Aufstieg von NL4 auf NL10

    • nesmit187
      nesmit187
      Bronze
      Dabei seit: 22.08.2012 Beiträge: 215
      Hat jemand Tipps, die man bei einem Aufstieg von NL4 auf NL10 berücksichtigen sollte.

      Ich habe ca. 100.000 Hände auf NL2 und NL4 gespielt und mir ca. 30 Buyins ($ 300) für NL10 erspielt.

      Meine ersten Sessions auf NL10 liefen aber nicht so gut. Ich fand das Spiel dort um einiges agressiver - mit vielen 3bets und 4bets -, so dass ich gleich zu Beginn einige Stacks verbraten habe :f_cry: .
  • 13 Antworten
    • Ghostmaster
      Ghostmaster
      Global
      Dabei seit: 24.05.2006 Beiträge: 39.937
      Aufmerksam die eigene Strategie spielen ohne großartig erstmal was zu ändern.

      Ich erlebe es oft, dass die Erwartungen beim Aufstieg auf ein höheres Limit mit der Realität etwas auseinanderstreifen - dann wird aus einer eigentlich erfolgreichen Strategie aufgrund irgendwelcher übertriebenen Anpassungen plötzlich eine unerfolgreiche Strategie.

      => d.h. spiel erstmal weiter und reevaluiere regelmässig deine Entscheidungen

      Du kannst nicht davon ausgehen, dass dein aktuelles Spiel nahe am Optimum und fehlerfrei ist. Du wirst aber auch nicht von jetzt auf gleich alle Baustellen gleichzeitig flicken können - d.h. such dir einen Punkt, der dir am meisten aufstößt und arbeite aktiv daran.


      Ich fand das Spiel dort um einiges agressiver - mit vielen 3bets und 4bets -, so dass ich gleich zu Beginn einige Stacks verbraten habe


      Was ist denn da passiert und wieso schreibst du "verbraten"?
    • nesmit187
      nesmit187
      Bronze
      Dabei seit: 22.08.2012 Beiträge: 215
      Original von Ghostmaster
      ...such dir einen Punkt, der dir am meisten aufstößt und arbeite aktiv daran.


      Ich fand das Spiel dort um einiges agressiver - mit vielen 3bets und 4bets -, so dass ich gleich zu Beginn einige Stacks verbraten habe


      Was ist denn da passiert und wieso schreibst du "verbraten"?
      Mir sind insbesondere drei Sachen augefallen:

      1.) Ein (bzw. zwei) Spieler haben mein Openraise "ständig" ge3bettet. Nach der Standardstrategie - also SHC - kann ich dann ja nur AA, KK oder Pocketpairs nach der Call20-Regel weiterspielen - also nur einen minimalen Teil meiner Range. Das führte dazu, dass ich fast alles auf deren 3bet gefoldet habe, so dass sie wiederum mit einer sehr weiten Range profitabel gegen mich 3betten konnten.

      2.) Dieselben Spieler haben bei einem Openraise und einem Call ebenfalls "ständig" gesqueezed.

      3.) Außerdem wurde am Flop viel c/r gespielt. Wenn ich eine Cbet als Bluff gemacht habe, war es ein "easy" Fold. Aber wenn ich nur einem Toppair oder Draw hatte, habe ich meist auch nicht richtig wohl gefühlt.

      Insgesamt hatte ich das Gefühl, dass das Spiel - bzw. einzelne Spieler - nicht mehr so passiv sind wie auf NL4.

      Meine Anpassungen dazu waren aber wohl nicht optimal:

      - Bzgl. 1.) und 2.) habe ich einfach meine 4betting-Range erweitert auf JJ+, AJs+, AQo+.

      Außerdem habe ich mit 99-TT, KJs und KQo die 3bet nur gecallt. Aber dann hatte ich wieder mit dem Preflop-Spiel Probleme, wenn ich nichts getroffen habe.

      Schließlich habe ich mit kleinen und mittleren Pocketpairs oft nicht geopenraist, sondern nur limp/call gespielt (was ich mir aber gerade abgewöhnt hatte).

      - Bzgl. 3.) habe ich Draws nach Odds und Outs weitergespielt. Mit Made Hands (Toppiar) meist am Flop gecallt, dann aber bei weiterer Action am Turn aufgegeben.

