2x 3bet IP (als "Iso-3bet") anstatt zu coldcallen oder zu 3betten?!

    • WeisserWal
      WeisserWal
      Bronze
      Dabei seit: 07.06.2011 Beiträge: 388
      ich habe eine Frage zu 3bets und coldcalling auf den Micros, insbesondere IP

      wenn man einen limper IP isoliert, so raist man vor allem um eben zu verhindern dass andere Spieler noch (bei guten pot odds) in die Hand einsteigen und zudem etwas mehr Geld in den Pot zu bekommen was man dann postflop mit guten Cbets abholen möchte

      Wenn allerdings jemand openraist so wird oft gecoldcallt und nur selten ge3bettet und wenn ge3bettet wird dann meist das 3-4fache des openraises

      Was ich mich jetzt frage ist dies:
      wieso eigentlich nicht statt zu coldcallen oder zu 3betten nur eine einzige range spielen und diese immer zu 2x 3betten? - quasi als isoraise

      Die Idee ist vor allem die dass Spieler die nach einem kommen wesentlich seltener für gute odds in den Pot einsteigen können, denn erstens ist es teurer und zweitens könnte der ursprüngliche openraiser ja selbst noch reraisen
      zudem übernehme ich durch die 3bet die Initiative und zwinge den Gegner sehr ehrlich zu spielen denn er kann kaum als bluff 4betten hier denke ich (zumindest wird es niemand auf diesen stakes machen nehme ich an) so dass ich totale Premiumhände bei ihm ganz gut identifizieren kann und callt er meine 2x 3bet mit kleinen PPs und Broadways habe ich Position, die Initiative und kann wie beim Isoraise ggf. mit guten cbets den Pot oft gewinnen

      Dadurch dass ich nur eine Range spiele und diese immer auf 2x 3bette habe ich auch alle sehr starken Hände in der Range so dass ich auch im Falle von 4bets ganz gut gegenhalten kann.

      Ich habe darüber schon etwas länger nachgedacht und sehe bisher eigentlich nur Vorteile und wundere mich dass so niemand zu spielen scheint

      Frage: wieso eigentlich nicht?! :P
      oder anders: spricht etwas gegen diese Strategie? und wenn ja was?

      Editiert:
      (vorher min3bet, jetzt 2x 3bet)
  • 20 Antworten
    • Supevi
      Supevi
      Bronze
      Dabei seit: 01.02.2013 Beiträge: 764
      Du hast es eigentlich mehr oder weniger selbst schon gesagt, warum eine minraise keinen großen Sinn macht.

      Entweder hast du
      A) nur eine drawing Hand. Dann willst du selbst möglich billig den Flop sehen, dan deine Hand bisher noch nicht wirklich viel Wert ist. Daher call.

      B) schon eine starke Hand. Dann möchtest du gegen o.g. Hände protecten, da diese dich ohne Weiteres schon am Flop überholt haben können. Wenn du hier lediglich minraist, bekommen alle Villains mit ihren schlechteren Händen einen zu guten Preis für einen Call.
      Daher Raise mit ausreichender Size.
    • Rubnik
      Rubnik
      Bronze
      Dabei seit: 12.02.2006 Beiträge: 10.579
      Original von WeisserWal

      Die Idee ist vor allem die dass Spieler die nach einem kommen wesentlich seltener für gute odds in den Pot einsteigen können, denn erstens ist es teurer und zweitens könnte der ursprüngliche openraiser ja selbst noch reraisen
      Steh Ich letzt auf dem Schlauch? Wenn Du nur minbettest wird der call für die nächsten Spieler billiger und die Potodds sind auch besser als bei einer grossen bet.
    • WeisserWal
      WeisserWal
      Bronze
      Dabei seit: 07.06.2011 Beiträge: 388
      @ rubnik

      ich meinte im Unterschied zum coldcallen

      UTG auf 3bb ich bin in MP und calle - Pot 7,5bb und der CO und BU haben jetzt super pot odds von 3:7,5 um IP zu callen und die blinds dann ggf noch deutlich bessere odds

