Cebulon

    • Cebulon
      Cebulon
      Bronze
      Dabei seit: 10.05.2007 Beiträge: 119
      Hallo zusammen,

      erst mal großes Lob an den Anfängerkurs!!! Eine tolle Idee!!! Genau das brauch ich!!!


      Frage 1: Aus welchen Gründen spielst du Poker?

      Ich bin das erste mal vor Jahren mit Poker in Berührung gekommen, da Freunde mich zu einer Pokerrunde eingeladen haben. Die Regeln waren schnell erklärt und mit einem kleinen Einsatz ging es los. Hat viel Spaß gemacht, aber ich musste schnell feststellen, dass ich immer derjenige war, der sein Geld verloren hat. Hab dann im Internet nach Tipps gesucht und bin auf Pokerstartegy gelandet. Da hab ich mir die grundlegenden Spielprinzipien angeeignet und hab schnell gegen meine Freunde mithalten, sie teils gut dominieren können. Da der Freundeskreis aber auch nur aus Freizeitspielern bestand bin ich auf diesem Level irgendwie stehen geblieben.
      Habe dann mit dem Startkapital von Pokerstrategy begonnen mit der SSS auf den kleinen Limits online zu spielen. Da mir die Zeit und die Disziplin gefehlt haben wurde aus der mühsam erspielten Bankroll aber schnell ein Coinflip am Roulette-Tisch, der natürlich in die Hose ging.
      Jetzt ist einige Zeit vergangen, das Spiel aber nie ganz aus dem Kopf verschwunden. Ich habe in der Zwischenzeit durch Disziplin das Rauchen erfolgreich aufgegeben, mein Gewicht um etliche Kilo reduziert und möchte diese Diziplin jetzt nutzen um mir die Grundlagen des Pokerns mit der BSS anzueignen, um das Limit NL25 erfolgreich zu schlagen. Ist dieses Primärziel erreicht werden eventuell weitere Ziele gesteckt. Hauptmotivation ist, dass mich das facettenreiche Spiel nie ganz los gelassen hat. Wenn dabei noch ein kleiner Nebenverdienst raus springt bin ich darüber absolut nicht traurig ;)


      Frage 2: Was sind deine Schwächen beim Poker?

      - ich besuch mit gewonnenem Geld gerne den Roulett-Tisch
      - wenn ich einige suckouts bekomme entwickel ich Antipathien gegen bestimmte Gegner
      - ich weiß oft nicht, wie ich in postflop Situationen angemessen reagiere. Hierbei gibt es die Situation mit guten Händen nicht zu wissen, wie ich am besten Geld aus dem Gegener bekomme und die Situation in der ich unter Druck bin und oft zu gute Hände einfach aufgebe aus Angst einen Fehler zu begehen
      - Ich habe wenig Zeit um regelmässig längere Sessions zu spielen
      - wenn ich Zeit in Theorie investiere und mir zum Beispiel Videos anschaue verstehe ich oft nur Bahnhof. In vielen Einsteigervideos wird mit HUD-Werten um sich geworfen, dass es nur so kracht. Da bekomm ich oft das Gefühl, dass ich einfach zu blöd fürs Pokern bin und verliere an Motivation


      Frage 3: Was heißt es, tight-aggressiv zu spielen?

      tight:
      Man spielt nur ausgewählte gute Starthände und weiß auch nach dem Flop seine Handstärke einzuschätzen und sich gegebenen Falles von einer mittelmässigen/unprofitablen Hand zu trennen.

      aggressiv:
      Seine ausgewählten Hände spielt man aggressiv (aktiv = betten, raisen) um den Gegner unter Druck zu setzen. Denn unter Druck machen Menschen Fehler und aus den Fehlern der anderen gewinnen wir Geld.

      Das Wirken dieser beiden Faktoren wird anhängig gemacht von der Position am Pokertisch. Je mehr Spieler vor uns aggieren müssen, desto mehr Informationen haben wir über sie. Diesen Informationsvorsprung nutzen wir um die richtigen Entscheidungen zu treffen.

      So, das war die erste Hausaufgabe.


