich persönlich bin von den Konzepten schwer begeistert. Dass das nicht jeder genauso sehen muss, ist mir auch klar...
    • lego
      lego
      Bronze
      Dabei seit: 08.03.2005 Beiträge: 5.823
      Ich glaube die grundsätzliche Frage zu dem Thema ist: Wollen alle Menschen von Grund auf was lernen?

      Ich kann es nicht beurteilen aber wenn ich mich an meine ersten Schuljahre erinnere und an gewisse Kinder denke, dann glaube ich nicht. Entweder die waren vor Schulbeginn schon von den Eltern verhunzt worden oder sie wollten/konnten einfach nicht. Bevor die sich hingesetzt hätten und von sich aus ein Bild gemalt hätten oder ein Buch gelesen hätten wär mir der Himmel auf den Kopf gefallen.

      Was wenn es solche Kinder gibt und sie kein Produkt ihres Umfeldes sind? Willst du sie 8 Jahre lang den Raudi spielen lassen und von sich aus nichts lernen lassen?