Familienstreit,... Erbschaftskrieg! [Juristenwissen needed]

    • Cahara
      Cahara
      Bronze
      Dabei seit: 28.03.2011 Beiträge: 4.647
      Hallo!
      Ich hoffe ihr könnt mir weiterhelfen bzw. nützliche Tipps geben wie ich/wir weiter vorzugehen haben.
      Die Sache ist wirklich sehr ernst, deswegen wäre ich echt über jeden Tipp sehr dankbar!

      Erstmal zur Vorgeschichte.
      Meine Urgroßmutter hat 2 Töchter, die eine nenne ich mal A und die andere ist meine Oma. Meine Urgroßmutter war sehr geizig sage ich mal, also sehr sparsam, damit sie später ihren Töchtern viel vererben kann und hat deshalb ihr Leben lang auf viel verzichtet.
      A hingegen hat schon immer gesoffen, bei ihrer Mutter schmarotzt und auch nie etwas selbst getan, sondern lieber immer darauf vertraut das ihre Mutter ihr hilft.
      Sie hat auch ihr leben lang in dem Haus ihrer Mutter gewohnt und als meine Oma auszog hatte sie vermutlich Angst, dass auch noch ihre zweite Tochter sie alleine lässt, wenn sie etwas sagt und hat deswegen immer alles toleriert.
      Als A dann ihren Sohn bekam musste meine Oma auch immer öfter aufpassen kommen, weil A selbst mit ihrem Sohn auf dem Arm noch am trinken war und durch den Garten torkelte.
      Das führte natürlich dazu, dass die beiden sich immer in die Haare bekamen und A einen regelrechten Hass auf meine Oma und ihre Mutter bekam, weil sie der Meinung war alle sind gegen sie.
      So ging das all die Jahre, der Kontakt zwischen den beiden wurde weniger und irgendwann redete A nicht einmal mehr mit meiner Oma, obwohl sie sich fast täglich sahen.
      Als meine Urgroßmutter dann vor ein paar Jahren pflegebedürftig wurde war meine Oma auch diejenige die sich 24/7 um sie kümmerte und ihr half und A (obwohl sie im selben Haus wohnte!!!) nicht einmal einen Finger krümmte, wenn ihre Mutter etwas benötigte.
      So und nun geht das eigentliche Problem los.

      A ihr Sohn ich nenne ihn mal Mike hat sich irgendwie die Generalvollmacht (heisst es so?) besorgt und sich immer schön Geld vom Konto geholt.
      Da meine Urgroßmutter dement wurde hat sie davon nicht viel mit bekommen und meine Oma war zu gutherzig, anstatt das sie direkt dagegen anging.
      Sie tat es erst als schon etwa 15k Euro vom Konto fehlten + wertvolle Teppiche aus dem Haus, Goldschmuck etc.
      Mike musste von dort an immer belegen, sofern er Geld vom Konto nahm.
      Dann kamen so Dinger wie 400 Euro im Monat fürs Rasen mähen, dann nochmal 400 fürs putzen etc.
      Jedenfalls starb meine Urgroßmutter vor ein paar Wochen und laut Testament das von 1958 ist, wird das Erbe unter beiden Töchtern gerecht geteilt.
      Als meine Oma dann die Sterbeurkunde abholen wollte erfuhr sie, dass Mike schon 7 (!) Sterbeurkunden abgeholt hat
      Nun ist die Frage warum?
      Hat er meine Urgroßmutter ein Testament unterzeichnen lassen, dass meine Oma nichts erbt ? Was kann man dagegen tun? Und zählt das dann, anstelle von dem ersten was 1958 geschrieben wurde?
      Meine Oma hat natürlich einen Anwalt, allerdings scheinen wir immer einen Schritt zu spät zu sein und das kann ja einfach nicht sein.
      Kann man nicht irgend etwas unternehmen?

      Die Familienseite von A umfasst zudem exakt 7 Mitglieder.
      A + ihr Mann
      A's Sohn Maik + Frau + deren Kind
      A's zweites Kind (Tochter) + deren Mann
      Es würde also alles genau passen.

