Vor dem Aufstieg: Stats

    • HansaImperator
      HansaImperator
      Bronze
      Dabei seit: 28.04.2009 Beiträge: 1.917
      Hallo,

      ich bin kurz vor dem abermaligen Aufstieg auf NL 50 FR, was ich bereits schon in einem anderen Netzwerk gespielt habe.
      Dabei muss ich aber zugeben, dass ich der klassische Breakeven-Spieler/marginaler Winningplayer bin, der durch Rakeback und Boni zu seinem Plus kommt. Ich weiß, dass es sicherlich besser wäre, alle Leaks auf dem niedrigeren Limit auszubessern, allerdings war ich zumindest im anderen Netzwerk auch auf NL50 kein Loosingplayer. Und da die Bankroll fast für NL50 reicht, würde ich gerne mit eurer Hilfe meine Stats auf NL25 FR analysieren.

      Mein größtes Problem sind dabei wohl die Non-Showdown-Winnings, wie man am Graphen erkennen kann:



      Oftmals spiele ich wohl nicht konsequent genug und check/folde den River zu oft. Insbesondere ohne Position habe ich meine Probleme.






      Der besseren Übersichtlichkeit wegen; hier mein Main Popup, das aber ein paar weitere Hände beinhaltet:



      3Bet-Stats:



      Was mir auffällt:
      - Ich habe einen recht hohen Fold-to-3bet-Wert. Insbesondere ohne Position finde ich es schwierig, da MiiWiin mal meinte, man solle keine 3bets ohne Position callen. 4betten will ich allerdings auch nicht so oft. Deswegen folde ich auch z. T. auch AK, QQ gegen 3bets ohne Position.

      - VPIP-Wert ist im SB nahezu gleich hoch wie am BU und am CO. Dadurch muss ich oft ohne Position spielen.

      - 3bet-Werte sind in den Blinds höher als am BU.

      - Wie sieht es mit dem W$SD aus? Ist 54% hoch? Das würde bedeuten, dass ich zu tight zum Showdown komme und man mich recht gut bluffen kann.


      Ich freue mich über Meinungen. :)


      Gruß
  • 9 Antworten
    • Ghostmaster
      Ghostmaster
      Global
      Dabei seit: 24.05.2006 Beiträge: 39.937
      Ich schildere jetzt mal ohne besondere Systematik meine Eindrücke:

      1. Die deutlich fallenden Non-SD Winnings (und nicht deutlich stärker ansteigenden SD Winnings) sind bei dir wahrscheinlich das Ergebnis eines recht undurchdachten Gameplans. Woran mache ich das fest?

      2. Mit 14/12 bist du wohl auf dem Level eher ein durchschnittlich aktiver Spieler und spielst grundsätzlich schonmal eine halbwegs solide Range als Ausgangspunkt.

      i) 3,8% 3-Bet und 1,2% 4-bet:

      Eine so tighte 3-Bet Range ist nicht per se schlecht, aber du machst dich damit unter Umständen einfach angreifbar (die beste Strategie gegen eine 3-Bet deinerseits ist wahrscheinlich plump viel zu folden). Die Erweiterung deiner 3-Bet Range (durch Bluffs) würde den Fold als sinnvollste Konterstrategie definitiv zunichte machen.

      Deine 4-Bet Range besteht wahrscheinlich aus KK+,AKs. Auf NL10 werden da die Leute mit AK oder QQ oft genug noch broke gegen gehen, auf NL50 hast du mehr Leute die Stats benutzen. Auch hier wäre eine Erweiterung (zugunsten von Bluffs erstmal) wahrscheinlich recht sinnvoll. Du willst ja weiterhin von QQ ausbezahlt werden.

      ii) Dein W$WSF ist mit 41% bei der Ausgangsrange meiner Meinung nach zu niedrig. Das ist das erste Zeichen, dass du wahrscheinlich

      a) Preflop zu weak bist (siehe auch Punkt i)

      b) Postflop zu weak bist

      Der W$WSF ist ein ganz guter Indikator für die Angriffslustigkeit eines Spielers. Im Verhältnis zu deinem Vpip ist dein Hauptziel vermutlich die Vermeidung von komplizierten Situationen und der Foldknopf der liebste Freund. Die Agg%-Werte deuten auch in diese Richtung.

      iii) die Verteilung deiner 3-Bets. Du 3-bettest OOP lieber als im BU und die 3-Bet Range im SB/BB ist völlig gleichförmig. Position ist in Poker Macht - du willst deine Gegner in Spots verwickeln in denen sie OOP spielen; nicht umgekehrt.

