Betsize ans Board anpassen

    • buergerkneifer
      buergerkneifer
      Bronze
      Dabei seit: 15.11.2010 Beiträge: 384
      So, normalerweise habe ich immer bei meinen bets 3/4 pot gesetzt, unabhänging vom board.
      Nun wurde mir die Anregung gegeben, die Betsize ans Board anzupassen, sprich bei flush/straightlastigen boards 3/4 pot, bei trockenen boards nur 1/2 pot.
      Die Begründung war, dass ich auch mit einer 1/2 potsize bet genug Foldequity erzeuge.

      Ist das richtig und wenn ja, mag mir das jemand genauer erklären?
  • 14 Antworten
    • Noshay
      Noshay
      Bronze
      Dabei seit: 08.04.2011 Beiträge: 1.012
      ich versuch es kurz zu erklären...


      auf einen trocken Flop z.B

      2 :heart: 8 :spade: J :club:

      treffen logischer weise weniger hände den flop,somit reicht es also wenn du als PFR halbe PS betest,da nur wenige Hände/Ranges weiterspielen werden KÖNNEN und somit du eine geringere FE benötigst

      auf einem

      T :heart: J :heart: Q :club:

      haben logischerweise mehr hände/ranges getroffen daher höher c-beten,aus grund der protection,FE etc....
    • otb11
      otb11
      Bronze
      Dabei seit: 05.08.2009 Beiträge: 3.849
      Original von buergerkneifer
      So, normalerweise habe ich immer bei meinen bets 3/4 pot gesetzt, unabhänging vom board.
      Nun wurde mir die Anregung gegeben, die Betsize ans Board anzupassen, sprich bei flush/straightlastigen boards 3/4 pot, bei trockenen boards nur 1/2 pot.
      Die Begründung war, dass ich auch mit einer 1/2 potsize bet genug Foldequity erzeuge.

      Ist das richtig und wenn ja, mag mir das jemand genauer erklären?
      Du solltest Dir zunächst Gedanken machen, warum du Betten willst. Generell kannst du Mio auf den micros total unbalaced betten, d.h. so klein wie nötig bluffen und so groß wie möglich valuebetten.
      Trockene boards kann man sicher kleiner bluffen als drawheavy boards. Da sollte man sich aber auch überlegen, ob man die wirklich cbetten will.
    • buergerkneifer
      buergerkneifer
      Bronze
      Dabei seit: 15.11.2010 Beiträge: 384
      Original von Noshay
      ich versuch es kurz zu erklären...


      auf einen trocken Flop z.B

      2 :heart: 8 :spade: J :club:

      treffen logischer weise weniger hände den flop,somit reicht es also wenn du als PFR halbe PS betest,da nur wenige Hände/Ranges weiterspielen werden KÖNNEN und somit du eine geringere FE benötigst

      auf einem

      T :heart: J :heart: Q :club:

      haben logischerweise mehr hände/ranges getroffen daher höher c-beten,aus grund der protection,FE etc....
      nehmen wir mal das board
      2 :heart: 8 :spade: J :club:

      Angenommen, ich halte KQo

      Der pot ist bei 1$.

      Der Spieler vor mir setzt 0,50$.

      Ich muss also 0,50$ nachzahlen für einen Pot von 1,50$.
      1:3 also.

      In ~32% der Fälle treffe ich noch was-->1:3.
      Und wenn ich etwas treffe, kann ich ja auch noch mehr Geld rausholen.

      Daher fehlt mir etwas die sinnhaftigkeit von 1/2potsize cbets.
    • Noshay
      Noshay
      Bronze
      Dabei seit: 08.04.2011 Beiträge: 1.012
      wenn villian donkt,ist es doch ne ganz andere dynamik
    • buergerkneifer
      buergerkneifer
      Bronze
      Dabei seit: 15.11.2010 Beiträge: 384
      könnte doch genauso meine cbet sein um die es hier geht
    • Noshay
      Noshay
      Bronze
      Dabei seit: 08.04.2011 Beiträge: 1.012
      Original von buergerkneifer
      könnte doch genauso meine cbet sein um die es hier geht

      warum würdest du denn dann hier c-beten?
    • MiiWiin
      MiiWiin
      Moderator
      Moderator
      Dabei seit: 01.03.2007 Beiträge: 64.649
      Es geht in erster Linie darum, wie stark man eine Hand protecten muss.