      Ich habe das jetzt alles einfach mal so niedergeschrieben wie es mir in den Sinn kam, ich hoffe es passt alles und man versteht es.
      Hatte auch keine Lust jetzt nur ein paar Cliffs zu schreiben, daher danke für die Leute, die sich das alles durchlesen.
      Falls ihr noch irgendwelche Infos benötigt, oder Fragen habt stellt sie mir einfach, wie gesagt ich bin für jede Hilfe dankbar.
      Es kann einfach nicht sein, dass solche Leute mit so einer Tour durchkommen.
  • 16 Antworten
    • FiftyBlume
      FiftyBlume
      Bronze
      Dabei seit: 06.06.2010 Beiträge: 8.580
      Habs jetzt nicht so ganz geblickt, deine Oma hat alles gemacht und ihr Neffe die Kohle kassiert?

      Was das Testament betrifft:

      Es gilt das jüngste, rechtsgültige Testament einer testierfähigen Person.

      Einfach einen Formdruck nehmen und unterschreiben geht nicht, entweder handschriftlich oder notariell beglaubigt.

      Falls deine Uroma dement war(obv. ärztlich bescheinigt), kann man vermutlich ein Testament, dass nach Feststellung der Erkrankung ausgestellt wurde, anfechten.
    • Penishaubize
      Penishaubize
      Bronze
      Dabei seit: 04.06.2006 Beiträge: 4.858
      Naja wenn ihr schon nen Anwalt in Gang habt, wird dir hier wohl keiner besser helfen können. Eventuell mal Anwalt wechseln sonst.
    • ew55
      ew55
      Global
      Dabei seit: 03.02.2007 Beiträge: 1.829
      ekelhaft, mein beileid
    • bennii99
      bennii99
      Bronze
      Dabei seit: 03.03.2007 Beiträge: 228
      da krieg ich echt das Kotzen wenn ich sowas lese...

      wünsche dir und deiner Familie, dass ihr bekommt was euch zusteht!
    • krong
      krong
      Moderator
      Moderator
      Dabei seit: 25.12.2005 Beiträge: 13.663
      Bei Geld hört leider nicht nur Freundschaft auf.

      Ab zum Anwalt!
    • Cahara
      Cahara
      Bronze
      Dabei seit: 28.03.2011 Beiträge: 4.647
      Original von FiftyBlume
      Habs jetzt nicht so ganz geblickt, deine Oma hat alles gemacht und ihr Neffe die Kohle kassiert?

      Was das Testament betrifft:

      Es gilt das jüngste, rechtsgültige Testament einer testierfähigen Person.

      Einfach einen Formdruck nehmen und unterschreiben geht nicht, entweder handschriftlich oder notariell beglaubigt.

      Falls deine Uroma dement war(obv. ärztlich bescheinigt), kann man vermutlich ein Testament, dass nach Feststellung der Erkrankung ausgestellt wurde, anfechten.

      Das ist vermutlich das Problem.
      Wir wissen eben nicht, ob er überhaupt ein Testament hat und wenn ja, wann er es sich von ihr hat unterschreiben lassen. Wir vermuten es nur, durch diese 7 Sterbeurkunden.


      Ich habe noch ein großen Punkt vergessen, nämlich das Haus!
      Als sie starb, hat Mike das Haus seiner Mutter (A) verkauft und das für einen lächerlichen Preis.
      Er hat angegeben, dass es begutachtet wurde und es ihr für knapp 80k verkauft und sich anschließend nen neues Auto gegönnt.
      Nun meinte der Anwalt, dass das so nicht geht und er es zumindest auch meiner Oma hätte anbieten müssen (was er nicht tat).
      Meine Oma hat daraufhin auch einen Gutachter zum Haus geschickt und A liess ihn nicht rein lol. Er meinte aber, wenn er alleine das Grundstück sieht liegt der Wert bei locker 200k+.

