Pocketpairs mitgehen 20 Regel

    • buergerkneifer
      buergerkneifer
      Bronze
      Dabei seit: 15.11.2010 Beiträge: 384
      Das Thema gibts bestimmt schon, aber die Suchfunktion ist nicht gerade hilfreich, da sie nicht nach Überschriften sucht..

      Meine Frage:
      Man soll mit niedrigen pocketpairs einen raise callen, wenn der Raiser und man selbst noch 20x so viele Chips im Stack haben.

      Rentiert sich das wirklich?
      Erstmal muss man etwas treffen und dass man dem Spieler dann noch seinen ganzen Stack abnimmt ist ja recht unrealistisch.
      Spielt ihr so und hat sich das für euch rentiert?

      Extrafrage: Hold'em Manager 2 lässt mich seit des Updates nichts mehr ins Clipboard kopieren, any idea why?
  • 2 Antworten
    • spoomer601
      spoomer601
      Bronze
      Dabei seit: 09.11.2011 Beiträge: 767
      Ich denke bei einem tighten oder loosen Spielertypen kann man das noch ein wenig anpassen, aber sonst ists ja klar, dass sich pockets gg deepe gegner mehr lohnen...also selbst sehr loose gegner sollten schon min 15bb haben würde ich mal sagen...
    • Ghostmaster
      Ghostmaster
      Global
      Dabei seit: 24.05.2006 Beiträge: 39.937
      Es hängt von folgenden Faktoren grob ab:

      1. deine Position

      je besser deine (absolute) Position im Verhältnis zum Openraiser ist, desto höher sind deine potenziellen Implied Odds (UTG raist und du bist im BU ist offensichtlich besser als BU raist und du bist im SB)

      2. die gegnerische Range

      deine Implied Odds gegen eine starke Range sind offensichtlich höher als gegen eine schwache Range (UTG vs BU Openraisingrange); deine Foldequity Postflop ist offensichtlich höher, wenn die gegnerische Range schwach ist (UTG vs BU Openraisinrange) und erhöht somit den potenziellen Semibluffvalue von diversen Händen (Axs, SCs etc.)

      3. deine eigene Range

      Wie in 2 schon angedeutet spielst du selber auch eine Range und nicht nur einzelne Hände. Der indirekte Value von Sets resultiert daraus, dass du auf Boards wie Th8h2d deinem Gegner ausreichend viele Draws suggerieren kannst (ob du sie hast oder nicht ist zweitrangig - wichtig ist das was dein Gegner glaubt über deine Range). Je besser deine Gegner werden, desto öfter musst du tatsächlich mit Draws auf solchen Boards auftauchen, um deine Sets ausbezahlt zu bekommen,


      => d.h. im Endeffekt ist die Call 20 Regel ein Eiertanz zwischen dem was du wirklich hast und dem was du deinem Gegner erzählst. Du gewichtest quasi Postflop deine Range immer in die entgegensetzte Richtung von dem, was dein Gegner glaubt.


      An und für sich ist die Mathematik hinter der Call 20 Regel, dass folgende Annahmen getroffen werden:

      - hinter dir kann niemand mehr reraisen

      - wenn du das Set triffst, dann bekommst du in rund jedem 2.5ten Treffer volle Auszahlung von einer schlechteren Hand


      => die Annahmen sind deshalb so vereinfacht, weil die oben erwähnten Faktoren beim Coldcall mit Pocketpairs zu komplex für Anfänger sind. Du wirst dementsprechend auch Coldcalls mit 55 z.b. sehen, obwohl beide Spieler nur 12x Stack hinterher spielen und das ist nicht zwangsläufig ein Fehler.