Knifflige Mietsituation, was gilt?

    • Imoartel
      Imoartel
      Bronze
      Dabei seit: 05.09.2006 Beiträge: 2.359
      Hallo

      Seit Oktober 2009 lebe ich in meiner aktuellen Wohnung, zwischendurch ein halbes Jahr woanders gelebt, aber im großen und ganzen hier, nun habe ich sie gekündigt.
      Von Anfang an gab es immer Probleme, und man könnte sich fragen warum ich nicht längst früher ausgezogen bin, aber das ist eine andere Geschichte.

      Nun habe ich sie jedenfalls zum 01.06 gekündigt, und da ich einigen Stress mit meiner Vermieterin habe frage ich mich, ob ich vielleicht früher raus könnte bzw. inwiefern Mietkürzung möglich ist, oder ob ich vielleicht sogar noch Geld zurückkriegen kann.

      Vielleicht kann mir ja hier jemand helfen, im restlichen Internet habe ich nichts dazu gefunden, vielleicht bin ich aber auch einfach unfähig :P
      Bin also sowohl für Tipps als auch Quellen bei denen man sich informieren kann dankbar.


      Dies ist die Mietsituation in die ich eingezogen bin:
      Ich habe für 300€ pauschal ein Zimmer gemietet, ca. 20m² groß mit Balkon. Die Wohnung war als WG gedacht, allerdings hat die Vermieterin alle Zimmer einzeln vermietet.
      Die Wohnung war weitestgehend möbiliert, auch Strom/Heizung/Wasser/Internet/telefon/Müll etc. waren im Preis enthalten.
      Die Kündigungsfrist beträgt nur 1 Monat.

      Dies ist nun nicht mehr ganz gegeben.

      1. Bei meinem Einzug vor 3,5 Jahren wurde mir zugesichert, dass eine neue Küche in die Wohnung kommt und dass das Bad gestrichen wird. Beides ist bis heute nicht passiert. Es wurde nie konkret gesagt wann, mit Ausnahme eines neuen Ofens. Im Mai letzten Jahres dachten wir, dass der Ofen kaputt wäre. Daraufhin meinte die Vermieterin, dass sie einen neuen besorgen würde. Wir sprachen ab, dass es schnell gehen müsste, es wurde etwas gesagt wie "darf keine 2 Monate dauern, sondern eher 2 Wochen". Sie stimmte dem zu. Auch den Ofen haben wir bis heute noch nicht. Es stellte sich zwar raus, dass er doch noch nicht vollkommen hinüber ist, sondern nur eine Temperatur nicht mehr geht, aber es war dennoch so abgesprochen, und auch das haben wir erst raus gefunden, als die Zeitspanne längst überschritten war.

      2. Es war abgesprochen, dass die WG für das saubermachen der Wohnung selber zuständig ist. Seit ca. 8 Monaten sind aber die anderen Zimmer an eine Zeitarbeitsfirma vermietet und die Leute die dort wohnen machen nicht mehr sauber. Teilweise leben auch mehrere Leute in einem Zimmer. Deshalb habe ich nun die Wahl entweder die Wohnung alleine sauber zu halten (eine Wohnung die für 3 Leute gedacht ist, in der Zeitweise 5-6 Leute wohnen), oder sie verdrecken zu lassen. Falls eine Putzkraft käme soll ich oben drauf bezahlen.
      Ich habe mal den Vorschlag gebracht, dass ich die Wohnung alleine sauberhalte, aber dafür dann 150€ im Monat möchte, auf diesen Vorschlag wurde nicht eingegangen. Kann ich das vielleicht einfach durchziehen?
      Außerdem sind seitdem mehrfach Dinge aus der WG verschwunden, man wird morgens um 5 geweckt, weil die Leute meinen sich unbedingt vor der Arbeit laut unterhalten zu müssen und es Leben überhaupt viel zu viele Leute in der Wohnung.