      Oder aber UTG auf 3bb und ich auf 6bb in MP jetzt müssen der CO und der BU schon 6 für 10,5 zahlen was nicht mehr ganz so traumhaft ist zudem müssen sie mitbedenken dass UTG ja noch reraisen kann


      @ supevi

      es gibt mehrere Gründe wieso es Sinn macht die Range nicht so aufzuteilen wie du es vorschlägst
      zum Beispiel bist du dann weniger leicht lesbar

      meine Idee, um es nochmal deutlich darzustellen, sieht so aus:

      UTG raist auf 3bb mit Range X und wir können jetzt dagegen entweder eine sagen wir 5% range 3betten auf 10bb und eine sagen wir 6% Range coldcallen
      oder aber wir nehmen beide unsere ranges zusammen und raisen also jetzt 11% aber eben nur als minraise auf also 6bb

      ich hab ja gar nichts dagegen dass UTG ggf. seine gesamte Range auf mein minraise callt, im Grunde möchte ich das sogar (wobei ich auch im Falle eines folds nicht traurig bin) um dann eben mit ihm (und nur ihm) IP und mit Initiative einen Pot zu spielen
    • Rubnik
      Rubnik
      Bronze
      Dabei seit: 12.02.2006 Beiträge: 10.579
      Du willst das aber doch auch mit deinen starken Händen machen, und die würdest Du ja nicht coldcallen. Also musst Du in dem Fall, wo Du eine starke Hand hast deine min3bet mit einem normalen raise vergleichen.
    • WeisserWal
      WeisserWal
      Bronze
      Dabei seit: 07.06.2011 Beiträge: 388
      dass meine Idee auch ihre Schattenseiten hat ist richtig

      ich denke aber dass die Vorteile überwiegen
      ich habe mir das so gedacht:

      Vorteile:
      - ich erzeuge immer FE
      - ich habe große Chancen einen HU Pot IP mit Initiative zu spielen
      - ich mache es anderen Spielern schwer in den Pot einzusteigen und einen Multiwaypot zu erzeugen
      - ich verschleiere meine Handrange und bin nicht mehr lesbar
      - gegen 4bets verliere ich nur das Minimum wenn ich folde und kann eventuell auf odds callen bzw. habe ja selber die Tophände in der Range

      Nachteile:
      - mit sehr starken Händen erzeuge ich nicht ganz so viel FE wie bei höheren 3bets und erlaube so einer etwas weiteren Range korrekt zu callen bei besseren odds
      - mit mittelstarken Händen muss ich gegen 4bets folden


      Vielleicht nochmal zum Vergleich:
      wieso wird überall gesagt, dass man gegen Limper in der Regel mit starken bis sehr starken Händen immer isoraisen sollte?!
      1. weil man FE erzeugt
      2. weil ein mitlimpen andere Spieler ermutigt (dann) korrekt auch mitzulimpen
      3. weil man versuchen will einen HU Pot IP mit Initiative zu spielen
      4. weil der Gegner gezwungen wird Informationen über seine Handstärke preiszugeben (limp/fold oder limp/call oder limp/raise)

      all diese Vorteile erreiche ich mit meiner min3bet auch, klar ist es etwas teurer und eine openraising range ist in der Regel stärker als eine limping range, aber wenn ich sowieso eine Hand habe die ich entweder normal 3betten möcht oder eben coldcallen, so finde ich die Idee die Ranges zu kombinieren und einfach zu minraisen sehr ansprechend.
      Ich jedenfalls fände ich es sehr unangenehm, wenn mich ein Spieler mit Position auf mich in diesen Situationen ständig "iso-min3bettet" ;)