      Vpip SB vs. BB - der SB ist die mieseste Position am Tisch und du hast nur die Hälfe des Geldes investiert im Verhältnis zum BB. D.h. normalerweise solltest du im BB etwas mehr spielen als im SB (defenden). Grundsätzlich ist das aber meiner Meinung nach alles irgendwie etwas zu tight - bei dir ist nur das verdrehte Positionsverhältnis sehr auffällig

      CO vs. BU vs. SB - du openraist im SB genausoviel wie im BU. Wenn diese Strategie profitabel ist, dann ist eine Verdoppelung der BU Openraisingrange wahrscheinlich noch profitabler. CO 32% Openraisingrange funktioniert - aber nur solange BU keine Lust hat mit dir Poker zu spielen. Sobald BU den 3-Bet Knopf oder den Coldcallknopf findet, wird es schwierig. Orientierungspunkt ist hier imo eher 25%.


      iv) Fold to 3-Bet:

      Du openraist auf 3BB im CO, ich 3-bette auf 9BB im BU. Ich investiere 9BB, um 4.5BB zu gewinnen. Für mich muss das in 9/13,5 = 66,6% funktionieren, um profitabel zu sein. Tatsächlich foldest du im Schnitt gegen 3-Bets in 75% der Fälle. Ich gewinne also unendlich viel Geld, wenn ich dich regelmässig 3-bette und du weiterhin in 75% der Fälle foldest.

      Wenn deine Gegner auch mit so 3-Bet Frequenzen von 4% rumlaufen, dann ist so eine hohe Fold to 3-Bet Frequenz okay - sobald da aber mal wer mit 10% oder so am Start ist, dann wird das langfristig teuer.


      Deine C/R Werte:

      5% C/R am Flop bedeutet grob Set, Monsterdraw, Twopair. Dein C/R Wert am Flop ist noch deutlich darunter - wieso sollte AA dich jemals auszahlen, wenn du C/R Flop spielst? Du musst deinem Gegner zumindest die Chance geben, dass er dir Flushdraws gibt auf einem 572hh Flop. Mit 3% C/R Flop wird das wirklich schwierig.


      Deine CbetFrequenzen:

      Du startest mit einer starken Ausgangsrange Preflop, selektierst mit 60% FlopCbet sehr stark am Flop und barrelst dann nur in 45% der Fälle am Turn.

      Ich denke ich habe hier schon ein Muster festgestellt - du wirst wahrscheinlich in fast allen möglichen Situationen nur die oberste Spitze deiner Range weiterspielen, bluffst so gut wie nie und besonders dünne Valuebets wirst du auch tendenziell zu oft auslassen. Anstatt dein ganzes Spiel auf vollen Angriff nach vorne aufzustellen, hast du dein ganzes Spiel auf Risikovermeidung getrimmt. Solange du von Fischen umringt bist, funktioniert das auch - sobald du aber nicht mehr deine Sets oft genug ausbezahlt bekommst (siehte C/R Werte), wird das alles plötzlich etwas unprofitabel.


      Fold to Cbet 62%:

      Gegen dich kann ich openraisen und völlig blind Flops cbetten. Potsizebet muss für mich in 50% der Fälle funktionieren, um sofort Profit zu machen - gegen dich funktioniert sie in 62% der Fälle im Schnitt.

      => das hat natürlich etwas mit deiner Coldcallingrange zu tun, die wahrscheinlich nur aus Pocketpairs besteht. Gegen mich wird es aber schwer Auszahlung zu bekommen, wenn du dann tatsächlich mal dein Set triffst - du semibluffst nämlich nix am Flop und ich hab mit meinem Overpairs sogar wenig Initiative gegen dich viel Geld zu investieren (wenn ich es denn überhaupt cbette).
    • HansaImperator
      HansaImperator
      Bronze
      Dabei seit: 28.04.2009 Beiträge: 1.917
      Hallo Ghostmaster,

      vielen Dank für Deine Ausführungen.
      Mit Deiner Charakterisierung liegst Du gar nicht einmal so falsch- ich versuche wirklich oft, schwierige Situationen zu vermeiden, was sich auch in meinem Fold-to-3bet-Wert niederspiegelt.
      Ich habe vorhin mal nachgesehen, ob sich das je nach Positionsvorteil unterscheidet: In Position folde ich gegen 3bets 73%, ohne Position 74%.