      Letztlich hat mich beides Geld gekostet. Ich habe nie mit 72o Preflop All-in gepusht. Aber entweder habe ich zuviel auf gegnerischen Druck gefoldet oder zu viel gecallt.
    • 10playmaker10
      10playmaker10
      Bronze
      Dabei seit: 05.11.2011 Beiträge: 2.082
      spiel erstmal so wie auf nl5 nl4 etwas tighter beobachte mehr und gewöhne dich an die neuen blinds denke das sollte etwas helfen.

      direkt an die tische gehen und loslegen wie auf dem alten limit ist vielleicht der falsche weg.
    • BradNitt
      BradNitt
      Silber
      Dabei seit: 22.07.2011 Beiträge: 28.524
      wenn du genug tische hast und die spieler dir ständig probleme bereiten such dir andere oder wo du position auf diese spieler hast
    • Ickki
      Ickki
      Bronze
      Dabei seit: 08.11.2010 Beiträge: 962
      Original von nesmit187
      - Bzgl. 1.) und 2.) habe ich einfach meine 4betting-Range erweitert auf JJ+, AJs+, AQo+.
      Das wird dich noch mehr kosten langfristig, als wenn du die Hands einfach foldest und deine tighte 4bet Range weiterspielst. Belies dich zum 3/4/5 Bet Game, bevor du falsche Anpassungen machst.

      Original von nesmit187
      Außerdem habe ich mit 99-TT, KJs und KQo die 3bet nur gecallt. Aber dann hatte ich wieder mit dem Preflop-Spiel Probleme, wenn ich nichts getroffen habe.
      Du hast also auch OOP die 3bets gecallt?
    • preem84
      preem84
      Gold
      Dabei seit: 21.11.2011 Beiträge: 1.316
      Was spielst du denn überhaupt SH, FR?
      Stats wären auch interessant!
      Sampel, Vpip, PFR, 3bet, Ft 3bet.
      Und besonders die Position Stats.
    • MiiWiin
      MiiWiin
      Moderator
      Moderator
      Dabei seit: 01.03.2007 Beiträge: 64.649
      Original von nesmit187
      - Bzgl. 1.) und 2.) habe ich einfach meine 4betting-Range erweitert auf JJ+, AJs+, AQo+.
      Was genau bedeutet denn für dich eine "Erweiterung"?

      Sind das jetzt Bluffs oder gehst du thinner for Value broke?

      Was machst du denn mit Händen wie JJ, TT AQo oder AJs wenn du 4-bettest und einen Push kassierst.

      Was ist genau der Plan hinter der 4-bet? Du musst halt schon begründen können was das Ziel dahinter sind, erst daraufhin kann man ja sagen ob der Move an sich gut ist oder nicht.

      Einfach zu 4-betten ist halt nicht schwer, es muss nur Sinn machen. ;)
    • MiiWiin
      MiiWiin
      Moderator
      Moderator
      Dabei seit: 01.03.2007 Beiträge: 64.649
      Original von nesmit187
      - Bzgl. 3.) habe ich Draws nach Odds und Outs weitergespielt. Mit Made Hands (Toppiar) meist am Flop gecallt, dann aber bei weiterer Action am Turn aufgegeben.
      Ist eben auch eine Frage der Konsequenz und der Reads.

      Du sagst es wird viel gecheck/raist - sind das denn deiner Meinung nach viele Bluffs? Hast du davon viele gesehen?

      Wenn da am Flop so light c/r gespielt wird, warum können sie dann am Turn nicht weiterbluffen? Spätestens dort scheinst du deine Hand dann ja aufzugeben?!

      Ansonsten hast du doch je nach Gegner Möglichkeiten, wenn da jeder Draw c/raist gehst du halt am Flop broke mit Toppair.

      Ansonsten kannst du marginale Pairs auch einfach behind checken und Turn und River callen, wäre wohl profitabler wenn tatsächlich so viel geblufft wird wie du sagst. ;)
    • nesmit187
      nesmit187
      Bronze
      Dabei seit: 22.08.2012 Beiträge: 215
      @ Ickki
      Wie gesagt, waren meine Anpassungen nicht sehr erfolgreich und haben mich Geld gekostet. Wie du schon richtig gesagt hast, habe ich auch zu oft die 3bets OOP gecallt.

      Aber auch das tighte Spiel hat mich einiges gekostet. Wenn ich 10 Mal openraise (4bb)/fold spiele, dann sind auch schon 40bb weg.


      @ preem84
      Ich spiele BSS FR - aber "noch" ohne Stats.