      Jetzt haben sich mir noch einige Fragen beim Durcharbeiten der ersten Lektion aufgetan. Ich denke dies ist der richtige Ort um diese Fragen zu stellen.

      1.
      Sehe ich das richtig, dass die Live-Coachings mit Paxis erst wieder ab dem 03.04.2013 mit der Lektion1 los gehen? Habe den Podcast zu Lektion1 angeschaut, aber es haben sich Fragen ergeben, die ich gerne sofort gestellt hätte und würde deshalb gerne jede Woche zur neuen Lektion an den Live-Coachings teilnehmen.

      2.
      Habe nur ein Konto bei PartyPoker auf dem noch Geld liegt (ca.150$). Jetzt gibt es ja gerade das Problem der Spielerpoolbildung bei PartyPoker. Ist es ratsam das Geld auszubezahlen und wo anders ein Echtgeldkonto zu eröffnen oder kann ich mir auf PartyPoker eine Bankroll aufbauchen mit der ich NL25 spielen kann und dann erst wechseln? Mag es eigentlich bei PartyPoker, dass immer genug Tische zur Verfügung stehen, kann allerdings nicht einschätzen, ob diese Poolbildung ein Hinderniss im Limitaufstieg sein wird.

      3.
      Habe beim Podcast des ersten Coachings gesehen, dass bei HoldemManager immer gleich die Pod-ODDS ausgerechnet und oben rechts angezeigt werden. Gibt es ein Programm mit welchem man dies auch beim Spielen an den Tischen direkt anzeigen lassen kann?

      4.
      Bei der Mitgehen20-Regel aus dem SHC haben sich noch zwei Fragen aufgetan:

      a)
      Warum wird ein kleines Pokertpaar nicht aus der frühen Position gecallet? Sollte nach uns jemand Erhöhen, dann kommt doch wieder die Mitgehen20-Regel zum tragen. Verstehe nicht, warum das aus früher Position viel unprofitabler sein soll als aus mittlerer Position, wo wir auch oft genug mit einer Erhöhung nach uns konfrontiert werden.

      b)
      Warum muss bei der Mitgehen20-Regel noch das 20-fache der Erhöhung im Stack vorhanden sein? Man trifft doch in 12% das Set am Flop. Das heißt wir treffen das Set in einem von acht Fällen. Dann müssen wir doch in diesem einen Fall genug Geld gewinnen um die Einsätze der verlorenen sieben Fälle zu kompensieren. Wenn ich die Standardraises von 4bb+1bb/Limper nehme, dann werde ich doch, wenn ich alleine gegen den Raiser spiele, gegen ein Raise in Höhe von 5bb laufen. Also verlier ich 7*5bb=35bb und muss diese dann im Falle, dass ich treffe auch wieder gewinnen. Dann würde es aber doch reichen, wenn nach einem Raise noch das siebenfache zur Verfügung stehen würde. Oder meinetwegen mit Rake und so weiter vielleicht das 10-fache. Wo liegt mein Denkfehler?

      MfG Cebulon
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    • SpeedyBK
      SpeedyBK
      Bronze
      Dabei seit: 04.02.2006 Beiträge: 20.039
      Hi, willkommen in unserem Kurs.

      Zur Hausaufgabe gibt es eigentlich nicht viel zu sagen. Das sieht alles gut aus, was du schreibst. Kennst du schon unsere Handbewertungsforen? Dort solltest du auf jeden Fall regelmäßig reinschauen und mitdiskutieren, dabei lernt man einfach enorm viel, und gerade am Anfange gibt es imo keinen besseren Content.

      Deine Fragen:

      1. Paxis macht eigentlich immer eine Woche pro Lektion und 2 Wochen Extra. So fängt das Mittwochscoaching alle 10 Wochen bei Lektion 1 an. Das Sonntagscoaching sollte eigentlich um 5 Wochen versetzt sein.

      Du kannst deine Fragen aber mit Angabe der Videozeit evtl. auch hier stellen. Ich werde dann versuchen darauf einzugehen, wenn ich es zeitlich schaffe.

