Analyse meines 6max Games

    • ugluk89
      ugluk89
      Bronze
      Dabei seit: 13.02.2011 Beiträge: 107
      Hallo Leute,

      ich hab mich jetzt entschlossen hier doch mal zu versuchen mein Spiel auf die Reihe zu bekommen, da ich auf NL10 einfach auf keinen grünen Zweig komme.

      Ich will jetzt hier aber nich rumwhinen und sagen, dass die "games doch ach so tough geworden sind", sondern mein Spiel objektiv und kritisch analysieren.

      Ich will es mir hier auch nicht einfach machen und mir vorbeten lassen, was ich falsch/besser machen kann, sondern selber versuchen herauszufinden woran es liegt.

      Für den Punkt an dem ich allerdings nicht mehr weiter komme, würde ich eure Hilfe gerne in Anspruch nehmen.

      Ich weis, dass 35k/20k Hände keine Samplesize sind und das man aus Stats nicht unbedingt schlechtes Spiel herauslesen kann, bzw. sagen kann: "du musst hier x% mehr 3betten".

      Aber vll gibt es ja extreme Ausreißer/fundamentale Fehler, die ich nicht bemerke.

      Wer das ganze Blabla nicht lesen will, hier gehts los:

      So, genug Vorwort. Jetzt zum Thema:


      Ich bin durch NL2 und NL5 gut durchgerannt (keine Sample, aber man soll sich ja sowieso nicht so lange dort aufhalten wenn möglich) bleibe jetzt aber bei NL10 komplett hängen.

      NL2: 17bb/100
      NL5: 12bb/100
      NL10: -3,8bb/100

      Im Spoiler die Graphen:







      komplette 35k hands:




      Hier macht mich das Verhältnis von Redline zu Blueline schon stutzig. finde das sehr seltsam, kann mir darauf aber keinen Reim bilden. ist das normal?

      Da meine redline auf 35k hands nach oben geht und die showdown-line nach unten würde das ja bedeuten, dass ich unendlich viel bluffe. Hab ich aber gar nich so das Gefühl.


      Hier meine Stats, aufgeschlüsselt nach Position und Limit:

      Oben NL2 und 5, Unten NL10
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      Ich kann in meinen Stats folgende Unterschiede zwischen meinem Spiel auf NL2,5 und NL10 erkennen:

      - ich contibette Flop, Turn und River auf NL10 wesentlich weniger (11%,6%,7%),
      vor allem am Flop. (könnte ein Problem sein, finde meine cbet-rate auf NL2,5 allerdings doch recht hoch)



      - ich 3bette mehr 7,4 statt 5,7. Ist meiner Meinung nach dem Limit geschuldet, da es mehr aggressive Gegner gibt, dessen Openraises ich dann 3betten muss)

      - ich habe postional gesehen meine 3bet-Frequenz geändert.
      - SB: 6,7
      - BB: 7,9
      - BU: 8,6

      (finde eigentlich, dass das eine positive Entwicklung ist, da ich denke, dass es profitabel ist, in Position mehr zu 3betten, als oop

      - achja, was mir schon generell aufgefallen ist, dass ich im SB höheren VPIP/PFR hab als im BB. Ich weis gar nicht warum, aber ist auf jeden Fall ein Leak.

      Grundsätzlich bin ich aber auch so total unsicher, welche/wie viele hände ich in den blinds spielen sollte.

      Das Vielleicht erstmal als Anstoß.



      Ich hoffe jemand hat Lust dazu was zu sagen.

      Grüße
  • 6 Antworten
    • ugluk89
      ugluk89
      Bronze
      Dabei seit: 13.02.2011 Beiträge: 107
      hm, da mir so scheinbar keiner antwortet, formuliere ich mal eine konkrete Fragestellung anhand eines Themas, das mir beim heutigen Lesen dieses - übrigens sehr empfehlenswerten Threads - ins Auge gestochen ist.

      Die Blinds.