      Bei den Betsizes gibt es immer verschiedene Ansätze, ich sehe auch kein Problem darin 2/3 Potsize als "standard" anzunehmen und dann eben bei sehr drawy Boards (und evtlk. mehreren Gegnern) höher zu setzen und bei sehr trockenen Boards etwas runterzugehen.

      Bei den genannten Boards ist es halt so, dass deine genannte KQ-Hand bspw. die einzige wäre, die überhaupt zwei Overcards haben kann (gehen wir im raised Pot davon aus dass AK preflop aggressiver spielt [sprich 3-bettet]).

      Auf dem zweiten Board sind jedoch deutlich mehr Draws möglich.
    • Ghostmaster
      Ghostmaster
      Global
      Dabei seit: 24.05.2006 Beiträge: 39.937
      Original von otb11
      Original von buergerkneifer
      So, normalerweise habe ich immer bei meinen bets 3/4 pot gesetzt, unabhänging vom board.
      Nun wurde mir die Anregung gegeben, die Betsize ans Board anzupassen, sprich bei flush/straightlastigen boards 3/4 pot, bei trockenen boards nur 1/2 pot.
      Die Begründung war, dass ich auch mit einer 1/2 potsize bet genug Foldequity erzeuge.

      Ist das richtig und wenn ja, mag mir das jemand genauer erklären?
      Du solltest Dir zunächst Gedanken machen, warum du Betten willst. Generell kannst du Mio auf den micros total unbalaced betten, d.h. so klein wie nötig bluffen und so groß wie möglich valuebetten.
      Trockene boards kann man sicher kleiner bluffen als drawheavy boards. Da sollte man sich aber auch überlegen, ob man die wirklich cbetten will.

      Es gibt keinen Grund den Leuten schlechtes Poker in erster Linie beizubringen. Es mag vielleicht völlig korrekt sein, dass technisch eigentlich schlechte Lines den größten EV auf den Mikros haben, weil die Gegner selber so krasse technische Leaks haben, aber das kann nicht rechtfertigen schlechtes Poker beizubringen bzw. zu spielen.

      Der Ausgangspunkt sollten immer technisch korrekte Lines sein und davon abweichend, kann man dann limitspezifisch/gegnerspezifisch Exploits und Abweichungen von diesen technisch korrekten Lines einbauen.

      Die maßgeblichen (mir bekannten) Determinanten für Betsizing sind:

      1. Boardstruktur (ich denke das wurde im Thread schon erläutert)

      2. die eigene Range

      3. die gegnerische Range

      4. die durchschnittliche gegnerische Range (d.h. die Populationstendenz deines Limits/Seite/Uhrzeit etc.)
    • otb11
      otb11
      Bronze
      Dabei seit: 05.08.2009 Beiträge: 3.849
      Original von Ghostmaster
      Original von otb11
      Original von buergerkneifer
      So, normalerweise habe ich immer bei meinen bets 3/4 pot gesetzt, unabhänging vom board.
      Nun wurde mir die Anregung gegeben, die Betsize ans Board anzupassen, sprich bei flush/straightlastigen boards 3/4 pot, bei trockenen boards nur 1/2 pot.
      Die Begründung war, dass ich auch mit einer 1/2 potsize bet genug Foldequity erzeuge.

      Ist das richtig und wenn ja, mag mir das jemand genauer erklären?
      Du solltest Dir zunächst Gedanken machen, warum du Betten willst. Generell kannst du Mio auf den micros total unbalaced betten, d.h. so klein wie nötig bluffen und so groß wie möglich valuebetten.
      Trockene boards kann man sicher kleiner bluffen als drawheavy boards. Da sollte man sich aber auch überlegen, ob man die wirklich cbetten will.

      Es gibt keinen Grund den Leuten schlechtes Poker in erster Linie beizubringen. Es mag vielleicht völlig korrekt sein, dass technisch eigentlich schlechte Lines den größten EV auf den Mikros haben, weil die Gegner selber so krasse technische Leaks haben, aber das kann nicht rechtfertigen schlechtes Poker beizubringen bzw. zu spielen.