      Das Problem mit dem Anwalt ist halt irgendwie, er erzählt immer ja das geht nicht, dass fechten wir an, dagegen gehen wir an bli bla blub, aber wirklich bewegen tut sich nichts.
      Und einfach warten bis er alles erreicht hat und sich alles in die Tasche steckt will ich eben auch nicht. Vom Tod ihrer Mutter hat meine Oma übrigens erfahren, als Mike ihr das im Gerichtsflur so beiläufig zugeschmissen hat nach dem Motto: "xxx ach übrigens xxx ist heut morgen verstorben".
      Und bei solchem Abschaum kann ich nicht einfach zusehen, wie er sich einen Vorteil nach dem anderen aus dem Tod meiner Urgroßmutter zieht.

      Werde mich dann wohl mal mit nem anderen Anwalt in Verbindung setzen, einem der direkt handelt.

      Danke @ all!
    • FiftyBlume
      FiftyBlume
      Bronze
      Dabei seit: 06.06.2010 Beiträge: 8.580
      Dir ist aber bewusst, dass ein Anwalt auch ne gewisse Zeit braucht, bis er an die notwendigen Dokumente kommt?

      Ist jetzt nur eine Vermutung, aber grundsätzlich sollte man als gesetzlicher Erbe Anspruch auf Einsicht in das Testament haben, wenn es das denn gibt.

      btw: wie hat er das Haus verkauft, stand er als Besitzer im Grundbuch?
    • Razah
      Razah
      Black
      Dabei seit: 08.05.2006 Beiträge: 3.922
      Bei dem Gutachten für das Haus hat Dein Anwalt schon mal was, wo er sehr gut einsteigen kann. Wenn ein Gutachter das Haus für 80k geschätzt hat und es schon vom Grundstück her mindestens 200k wert ist, macht sich der Gutachter strafbar bzw. zumindestens haftbar. Abgesehen davon kann ich mir nicht vorstellen, dass er das Haus einfach verkaufen darf, es ist ja Teil der Erbmasse.

      Im übrigen verstehe ich nicht wieso ausgerechnet dieser Mike eine Vormundschaft für die pflegebedürftige Uroma bekommen haben sollte, da gab es doch Dein Oma.

      Such Dir auf jedenfall einen Fachanwalt für Erbschaftsrecht.
    • Cahara
      Cahara
      Bronze
      Dabei seit: 28.03.2011 Beiträge: 4.647
      Es gibt wie gesagt ein Testament von 1958, dort sind aber nur 2 als Erben eingetragen.
      Deswegen ergibt es keinen Sinn, dass er sich 7 Sterbeurkunden hat geben lassen, außer er hat sie ein neues Testament schreiben lassen.
      Wir haben auch nach dem Gutachten gefragt für das Haus, was er ja angeblich schätzen liess, aber auch dort blockt er einfach konsequent ab.
      Demnach vermuten wir, dass er einfach überhaupt keines hat.

      Nun ist halt das Problem, dass wir nachher vor Gericht gehen und das alte Testament vorlegen und er dann sagt "ach hab en neues hier, alles unsers" und wir dumm dastehen. Es geht vor allem nicht einmal darum, dass wir das wollen was uns zu steht, sondern das er es nicht bekommen soll mit so einer ekelhaften, unehrenhaften Art und Weise. Zumal es mich direkt eigentlich nicht einmal etwas angeht, aber bei solchen Leuten kann ich einfach nicht anders.

      Und das mit dem Haus, also meine Oma hat, als meine Urgroßmutter dement wurde einen Antrag auf die Vormundschaft gestellt (sie ging durch die Vorgeschichte eh immer davon aus, dass sie es hat, weil sie ja die Einzige war die sich um sie gekümmert hat) und dann wurde ihr mitgeteilt, dass Mike die Vormundschaft vor kurzem übernommen hat.
      Er hat also meiner Urgroßmutter einfach den Antrag oder was auch immer vorgelegt und meinte sie müsste das unterschreiben und sie tat es natürlich ohne wenn und aber.
      Anschließend kam die Sache mit dem Haus, er gab an, dass das Haus verkauft werden müsse, weil meine Urgroßmutter dort nicht mehr wohnen könnte (Alter, Pflegeheim halt etc) und hat es dann direkt an seine Mutter verkauft die ja auch dort wohnte.
      Dagegen sind wir natürlich direkt angegangen und an dem ersten Verhandlungstag
      hat meine Oma dann (wie schon erwähnt) erfahren, dass ihre Mama am Morgen verstorben ist.

