Pathfinder: Setzmuster-Analysen

    • tbe12
      tbe12
      Einsteiger
      Dabei seit: 18.04.2013 Beiträge: 2
      Hallo!

      Da mein Können in Cash Games eher schlecht als recht ist, habe ich mich als Softwareentwickler einmal daran gemacht, eine eigene Analysesoftware zu entwickeln, um meine Schwächen (und die meiner Gegner) herauszufinden. Mich würde eure Meinung dazu interessieren, besonders Kritik und Verbesserungsvorschläge!

      Die Software besteht aus mehreren Komponenten:

      * Aus den Histories werden Statistiken über die Spieler erstellt. Das Ganze funktioniert aber nicht "klassisch" wie HEM oder PM, stattdessen werden Setzmuster aus den Histories Datenbank generiert - in Kombination mit der tatsächlichen Handstärke für den Fall, dass der Spieler seine Hand im Showdown gezeigt hat.

      * Ein Range-Estimator, der die Range eines Spieler abhängig von Position und den darauf folgenden Aktionen einschränkt. Z.B. wird bei einem Spieler, der mit einem Monster oft einen Check-Fold gemacht hat (und dann seine starken Karten im Showdown gezeigt hat) die Range entsprechend anders eingeschränkt, als bei einem Maniac, der das mit jedem Schrott macht. Das "Wissen" darüber stammt aus den vorher gespeicherten
      Setzmustern.

      * Eine rekursive Multiway-Analyse, die für alle Szenarien die Equity, Fold-Equity und den EV berechnet. Dabei werden die Häufigkeiten aus den Setzmustern beachtet, also wie oft called mit Villian A, wie oft raised B danach usw. Rekursiv heisst, der EV eines Szenarios wird über die Aktionen aller beteiltigten Spieler berechnet. Was macht zB Villian B, wenn ich raise und Villian A danach dran ist usw.

      * Ein Viewer, mit denen ich alle meine Hände der Vergangenheit durschschauen kann. Die Multiway Analyse kann dabei wie ein Baum auf und zu geklappt werden, damit man sehen kann, welche Aktion besser oder schlechter gewesen wären (siehe Screenshot).

      * Ein kleines HUD, dass die wichtigsten Informationen - wie zB die Fold EQ über alle Spieler zusammen - auf den Bildschirm bringt.

      * Ein Table-Finder, der die Tische mit den "fischigsten" Setzmustern identifiziert (funktioniert momentan nur mit Party).

      Screenshot

      http://s1.directupload.net/images/130418/viobzrry.png

      Das Ganze ist noch sehr "Beta", aber ich benutze die SW jetzt seit ca. 2.000 Händen und mein Spiel hat sich schon erheblich verbessert. Aber es gibt noch eine Menge zu tun und zu vebessern, besonders an der automatischen Einschränkung der Range kann man theoretisch ewig arbeiten (besonders bei den Flush-Draws). Momentan liegt die Erkennungsrate der Range bei ca. 80% (die Spieler halten sich leider nicht immer an die eigene Range...) und die der stärksten Hand bei ca 90%.

      Ich habe auch noch viele Ideen für die folgenden Versionen:

      * Mann könnte starke Exploits in den Mustern erkennen und darauf hinweisen, wenn ein solcher Spieler am Tisch ist (und welches Exploit er hat). Oder darauf, dass man selber solche hat... Table Finder könnte das natürlich auch anzeigen.

      * Die Ranges der Spieler sollten manuell nachbearbeitet werden können. Das Einschätzen einer Range ist eine meiner größten persönlichen Schwächen, daher gibts im Tool bisher auch keinen solchen Editor.

      * Mehr Statistiken, zB wie wahrscheinlich ist ein Two Pair beim Gegner auf dem Flop etc.

      * Das ganze Standard-Geraffel, wie Spielernotizen usw...

      Meint Ihr, eine es lohnt sich, diw SW weiter zu entwickeln? Oder überschneidet die Funktionalität des Tools sich zu sehr mit den ganzen anderen wie HEM, Flopzilla usw? Ich persönlich habe bisher nur HEM benutzt und kenne die anderen Programme nur vom Hörensagen.

      Ich bin gespannt auf eure Meinung!