      Ich bin mir sicher darüber kann man Romane schreiben, aber mir ist aufgefallen, dass ich nicht mal preflop einen wirklichen Plan habe, welche Range ich wie spielen möchte.

      Da bin ich auch noch am rumprobieren, aber in den Nicht-Blindpositionen passt das schon ganz gut.

      Ich kann zwar nur den Probeartikel lesen, aber PS.de gibt im Platin Bereich diese Range zum openraisen vor. Soweit so gut.

      Hier komme ich zu meiner Fragestellung:

      - Sollte man in den Blinds überhaupt coldcallen?
      - Wenn Ja, was für eine Coldcallingrange sollte man haben

      - Wie sollte die 3betting- Range aussehen.

      Mir ist klar, dass das dann Gegnerabhängig ist und aus welcher Position villain raist, aber ich würde gerne mal versuchen eine Standardrange gegen den Standard-TAG auf NL10 zu entwickeln, der am BU openraist.

      Ich würde sagen, der spielt Stats von 22/17? oder ist das zu nittig?
      Sagen wir mal er stealt 40% vom BU. Villain 4bettet nur seine Monster und callt
      diese Range auf eine 3bet(16%):



      Über Postfloptendenzen weis man nichts.

      Wie sollte man nun gg. diesen Villain spielen?

      - Einfach gar nicht coldcallen und nur eine 3bettingrange haben, die zu einem großen Teil aus Valuehänden, sowie ein paar bluffhänden wie Suitedconnectors besteht?

      In etwa so?





      Was sagt ihr dazu?
    • MiiWiin
      MiiWiin
      Moderator
      Moderator
      Dabei seit: 01.03.2007 Beiträge: 64.649
      Ich denke der erste Post reicht erstmal. ;)

      Zu viele Fragen zu stellen wird einfach zu unübersichtlich.

      Du hast die Samplesize erwähnt, damit kann/wird es zusammenhängen. Deine Redline steigt jeweils, woran das genau liegt ist nie leicht zu sagen. Nur eins ist klar: Steigt die Redline stark an, wirds schwer die Blueline auch nach oben zu bekommen.

      Du musst ja nicht zwangsweise viel bluffen, es reicht ja schon aus wenn deine Valuebets nicht gecallt werden. Du hast sehr viel gecbettet und damit scheinbar Erfolg gehabt (auch mit vielen 2nd Barrels verbunden), wenn du da nicht die übelsten Calling Stations hast bzw. dir die Spots gut aussuchst ist daran ja nix auszusetzen.

      Ich sehe bei den Stats-Veränderungen nicht das ganz große Problem. Etwas engere Ranges, etwas mehr 3-bets und du callst auch etwas mehr 3-bets. Aber jetzt nichts, wo man klar erkennen kann woran es liegt.

      Letztlich geht die Blueline nach unten, was bedeutet dass du eben "in den falschen Spots" runtercallst oder eben nun knapp die Hände verlierst die du vorher zumindest am Showdown break even über die Bühne gebracht hast.

      Was du dabei nicht vergessen darfst: Es gibt natürlich Unterschiede zwischen NL2/5 und NL10, der Durchschnittsspieler wird einfach einen Tick besser sein. Dazu kommt ein kleiner Swing und so etwas ist absolut normal.


      Ich würde mich einfach nicht verrückt machen, Swings können vedrammt lang sein, auch wenn du immer dein A-Game spielst und an deinem Style nichts änderst! Ich sehe daher keine Notwendigkeit großartig was an deinem Spiel zu ändern, bloß weil es aktuell nicht läuft. ;)

