Knochenmarkspende / Profit ?

    • pokerwOOt
      pokerwOOt
      Bronze
      Dabei seit: 17.06.2006 Beiträge: 6.148
      Habe mich weder typisieren lassen, noch benoetige ich eine Knochenmarkspende, will aber gerne wissen ob in diesem Prozess irgendwo ein Profiteur steckt.

      Bitte keine Verlinkungen auf die Homepage der DKMS oder aehnliches,.

      Meine Vorstellung :

      1. Ich lasse mich typisieren
      2. Jemand benoetigt mein Knochenmark
      3. Meine Anreise, Unterkunft, der Eingriff etc. wird von der KK bezahlt
      4. Mein Knochenmark gehoert zu keinem Zeitpunkt jemandem, ausser mir und muss somit nicht bezahlt werden.

      Ist das so richtig?
  • 24 Antworten
    • michimanni
      michimanni
      Bronze
      Dabei seit: 02.08.2006 Beiträge: 65.192
      Original von pokerwOOt
      Ist das so richtig?
      Vor kurzem hat ein Bekannter das Procedere durchgezogen und ich meine, dass du mit deinen Einschätzungen richtig liegst.

      Nach den Erzählungen meines Bekannten gibt es keinen außenstehenden Profiteur, nur die Beteiligten: Den Spender und natürlich den Empfänger. Letzteres erklärt sich vermutlich von selbst. Der Spender wiederum profitiert durch einen grenzenlosen Karma-Gewinn in meinen Augen. Das lässt sich natürlich nicht beziffern, aber wenn man aus selbstlosen Motiven so ein Procedere über sich ergehen lässt, dann ist das imo bewundernswert.
    • groovechampion
      groovechampion
      Bronze
      Dabei seit: 07.05.2009 Beiträge: 1.947
      Ich habe das kürzlich versucht hinsichtlich Lebendorgan-Spende zu recherchieren und mein Ergebnis war: ALLE Beteiligten profitieren mit AUSNAHME des SPENDERs!

      Die Lebendspende wird von Organ-Akquisiteuren gerne als problemfreier Standardeingriff dargestellt, was leider aufgrund von Spätfolgen laut anderer Quellen so nicht stimmt.

      Das traurigste Kapitel dabei ist der Versicherungsschutz des Spenders: er wird in den wenig warmen Schoß der Kranken- und Unfallversicherung entlassen. OP-Fails werden als Arbeitsunfall gewertet, bei Spätfolgen muß dann ggfs. vor Gericht die Kausalität geklärt werden.

      Das Karma vor dem Eingriff muß also reichen, um diesen rückstandsfrei zu überstehen.
    • pokerwOOt
      pokerwOOt
      Bronze
      Dabei seit: 17.06.2006 Beiträge: 6.148
      Danke soweit, wer genaue Infos zu Blut- und Organspenden hat, kann die auch gerne posten
    • DerExec
      DerExec
      Bronze
      Dabei seit: 05.10.2007 Beiträge: 12.530
      https://www.unternehmensregister.de/ureg/ suche nach haema. Die wollen doch nur Gutes tun :rolleyes:
    • wusah
      wusah
      Bronze
      Dabei seit: 06.02.2006 Beiträge: 15.791
      Kannst du das auch in zusammenhängenden Sätzen erklären? Mich interessiert das Thema auch und mit irgendeinem Link ohne Zusammenhang kann ich da nicht viel anfangen...

      Ich möchte mich auch in die Kartei aufnehmen lassen, möchte aber auch nicht, dass da irgendein Unternehmen Geld mit mir verdient.
    • Tandor1973
      Tandor1973
      Black
      Dabei seit: 25.04.2007 Beiträge: 3.987
      Original von wusah
      Ich möchte mich auch in die Kartei aufnehmen lassen, möchte aber auch nicht, dass da irgendein Unternehmen Geld mit mir verdient.
      Und wo sollen die Eingriffe dann durchgeführt werden ?
      Die meisten Krankenhäuser sind nun mal Unternehmen, und die werden das wohl kaum unentgeltlich durchführen.
    • Plastichamer
      Plastichamer
      Bronze
      Dabei seit: 04.11.2009 Beiträge: 2.909
      Also für Blut gibt es einen Markt. Da wird zumindest geld hin- und hergeschoben. Kb jetzt quellen für dich zu suchen aber es gab irgendwo hier im forum auch schonmal eine Diskussion dazu.
    • SaYnoToSpaM
      SaYnoToSpaM
      Bronze
      Dabei seit: 15.06.2008 Beiträge: 104
      Als Blutplasma spender bekommt man bei uns 24,50 Euro pro Spende ( abhängig vom Körpergewicht), du kannst max. glaube ich 42 mal im Jahr Spenden ist vom Gesetzgeber festgelegt. Dein Zeitraum zwischen den Spenden liegt aber an deinen Blutwerten.