      Gruß,
      Tom
  • 3 Antworten
    • wolfcastle80
      wolfcastle80
      Bronze
      Dabei seit: 17.10.2008 Beiträge: 296
      Hi Tom,

      finde ich sehr interessant diese Software und ich habe auch immer mal wieder mit den Gedanken gespielt sowas zu proggen.
      Wenn ich das richtig verstanden habe lässt du die Software beim Spielen laufen und er macht quasi eine Live Analyse der Hand? Wenn dem so ist solltest du dringend mit den Pokeranbietern abklären ob du die Software während des Spielens laufen lassen darfst. Pokeranbieter sehen es nicht gerne wenn parallel laufende Software den "besten" Spielzug vorgibt. Dies ist im Prinzip ein Bot nur das du selbst die Buttons klickst.
      Was allerdings einen Mehrwert bieten könnte ist die Software zur Nachanalyse einzusetzen da sie anscheinend die typischen Analyseschritte automatisch vornimmt. Gerade beim konstruieren der Range tue ich mich immer schwer und wenn die Software schon eine Range vorschlägt die man dann modifizieren kann ist das schon viel Wert.
    • tbe12
      tbe12
      Einsteiger
      Dabei seit: 18.04.2013 Beiträge: 2
      Hi Wolfcastle,

      nee, das ist nicht als Live-Advisor gedacht. Damit würde man sich, wie Du schon sagst, nur Ärger mit den Anbietern einhandeln und müsste fragwürdige Dinge implementieren.

      Der ursprüngliche Zweck war die Analyse der eigenen Hände. Nur, dass man nicht jede Situation umständlich in eine andere Software eintragen und dabei die Range des Gegners mutmassen muss, sondern halt automatisch.

      Die Ergebnisse schreib ich mir dann klassisch auf einen Zettel. Die Idee wäre dann vielleicht, dass die Software meine übelsten Leaks automatisch aufzeigt, und auch die meiner Gegner, und ich die nicht manuell suchen muss. Und dann halt meine Notizen und die Leaks irgendwann auch im HUD anzeigt.

      Das HUD zeigt momentan "nur" die errechnete (oder später manuell nachbearbeitete) Range des Gegners an, sowie die ganzen Standardwerte wie VPIP usw. Der "Live Follow" Button aus dem Screenshot stellt nur die Hand automatisch in der Software dar, nachdem sie beendet ist (sozusagen zur Sofort-Nachanalyse).

      Gruß
    • Santalino2
      Santalino2
      Black
      Dabei seit: 08.06.2007 Beiträge: 2.674
      Mit hm2 und Notecaddy (und für paar Spezialfälle noch zusätzlich manuell mit Equilator und Excelsheet) ist sowas bereits aktuell auswertbar.

      Zum Setzmuster-Tablefinder: Denke die aktuellen sind effizienter. Du brauchst für deinen Ansatz zu viele Daten (und dann kann der Mega-Fisch schon broke/weg sein), zusätzlich ist 6max nicht "gelöst" so das du gar nicht so eindeutig sagen kannst, was jetzt die beste Line/Freqenzy im gebalancten Gesamt-Gameplan gegen genau diese (adaptierende) Tisch-Gegner-Zusammenstellung ist.

      Ansonsten, deine Ideen sind z. T. schon interessant (besonders für HU, für 6max ists wie zuvor geschrieben bereits schwieriger...), allerdings glaube ich nicht das es dafür einen Massen-Markt geben wird und es dürfte schwieriger werden damit kommerziell erfolgreich zu sein (manche Highstakes-Regs haben ihre eigene Programme und der Normalanwender hat breits seinen Tracker/Notecaddy (den du ja auch nicht ersetzen willst, oder?) und ist die Frage ob er sich dann noch zusätzlich mit deinem Programm (mit allem was dazugehört, eigene Database, eigene Notes/Hud/Stats (die sich dann z. T. mit seinen anderen überschneiden) beschäftigt...).

      Edit/Zusatz:
      Ich würde mich an deiner Stelle erst mal auf HU konzentrieren mit einer Art GTO/Frequenzy/Leak-Finder und das dann als exklusive Premium-Software vermarkten (z. B. auch mit Zusage maximal nur x Exemplare davon zu verkaufen...wäre was besonders das sich dann abhebt und den Kunden das Gefühl gibt sie können dadurch längerfristig eine dauerhafte Edge behalten...außerdem gibts sowieso zuwenig hu-Spieler für Massenmarkt...).