      2. Ich spiele seit langem nicht mehr bei Party Poker, am besten du schaust mal in unser Party Poker Forum, dort findest du sicher bessere Auskünfte, als ich die geben kann: http://de.pokerstrategy.com/forum/board.php?boardid=1366

      3. Kann ich dir ehrlich gesagt nicht sagen. Aber die PotOdds sind auch eine Grundlage, dass sollte man auch ohne ein Programm beherrschen.

      [B]4a.[/b]Also, hier geht es um das Openlimpen. Das ist generell ein Punkt im SHC, mit dem ich nicht so ganz einverstanden bin. Wir spielen in dem Fall fast immer Out of Position, was es einfach Postflop schwerer macht Geld zu gewinnen. Zudem haben wir noch mehr Spieler hinter uns, es kann so also häufiger zu 3-Bet Situationen kommen, in denen wir dann nicht mehr nach Call-20 callen können.

      4b.
      Naja, klar könntest du auch sozusagen nach einer Call-8 Regel spielen. Aber dann musst du in JEDER Hand, in der du dein Set triffst das Stack deines Gegners gewinnen. Und das ist in der Praxis einfach nicht der Fall. Oft hast du es ja, dass du dein Set triffst und der Gegner den Flop foldet. Daher Call 20.
    • Cebulon
      Cebulon
      Bronze
      Dabei seit: 10.05.2007 Beiträge: 119
      Hallo SpeedyBK, vielen Dank für deine Antworten zu meinen Fragen der ersten Lektion. Seit der letzten Lektion ist ein wenig Zeit vergangen, weil ich auf den Beginn des neuen Live-Coachings von Paxis gewartet habe. Gestern gabs das Coaching zu Lektion 2 und hier folgen die Hausaufgaben:


      Frage 1: An welchen Stellen würdest du anders spielen als vom BSS Starting Hands Chart empfohlen und warum?

      Es gibt einige Stellen im SHC an denen ich etwas anders spielen würde:
      - Ich würde alle kleinen Pockets bereits in der letzten mittleren Position openraisen, da ich den limp in dieser Position fast zu passiv halte.
      - 99 und 88 würde ich vielleicht sogar schon aus jeder mittleren Position openraisen.
      - Je nach Stacks am Tisch (alles Bigstacks) würde ich alle kleinen Pockets bereits in früher Position limpen und nach der Mitgehen20-Regel spielen.
      - Ich würde keinen Unterschied in der Spielweise mancher Hände in später Position und den Blinds machen. Im SHC werden zum Beispiel kleine Pockets in später Position open geraised, in den Blinds aber nur noch mitgegangen. Warum schallte ich in den Blinds wieder einen Gang zurück?
      - AQ würde ich ein wenig offensiver spielen und bereits in früher Position open raisen. Finde AQ tendiert in seiner Stärke eher gegen AK als gegen AT.
      - Die Kategorie der mittleren Asse würde ich bereits in mittlerer Position gegen Limper raisen. Sie sind stark genug dafür und haben auch Postflop noch genügend Potential sich zu behaupten, wenn etwas getroffen wurde.
      - Ich würde bei den mittleren Assen eventuell eine Unterscheidung zwischen suited und offsuited machen und die suited etwas offensiver spielen, da zusätzlich zu den Toppairs, etc. auch ein Flush möglich ist und man dann den Nutflush hält.
      - Ich würde eventuell zu den suited connectors noch (suited) one-gappers hinzunehmen und damit meine Stealing-Range in late Position erweitern.

      Das sind bis jetzt nur Gedanken zu dem SHC. Spiele momentan noch strickt nach dem SHC. Bis jetzt sind die Gewinne damit klein, aber stetig.


      Frage 2: Poste eine Hand, die dir vor dem Flop Schwierigkeiten bereitet hat.

      [NL4] QQ preflop fold richtig?



      Frage 3: Welche Equity besitzt du mit AKo gegen die Top-5%-Range, d.h. 88+, AJs+, KQs, AKo?