      Alleine die bisherigen Kosten für den Anwalt liegen bei ~1700 Euro, deswegen möchten wir das auch möglichst schnell alles geklärt haben.
    • Jakomo
      Jakomo
      Bronze
      Dabei seit: 04.03.2006 Beiträge: 1.498
      Auch ein neues Testament kann nicht bestimmen, dass Alles an die Familie von A geht. Ein Pflichtteil steht deiner Oma immer zu.
      Auch kann sie jedes Testament anfechten(Erklärung gegenüber dem Nachlassgericht, frist=1 Jahr nach Kenntnis des Anfechtungsgrundes). Die Anwaltskosten solltet ihr auch zurück bekommen,wenn ihr den Streit vor Gericht gewinnt.

      Mach dem Anwalt doch ein bissel Feuer unterm Arsch oder nimm dir einen Anwalt, der auf Erbrecht spezialisiert ist.

      Eins musst du jedoch bedenken. Es spielt bei der ganzen Sache keine Rolle, wie familier und fürsorglich sich die Familie von A in den letzten Jahren verhalten hat.
    • michimanni
      michimanni
      Bronze
      Dabei seit: 02.08.2006 Beiträge: 65.192
      Original von Razah
      Such Dir auf jedenfall einen Fachanwalt für Erbschaftsrecht.
      Genau das.
    • TeamHCC
      TeamHCC
      Global
      Dabei seit: 01.12.2009 Beiträge: 1.422
      Ich schließe mich den vielen Vorrednern an und gebe auch dir den dringenden Rat, einen Anwalt aufzusuchen.

      Es ist durchaus verständlich, dass Du am liebsten jetzt eine Antwort haben möchtest.
      Das Problem ist aber, dass die Falldarstellung aus deiner subjektiven Sicht geschieht.
      Man kennt nicht die genauen Umstände, es fehlen Parteivernehmungen, Gutachten und andere Papiere. Das alles ist dann auch noch normgekoppelt.

      Kurz um: Jeder der aufgrund deiner Schilderung sagt, dass es sich so oder so verhält, erzählt dir Mist. Nimm diesbezüglich Abstand aus diesem Forum, da du hier nicht die Lösung des Problems finden wirst.

      Ist nur ein gut gemeinter Rat, um dir gewisse Illusionen gleich vorweg zu nehmen.

      Ich wünsche dir dennoch viel Erfolg, vielleicht gibts ja auch von Zeit zur Zeit ein Update hier.
    • FlyingFalcon
      FlyingFalcon
      Bronze
      Dabei seit: 08.12.2009 Beiträge: 3.022
      Nur zur Info, Sterbeurkunden braucht man um Konten, Abos, Versicherungen etc kündigen zu können wenn jemand verstirbt. Wenn es ein Testament gibt, dann ist das auch nach wie vor gültig. So einfach kann Mike das nicht ändern lassen.
    • Cahara
      Cahara
      Bronze
      Dabei seit: 28.03.2011 Beiträge: 4.647
      Erstmal danke euch allen!
      Ja wir haben uns nun erstmal um einen Anwalt für Erbschaftsrecht gekümmert und schauen mal wie das alles jetzt weiter geht.
      Werde hier dann von Zeit zu Zeit auch updaten, sofern sich was neues ergibt!
    • lemslin
      lemslin
      Bronze
      Dabei seit: 21.09.2009 Beiträge: 1.553
      Original von Cahara
      Erstmal danke euch allen!
      Ja wir haben uns nun erstmal um einen Anwalt für Erbschaftsrecht gekümmert und schauen mal wie das alles jetzt weiter geht.
      Werde hier dann von Zeit zu Zeit auch updaten, sofern sich was neues ergibt!
      Sehr gut. Wobei es beim Umgang mit Anwälten wichtig ist, dass der Klient selbst gut vorbereitet ist. Das erspart Zeit und (euch) Geld.
    • Jayston
      Jayston
      Black
      Dabei seit: 14.07.2005 Beiträge: 9.369
      Viel Glück und halte uns bitte wirkliuch auf dem laufenden. Finde die Sach sehr interessant und bin gespannt wie es ausgeht!