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    • KeinOhrSchwein
      KeinOhrSchwein
      Bronze
      Dabei seit: 09.08.2012 Beiträge: 1.722
      Um seine Postfloptendenzen ausarbeiten zu können, müsste man erstmal Postflop Stats kennen. Für eine allgemeine Analyse reichen meist generelle Stats wie VPIP oder PFR, aber willst du eine Situation genau Analysieren sollten auch alle Stats her, welche aussagekräftig sind für die Postfloptendenzen von Villain
    • Ghostmaster
      Ghostmaster
      Global
      Dabei seit: 24.05.2006 Beiträge: 39.937
      Auf dem Flop treffe ich das bottom Set und cbette das ziemlich trockene Board. MP3 foldet, der BB foldet doch der CO callt mich.
      Wenn ich nun den Equilab anschmeiße und erstmal seine Range eingebe (in dem Fall VPIP12 PFR5) erhalte ich nach leichtem Ausschmücken grob:

      TT-33,ATs-A8s,K9s+,QTs+,JTs,AQo-ATo,KJo+,QJo

      Logischerweise liege ich dagegen ersteinmal mit ~90% vorne.
      Doch was bedeutet es wenn er mich hier callt?


      Das Equilab ist ein Werkzeug, dass dir Gewinnchancen gegen bestimmte Ranges berechnen kann. Leider kann es kein Wunder vollbringen und die schwerste Aufgabe hängt immer noch an dir.

      Bei der Rangeanalyse ist es wichtig schrittweise vorzugehen:

      1. Du triffst Preflop eine Annahme über die wahrscheinliche Range. Die von dir vergebene Range leistet das. Problemfeld dabei ist, dass wir nicht überprüfen können wie nahe du damit an der Wirklichkeit bist.

      => das Ergebnis wird aber immer ähnlich ausfallen. Mit einem Set bist du gegen die meisten Ranges auf jedem Flop signifikant vorne.


      2. Jetzt musst du dir Szenarien am Flop überlegen:

      i) wie kann der Gegner reagieren, wenn ich bette

      -> er raist

      -> er callt

      -> er foldet

      Für das Szenario Cbet mit den drei möglichen Folgeszenarien kannst du jetzt jetzt jeweils Ranges zuordnen, Equity bestimmen und daraus mögliche Lines ableiten.

      Beispiel:

      Wir nehmen an, dass der Gegner Toppair, Straightdraw, Overpair und sowas am Flop callt. Er raist nur 77 und 55. Er foldet den Rest.

      => d.h. wenn du bettest wäre die sinnvollste Schlussfolgerung B/F zu spielen. (bedenke es baut alles auf nur schwer prüfbaren Annahmen auf und ich stelle hier grade einen unwahrscheinlichen Extremfall dar)


      Wie treffe ich Rangeannahmen?

      1. Stats -> du nutzt die Werte, um Ableitungen auf konkrete Ranges zu machen. Du wirst hier zwar auch nie genau sein, aber oft kommst du schon recht nah an die Realität ran. (vor allem mit wachsender Samplesize und moderne Programme haben da noch ein paar nette Möglichkeiten)

      2. Reads -> wenn du z.b. siehst, dass der Gegner am River in der Hand mit 78o auftaucht, dann kannst du daraus ableiten, dass er wahrscheinlich auch 89o, T9o etc. spielt.

      => d.h. du leitest aus tatsächlichen Beobachtungen Schlussfolgerungen über wahrscheinliche Verhaltensweisen und Tatsachen ab.

      Z.b. siehst du jemanden 3x in einer für dich unsinnigen Situation mit Toppair runtercallen (Flush und Straightdraw sind angekommen z.b.) - dann kannst du davon ausgehen, dass dieser Spieler irgendeinen Denkfehler hat und Toppair etwas überbewertet (und je nach Spielweise auf Flop und Turn noch weitere Schlussfolgerungen über die Zusammensetzung seiner Range ableiten).


      => Stats und Reads zusammen ergeben übrigens ein noch genaueres Bild. Du kannst nämlich dann bei bestimmten Verhaltensweisen recht interessante Dinge ableiten.

      Z.b. weisst du das der Gegner auf K25r mit Toppairs und Topset immer callt (Read). Aus den Stats kannst du jetzt aber erkennen, dass er 12% C/R Flop hat und diesen trockenen Flop jetzt schon wieder C/Raist.

      => er kann 22, 55 halten und jetzt füll mal den Rest zu 12% auf. Du wirst da plötzlich jede Menge Hände wie A4, 45, 64s etc. finden (die Hände sind jetzt etwas wahllos - beachte, ob sie überhaupt in seiner Prefloprange wahrscheinlich sind) und wo du A5s vorher B/F gespielt hast, wird es jetzt plötzlich ein B/C oder ein Check Behind am Flop.