      3. Ende letzten Jahres wurde ich mehr oder weniger gegen meinen Willen aus meinem Zimmer herausgeworfen. Das spielte sich folgendermaßen ab:
      Meine Vermieterin kam an, und bot mir an gegen eine Mietkürzung in ein kleineres Zimmer (~10m² ohne Balkon) zu ziehen, da sie für 5 Wochen weitere Leute von der Zeitarbeitsfirma unterbringen wollte und die nicht in mein Zimmer passten. Die Mietkürzung betrug 40€. Ich sagte, dass ich zu dem Preis nicht in ein so kleines Zimmer ziehen würde, es aber netterweise übergangsmäßig machen würde, wenn ich die Garantie kriege, dass ich nach 5 Wochen wieder in mein altes Zimmer zurück könnte oder aber wenn die Miete um 100€ gekürzt werden würde.
      Sie wollte keines von beidem, und meinte auf einmal, dass ich es mir nicht aussuchen könnte, wenn ich es nicht mitmachen würde, dann würde sie mich aus der Wohnung schmeißen.
      Da es am Ende eines Monats war (ich also nur ziemlich genau 1 Monat hätte eine neue Wohnung zu finden), und ich sorge hatte ob ich bis zur Kündigung eine neue Wohnung finden würde habe ich irgendwann aufgehört mich dagegen zu wehren, allerdings habe ich nie mit der Verlegung zugestimmt, habe aber auch nichts aktiv dagegen unternommen.

      4. Es gab mehrfach unangekündigte Besuche der Vermieterin, die sich dann mit ihrem eigenen Schlüssel in die Wohnung lässt. Normalerweise darf sie das ja gar nicht, doch da sie bei uns nur die Zimmer vermietet hat, bin ich mir dort nicht so sicher. Man könnte sicherlich argumentieren, dass Flur/Bad/Küche/Wohnzimmer immer noch ihr gehören und sie sich dort aufhalten darf, wie sie möchte.


      Und um das ganze abzuschließen, ich bin nicht im Krieg mit meiner Vermieterin, ich möchte ihr da auch gar keine böse Absicht unterstellen sondern eher Tolpatschigkeit, Ungeschicktheit. D.H. Ich möchte nicht versuchen ihr möglichst überall wo es geht zu Schaden, sondern nur eine faire Lösung finden und wissen was möglich ist.
  • 12 Antworten
    • Omnom1337
      Omnom1337
      Bronze
      Dabei seit: 17.11.2012 Beiträge: 586
      zum Anwalt obv
      mehr kann man da nicht sagen
    • AyCaramba44
      AyCaramba44
      Black
      Dabei seit: 27.04.2010 Beiträge: 11.742
      Ganz ehrliche Meinung? Du bist selbst Schuld! Was du dir da alles gefallen hast lassen... kein Wunder das sie denkt alles mit dir machen zu können. 10qm² für 300€ hört sich auch nicht günstig an und die Wohnsituation ist wohl auch richtig schlecht.

      -> 1 Monat Kündigungsfrist wirst du doch wohl noch hinbekommen und wenn du es drauf anlegen willst schneller rauszumüssen, dann überlege dir eine nette Sache wo du am Ende der Gewinner bist. Nach dem Motto ich will jetzt in meine 20m² kürze ich die Miete um 50%...

      Aber aufjedenfall nicht mehr aufräumen und sich um was kümmern. Falls du rausgeworfen wirst, ist es ja egal.
    • Paxmain
      Paxmain
      Bronze
      Dabei seit: 19.10.2007 Beiträge: 1.059
      total sick das Ganze. Um schneller raus zu kommen könntest du einen Nachmieter suchen der schnellstmöglich einziehen würde, somit könntest du dich mit der Vermieterin darauf einigen die Wohnung zu diesem Zeitpunkt zu verlassen. Vielleicht hat ja die Zeitarbeitsfirma Interesse an diesem Zimmer für andere Arbeiter.

      Die sache mit der Kündigungsfrist von 1 Monat als sie dich rausschmeißen wollte ist unwirksam. Solange es kein befristeter Mietvertrag ist hast du ein gesetzliches Recht auf 3 Monate oder mehr, je nachdem wieviel Jahre du dort drin bist. Eine anders lautende Vereinbarung zu deinem Nachteil im Vertrag ist ungültig. Sie kann dir allerdings freiwillig eine kürzere Kündigungsfrist von 1 Monat gewähren wenn du einverstanden bist.

      Punkt 4 ist nicht zulässig. Sie kann nur mit abgesprochenem Termin in die Wohnung rein.

      Trotz allem solltest du wie vom Vorposter vorgeschlagen zum Anwalt oder Mieterschutzbund. Dein Mietvertrag müsste durch die gegebenen Umstände Sittenwiedrig sein, somit hättest du das Recht sofort auszuziehen ohne finanzielle Nachteile.