      Wie bereits gesagt: MiiWiin meinte mal, man solle keine 3bets ohne Position callen, da es sich so schwierig spiele. Deswegen weiß ich oftmals auch nicht, wenn ich in UTG oder MP bin,TT-QQ openraise und dann mit einer 3bet aus MP, CO oder BU konfrontiert werde. 4betten will ich meistens nicht, da ich mich gegen einen Push oft nicht vorn sehe, callen eher auch nicht aus genanntem Grund. Deswegen bleibt oft nur der Fold.


      i) 3bet- und 4bet-Werte

      Eigentlich komme ich mir gar nicht so tight vor in dieser Angelegenheit.
      Der niedrige 3bet-Wert ist wahrscheinlich auch Ausdruck dessen, dass ich TT-JJ oftmals eher coldcalle als 3bette, um nicht a) gegen eine 4bet agieren zu müssen und b) schlechtere Hände zu verteiben.
      Das lässt sich auch hier sehen: Das sind meine FR-Coldcall-Karten auf NL25:




      Demgegenüber meine 3bet-Karten:


      Hier kann erkannt werden, dass ich TT-JJ etwa zwei- bis dreimal so oft coldcalle wie 3bette.


      Außerdem 4bette ich keineswegs nur KK+,AKs. Vielmehr habe ich auch 4bet-Bluffs, die ich spiele. Allerdings hast Du Recht, meine 4bet-Range ist SEHR valuelastig:



      ii) Inwiefern zeigen die Agg%-Werte, dass ich nicht "angriffslustig" genug bin? Ich stimme Dir da zu, möchte aber gerne wissen, in welche Richtung diese Werte sollten?

      iii) Ich soll also mehr im BB spielen (bzw. den BB-VPIP erhöhen), dafür weniger im SB? Auf welche Art? Mehr im BB 3betten, dafür im SB weniger?
      Meine Positionstats hatte ich noch vergessen:


      Meine Standard-Openraising-Range am CO würde ich wie folgt definieren (natürlich variiert sie je nach Tisch):
      22+,A2s+,K9s+,Q9s+,J9s+,T8s+,97s+,86s+,75s+,64s+,54s,A2o+,KTo+,QTo+, JTo

      (Dies sind etwa 31,8%.)
      Was würdest Du davon erstmal eliminieren?


      iv) Wie erwähnt, ist mein Fold-to-3bet-Wert wirklich etwas, an dem ich arbeiten muss. Was würdest Du in die Callingrange gegen den Standard-Gegner auf NL25 nehmen?
      Um diesen Standardgegner mal ein "Gesicht" zu geben, habe ich HEM mal alle NL25FR-Leute mit einem VPIP zwischen 10 und 22, von denen ich mindestens 300 Hände habe analysieren lassen. Dabei ergab sich folgendes:

      Preflop
      VPIP: 14,8
      PFR: 10,9
      3bet: 4,4
      Fold to 3bet: 62,5
      Call 3bet: 23,1
      4bet: 14,5
      Fold to 4bet: 46,7

      Postflop
      Flop Cbet: 65,1
      Fold to Flop Cbet: 56,6

      Turn Cbet: 46,2
      Fold to Turn Cbet: 41,4

      River Cbet: 51,5
      Fold to River Cbet: 44,3

      Check-Raise-Werte:
      Ich check-raise wirklich selten als Bluff, oftmals Sets, Twopairs, Straights auf wet Boards, ab und an auch Flushdraws. Welche Konstellationen würdest Du hinzunehmen, um die Range zu erweitern? Warum sollte ich z. B. ohne Position nach passiven Defend mit TP raisen? Das Beispiel wahrscheinlich etwas plump, aber mir geht es darum, etwas um mögliche Erweiterungen zu erfahren.