      Vielleicht hat noch jemand eine Meinung, danach können wir uns um deinen zweiten Punkt kümmern.
    • ugluk89
      ugluk89
      Bronze
      Dabei seit: 13.02.2011 Beiträge: 107
      Original von MiiWiin
      Letztlich geht die Blueline nach unten, was bedeutet dass du eben "in den falschen Spots" runtercallst oder eben nun knapp die Hände verlierst die du vorher zumindest am Showdown break even über die Bühne gebracht hast.
      Das gleich würde auch passieren, wenn ich in den falschen Spots bluffe und meine Bluffs alle gecallt werden, richtig?
    • AyCaramba44
      AyCaramba44
      Black
      Dabei seit: 27.04.2010 Beiträge: 11.698
      Original von ugluk89
      Original von MiiWiin
      Letztlich geht die Blueline nach unten, was bedeutet dass du eben "in den falschen Spots" runtercallst oder eben nun knapp die Hände verlierst die du vorher zumindest am Showdown break even über die Bühne gebracht hast.
      Das gleich würde auch passieren, wenn ich in den falschen Spots bluffe und meine Bluffs alle gecallt werden, richtig?
      Immer wenn du am Showdown hinten liegst, sinkt deine Blueline. ;)

      Im Grunde einfach gegnerorientiert spielen und dann ist egal wo die Blueline und Redline liegt. Wichtig ist das die grüne Linie kontinurlich nach oben geht!

      Habe nur kurz rübergeschaut:
      - (schon selbst gemerkt) Warum spielst du mehr Hände vom SB als vom BB? Im BB hast schon das doppelte bezahlt und zudem hast du die bessere Position.
      -> SB überwiegend 3betten, BB auch häufiger callen, gerade gegen den SB kannst du fast alles callen. Im Moment kann man wohl als SB gegen dich 100% der Hände +EV spielen, weil du einfach foldest.

      -EP: Wenn du 0% deiner Hände spielst, dann bist du bei 0€ Gewinn. Langfristig solltest du also von der Position Plus machen. Kannst dir ja mal deine Verlusthände von der Position anschauen, vielleicht einfach nur Varianz oder aber du überspielst deine Hände wie AK, AQ, KK, AA...
    • MiiWiin
      MiiWiin
      Moderator
      Moderator
      Dabei seit: 01.03.2007 Beiträge: 64.649
      Original von ugluk89
      Original von MiiWiin
      Letztlich geht die Blueline nach unten, was bedeutet dass du eben "in den falschen Spots" runtercallst oder eben nun knapp die Hände verlierst die du vorher zumindest am Showdown break even über die Bühne gebracht hast.
      Das gleich würde auch passieren, wenn ich in den falschen Spots bluffe und meine Bluffs alle gecallt werden, richtig?
      Wie Mr.Simpson Junior bereits sagte, ist dies halt immer der Fall wenn du einen Showdown verlierst.

      Da spielen viele Gründe mit rein, wenn natürlich jeder deiner Bluffs gecallt wird kommt das gleiche bei raus, schließlich verlierst du ebenfalls den Showdown. ;)
    • MiiWiin
      MiiWiin
      Moderator
      Moderator
      Dabei seit: 01.03.2007 Beiträge: 64.649
      Original von ugluk89
      Sagen wir mal er stealt 40% vom BU. Villain 4bettet nur seine Monster und callt
      diese Range auf eine 3bet(16%):



      Über Postfloptendenzen weis man nichts.

      Wie sollte man nun gg. diesen Villain spielen?
      Es ist ja nun so, dass dein gedachter Gegner verhältnismäßig viel auf eine 3-bet callt. Und dabei sind sehr viele dominierte Hände.

      Ich würde die Range leicht anzweifeln, 77- und 45s können auch gecallt werden, aber Kjo/QJo/KTo/QTo? Sind nicht gerade tolle Hände um 3bettet Pots zu spielen. ;)

      Wenn es aber tatsächlich so ist, kannst du deutlich weiter for Value 3-betten. Wenn er KJ und KT deiner Meinung nach callt, kannst du auch KQ 3-betten.

      Da er von seiner 40% Range 16% callt und dazu noch 4-bettet, liegt die Foldequity bei ungefähr 50% - deine Bluff-3-bets würden also wenig Sinn machen.

      Also eher depolarisiert 3-betten und marginale Spots in Kauf nehmen, weil seine Range einfach sehr weit ist.