      Punkt 3 verstößt ebenfalls gegen einige Gesetze, darunter dürfte sittenwiedrigkeit, nötigung, benachteiligung durch ausnutzen deiner Zwangslage.

      Du stehst nicht mit ihr auf Kriegsfuß und willst ihr daher nicht Schaden? Das scheint ihr bewusst zu sein und nutzt es aus um dich und die anderen Mieter abzuzocken. Nachdem sich ein Anwalt um deine Rechte kümmern würde, hätte das ganze genügend Potenzial um an die Staatsanwaltschaft zur Prüfung weitergereicht zu werden.
    • TimBus
      TimBus
      Black
      Dabei seit: 05.10.2007 Beiträge: 14.797
      Für diese "Wohnung" einen Nachmieter zu suchen, fände ich moralisch mehr als fragwürdig. :D
      Zieh doch einfach aus und sie soll das Zimmer für ihre Zeitarbeiter benutzen.
      Wenn du nach all dem keine Rachegelüste verspürst, bist du entweder der liebste Mensch der Welt oder sie jemand, der nie auf die Einhaltung von irgendwelchen Fristen bestehen würde.
    • Gluecksfisch
      Gluecksfisch
      Einsteiger
      Dabei seit: 28.05.2009 Beiträge: 3.054
      Deine Argumente und Deine Erwartungshaltung (Geld zurück bekommen, Mietreduzierung, sonstiges) ist ein Witz, ganz einfach ....

      zu 1:
      Ist es schriftlich niedergeschrieben das eine neue Küche und/oder neue Heizung installiert wird? Wie wurde das vereinbart?
      Glaubst Du im Ernst wenn Du 3.5 Jahre mit der Ist-Situation lebst kannst Du im Nachhinein Schadensersatz anfordern, wenn Du nicht regelmässig aktiv dagegen angegangen bist und den Vermieter Druck gemacht hast? Gibt es Anrufprotokolle, Gesprächsnotizen oder irgendwas was aufzeigt das Du das Ziel verfolgt hast oder hast Du einfach nur abgewartet und meinst nun rückwirkend noch Profit herausziehen zu wollen? Gibt es Fristsetzungen zur Instandsetzung oder Renovierung der Küche?

      zu 2:
      Du mietest ein Zimmer und keine Wohnung und beschwerst Dich dann, das jemand "nachts" redet oder nicht sauber macht? Dann zieh nicht in eine Gemeinschaftswohnung mit anderen, sondern miete Dir eine eigene Wohnung wenn Du ein Problen mit Tag/Nachtzeiten anderer hast. Ist wohl ganz normal so, wenn man mit anderen (unbekannten) zusammen lebt. Unterm Strich gehört Dir das Zimmer, nicht die Wohnung.
      Die Gemeinschaftsanteile wie Küche müsst ihr halt unter euch Bewohnern aufteilen, wenn Du es als dreckig empfindest musst Du eben sauber machen oder aber ausziehen. Dies dem Vermieter nun zuzuweisen ist halt lol, der hat damit nichts zu tun in einer WG sofern es nicht schriftlich dokumentiert ist und als Aufgabe übertragen wird an jemanden. Du bist für Dein Zimmer zuständig, dort bist Du Mieter. Der Rest ist Angelegenheit der Wohngemeinschaft.
      Auch hier die Frage: Wo steht geschrieben bzw. definiert, wie die Reinigung zu erfolgen hat. Ist es im Mietvertrag drin?

      zu 3:
      selbst Schuld. Sicher kein korrektes Vorgehen der Vermieterin, aber Du bist freiwillig auf die Anfrage eingegangen und hast nichts schriftlich dokumentiert oder aber dagegen im Nachgang getan.
      Ihre "Drohung" Dich hinaus zu werfen ist ja auch im Prinzip okay, wenn sie sich an die Kündigungsfristen hält und den korrekten Weg einhält; mit Erpressung oder unter Druck setzen hat es nichts zu tun. Wenn Du halt feilschen möchtest und Profit rausziehen willst und es dann doch machst solltest Du Dich im Nachgang nicht beschweren.

      zu 4:
      Hast Du schon selbst beantwortet, sie hat nichts "verbotenes" getan. Sie vermietet Zimmer (!), keine Wohnungen. Somit hat sie voraussichtlich auch Zugang zur Wohnung selbst, sofern sie eure Zimmertür nicht öffnet bzw hineingeht. Ist aber dennoch grenzwertig...