             Equity     Win     Tie
      MP2    53.68%  45.27%   8.41% { 88+, AJs+, KQs, AKo }
      MP3    46.32%  37.91%   8.41% { AKo }





      Hab nochmal zwei Fragen:
      1. zum Bankrollbuild: Mit wievielen Händen muss man auf den Micros rechen pro Limit? Habe nach meiner jetztigen Gewinnrate einen Limitaufstieg nach ca. 75k Händen errechnet. Ist das im Rahmen oder ist das viel zu schlecht?
      2. Gibt es irgendwo einen Beitrag zu Standard-Ranges in den einzelnen Positionen? Hab mit der Schuchfunktion nichts gefunden. Versuch gerade weg zu kommen von der Vorstellung einer bestimmten Hand beim Gegner hin zu Ranges. Tu mir aber ein bisschen schwer dem Gegner eine bestimmte Range zuzuteilen. Nimmt man da solange man noch keine Informationen über seine Gegner hat einfach die Ranges des SHC für die einzelnen Positionen und geht davon aus, dass alle Gegner danach spielen, um mit mehr Informationen die Ranges der Spieler anzupassen?
    • SpeedyBK
      SpeedyBK
      Bronze
      Dabei seit: 04.02.2006 Beiträge: 20.039
      So, dann wollen wir mal:

      Frage 1:
      Ich muss sagen, ich finde das Limpen ist generell ein schwacher Spielzug. Zum einen durchschauen das die etwas besseren Gegner recht schnell und zahlen dich dann Postflop nicht mehr so gut aus. Und zum anderen hast du damit am Flop kaum eine andere Option, als zu folden, wenn du nicht triffst. Wenn du First-In bist, würde ich eher empfehlen, entweder zu openraisen, oder zu folden.
      In den Blinds wird man wieder etwas tighter, da man Postflop Out of Position spielt. Im SHC ist das vielleicht ein wenig übertrieben, aber es muss einem bewust sein, dass das Spiel OOP wesentlich schwieriger ist, als IP.
      Ansonsten ist das okay, was du sagst, allerdings hätte ich ganz kurz noch gewusst, worin du den allgemeinen Schwachpunkt des SHC siehst?

      Frage 2:
      Zu deiner Hand hast du ja im Thread schon Feedback von einigen anderen Usern bekommen. :)

      Frage 3:
      Das ist richtig.



      1. zum Bankrollbuild: Mit wievielen Händen muss man auf den Micros rechen pro Limit? Habe nach meiner jetztigen Gewinnrate einen Limitaufstieg nach ca. 75k Händen errechnet. Ist das im Rahmen oder ist das viel zu schlecht?


      Ganz ehrlich, keine Ahnung. Mit soetwas würde ich mich gar nicht beschäftigen. Da ist noch so viel Varianz im Spiel. Solange du Gewinn machst, ist das gut ;) .

      2. Gibt es irgendwo einen Beitrag zu Standard-Ranges in den einzelnen Positionen? Hab mit der Schuchfunktion nichts gefunden. Versuch gerade weg zu kommen von der Vorstellung einer bestimmten Hand beim Gegner hin zu Ranges. Tu mir aber ein bisschen schwer dem Gegner eine bestimmte Range zuzuteilen. Nimmt man da solange man noch keine Informationen über seine Gegner hat einfach die Ranges des SHC für die einzelnen Positionen und geht davon aus, dass alle Gegner danach spielen, um mit mehr Informationen die Ranges der Spieler anzupassen?


      Die meisten Gegner werden um einiges looser als das SHC spielen. Generell geht da viel einfach über Erfahrung.
    • Cebulon
      Cebulon
      Bronze
      Dabei seit: 10.05.2007 Beiträge: 119
      Original von SpeedyBK
      ...
      Ansonsten ist das okay, was du sagst, allerdings hätte ich ganz kurz noch gewusst, worin du den allgemeinen Schwachpunkt des SHC siehst?

      Ich sehe den allgemeinen Schwachpunkt des SHC in seiner 'Verallgemeinerung'. Diese besteht meiner Meinung nach aus drei Punkten.

      1. Es werden sehr viele Hände in einer allgemeingültigen Kategorie der Handstärke zusammengefasst. AQ ist nicht AT und trotzdem werden sie gleich behandelt.