      Eines meiner Ziele ist es, mir auf NL10 das Geld für HoldemManager oder PokerTracker zu erspielen. :s_biggrin:
    • nesmit187
      nesmit187
      Bronze
      Dabei seit: 22.08.2012 Beiträge: 215
      Original von MiiWiin
      Original von nesmit187
      - Bzgl. 1.) und 2.) habe ich einfach meine 4betting-Range erweitert auf JJ+, AJs+, AQo+.
      Was genau bedeutet denn für dich eine "Erweiterung"?

      Sind das jetzt Bluffs oder gehst du thinner for Value broke?

      Was machst du denn mit Händen wie JJ, TT AQo oder AJs wenn du 4-bettest und einen Push kassierst.

      Was ist genau der Plan hinter der 4-bet? Du musst halt schon begründen können was das Ziel dahinter sind, erst daraufhin kann man ja sagen ob der Move an sich gut ist oder nicht.

      Einfach zu 4-betten ist halt nicht schwer, es muss nur Sinn machen. ;)
      Erweiterung meint hier eine Abweichung vom SHC.

      Diese Erweiterung bezog sich aber nur auf die beiden zuvor genannten Spieler, die mein Openraise ständig ge3bettet haben. Gegen diese beiden Spieler habe ich JJ+, AJs+, AQo+ für Value ge4bettet. Meist haben die Spieler auf die 4bet dann gefoldet. Ob ich bei einem Push mit den Händen auch broke gegangen wäre, lässt sich daher schwer sagen. Ich musste es zumindest nie.

      Ist 4bet/broke denn die notwendige Konsequenz gegen einen Spieler, der gegen mich 25%-30% (gefühlt waren es eher 40%-50%) 3bettet?

      Der Plan/Sinn hinter meiner 4bet war, dass ich gegen ihre 3betting-Range (und auch 4bet-Calling-Range) noch vorne liege. Also war es wohl ein Value-Raise.

      Schlechtere Hände, wie 22+, AJo, AT, Broadways, die ich - je nach Position - auch openraise, habe ich weiterhin auf eine 3bet gefoldet. Mit Händen wie 99-TT, KQo, KJs habe ich leider einige Male die 3bet OOP gecallt, was meist nicht sehr erfolgreich war, da die Spieler auch Preflop weiter aggressiv gespielt haben und zudem Position hatten. :f_cry:
    • nesmit187
      nesmit187
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      Dabei seit: 22.08.2012 Beiträge: 215
      Original von MiiWiin
      Original von nesmit187
      - Bzgl. 3.) habe ich Draws nach Odds und Outs weitergespielt. Mit Made Hands (Toppiar) meist am Flop gecallt, dann aber bei weiterer Action am Turn aufgegeben.
      Ist eben auch eine Frage der Konsequenz und der Reads.

      Du sagst es wird viel gecheck/raist - sind das denn deiner Meinung nach viele Bluffs? Hast du davon viele gesehen?

      Wenn da am Flop so light c/r gespielt wird, warum können sie dann am Turn nicht weiterbluffen? Spätestens dort scheinst du deine Hand dann ja aufzugeben?!

      Ansonsten hast du doch je nach Gegner Möglichkeiten, wenn da jeder Draw c/raist gehst du halt am Flop broke mit Toppair.

      Ansonsten kannst du marginale Pairs auch einfach behind checken und Turn und River callen, wäre wohl profitabler wenn tatsächlich so viel geblufft wird wie du sagst. ;)
      Ob es letztendlich Bluffs oder Draws waren kann ich nicht sagen, da ich die Hände ja meist aufgegben habe. Insofern hast du aber Recht, dass ich die Gegner - bei entsprechenden Reads auf mich - gerade zum erneuten Bluffen am Turn eingeladen habe.

      Als Konsequenz habe ich wieder tighter gespielt und auch mehr Pairs am Flop gecheckt.
    • MiiWiin
      MiiWiin
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      Dabei seit: 01.03.2007 Beiträge: 64.649
      Original von nesmit187
      Original von MiiWiin
      Original von nesmit187
      - Bzgl. 1.) und 2.) habe ich einfach meine 4betting-Range erweitert auf JJ+, AJs+, AQo+.
      Was genau bedeutet denn für dich eine "Erweiterung"?

      Sind das jetzt Bluffs oder gehst du thinner for Value broke?

      Was machst du denn mit Händen wie JJ, TT AQo oder AJs wenn du 4-bettest und einen Push kassierst.

      Was ist genau der Plan hinter der 4-bet? Du musst halt schon begründen können was das Ziel dahinter sind, erst daraufhin kann man ja sagen ob der Move an sich gut ist oder nicht.