      Insgesamt sind es vielmehr Deine Fehler und ich sehe hier kein falsches Vorgehen des Vermieters. Wenn Du die Küche zB hättest haben wollen bzw. den Ofen reparieren musst Du halt entsprechend nachfragen bzw Druck aufbauen und Fristen setzen. So läufts halt, Du bekommst als Mieter nicht von jedem Eigentümer alles nachgetragen und fristgerecht erledigt. Wäre schön, ist aber nicht so...

      "Dies ist nun nicht mehr ganz gegeben.":
      Das verstehe ich nicht. Wenn Du zum 01.06. kündigst ist der Monat problemlos eingehalten, es sind noch 6 Wochen. Somit ist auch hier nichts, wo man diskutieren könnte. Du kannst Dich um einen Nachmieter kümmern oder aber bis 01.06. weiterzahlen und spätestens dann das Zimmer geräumt haben ...
    • HoRRoR
      HoRRoR
      Black
      Dabei seit: 11.02.2005 Beiträge: 10.656
      persönliche einschätzung der lage ist, dass du bei keinem der sachen irgendwas handfestes aka schriftliches hast und die sachen erduldet hast, also angenommen hast

      kannst imo nichts machen

      sitz den monat halt ab und raus da
    • zweinull
      zweinull
      Einsteiger
      Dabei seit: 07.10.2011 Beiträge: 565
      Gleich mal eine Rechtsschutzversicherung abschließen, damit du in Zukunft bei Mietstreitigkeiten die Pistole auf die Brust setzen kannst. Vermieter sind doch alles Husos. Hatte bis jetzt immer Probleme mit meinen Vermietern und das obwohl ich der Pflegeleichteste Mieter überhaupt bin.
    • 666morpheus
      666morpheus
      Bronze
      Dabei seit: 22.06.2006 Beiträge: 457
      Ich würde dir empfehlen in den Mieterschutzbund zu gehen und alles nur schriftlich zu regeln, alles andere ist eh unwirksam. Hol dir am besten noch einen Zeugen zur Abnahme dazu und unterschreibe nichts, mit dem du nicht einverstanden bist.

      Wahrscheinlich will dich der Vermieter auch noch um die Kaution prellen, klingt zumindest danach. Falls im Abnahmeprotokoll dann ohne Mängel steht und sich um die Rückzahlung der Kaution gedrückt wird, erstmal ein schreiben mit Frist (vorher schlau machen, ist auch gesetzlich geregelt) setzten, falls bis dann nichts passiert einen Anwalt mit dem Schreiben beauftragen.

      Ist nicht rein zufällig in Düsseldorf, oder?
    • Imoartel
      Imoartel
      Bronze
      Dabei seit: 05.09.2006 Beiträge: 2.359
      Nein, ist es nicht.
    • BrEaKdOwNpG
      BrEaKdOwNpG
      Bronze
      Dabei seit: 21.01.2005 Beiträge: 7.293
      geile antwort nach all dem text :f_p:
    • Imoartel
      Imoartel
      Bronze
      Dabei seit: 05.09.2006 Beiträge: 2.359
      ^^

      Ja Situation hat sich mitlerweile ein bisschen verändert, ich schreib mal was genaueres dazu sobald sich das Ganze vorbei ist

      könnte vorstellen, dass das was sich in den letzten Tagen abgespielt hat ziemlich amüsant ist, wenn man es nicht direkt miterlebt

      Vielen Dank für die Antworten auf jeden Fall erstmal, hat mir definitiv weitergeholfen!
    • annobln
      annobln
      Bronze
      Dabei seit: 29.07.2007 Beiträge: 5.973
      Vermieter immer schriftlich drohen bzw. Frist für Mängel der Beseitigungen geben. Wenn man sich unsicher ist beim Mieterverein fragen, aber sich auf jeden Fall nicht alles gefallen lassen. Danach dann entsprechend die Miete kürzen. In 90% der Fälle bewegen sich dann mal die Vermieter. Rausschmeissen dürfen sich dich nicht einfach so, wenn du pünktlich deine Miete zahlst und nichts Unrechtes getan hast.