      Editiert:
      wobei es wie schon gesagt ja nur so eine Idee von mir ist - da es scheinbar niemand sonst für sinnvoll hält und keiner so spielt ist es vermutlich auch eine Schnapsidee, nur wüsste ich gerne wieso, denn bisher sehe ich das nicht
    • Witz84
      Witz84
      Bronze
      Dabei seit: 20.11.2007 Beiträge: 6.147
      Der Gegner soll auch immer einen möglichst hohen Fehler begehen in Bezug auf deine Gesamtrange. Durch die Min3bet ist das für ein großteil der Range eben nicht gegeben. Aber sicherlich kann man auch ohne Probleme unter 3x 3betten IP. Z.B. Bei 3bb open auf 8bb 3betten ist heutzutage gerade bei Zoom bei einigen Regs schon standard. Dagegen adapten die meisten z.b. einfach falsch. Die meisten Spieler folden zuviel (du brauchst nur 64% FE für BE, anstatt 72% bei 9bb 3bet), ein anderer Teil callt zuviel, bzw. falsche Ranges und foldet dann am flop viel...usw. Beim Minraise gibt es wenig bis keine Fehler bei einen preflopcall des Openraisers. Sehe ich ähnlich wie bei FL, wo eigentlich keiner auf eine 3bet foldet preflop.
    • Rubnik
      Rubnik
      Bronze
      Dabei seit: 12.02.2006 Beiträge: 10.579
      Ich sehe das so: gerade mit deinen starken Händen machts Du den meisten Gewinn.
      Mit deiner Taktik verwickelst Du dich dann unnötig oft in schwierige spots (multiway am flop; spielen im sandwich,...) weil Du foldequity aufgibst und musst oft aufgeben (oder verlierst deinen ganzen stack).

      Ich glaube nicht, dass Du diesen Nachteil insgesamt wettmachen wirst. Aber ka, vielleicht gibts auch jmd. der das anders sieht, hat ja sicherlich noch nicht jeder in diesen thread reingeschaut.
    • WeisserWal
      WeisserWal
      Bronze
      Dabei seit: 07.06.2011 Beiträge: 388
      @ witz84

      ich glaube auch dass die korrekte Reaktion des openraisers auf meine Spielweise die ist gar nicht zu folden und ggf. nur wenig zu 4betten
      (gegen ein 3bb openraise brauche ich 53% FE um schon nur durch die folds profit zu machen was für die Praxis heißt dass es +EV ist zu min3betten sofern er überhaupt nur je irgendwas foldet)

      aber meine Idee ist im Grunde nicht die schon preflop meinen Gegner zu Fehlern zu verleiten (wobei viele Microstakes Spieler vermutlich viel zu viel gegen diese kleinen 3bets folden werden) sondern erst postflop!
      Wenn er callt habe ich Position und Initiative und wenn du so willst wird vom Prinzip her plötzlich aus einem normalen Openraiser jemand der im SB ein BU openraise gecallt hat (mit tighteren Ranges vermutlich) und das ist in aller Regel eine sehr unprofitable Situation für ihn.
      das ist ja der Kern an der Sache, dass ich will dass er (und nur er) callt damit ich dann IP mit Initiative spielen kann mit einer Range die etwa gleich stark ist wie seine.
      Das müsste extrem profitabel sein denke ich, oder?
    • WeisserWal
      WeisserWal
      Bronze
      Dabei seit: 07.06.2011 Beiträge: 388
      Original von Rubnik
      Mit deiner Taktik verwickelst Du dich dann unnötig oft in schwierige spots (multiway am flop; spielen im sandwich,...) weil Du foldequity aufgibst und musst oft aufgeben (oder verlierst deinen ganzen stack).
      ich versuche genau das zu vermeiden mit meiner Taktik! :)
    • Witz84
      Witz84
      Bronze
      Dabei seit: 20.11.2007 Beiträge: 6.147
      Du wirst viel zu häufig eben nicht HU dastehen. Mein geschilderter Ansatz verfolgt im übrigen auch eher das Ziel, dass der Gegner callt und Postflop die Fehler macht, habe das etwas schlecht formuliert. Nur kann es bei dein Konzept der Fall sein, dass Leute einfach keinen Fehler machen. Man kann teilweise gute IP coldcallen mit einer annehmbaren Range. Und gerade mit meinen Premiumhands fänd ich das ziemlich schlecht nur zu minraisen. Glaub ja nicht, dass auf den Micros Leute Respekt vor deinem Iso haben und immer im Hinterkopf haben, dass der Opener noch mal drübergeht etc. Du buildest auch einfach schlecht den Pot, wenn du im HU mit dem Opener AI kommen willst.
      Open 3bb du min3bet auf 4,5bb + 1,5bb blinds = 9bb am flop. Wenn du nun AI kommen willst, schaffst du das mit normalen Sizes von z.B. 3/4 Pot nicht (was auch schon viel ist in 3bet Pötten)

      Flop: 9bb du setzt 7bb > 23bb
      Turn: 23bb du setzt 18bb > 59bb
      River: 59bb du setzt 44bb > 147bb

      Endpot: 147 bb > da fehlen z.b. noch 53bb für ein AI und das bei den schon recht hohen betsizes. Rake wurde da auch nicht abgezogen, ist also noch weniger sogar!