      Hero is BB with A:diamond: J:heart:

      BU raises, Hero (BB) calls

      Flop 2:club: 6:spade: J:diamond:

      Hero checks, BB bets



      Continuation Bet

      Dass was Du sagst, stimmt meiner Meinung nach nur bedingt.

      Original von Ghostmaster
      Deine CbetFrequenzen:

      Du startest mit einer starken Ausgangsrange Preflop, selektierst mit 60% FlopCbet sehr stark am Flop und barrelst dann nur in 45% der Fälle am Turn.

      Ich denke ich habe hier schon ein Muster festgestellt - du wirst wahrscheinlich in fast allen möglichen Situationen nur die oberste Spitze deiner Range weiterspielen, bluffst so gut wie nie und besonders dünne Valuebets wirst du auch tendenziell zu oft auslassen. Anstatt dein ganzes Spiel auf vollen Angriff nach vorne aufzustellen, hast du dein ganzes Spiel auf Risikovermeidung getrimmt. Solange du von Fischen umringt bist, funktioniert das auch - sobald du aber nicht mehr deine Sets oft genug ausbezahlt bekommst (siehte C/R Werte), wird das alles plötzlich etwas unprofitabel.
      Ich hatte mal Cbet-Werte im hohen 70er-Bereich. Auch wenn ich dies runtergefahren habe, heißt das nicht, dass ich selten als Bluff cbette. K-high Rainbow-Flops bette ich auch mit 45s, als Beispiel.
      Mit dem Turn-Cbet-Wert hast Du aber Recht, der könnte etwas höher sein. Ich denke etwa 50-55% wären gut.


      Fold to Cbet/ Coldcallingrange
      Wie oben gezeigt, besteht meine Coldcalling-Range zu großen Teilen aus Pocketpairs, allerdings sind auch Suited Connector inkludiert. Was auffällt ist, dass ich so etwas wie KJs, KQs, AJo, AJs deutlich seltener als SC coldcalle. Meinst Du es wäre gut, die in die Standard-Coldcallingrange aufzunehmen? Zumindest bei KJo, KJs weiß ich, dass ich das oft folde gegen Openraises.



      Rückschlüsse
      - i, iii) mehr 3- und 4betten; insbesondere in Position: Die Erweiterung der jeweiligen Ranges sollte vorrangig durch Bluffkombinationen erfolgen, da mein jetziges Spektrum sehr valuelastig ist.

      -iv) Wie soll ich denn mein Spiel "auf vollen Angriff" umstellen? Cbets raisen mag ich auch nicht unbedingt (siehe Inforaise-Artikel)
      - Coldcallingrange erweitern?

      ==> Insgesamt looser werden?



      Nochmals: Vielen Dank für Deine aufschlussreichen Worte!
    • Ghostmaster
      Ghostmaster
      Global
      Dabei seit: 24.05.2006 Beiträge: 39.937
      Check-Raise-Werte:
      Ich check-raise wirklich selten als Bluff, oftmals Sets, Twopairs, Straights auf wet Boards, ab und an auch Flushdraws. Welche Konstellationen würdest Du hinzunehmen, um die Range zu erweitern? Warum sollte ich z. B. ohne Position nach passiven Defend mit TP raisen? Das Beispiel wahrscheinlich etwas plump, aber mir geht es darum, etwas um mögliche Erweiterungen zu erfahren.

      Hero is BB with XX

      BU raises, Hero (BB) calls

      Flop 2 6 J

      Hero checks, BB bets


      Stell dir mal vor dein Gegner hat 99. Unter welchen Annahmen über deine Range wird er mit 99 nicht ohne weiteres B/F spielen können? D.h. wie müsste deine C/R Range aussehen, damit er 99 B/Callt?
    • HansaImperator
      HansaImperator
      Bronze
      Dabei seit: 28.04.2009 Beiträge: 1.917
      Original von Ghostmaster
      Check-Raise-Werte:
      Ich check-raise wirklich selten als Bluff, oftmals Sets, Twopairs, Straights auf wet Boards, ab und an auch Flushdraws. Welche Konstellationen würdest Du hinzunehmen, um die Range zu erweitern? Warum sollte ich z. B. ohne Position nach passiven Defend mit TP raisen? Das Beispiel wahrscheinlich etwas plump, aber mir geht es darum, etwas um mögliche Erweiterungen zu erfahren.

