braco91

    • braco91
      braco91
      Bronze
      Dabei seit: 21.12.2011 Beiträge: 147
      Frage 1: Aus welchen Gründen spielst du Poker?
      Ich habe schon vor ein paar Jahren mein Interesse am Poker gefunden, jedoch habe ich mich nie wirklich näher damit befasst sondern immer mal wieder gespielt. Hauptsächlich finde ich es interessant, dass Poker ein Spiel ist, indem man das Glück sehr stark beeinflussen kann indem man hart an seinem Spiel arbeitet und versucht, immer die strategisch richtigen Entscheidungen zu treffen. Geld ist nicht mein primäres Ziel, aber auf lange Sicht gesehen ist es natürlich ein Ziel, erfolgreich Poker zu spielen und Gewinne einzufahren. Außerdem spiele ich aufgrund der Competition und der Herausforderung, dass die Gegner von Tag zu Tag besser werden und man eigentlich keine Wahl hat, als an seinem Spiel zu arbeiten, oder eben schlechter zu sein als die aktuelle Konkurrenz und zu verlieren.

      Frage 2: Was sind deine Schwächen beim Poker?
      Meine Hauptschwäche liegt derzeit denke ich im Post-Flop-Play. Ich bin in der Auswahl der Starthände und der Wahl der richtigen Betsize denke ich solide. Ich finde mich selbst aber immer mal wieder in Situationen, die richtige Entscheidungen Post-Flop zu treffen wenn man mal nicht gerade die Made-Hand hat und sowieso keine Fehler machen kann außer vlt. zu wenig Value zu bekommen. Tilt ist eine Sache, die mich jetzt nicht extremst betrifft, jedoch ist es ab und zu der Fall, dass ich mal eine Hand überspiele, weil ich mich auf ein Gefühl verlasse, welches dann natürlich falsch ist. Mein Ziel ist es, mich so weit weiterzuentwickeln dass alle meine Entscheidungen am Pokertisch strategischer Natur sind, damit ich auch bei einem Verlust sagen kann: Gut gespielt!

      Frage 3: Was heißt es, tight-aggressiv zu spielen?
      Tight-Aggressives Spiel bedeutet, nur ausreichend starke Hände zu spielen und seine Starthände gut zu wählen (nach dem Starting-Hand-Chart mit evtl. kleinen Veränderungen). Außerdem bedeutet es, dass man die gewählten Hände, die man dann spielt, aggressiv spielt und nicht zu einer "Callingstation" wird. Ich pers. möchte, wenn ich eine Hand spiele, der Spieler am Tisch sein, der den Ton angibt. Das bedeutet, ich möchte keine Raises callen (außer ich werde mit einem Monster so stark bezahlt, dass ich durch einen Raise den Gegner verscheuchen würde), sondern ich möchte der sein, der Raised und somit den Gegnern vermittelt, dass ich eine starke Hand habe. Ein aggressiver Pokerspieler wird mit seiner Art zu spielen mehr Erfolg haben, als jemand, der dem Gegner immer schwäche vermittelt, weil diese das schnell mitbekommen und dieses "Leak" dann gnadenlos durch eigene Aggressivität ausnutzen werden.
  • 10 Antworten
    • SpeedyBK
      SpeedyBK
      Bronze
      Dabei seit: 04.02.2006 Beiträge: 20.039
      Hi, willkommen in unserem Kurs.

      Kennst du schon unsere Handbewertungsforen? Denn gerade wenn das Postflopgame eines deiner Schwächen ist, solltest du dich dort an den Diskussionen beteiligen. Dabei lernt man einfach extrem viel für sein Postflopspiel.

      Deine Antwort in Frage 3 gefällt mir auch sehr gut.

      Von daher sage ich direkt einmal: "Viel Spaß bei Lektion 2."
    • braco91
      braco91
      Bronze
      Dabei seit: 21.12.2011 Beiträge: 147
      Ja, habe mir auch vorgenommen nach jeder Session mindestens eine Hand die mir aufgefallen ist zu posten.
    • braco91
      braco91
      Bronze
      Dabei seit: 21.12.2011 Beiträge: 147
      Frage 1: An welchen Stellen würdest du anders spielen als vom BSS Starting Hands Chart empfohlen und warum?

      Wenn ich merke, dass die Spieler in den Blindpositionen sehr weak sind dann steale ich mit einer größeren Range an Händen und versuche dies auch bereits vom Cutoff, wenn der Button nicht gerade ein extrem aggressiver 3-Better ist. Außerdem ist das SHC nur eine Richtlinie, an die man sich halten sollte, für ein allgemeines Pokerspiel ohne Reads die man auf die Gegner haben könnte. Wenn ich merke, dass ein absoluter Rock der mit 2/2 Stats spielt auf eine große Samplesize aufeinmal mit einem großen Openraise aus früher Position startet, überlege ich mir z.B. 5 mal ob ich mit AK eine 3-Bet ansetze, oder einfach folde, da ich dem Gegner eigentlich nur KK oder AA als Range gebe.