      Hoffe ist kein Fehler drin.
    • WeisserWal
      WeisserWal
      Bronze
      Dabei seit: 07.06.2011 Beiträge: 388
      ist leider ein Fehler drin :(

      die min3bet ist nicht auf 4,5bb, sondern auf 6bb!

      damit ist der Pot am Flop (wenn der openraiser callt und alle sonst folden) 13,5bb
      wenn ich jetzt 3x mehr oder weniger normal groß setze sind das:

      am Flop 10bb (Pot am Turn 33,5)
      am Turn 24bb (Pot am River 81,5bb)
      am River 60bb (all in)

      von daher habe ich durch die min3bet gute Möglichkeiten auf späteren streets ohne Probleme mit normalen betsizes zum all in zu kommen so ich denn will


      Was das overcallen der Gegner auf diesen Limits angeht so müsste ich das erst ausprobieren, ich habe dazu keine Erfahrungswerte

      Editiert:

      Aber es geht mir auch zunächst weniger um diese Details als um die Grundfrage ob es sinnvoll sein kann statt einer normalen 3bet Range X und einer coldcall Range Y in einem spot IP zu haben wie es 99% der Spieler haben, stattdessen eine iso-min3bet Range Z, die aus (X+Y) besteht zu spielen
      Ist vielleicht auch in der Theorie schwer zu beantworten die Frage, nur spielt ja soweit ich das sehe niemand so, so dass es schwer ist auf Praxisbeispiele und Ergebnisse mit dieser Strategie zu blicken.

      ich muss jetzt weg, schaue aber heute abend nochmal rein, danke schonmal für das feedback :)
    • Rubnik
      Rubnik
      Bronze
      Dabei seit: 12.02.2006 Beiträge: 10.579
      Original von WeisserWal
      Original von Rubnik
      Mit deiner Taktik verwickelst Du dich dann unnötig oft in schwierige spots (multiway am flop; spielen im sandwich,...) weil Du foldequity aufgibst und musst oft aufgeben (oder verlierst deinen ganzen stack).
      ich versuche genau das zu vermeiden mit meiner Taktik! :)
      Du willst mit deinen starken Händen HU kommen, gibst aber FE gegen spätere Spieler auf, weshalb der Plan nicht so oft gelingen wird.

      Es ist egal, was Du versuchst mit deiner Taktik, es geht darum was Du erreichst.
    • Witz84
      Witz84
      Bronze
      Dabei seit: 20.11.2007 Beiträge: 6.147
      Original von WeisserWal
      ist leider ein Fehler drin :(

      die min3bet ist nicht auf 4,5bb, sondern auf 6bb!

      :)
      Das ist Falsch! Das ist das doppelte und kein minraise...
    • WeisserWal
      WeisserWal
      Bronze
      Dabei seit: 07.06.2011 Beiträge: 388
      Original von Witz84
      Original von WeisserWal
      ist leider ein Fehler drin :(

      die min3bet ist nicht auf 4,5bb, sondern auf 6bb!