      Einfach zu 4-betten ist halt nicht schwer, es muss nur Sinn machen. ;)
      Erweiterung meint hier eine Abweichung vom SHC.

      Diese Erweiterung bezog sich aber nur auf die beiden zuvor genannten Spieler, die mein Openraise ständig ge3bettet haben. Gegen diese beiden Spieler habe ich JJ+, AJs+, AQo+ für Value ge4bettet. Meist haben die Spieler auf die 4bet dann gefoldet. Ob ich bei einem Push mit den Händen auch broke gegangen wäre, lässt sich daher schwer sagen. Ich musste es zumindest nie.

      Ist 4bet/broke denn die notwendige Konsequenz gegen einen Spieler, der gegen mich 25%-30% (gefühlt waren es eher 40%-50%) 3bettet?

      Der Plan/Sinn hinter meiner 4bet war, dass ich gegen ihre 3betting-Range (und auch 4bet-Calling-Range) noch vorne liege. Also war es wohl ein Value-Raise.

      Schlechtere Hände, wie 22+, AJo, AT, Broadways, die ich - je nach Position - auch openraise, habe ich weiterhin auf eine 3bet gefoldet. Mit Händen wie 99-TT, KQo, KJs habe ich leider einige Male die 3bet OOP gecallt, was meist nicht sehr erfolgreich war, da die Spieler auch Preflop weiter aggressiv gespielt haben und zudem Position hatten. :f_cry:
      Wenn jemand viel gegen dich 3-bettet bleiben ja nur zwei Optionen wenn du "gegenspielen" willst. Entweder du callst vermehrt 3-bets oder du 4-bettest mehr.

      Du redest von einer 4-bet- Calling-Range, die gibt es aber nur recht bedingt. Und in solch einer Range sind auch häufig Traps dabei (bspw. JJ+/AK). Ist ja nun nicht so dass es viele Spieler mit solch weiten 4bCalling-Ranges gibt, dass du da sowas wie AJ gegen "valueraisen" kannst.

      Zu dem Grundproblem in 3-b Pots:

      => OOP solltest du sehr wenige bis keine 3-bets callen
      => Alternative kannst du in diesen Spots natürlich nicht haben
      => Aber gegen sehr weite Range musst du doch deine Equity zum Showdown tragen

      Wenn du mit KQ eine 3-bet callst gg jemanden der seehr loose 3-betten ist ein Toppair einfach gut und wandert zum Showdown, wenn du dann noch glaubst er bettet da nur die Nuts runter - wo sollen die denn jedes Mal herkommen? ?(
    • MiiWiin
      MiiWiin
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      Original von nesmit187
      Original von MiiWiin
      Original von nesmit187
      - Bzgl. 3.) habe ich Draws nach Odds und Outs weitergespielt. Mit Made Hands (Toppiar) meist am Flop gecallt, dann aber bei weiterer Action am Turn aufgegeben.
      Ist eben auch eine Frage der Konsequenz und der Reads.

      Du sagst es wird viel gecheck/raist - sind das denn deiner Meinung nach viele Bluffs? Hast du davon viele gesehen?

      Wenn da am Flop so light c/r gespielt wird, warum können sie dann am Turn nicht weiterbluffen? Spätestens dort scheinst du deine Hand dann ja aufzugeben?!

      Ansonsten hast du doch je nach Gegner Möglichkeiten, wenn da jeder Draw c/raist gehst du halt am Flop broke mit Toppair.

      Ansonsten kannst du marginale Pairs auch einfach behind checken und Turn und River callen, wäre wohl profitabler wenn tatsächlich so viel geblufft wird wie du sagst. ;)
      Ob es letztendlich Bluffs oder Draws waren kann ich nicht sagen, da ich die Hände ja meist aufgegben habe. Insofern hast du aber Recht, dass ich die Gegner - bei entsprechenden Reads auf mich - gerade zum erneuten Bluffen am Turn eingeladen habe.

      Als Konsequenz habe ich wieder tighter gespielt und auch mehr Pairs am Flop gecheckt.
      Dann erspare dir 3-bettet Pots OOP - wird kein Fehler sein. ;)

      Wenn du dann deine 4-bet-Ranges auflost - einerseits die broke-Range, andererseits die BluffRange die du 4-b/foldest, wird das Problem doch geringer.

      Es ist doch aber letztlich klar dass jemand der gerne 3-bettet und siehst dass du bspw. 80% auf 3-bets foldet gerade gegen dich noch mehr 3-bettet! ;)