      2. Auch die Positionen werden zusammengefasst in Kategorien. Hier kann man wieder sagen: MP1 ist nicht MP3

      3. Der vielleicht wichtigste Punkt ist der, dass das SHC keinerlei Informationen über die Gegner enthält. Auch hier kann man sagen: Ein Rock ist keine Callingstation.


      Trotz dieser drei Punkte muss ich sagen, dass das SHC eine tolle Sache ist. Es wurden schon ganze Pokerbücher über das Preflopspiel geschrieben. Das da Informationen auf der Strecke bleiben, wenn man versucht das ganze auf einer A4-Seite zusammen zu fassen sollte einem klar sein. Das SHC bietet aber gerade dem Anfänger eine übersichtliche und sichere Form in das Pokerspiel einzusteigen. Ausgehend davon kann dan jeder seinen individuellen Spielstil entwickeln. Ich selbst habe mich bis jetzt strikt an das SHC gehalten und fahre bis jetzt ganz gut damit. Kleine Abweichungen vom SHC werden nach und nach in das Spiel eingebaut... Denn: Nachdenken ist nicht verboten, sondern erwünscht!
    • SpeedyBK
      SpeedyBK
      Bronze
      Dabei seit: 04.02.2006 Beiträge: 20.039
      Alles klar, das sieht doch gut aus. Ich sage dann mal viel Spaß bei Lektion 3.
    • Cebulon
      Cebulon
      Bronze
      Dabei seit: 10.05.2007 Beiträge: 119
      Frage 1: Du hältst K :spade: Q :spade: . Welche Equity hast du vor dem Flop gegen 3 :diamond: 3 :club: ? Wie ändert sich deine Equity auf diesem Flop: J :spade: 5 :diamond: 3 :spade: ?

      Preflop Equity: 50,78%
      Postflop Equity: 26,46%


      Frage 2: Wie würdest du in der folgenden Hand agieren?

      No Limit Hold'em $2 (9-handed)

      Spieler und Stacks:
      UTG: $2.00
      UTG+1: $2.08
      MP1: $1.92
      MP2: $1.00
      MP3: $3.06
      CO: (Hero) $2.08
      BU: $2.00
      SB: $2.00
      BB: $1.24

      Preflop: Hero is CO with A :club: J :club:
      5 folds, Hero raises to $0.08, BU calls $0.08, SB folds, BB calls $0.06.

      Flop: ($0.25) 2 :club: 6 :diamond: 3 :diamond: (3 players)
      BB checks, Hero checks, BU checks.

      Turn: ($0.25) 5 :club: (3 players)
      BB checks, Hero bets $0.22, BU raises to $0.44, BB folds, Hero...?


      Für mich ist das ganze eine knappe Entscheidung zwischen CAll und Fold.
      Da wir keine Reads auf unseren Gegener (BU) haben gehe ich von einem Standard BSS-Spieler aus. Er geht eine Erhöhung von uns nur mit und daher gebe ich ihm laut SHC eine Range von 22-JJ. Höhere Pockets wären weiter erhöht worden, ebenso wie AK. Am Flop checken alle. Entweder hat keiner was getroffen oder es wird Slowplay betrieben in der Hoffnung, dass wir am Turn nochmal anspielen. Am Turn werden wir dann mit einem Min-Reraise konfrontiert. Das signalisiert für mich Stärke des Gegners. Er kann eine Straße oder einen Drilling halten. Seine Range am Turn ist also 22-66. Gegen diese Range hätten wir noch eine Equity von 19,89%. Um profitabel zu callen bräuchten wir aber eine Equity von 24% (22Cent : 91Cent). Uns würden also ca. 20Cent im Pot fehlen um callen zu können. Somit wäre es ein FOLD!
      Aber: Falls wir den Flush am River treffen hätten wir die Nuts. Hierbei ist zu beachten, dass uns nicht alle :club: die Nuts bringen. Wir müssen 3 :club: und 6 :club: raus nehmen, da diese beiden Karten dem Gegner ein FullHouse oder Quads bringen könnten, die unseren Flush schlagen würden. Wir würden die Nuts also in ca. 18% treffen (7 hilfreiche Karten : 39 nicht hilfreiche Karten). Sollten wir die Nuts treffen ist es wahrscheinlich, dass wir von dem Gegner, der was getroffen hat, ausbezahlt werden. Da wir in 18% der Fälle unsere Nuts treffen und uns am Turn ca. 20Cent im Pot fehlen müssten wir noch ca. 1,10$ (1/18 * 20Cent) aus unserem Gegner extrahieren um den Call am Turn rechtfertigen zu können. Dies wäre am River ca eine Potsize-Bet.