      :)
      Das ist Falsch! Das ist das doppelte und kein minraise...
      ok, wenn das so ist habe ich wohl was hinzugelernt...
      ich dachte bisher immer, dass ein minraise das doppelte des ursprünglichen raises ist und wusste nicht, dass man auch weniger setzen kann. :(

      ok, also mein ganzer thread meint immer wenn von minraises die Rede ist 2x des openraises anstatt 3x oder mehr wie es üblich ist!
      1,5x ist selbst mir zu wenig ;)
    • Widukind777
      Widukind777
      Bronze
      Dabei seit: 16.04.2012 Beiträge: 2.063
      Ausprobieren -> Ergebnisse Präsentieren.
      Empirik ist das einzige was zählt, bzw das woran man seine Theorien messen muss. Ich finds von dem her gut, dass der VPIP-PFR-Gap gegen Null geht dadurch. Das ist nicht schlecht, da viele Spieler (ich auch) wesentlich besser performen wenn sie Initiative haben.
    • TheRealPizzaservice
      TheRealPizzaservice
      Bronze
      Dabei seit: 29.07.2010 Beiträge: 125
      Wenn ich das jtzt richtig verstanden hab schmeisst du einach nur deine Calllingrange aus deinem Spiel und hast für jede Situation nur Openraise und 6bb 3-Bet bzw. Raise im Gepäck?


      Du nimmst dir IMO dann selber eine Möglichkeit weg. Die Frage ist halt wie deine Callingrange aufgebaut ist und welchen Zweck sie verfolgt.
      Mit deiner Variante wird z.B. Setmining in den meisten Fällen zu teuer und nicht mehr profitabel, da Villains ja dann 120bb haben müssten (20er Regel).
      Wenn du jeden Openraiser 3bettest hat dieser jedesmal die Möglichkeit noch eine Entscheidung Preflop zu tätigen (Fold, Call, 4Bet). Dadurch spielst du jedesmal gegen stärkere Ranges als wenn du nur callen würdest.

      Eine Callingrange mit einer Iso-Raising Range und einer 3bet Range gleichzusetzen halte ich nicht wirklich für eine erfolgversprechende Theorie, da jede Range anders aufgebaut ist und andere Ziele hat.
    • WeisserWal
      WeisserWal
      Bronze
      Dabei seit: 07.06.2011 Beiträge: 388
      Original von Widukind777
      Ausprobieren -> Ergebnisse Präsentieren.
      Empirik ist das einzige was zählt, bzw das woran man seine Theorien messen muss. Ich finds von dem her gut, dass der VPIP-PFR-Gap gegen Null geht dadurch. Das ist nicht schlecht, da viele Spieler (ich auch) wesentlich besser performen wenn sie Initiative haben.
      prinzipiell stimme ich dir zu
      nur bin ich selbst Anfänger und habe erst wenige Hände gespielt und komme daher nur schwer auf eine ausreichend große Anzahl an Händen und wäre auch nicht unbedingt in der Lage diese korrekt auszuwerten

      Zudem liegt es ja nahe, dass es eine grundlegend falsche Idee ist, wenn eben von Millionen Pokerspielern so gut wie niemand so spielt und daher würde ich gerne vorher wissen was an der Idee nicht gut ist, sofern es dafür einen Grund gibt, bevor ich viel Geld damit verliere und hinterher zwar weiß, dass es nicht funktioniert, aber nicht wieso... ;)


      Original von TheRealPizzaservice
      Wenn ich das jtzt richtig verstanden hab schmeisst du einach nur deine Calllingrange aus deinem Spiel und hast für jede Situation nur Openraise und 6bb 3-Bet bzw. Raise im Gepäck?


      Du nimmst dir IMO dann selber eine Möglichkeit weg. Die Frage ist halt wie deine Callingrange aufgebaut ist und welchen Zweck sie verfolgt.
      Mit deiner Variante wird z.B. Setmining in den meisten Fällen zu teuer und nicht mehr profitabel, da Villains ja dann 120bb haben müssten (20er Regel).
      Wenn du jeden Openraiser 3bettest hat dieser jedesmal die Möglichkeit noch eine Entscheidung Preflop zu tätigen (Fold, Call, 4Bet). Dadurch spielst du jedesmal gegen stärkere Ranges als wenn du nur callen würdest.

      Eine Callingrange mit einer Iso-Raising Range und einer 3bet Range gleichzusetzen halte ich nicht wirklich für eine erfolgversprechende Theorie, da jede Range anders aufgebaut ist und andere Ziele hat.
      das siehst du völlig richtig, genau das ist die Idee, wobei die 6bb "Iso-3bet IP" gegen ein 3bb openraise gerichtet ist, gegen ein 4bb openraise würde ich entsprechend auf 8bb raisen

      Dass ich damit im single raised pot nie coldcalle ist klar und mit der Hauptgrund wieso ich eben Iso-3betten will, da ich vom coldcallen wenig halte, weil es overcalls möglich macht und zudem die Initiative dem Gegner überlässt.