      Profit hat natuerlich auch das Unternehmen da arbeiten sehr viele Ärzte, Krankenschwestern und Labor Angestellete und am Ende bleibt immer noch ein Gewinn fuer die Firma. Mir hat mal eine befreudete Ärztin gesagt das eine Klink zb. bei einer Organspende sehr viel Blutplasma braucht und pro Ampulle 1200 Blutplasma bezahlt werden... (der spender bekommt 24,50)
    • DerExec
      DerExec
      Bronze
      Dabei seit: 05.10.2007 Beiträge: 12.530
      Original von wusah
      Kannst du das auch in zusammenhängenden Sätzen erklären? Mich interessiert das Thema auch und mit irgendeinem Link ohne Zusammenhang kann ich da nicht viel anfangen...

      Ich möchte mich auch in die Kartei aufnehmen lassen, möchte aber auch nicht, dass da irgendein Unternehmen Geld mit mir verdient.
      Dort bekommst du die Bilanz der haema (Blutspendedienst):
      1. Umsatzerlöse 97.202.084,90
      16. Jahresüberschuss 5.368.115,91 (nach Steuern)

      Jetzt weißt du wer damit Geld verdient. Ist zwar jetzt nicht berauschend viel, aber trotzdem eine solide Rendite.
    • wusah
      wusah
      Bronze
      Dabei seit: 06.02.2006 Beiträge: 15.791
      Also ich hätte jetzt zum Beispiel ein Problem damit, wenn meine Spende sozusagen an einen höchstbietenden vergeben werden würde.

      Wenn Ärzte und Technik bezahlt werden müssen, dann ist das natürlich kein Thema. Möchte meinen Körper aber nur ungern zum "Spekulationsobjekt" machen.
    • Midazolam
      Midazolam
      Bronze
      Dabei seit: 25.09.2007 Beiträge: 7.820
      Wie hier grundsätzlich Verschiedene Dinge miteinander Verglichen werden.
      Eine Lebendorganspende, eine Blutspende und eine Stammzellenspende (Knochenmarkspende) haben sehr sehr wenig miteinander gemein.

      Da es hier um Stammzellenspenden geht:
      Es sehr schwierig für einen Patienten auf passenden Spender zu finden, daher gibt es, wenn überhaupt, meist nur eine Paarung von Spender und Empfänger. Somit kann es auch keinen Markt geben.
      Bei Organen und Blut gibt es sehr viele potentielle Empfänger, daher kann es dort zu einem Markt kommen.

      Logischerweise verdienen die Krankenhäuser sowohl an der Entnahme als auch an der Transfusion der Stammzellen. (wie auch an jeder Blinddarm OP)

      Die Fallpauschalen für eine Stammzelltransfusion kann man sich hier ansehen:
      http://www.g-drg.de/cms/G-DRG-System_2013/Fallpauschalen-Katalog/Fallpauschalen-Katalog_2013
      Günstigster Fall: 17,195 € bei durchschnittlich 32,4 Tagen Krankenhaus.

      Die Entnahme von Stammzellen ist nicht über diese Pauschalen geregelt, daher habe ich keine Preise gefunden.
    • ReCrown
      ReCrown
      Bronze
      Dabei seit: 27.07.2007 Beiträge: 9.614
      bevor ich nen neuen thread eröffne grabe ich mal diesen hier aus..
      habe vor ca. 3 Jahren eine Typisierungsaktion mitgemacht und heute tatsächlich einen Anruf bekommen, dass ich als potentieller Spender in Frage kommen würde.
      Jetzt bekomme ich Post und es werden danach Tests gemacht ob ich 100 % in als Spender in Frage komme.