      Ich habe hier viel Zeit in die Gedanken zu der Hand gesteckt und bin mir absolut nicht sicher, ob diese so korret sind oder ob ich irgendwo einen Schnitzer eingebaut habe. Wäre ich momentan am Tisch mit dieser Hand konfrontiert würde ich eher zum Fold neigen, da mir die Zeit/Routine für detailiertere Gedanken fehlt und ich mich auf Grund der Equity am Turn deutlich hinten sehen würde.



      Frage 3: Hast du Fragen zum Spiel nach dem Flop? Poste eine Hand und lass sie von anderen Mitgliedern und unseren Coaches bewerten.

      [NL4] Pocket 99 zu passiv gespielt?
    • SpeedyBK
      SpeedyBK
      Bronze
      Dabei seit: 04.02.2006 Beiträge: 20.039
      So, dann wollen wir mal.

      Frage 1:
      Das passt.


      Frage 2:
      Also, der erste Teil deiner Erklärung ist schonmal sehr gut. Allerdings würde ich am Tisch nicht mit der Equity rechnen. Das ist einfach zu kompliziert, dies mal schnell am Tisch zu überschlagen. Ich würde mir eher die Odds und Outs anschauen.

      In diesem Fall haben wir 9 Outs auf den Flush, allerdings sind viele Sets in der Range des Gegners und die 3 :club: und 6 :club: geben dem Gegner das Full House. Ich würde jetzt nicht sofort 2 Outs discounten, da auch eine Straight beim Gegner möglich ist, gegen die wir wieder 9 Outs hätten, aber ich denke 1 Out können wir abziehen.

      Wir sollten also das ganze mal mit 8 Outs durchrechnen.

      Welche Odds brauchen wir denn um mit 8 Outs zu callen? Welche Potodds bekommen wir? Und wenn diese nicht für einen Call reichen, wie hoch sind die Implied Odds, die wir für den Call brauchen?


      Frage 3:
      Joa, Preflop könnte man evtl. über eine 3-Bet nachdenken, aber der Call geht auch klar, und Postflop finde ich die Hand gut gespielt.
    • Cebulon
      Cebulon
      Bronze
      Dabei seit: 10.05.2007 Beiträge: 119
      zu Frage 2:

      Welche Odds brauchen wir denn um mit 8 Outs zu callen?

      --> Odds (Turn - River) = (46-8):8 = ca. 5:1


      Welche Potodds bekommen wir?

      --> Pot Odds = 91 Cent : 22 Cent = ca. 4:1

      Da die Pot Odds schlechter sind als die Odds wäre ein Call -EV!


      Und wenn diese nicht für einen Call reichen, wie hoch sind die Implied Odds, die wir für den Call brauchen?

      --> Implied Pot Odds (5:1) = (91 Cent + x Cent) : 22 Cent

      Mit einem zukünftigen Einsatz des Gegners in Höhe von x= 19 Cent hätten wir Implied Pot Odds von 5:1, was einen Call mit 8 Outs am Turn rechtfertigen würde.
      (Wenn man es genau rechnet und nicht überschlägt, dann kommt man auf Odds von 4,75:1, was ein weiteren Einsatz des Gegners von 13,5 Cent zur Folge haben müsste um einen Call profitabel zu machen)


      Hatte beim Erstellen meiner Hausaufgabe erst gar nicht an die einfachere Weise mit Odds und Outs gedacht. Das Ergebniss deckt sich aber mit meinen Überlegungen zur Equity, die somit richtig zu sein scheinen.
    • SpeedyBK
      SpeedyBK
      Bronze
      Dabei seit: 04.02.2006 Beiträge: 20.039
      Sehr schöne Erklärung. Das passt doch dann alles. Viel Spaß bei Lektion 4. =)