Flop Raise, Bedeutung?

    • TooropAce
      TooropAce
      Bronze
      Dabei seit: 11.05.2009 Beiträge: 1.527
      Ich spiele momentan NL5 Zoom, und zur Zeit merke ich wie viele Flop Raisen, ich kann dies oftmals schlecht einschätzen, mit einer Madehand geh ich bis zum Showdown und sehe ganz oft (Bluffs, Marginale Hände, Underpairs usw.)

      Aber manchmal wenn der Spieler evtl. den Flop besser getroffen haben könnte wie ich, weiss ich oft nicht weiter :-/

      Oft habe ich keine gute Samplesize um das einzuschätzen, der Spieler hat noch nie den Flop geraist, aber auf 200Hände (keine Sample)

      z.B
      Die Hand:
      Known Players:
      UTG2: $9.15 - 183 bb
      UTG3: $5.46 - 109 bb
      MP1: $5.00 - 100 bb
      MP2: $2.92 - 58 bb
      MP3: $5.37 - 107 bb
      CO: $6.60 - 132 bb
      BU: $4.20 - 84 bb
      SB: $5.00 - 100 bb
      BB: $5.00 - 100 bb

      0.02/0.05 No Limit Hold'em (9 Handed)
      Hand recorder for this hand: PokerStrategy.com SideKick 1.1.508.2

      Preflop: Hero is SB with K:spade: , K:diamond:
      Hero posts small blind ($0.02), BB posts big blind ($0.05), 7 folds, Hero raises for $0.13, BB calls

      Flop: ($0.30 - 6 bb) A:club: , T:club: , 4:heart: (2 Players)
      Hero bets $0.20, BB raises for $0.70, Hero folds, BB gets uncalled back ($0.50)
  • 1 Antwort
    • Ghostmaster
      Ghostmaster
      Global
      Dabei seit: 24.05.2006 Beiträge: 39.937
      In der Regel gibt es mehrere Wege:

      1. Du bastelst dir einen "IdealStandardGegner" (da müsste bald auch ne Lektion in der PS 2.0 zu kommen)

      Vereinfacht nimmst du einfach an, dass der unbekannter Gegner bestimmte Verhaltensweisen aufweist. Dazu guckst du dir z.b. 20 Spieler an und mittelst ihre Eigenschaften - am Ende hast du dann einen Durchschnittsspieler erzeugt und entwickelst gegen diesen eine Standardstrategie.

      => wenn du z.b. zum Ergebnis kommst, dass dein durchschnittlicher Gegner nur 5% seiner Hände (das sind in der Regel Nuts und ein paar starke Draws) am Flop raist, dann ist die Defaultstrategie oft B/F dagegen zu spielen - zumindest solange dein Gegner oft genug callt.


      Meiner Erfahrung nach (sie ist eingerostet, weil ich das Limit nicht spiele - aber in Coachings sehe ich es zwischendurch doch nochmal) sind die Microlimits passiv und die Line B/F mit marginalen Händen als Ausgangsline ist wahrscheinlich etwas besser.


      Sobald deine Gegner anfangen tatsächlich vermehrt den Flop zu raisen, dann kannst du anfangen selber passivere Lines zu spielen (z.b C/C Flop hier) oder wenn sie sehr viel Air anfangen zu raisen (also eher weg von Ax und son Kram gehen und hin zu Gutshots und irgendwelche Backdoordraws), dann wird B/C auch eine vermutlich sinnvolle Alternative


      2. Verlustminimierungsstrategie:

      Ich persönlich bin ein bisschen Fan von diesem Ansatz - jedoch hat er erhebliche Schwäche, da er die individuellen Schwächen deiner Gegenspieler überhaupt nicht berücksichtigt. Du guckst dir dabei einfach an wie deine eigene Range am Flop aussieht; überlegst dir wie oft du maximal folden darfst, um dem Gegner Autoprofit zu vermeiden und entscheidest dementsprechend.


      Im Beispiel investiert dein Gegner am Flop 0,7, um 0,5 zu gewinnen. D.h. er gibt sich selber Odds von 0,5:0,7 = 0,7/,1,2 = 0,58.

      D.h. wenn du öfter als in 42% der Fälle am Flop Bet/Fold spielst, dann gewinnt der Gegner sofort von dir Geld. Die Idee dahinter ist also, dass du öfter als in 42% der Fälle weiterspielst.

      Folgende Problemfelder werden sich bei diesem Ansatz auftun:

      i) er exploitet keine Schwächen (z.b. wenn jemand nur 5% am Flop raist, dann wirst du einfach viel zu oft am Flop B/C oder B/Reraise spielen und effektiv Geld verlieren)

      ii) du musst deine eigene Range kennen. Sprich du musst wissen wie oft du am Flop folden würdest, wenn du KK B/F spielst - wie oft du folden würdest, wenn du QQ B/F spielst etc.

      Das ist mit viel Arbeit abseits der Tische verbunden und der Nutzen ist wahrscheinlich eher marginal - es lohnt sich meiner Meinung nach zwar schon, aber der Ansatz 1 ist grade am Anfang wesentlich profitabler (schlichtweg weil auf den Micros viele deiner Gegner die gleichen Leaks haben).

      iii) du musst dir über die Schwachstellen des Ansatzes jederzeit bewusst sein