      Angenommen bei mir passt alles usw.. ist das Spenden gefährlich? Habe jetzt gelesen, dass unter Vollnarkose am Beckenkamm das Knochenmark entnommen wird. Okay normale OP unter Vollnarkose usw. Aber sonst? Kann da was passieren?

      Ich bin aufgeschlossen und werde es definitiv tun, wenn ich in Frage komme.
      Jedoch würde ich gerne vorher wissen wollen, was passieren kann und wie das dann mit dem Versicherungsschutz ausschaut.
      Habe keine Lust, dass irgendwas schief läuft und am Ende ich kaputt & pleite da stehe.

      Hoffe ihr versteht was ich meine..
    • Faustfan
      Faustfan
      Bronze
      Dabei seit: 19.04.2005 Beiträge: 9.481
      bei einer vollnarkose besteht immer die gefahr von langzeitschäden oder tod.

      von organspenden (lebend, also niere o.Ä.) würde ich abraten, da die spender bewußt im unklaren gelassen werden, was die folgen angeht und da oft langzeitschäden entstehen. knochenmark ist aber relativ unproblematisch soweit ich weiß.
    • Praepman
      Praepman
      Bronze
      Dabei seit: 02.11.2006 Beiträge: 5.912
      Üblicherweise wird eine KM-Spende heutzutage nicht mehr aus dem Beckenkamm abgezogen. Stattdessen gibt man dir vorher ein Medikament (Granocyte, Neupogen), welches die Stammzellproduktion ankurbelt und deren Austritt in die Blutbahn bewirkt. Diese werden dann einfach - ähnlich einer normalen Blutentnahme - aus einer Vene entnommen (Apherese).

      Die Nebenwirkungen sind überschaubar (grippeähnliche Symptome, Knochenschmerzen), allerdings verlängert sich die Entnahmedauer (3-4 Stunden) und soweit ich weiß auch der stationäre Aufenthalt gegenüber der klassischen Stammzellspende. Aber dafür keine Narkose, keine Narbe und keine Riesennadel in eine der empfindlichsten Stellen unseres Körpers.

      Im Grunde ein total ungefährlihces Unterfangen für dich und du kannst damit einen Menschenleben retten. Schön, dass du dich bereits dafür entschieden hast!!
    • fourtwenty420
      fourtwenty420
      Bronze
      Dabei seit: 27.04.2009 Beiträge: 1.469
      Original von ReCrown

      Jedoch würde ich gerne vorher wissen wollen, was passieren kann und wie das dann mit dem Versicherungsschutz ausschaut.
      Habe keine Lust, dass irgendwas schief läuft und am Ende ich kaputt & pleite da stehe.

      "Als Knochenmark- oder Blutstammzellspender ist man automatisch bei der jeweiligen Gemeindeunfallversicherung versichert. Zusätzlich wird eine Unfall- und Lebensversicherung durch die Stammzellspenderdatei, bei der man registriert ist, abgeschlossen. Der Versicherungsschutz umfasst auch die Fahrten zur Spendeeinrichtung und alle notwendigen Untersuchungen."

      quelle
      http://www.knochenmarkspende-deutschland.de/fragen_antworten/fragen_antworten.php
    • xlabix
      xlabix
      Black
      Dabei seit: 10.07.2006 Beiträge: 1.905
      Original von ReCrown
      bevor ich nen neuen thread eröffne grabe ich mal diesen hier aus..
      habe vor ca. 3 Jahren eine Typisierungsaktion mitgemacht und heute tatsächlich einen Anruf bekommen, dass ich als potentieller Spender in Frage kommen würde.
      Jetzt bekomme ich Post und es werden danach Tests gemacht ob ich 100 % in als Spender in Frage komme.

      Angenommen bei mir passt alles usw.. ist das Spenden gefährlich? Habe jetzt gelesen, dass unter Vollnarkose am Beckenkamm das Knochenmark entnommen wird. Okay normale OP unter Vollnarkose usw. Aber sonst? Kann da was passieren?

      Ich bin aufgeschlossen und werde es definitiv tun, wenn ich in Frage komme.
      Jedoch würde ich gerne vorher wissen wollen, was passieren kann und wie das dann mit dem Versicherungsschutz ausschaut.
      Habe keine Lust, dass irgendwas schief läuft und am Ende ich kaputt & pleite da stehe.