      Der Ausgangspunkt sollten immer technisch korrekte Lines sein und davon abweichend, kann man dann limitspezifisch/gegnerspezifisch Exploits und Abweichungen von diesen technisch korrekten Lines einbauen.

      Die maßgeblichen (mir bekannten) Determinanten für Betsizing sind:

      1. Boardstruktur (ich denke das wurde im Thread schon erläutert)

      2. die eigene Range

      3. die gegnerische Range

      4. die durchschnittliche gegnerische Range (d.h. die Populationstendenz deines Limits/Seite/Uhrzeit etc.)
      Erstmal wollte ich sagen, dass Mio imo heißen sollte. Dann verstehe ich nicht, wieso unbalaced betten eine schlechte Line sein soll. Dies ist natürlich auch angepasst an die Boardstruktur, aber wenn ich auf einem Drawheavyboard ein Monster halte bette ich halt so groß wie ich noch denke einen call zu bekommen und wenn ich auf nem drawheavy Board bluffe, dann halt vielleicht wirklich nur 2/3.
      Und auf trockenen boards reicht vielleicht auch die 1/3 cbet weil Axx alleine soviel FE erzeugt.
      Die Mainpopulation auf den micros ist lose passiv und gerne callingstation. Unbalaced betsizing wird in jedem Nikonyo Coaching bei ps.de gelehrt und auch in Razkolnikov Videos.
      Die Freizeitspieler interessieren die von dir genanten Punkte nicht. Sondern nur ihre zwei Karten und den Reg treffe ich nie wieder weil die Population zu groß ist.
      Ich lass mich aber auch gerne belehren.
    • Ghostmaster
      Ghostmaster
      Global
      Dabei seit: 24.05.2006 Beiträge: 39.937
      Schlichtweg, weil so unflexible Strategien, wie reine Exploits sich nicht mit der Zeit automatisch anpassen, Limitaufstiege nicht überleben etc.

      Eine reine Exploitstrategie, die heute funktioniert, kann in 2 Wochen, 2 Monaten oder 2 Jahren nicht mehr funktionieren - daher ist es sinnvoll die korrekten Strategien zu lernen und darauf aufbauend die Exploits zu verstehen und nicht die Exploits als korrekte Strategie anzuwenden ohne die eigentliche Hintergrundgeschichte zu kennen.

      Wenn wir hier rein über fixe Einsteigerstrategien sprechen, dann mag das vielleicht gültig sein.
    • RaucheCh1987
      RaucheCh1987
      Bronze
      Dabei seit: 23.09.2010 Beiträge: 784
      Sehe das auch so, wenn du hier den Leuten direkt "falsche" Wege beibringst nur weil die auf den Micros eben "richtig" sind werden die sich beim Limitaufstieg schwerer tun, da Ihnen dann die Grundlagen fehlen werdn.
    • locasdf
      locasdf
      Black
      Dabei seit: 07.06.2008 Beiträge: 6.505
      richtig auf gegnerspezifische leaks zu adapten ist aber auf allen stakes wichtig und wenn der durchschnittsfisch solche leaks hat, sollte man das auch ausnutzen.
    • otb11
      otb11
      Bronze
      Dabei seit: 05.08.2009 Beiträge: 3.849
      Eingeleitet habe ich meinen Beitrag damit, dass er sich GEDANKEN machen soll warum er bettet. Ich denke, dass balancing eh erst ab Limits ins Spiel kommt, die man eh nicht erreicht, wenn man nicht zum thinking Player wird.
    • RaucheCh1987
      RaucheCh1987
      Bronze
      Dabei seit: 23.09.2010 Beiträge: 784
      Original von locasdf
      richtig auf gegnerspezifische leaks zu adapten ist aber auf allen stakes wichtig und wenn der durchschnittsfisch solche leaks hat, sollte man das auch ausnutzen.
      Ja aber der Lernprozess sollte nicht sein

      - gegnerspezifische Spielweise für lowstakes als Basis lernen
      - grundlagen gar nicht verstehen

      sondern eben

      - grundlagen verstehen
      - leaks der gegner auf dem limit erkennen und ausnutzen