      Siehe es doch mal so, anstatt z.B. 5% zu 3betten und 6% zu callen will ich eben 11% 3betten.
      Mit einer Standard 3betsize von 9-11bb gegen ein 3bb openraise komme ich aber eventuell in große Probleme, weil ich gegen 4bets zu viel folden muss.
      Daher reduziere ich jetzt die Raisegröße und habe dadurch das Problem nicht mehr zudem wird der Gegner auch vom 4betten abgehalten da es nur wenig Geld zu gewinnen gibt und der call billig ist.

      Ich stelle es mir daher so vor, dass ich in der überwiegenden Zahl der Fälle vom openraiser gecallt werden werde und fast immer alle anderen folden (es sei denn sie haben auch eine sehr starke Hand).
      Wenn das zutrifft dann habe ich durch meine "Iso-3bet" gleich mehrere Ziele erreicht.
      Denn ich spiele jetzt einen HU Pot IP mit Initiative, was doch die Idealkonstellation ist
      klar hat mich das 3bb mehr gekostet als der coldcall, aber dafür habe ich eben auch meist nur einen Gegner der zudem fast immer am Flop zu mir checken wird und ohnehin ja selbst auch 3bb mehr bezahlt hat als er ursprünglich wollte.
      So kann ich mir sehr gut vorstellen, dass viele Spieler 22+ auf meine 3bet callen werden und am Flop c/f spielen ohne set - alleine dadurch wäre der Spielzug schon superstark

      Aber nochmal, das sind nur so Ideen die mir im Kopf rumschwirren und ich bin alles andere als ein Experte. :)
    • TheRealPizzaservice
      TheRealPizzaservice
      Bronze
      Dabei seit: 29.07.2010 Beiträge: 125
      Original von WeisserWal

      das siehst du völlig richtig, genau das ist die Idee, wobei die 6bb "Iso-3bet IP" gegen ein 3bb openraise gerichtet ist, gegen ein 4bb openraise würde ich entsprechend auf 8bb raisen

      Dass ich damit im single raised pot nie coldcalle ist klar und mit der Hauptgrund wieso ich eben Iso-3betten will, da ich vom coldcallen wenig halte, weil es overcalls möglich macht und zudem die Initiative dem Gegner überlässt.

      Siehe es doch mal so, anstatt z.B. 5% zu 3betten und 6% zu callen will ich eben 11% 3betten.
      Ich glaube da unterscheiden sich unsere Denkweisen. Klingt so, als ob du starr die Top 5% deiner Range 3bettest und die nächstbesten 6% callst.
      Je nach Situation und Gegner ist bei mir AA oder J10s (z.B.) mal in der Callingrange und mal in der 3bet Range.

      Die Iso-Raise Range hat wiederum zum Ziel mit einem Limper ( der zu 95% ein Freizeitspieler ist) möglichst viele Pots IP zu spielen. Da ist dann viel mehr drin.


      Original von WeisserWal
      Mit einer Standard 3betsize von 9-11bb gegen ein 3bb openraise komme ich aber eventuell in große Probleme, weil ich gegen 4bets zu viel folden muss.
      Daher reduziere ich jetzt die Raisegröße und habe dadurch das Problem nicht mehr zudem wird der Gegner auch vom 4betten abgehalten da es nur wenig Geld zu gewinnen gibt und der call billig ist.
      Überlege mal wie du selber reagierst, wenn du ein OR machst aus MP und vom BU eine kleine 3bet bekommst
      Bei mir:
      • Crap, den ich OOP nicht profitabel spielen kann und kleine Pockets werden gefaltet (ausser wir sind beide deep genug)
      • Valuehände werden nach Blick auf die Stats ge4bettet evtl gecallt
      • ein kleiner Teil wird 4bet geblufft
      • ein kleiner Teil wird gecallt


      Du hast es also gegen mich geschafft, dass ich nur mit einer starken Range weiterspiele. Vielleicht einen Tick schwächer als gegen eine große 3bet.