      Hoffe ihr versteht was ich meine..
      Hey Recrown,

      ich habe vor ein paar Jahren Knochenmark per besagter OP gespendet, da ich die OP der alternativen Möglichkeit (sich mehrere Stunden an die Nadel hängen, von Praepman beschrieben) vorgezogen habe.

      Du musst noch einige Male Blut abnehmen lassen. Ich habe im Vorfeld bestimmt 4 oder öfter Mal Blut abnehmen lassen und erst dann stand fest, dass ich als Spender in Frage komme. Das liegt soweit ich weiss daran, dass das Testen einzelner Merkmale viel Geld kostet und sie bei weiterer Übereinstimmung etappenweise weiter testen. Das ganze Prozedere vom ersten Brief bis zur OP ging bei mir über knapp 4 Monate. Du kannst jederzeit Nein sagen und zurücktreten von der Spende. Selbst am Tag der OP ist das noch möglich.

      Du wirst außerdem vor der OP nochmal komplett durchgecheckt (inkl. Lungenfunktion, Ultraschall von Bauchorganen usw.), da der Empfänger hopps gehen würde, falls du auch nur einen Minierreger besitzt. Ihm werden vor der Transplantation möglichst alle eigenen Zellen abgetötet und dann das Spendermaterial eingepflanzt, woraus neue Zellen entstehen sollen. Da zum Spendezeitpunkt alle Zellen tot sind, hat der Empfänger somit auch kein Abwehrsystem, sprich ist extrem anfällig gegenüber allen Erregern.

      Zur OP und den Risiken kann ich nur sagen, dass es sich laut damaliger Aussagen befreundeter Mediziner/Medizinstudenten, um keine sehr komplizierte OP handelt und es wohl ein Routineeingriff ist. Du hast natürlich im OP-Fall eine OP unter Vollnarkose, die immer ein gewisses Risiko mit sich bringt. Zu genaueren Risiken kann ich dir leider keine Auskunft geben und ich weiss auch nicht, wer wie haftet, falls etwas schief gehen sollte.

      Ich wurde nach der OP noch eine Nacht zur Überwachung da behalten und durfte am Tag darauf gehen. Folgen: Ca. 2-3 Tage lang fühlt sich dein hinterer unterer Rücken über dem Steißbein, der Bereich dem das Knochenmark mit Hilfe dickerer Nadeln entnommen wird, so an, als ob dir ein Brauereigaul ordentlich in den Arsch getreten hätte.

      Ansonsten kann alles was ich verfasst habe natürlich keinen ärztlichen Rat ersetzen und sind nur meine persönlichen Erfahrungen/Meinungen. Falls du noch was von mir wissen willst, frag einfach.

      Ich würde dir empfehlen einfach die Ärzte vor Ort vor der OP bzw. Spende per Nadel zu fragen. Bis es bei mir soweit war, war ich nur etliche Male bei meinem Hausarzt, der mir das Blut für die Tests entnommen hat. Wenn es dann richtig ernst mit der Spende wird bzw. du als Spender tatsächlich in Frage kommst, wirst du wie gesagt nochmal richtig gründlich durchgecheckt und sprichst auch mit mehreren Ärzten. Das wurde bei mir in einer Klinik durchgeführt und du kannst alles fragen, was du willst.

      Gruß Felix
    • ReCrown
      ReCrown
      Bronze
      Dabei seit: 27.07.2007 Beiträge: 9.614
      Vielen Dank für die Antworten. Dann hoffe ich mal, dass alles soweit funktionert :)
    • Noonien
      Noonien
      Bronze
      Dabei seit: 01.01.2007 Beiträge: 4.616
      Original von xlabix
      ...
      Gruß Felix
      Vielen Dank für deinen ausführlichen Bericht.
      Ich denke auch seit längerem über das Thema nach und überlege mir ob ich mich auch registrieren lasse.
      Meine Frau ist es bereits, bekam auch einmal ein Anfrage, aber es ergab sich nichts daraus.
      Hast du den Empfänger eigentlich kennengelernt oder erfahren ob deine Spende geholfen hat ?
    • Bmf94
      Bmf94
      Bronze
      Dabei seit: 29.04.2012 Beiträge: 185
      Ich habe auch einen Brief bekommen das ich als Spender infrage kommen könnte.

      Ich bin mal so egoistisch und werde ist tun falls ich die Möglickeit kriege , um einen Karma Bonus zu bekommen :s_cool:
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