Preise von Gewinnspiel werden nicht ausgezahlt

    • Endero
      Endero
      Bronze
      Dabei seit: 25.05.2007 Beiträge: 734
      Ich habe eine rechtliche Frage und hoffe hier auf einen Experten in Sachen Recht zu treffen, der mir weiterhelfen kann bzw. die passenden Gesetzestextpassagen kennt...

      Und zwar ist folgendes passiert:

      An meiner Universität wurde vom Fachbereich Psychologie ein Gewinnspiel ausgeschrieben (alles offiziell und glaubwürdig). Und zwar sollte man über ein Semester hinweg regelmäßig an einer täglichen Onlineumfrage teilnehmen. (Dort wurden Dinge abgefragt wie Studienmotivation, Lernverhalten etc...) Es wurde mit insgesamt 214 verschiedenen Preisen (darunter Tablets, Reisegutscheine, Notebooks, Smartphones etc...) mit einem Gesamtwert von ca. 30.000€ geworben.
      Bei regelmäßiger Teilnahme sollte man ein Los bekommen und nach zwei Semestern (wenn man zwei Semester mitmacht bekommt man zwei Lose) sollten die Preise verlost werden.

      Nach etwa zwei Dritteln des ersten Semesters wurde den Teilnehmern mitgeteilt, dass es aus irgendwelchen rechtlichen Gründen nicht möglich wäre ein solches Gewinnspiel mit Sachpreisen durchzuführen und man alternativ allen Beteiligten, die ein Los bekommen hätten eine Aufwandsentschädigung von 100€ zahlt. Zu diesem Zeitpunkt hat man zusätzlich (nachträglich) definiert, dass eine "regelmäßige Teilnahme" 90% heißt.
      Da es jedoch täglich 2 Befragungen gab (frühs und abends) war es für die meisten der Teilnehmer nicht möglich diese 90% Aktivitätsgrenze (die nachträglich festgelegt wurde) zu erreichen.

      Inzwischen ist das erste Semester der beiden Semester rum und ca. 50 Studenten haben sich für die 100€ Entschädigung qualifiziert. (Wobei "gnädigerweise" vom Veranstalter die Aktivitätsgrenze für das erste Semester auf 80% gesenkt wurde)

      Rechnet man das auf zwei Semester hoch, (beim zweiten Semester schaffen es ja wahrscheinlich noch weniger als 50 Leute da hier die Aktivitätsgrenze wirklich bei 90% liegen wird), muss der Veranstalter von den zu Beginn versprochenen 30.000€ nicht mal 10.000€ auszahlen.

      Das finde ich grundsätzlich ungerecht. Meiner Meinung nach MUSS der Veranstalter (also der Fachbereich Psychologie) Preise im Wert von 30.000€ auszahlen. An wen und in welcher Form ist dann die nächste Frage, aber für mein Rechtsverständnis ist es falsch im Nachhinein eine Aktivitätsgrenze festzulegen, die so hoch gewählt ist, dass (und das konnten Sie ja vorrausberechnen) es nur die wenigsten Teilnehmer erreichen und Sie dadurch nur einen Bruchteil des versprochenen Preisumfangs ausschütten müssen.


      Ich hoffe ich habe die Situation verständlich erklären können.

      Ich denke, wenn ich mich nicht um die Sache kümmern würde und etwas Lärm mache, würde sich das Ganze mehr oder weniger im Sand verlaufen bzw. sonst niemandem auffallen.
      Da es sich um ein Gewinnspiel handelt und es sich ja noch ein halbes Jahr hinziehen wird und der Einzelne eh "nur" 100€ gewinnen kann lohnt es sich nicht wirklich sich dafür einzusetzen...aber genau darauf wird wahrscheinlich spekuliert.


      Wie ist mein weiteres Vorgehen? Kümmert sich der AStA um sowas?
      Welche Paragraphen sind hier wichtig?

      CLIFFS:
      - Preisausschreiben mit Peisen im Wert von 30.000€
      - Bedingungen werden nachträglich definiert
      - nur 10.000€ werden tatsächlich ausgeschüttet
      - Wie rechtlich vorgehen?
  • 1 Antwort
    • HoaXi
      HoaXi
      Bronze
      Dabei seit: 30.03.2006 Beiträge: 765
      Wohl zu komplex und speziell als dass du hier fundierte Anworten inkl Paragraphen etc bekommen wirst,..

      Generell sind Auslobungen/Preisausschreiben per Definition an Bedingungen geknüpft und wenn niemand diese Bedingungen erfüllt, bekommt auch keiner die Belohnung/den Preis. Kommt natürlich drauf an, wie die Teilnahmebedingungen formuliert waren, aber ich seh generell keine Probleme mit einer nur teilweisen Ausschüttung der Gewinne, wenn nicht offensichtlich der gegenteilige Eindruck vermittelt (zB "wenn nur einer durchhält bekommt er allein alle Preise iWv 30k€!" etc) und es entsprechend in den Teilnahmebedingungen festgehalten wurde.

      Abgesehen davon: gerade bei so hochwertigen Preisen wäre ich persönlich bei der Bedingung 'über ein Semester hinweg regelmäßig an einer täglichen Onlineumfrage teilnehmen' - wiederum wenn das vorher nicht klar anders kommuniziert wurde - davon ausgegangen, dass ich 100% der Umfragen bearbeiten muss, und nicht, dass 80% oder 90% ausreichen.

      Generell: Tu dich mit anderen Teilnehmern zusammen und such das direkte Gespräch mit dem Veranstalter und sagt ihm, dass ihr darauf besteht, dass die ursprünglichen 30k€ ausgeschüttet werden.
      Je nachdem wie er reagiert und nach eigenem Ermessen könnts dann nen Anwalt aufsuchen oder alle im nächsten Semester die Umfrage boykottieren und die Studie so ruinieren oder die Sache einfach gut sein lassen.