      Manchmal gibt es dann auch Situationen in denen man mit den Damen broke geht, weil man sich sehr sicher ist, einen guten Read auf den Gegner zu haben, entweder dass er tiltet oder allgemein auch gerne mit kleinen pocket Pairs All-In geht.

      Frage 2: Poste eine Hand, die dir vor dem Flop Schwierigkeiten bereitet hat.

      BTN: $3.89 (77.8 bb)
      Hero (SB): $8.90 (178 bb)
      BB: $2.50 (50 bb)
      UTG+1: $5.93 (118.6 bb)
      UTG+2: $4.78 (95.6 bb)
      MP1: $4.69 (93.8 bb)
      MP2: $5.17 (103.4 bb)
      MP3: $7.20 (144 bb)
      CO: $7.81 (156.2 bb)

      Preflop: Hero is SB with J:diamond: 6:diamond:
      7 folds, Hero raises to $0.15, BB raises to $0.50, Hero folds

      Results: $0.30 pot
      BB mucked and won $0.30 ($0.15 net)

      Der Spieler im bb ist sehr tight und 3-Bettet sehr wenig. Mit J6s habe ich auch bei einem Call noch die Möglichkeit etwas zu treffen und probiere hier einen Steal aus dem Small Blind. Ich müsste zwar die Hand aus früher Position spielen, aber auf NL2 gehe ich das Risiko gerne ein um einfach die Dynamik von solchen Spots selbst kennnezulernen. Learning by doing ist besser, als dass mir jemand sagt, tu das, dies aber nicht etc. Auf sein Raise folde ich dann easy.

      Frage 3: Welche Equity besitzt du mit AKo gegen die Top-5%-Range, d.h. 88+, AJs+, KQs, AKo?

      Equity Win Tie
      MP2 46.32% 37.92% 8.41% { AdKh }
      MP3 53.68% 45.27% 8.41% { 88+, AJs+, KQs, AKo }
    • SpeedyBK
      SpeedyBK
      Bronze
      Dabei seit: 04.02.2006 Beiträge: 20.039
      Okay, dann mal direkt zu den Fragen:

      Frage 1:
      Genau, das sind alles gute Punkte. Zudem hat das SHC noch das Handicap, dass es für Anfänger übersichtlich sein muss und so fasst es Hände und Positionen zusammen. Wenn man hier etwas differenzierter an das Spiel herangeht, kann man noch einiges an Potential herausholen.

      Frage 2:
      Hier war eigentlich gedacht, dass du die Hand in unser Hanbewertungsforum postest, und dann hier nur den Link reinsetzt ;) .

      Die Hand ist mit den Reads aber gut gespielt. J6 ist zwar nicht schön, aber du bist first in und hast nur noch den BB hinter dir, der noch dazu tight ist. Ich denke da geht ein Steal auf jeden Fall in Ordnung.

      Frage 3:
      Passt ;)

      So, dann viel Spaß bei Lektion 3. :)
    • braco91
      braco91
      Bronze
      Dabei seit: 21.12.2011 Beiträge: 147
      Frage 1: Du hältst KQ. Welche Equity hast du vor dem Flop gegen 33? Wie ändert sich deine Equity auf diesem Flop: J53? (Tipp: Das Equilab unterstützt dich bei dieser Aufgabe.)

      Vor dem Flop habe ich eine Equity von 50.78% gegen 49.22% und befinde mich in einer Coinflip Situation (Nahezu 50/50). Auf dem Flop trifft mein Gegner das Set und ich habe einen Flush-Draw. Meine Equity beträgt knapp 27% ggn. 73%. Ich habe zwar 9 Outs auf den Flushdraw, aber der Gegner hat ebenso auf dem Flop bereits 6 Outs auf ein Fullhouse und hält bereits das Monster in der Hand. Er ist also hoher Favorit, auch aufgrund der Tatsache, dass einige meiner Outs discounted Outs sind weil sie dem Gegner das Fullhouse geben würden (also z.B. 5 of Spades).

      Frage 2: Wie würdest du in der folgenden Hand agieren?
      Vor dem Raise vom Button befinden sich 0,47 Cent im Pot (0,25c + meine Bet auf 0,22c). Nach dem Raise befinden sich 0,91c im Pot und ich bekomme Pot Odds von mehr als 4:1 um hier den Call zu machen. Für einen Flush-Draw benötige ich lediglich 4:1 um den Call zu machen, da ich 9 Outs habe, deshalb würde ich hier auch callen. Grundsätzlich gebe ich dem Gegner Pocket Pairs die zum Set geworden sind in seine Range und auch Hände wie A4s die er wohl auf diesem Board für Value Raised. Straßen mit 47 sind eher unwahrscheinlich da er Preflop einen Raise gecalled hat. Bluffraises erwarte ich in diesem Spot eigentlich nie und rechne immer damit, dass der Gegner ein Monster hält und gegen den Flushdraw protecten möchte. Er gibt mir hier aber trotzdem die Odds um den Call zu machen.