      Original von WeisserWal
      Ich stelle es mir daher so vor, dass ich in der überwiegenden Zahl der Fälle vom openraiser gecallt werden werde und fast immer alle anderen folden (es sei denn sie haben auch eine sehr starke Hand).
      Wenn das zutrifft dann habe ich durch meine "Iso-3bet" gleich mehrere Ziele erreicht.
      Denn ich spiele jetzt einen HU Pot IP mit Initiative, was doch die Idealkonstellation ist
      klar hat mich das 3bb mehr gekostet als der coldcall, aber dafür habe ich eben auch meist nur einen Gegner der zudem fast immer am Flop zu mir checken wird und ohnehin ja selbst auch 3bb mehr bezahlt hat als er ursprünglich wollte.
      So kann ich mir sehr gut vorstellen, dass viele Spieler 22+ auf meine 3bet callen werden und am Flop c/f spielen ohne set - alleine dadurch wäre der Spielzug schon superstark
      Wie oben beschrieben bekommst du nur calls von ausgewählten Händen und hast natürlich die Initiative und Position, allerdings wird der Pot durch ein weiteres Raise nach dir (was dann eine 4bet wäre) schon automatisch ziemlich groß und die 4bet Ranges der meisten Spieler ist eher im Bereich JJ+, AK.

      Original von WeisserWal
      Aber nochmal, das sind nur so Ideen die mir im Kopf rumschwirren und ich bin alles andere als ein Experte. :)
      Ich auch nicht, deswegen diskutieren wir ja :f_grin:
    • SteveWarris
      SteveWarris
      Bronze
      Dabei seit: 28.03.2007 Beiträge: 6.440
      Original von WeisserWal
      ich habe eine Frage zu 3bets und coldcalling auf den Micros, insbesondere IP

      wenn man einen limper IP isoliert, so raist man vor allem um eben zu verhindern dass andere Spieler noch (bei guten pot odds) in die Hand einsteigen und zudem etwas mehr Geld in den Pot zu bekommen was man dann postflop mit guten Cbets abholen möchte

      Wenn allerdings jemand openraist so wird oft gecoldcallt und nur selten ge3bettet und wenn ge3bettet wird dann meist das 3-4fache des openraises

      Was ich mich jetzt frage ist dies:
      wieso eigentlich nicht statt zu coldcallen oder zu 3betten nur eine einzige range spielen und diese immer zu 2x 3betten? - quasi als isoraise

      Die Idee ist vor allem die dass Spieler die nach einem kommen wesentlich seltener für gute odds in den Pot einsteigen können, denn erstens ist es teurer und zweitens könnte der ursprüngliche openraiser ja selbst noch reraisen
      zudem übernehme ich durch die 3bet die Initiative und zwinge den Gegner sehr ehrlich zu spielen denn er kann kaum als bluff 4betten hier denke ich (zumindest wird es niemand auf diesen stakes machen nehme ich an) so dass ich totale Premiumhände bei ihm ganz gut identifizieren kann und callt er meine 2x 3bet mit kleinen PPs und Broadways habe ich Position, die Initiative und kann wie beim Isoraise ggf. mit guten cbets den Pot oft gewinnen

      Dadurch dass ich nur eine Range spiele und diese immer auf 2x 3bette habe ich auch alle sehr starken Hände in der Range so dass ich auch im Falle von 4bets ganz gut gegenhalten kann.

      Ich habe darüber schon etwas länger nachgedacht und sehe bisher eigentlich nur Vorteile und wundere mich dass so niemand zu spielen scheint

      Frage: wieso eigentlich nicht?! :P
      oder anders: spricht etwas gegen diese Strategie? und wenn ja was?

      Editiert:
      (vorher min3bet, jetzt 2x 3bet)
      der gedanke ist nicht so schlecht. 2x wäre mir etwas wenig. aber wie wäre es mit so ~2.6x? ;)

      und dann als abuse gegen die ganzen fold 80 to 3bet pussys die eh nur toprange drüber dingsen oder die "fold 50 to 3bet mit c/f 60% cbet flop" honks ? ;)
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