      Frage 3: Hast du Fragen zum Spiel nach dem Flop? Poste eine Hand und lass sie von anderen Mitgliedern und unseren Coaches bewerten
      Ich habe hier z.b. eine Hand die ich heute anders spielen würde:
      AK NL2
      Mittlerweile denke ich über die Hand, dass die Contination Bet relativ unnötig war. Das Board ist eindeutig zu Drawlastig + gibt mir der Gegner die Möglichkeit hier einfach behind zu checken, wie es mir bereits im Thread geraten wurde. Ich werde hier keinen Draw, kein gutes Pair und vorallem kein Overpair vom Flop wegbekommen und von daher sollte ich die Möglichkeit, eines meiner 6 Outs zu treffen, einfach wahrnehmen und behind-checken.

      Lg
    • SpeedyBK
      SpeedyBK
      Bronze
      Dabei seit: 04.02.2006 Beiträge: 20.039
      Frage 1:
      Die Equity passt schonmal. Allerdings hat dein Gegner nicht nur 6 Outs auf das Full House am Flop, sondern auch noch 2 Outs auf Quads aber er ist ja eh schon vorn, von daher braucht er eigentlich gar keine Outs.

      Frage 2:

      Für einen Flush-Draw benötige ich lediglich 4:1 um den Call zu machen, da ich 9 Outs habe, deshalb würde ich hier auch callen. Grundsätzlich gebe ich dem Gegner Pocket Pairs die zum Set geworden sind in seine Range...


      Bist du dir sicher, dass du in dem Fall 9 Outs hast?

      Frage 3:
      Gute Analyse der Hand, ich denke ein Check am Flop geht hier durchaus klar.

      Also, Frage 2 müssen wir uns noch etwas näher anschauen ;) .
    • braco91
      braco91
      Bronze
      Dabei seit: 21.12.2011 Beiträge: 147
      Da ich dem Gegner die Pocket-Pairs und somit die Sets die möglich sind in seine Range gebe, fallen mir einige Outs weg die für ihn das Full House bedeuten würden. D.h. wenn ich davon ausgehe, dass er ein Set hält, sagen wir 2er, dann hilft ihm jede 5, 3 und 6 zum Full House, also hat er 9 Outs auf sein Full House (bzw. noch mehr wegen den Quads) und ich habe 2 Outs weniger, da die Kreuz 6 und die Kreuz 3 ihm das Full House geben würden, die Kreuz 5 jedoch eh schon am Board liegt.

      In dem Fall hätte ich, wenn ich die Kreuz 6 und Kreuz 3 weglasse 7 Outs statt den üblichen 9 und bräuchte mindestens 6:1 Pot Odds statt 4:1 um den Call zu machen.

      Meinst du diese discounted Outs die ich nicht berücksichtigt habe? War natürlich ein unnötiger Fehler!
    • SpeedyBK
      SpeedyBK
      Bronze
      Dabei seit: 04.02.2006 Beiträge: 20.039
      Joa, das meine ich.

      Aber ersteinmal zu den Outs auf das FullHouse oder Quads beim Gegner. Also, der Gegner ist doch hier eh schon vorn, der braucht keine Karten mehr um seine Hand zu verbesseren, damit er uns schlägt. Man kann das also bei ihm nicht als Outs bezeichnen ;) .

      Dennoch ist deine Überlegung richtig, wenn der Gegner ein Set hat, dann hilft uns eine 3 oder 6 in :club: nicht mehr. Von daher haben wir gegen Sets 7 Outs. Allerdings hat er ja auch noch Sachen wie die Straight in seiner Range und gegen diese hätten wir schon wieder 9 Outs. Die Wahrheit liegt also zwischen 7 und 9. Von daher würde ich hier mit 8 Outs rechnen.

      Können wir den Turn jetzt callen, wenn wir von 8 Outs ausgehen?
    • braco91
      braco91
      Bronze
      Dabei seit: 21.12.2011 Beiträge: 147
      Stimmt natürlich, wenn er eh schon die bessere Hand hat muss ich hier nicht extra noch weitere "Outs" beachten auf noch stärkere Hände.

      Wenn wir von den 8 Outs ausgehen dann brauchen wir Pot Odds von mindestens 5:1, bekommen von ihm aber nur 4.1:1, können aber hier davon ausgehen, durch die Implied Pod Odds einen größeren Gewinn auf dem River zu erzielen, wenn unser Draw ankommt, da der Gegner in den meisten Fällen trotzdem broke gehen wird mit seinem/r Set/Straight. Da er auch noch um die 75 big blind in seinem Stack hat, können wir hier callen.
    • SpeedyBK
      SpeedyBK
      Bronze
      Dabei seit: 04.02.2006 Beiträge: 20.039
      Wenn du mir jetzt noch dazugeschrieben hättest, wie hoch die Implied Odds sein müssen, damit wir callen können, dann wäre ich komplett zufrieden. Kannst du ja vielleicht bei der nächsten Lektion einfach kurz dazuschreiben.

      Ich wünsche dir auf jeden Fall schonmal viel Spaß bei Lektion 4.