      Hero is BB with XX

      BU raises, Hero (BB) calls

      Flop 2 6 J

      Hero checks, BB bets


      Stell dir mal vor dein Gegner hat 99. Unter welchen Annahmen über deine Range wird er mit 99 nicht ohne weiteres B/F spielen können? D.h. wie müsste deine C/R Range aussehen, damit er 99 B/Callt?
      Möglichkeit 1: Er ist ein Fisch, der sich keine Gedanken darum macht.

      Möglichkeit 2:
      Meine Check-Raising-Range müsste vor allem weit sein, denn ein check/raise auf diesem Board macht eigentlich keinen Sinn, da das Board recht trocken ist. Er müsste also vor allem Bluffs bei mir vermuten, um bet/call zu spielen.


      Was sagst Du denn zu meinen anderen Ausführungen?


      Gruß
    • Perseus1
      Perseus1
      Bronze
      Dabei seit: 05.10.2010 Beiträge: 894
      @ghostmaster
      was sind ordentliche werte für bb/100 im SB und BB?
    • Ghostmaster
      Ghostmaster
      Global
      Dabei seit: 24.05.2006 Beiträge: 39.937
      Möglichkeit 1 ist natürlich der Optimalfall und dann wäre die ganze Diskussion hinfällig. Möglichkeit 2 ist für mich persönlich erstmal die Ausgangssituation und hier solltest du ansetzen (und das ist im übrigen auch die "Lösung" für die gesamte Problematik).

      Auf J26 sagst du korrekterweise:

      Meine Check-Raising-Range müsste vor allem weit sein, denn ein check/raise auf diesem Board macht eigentlich keinen Sinn, da das Board recht trocken ist. Er müsste also vor allem Bluffs bei mir vermuten, um bet/call zu spielen.


      D.h. um AJo zu C/Raisen zu können gegen 99, solltest du eine gewisse Anzahl an Bluffs in der Range habe. (mindestens genausoviele - theoretisch doppelt soviele)

      Zwei Probleme tun sich dabei allerdings auf:

      1. du wirst eine C/C und eine C/R Range entwickelt, wobei deine C/C Range wahrscheinlich gecappt ist - d.h. du hast so Sachen wie AJ, QQ, Sets nicht in der Range, sondern maximal KJ. Ein sehr aggressiver Gegner wird dich da etwas unter Druck setzen können

      => daher ist C/C mit der gesamten Range auf solchen Boards tendenziell etwas besser. Ich denke aber ich konnte dir jetzt hinreichend klar machen, wieso eine erweiterte C/R Range notwendig ist.

      2. Die Art und Weise der C/R Range. Da du in der Regel nicht so Boards wie J26r C/Raisen wirst (sondern eher C/C), sondern eher Boards wie T83 mit Flushdraw etc., wird in deiner Range vermehrt Drawpotenzial sein (bzw. sollte).

      => d.h. um 88 auf T83ss ausbezahlt zu bekommen, solltest du zumindest auch mal einige Draws C/Raisen. Um AT zu C/Raisen, sollte deine C/R Range dann noch weiter sein (Gutshots, Overcards + Backdoors etc.). Du musst immer auf das Verhältnis zwischen Valuehänden und Bluffhänden achten.


      Bezüglich deiner 3-Bet/4-Bet Range: Auch hier ist das Stichwort Bluffs. TT und JJ nicht zu 3-betten ist nachvollziehbar, aber folgendes Szenario:

      Dein Gegner openraist im CO, du 3-bettest mit deiner Range (die wie genau aussieht?) und dein Gegner 4-Bettet. Wenn du jetzt 5-Bet/Shove spielst, dann sollte deine Shovingrange neben KK und AA vielleicht auch ein paar Kombos enthalten, die QQ nicht komplett auseinanderpflücken (Stichwort AK). Du willst deinem Gegner immer die Chance zu einem Call geben - wenn deine Range teilweise so klar definiert ist, dann bekommst du irgendwann Probleme mit der Auszahlung.

      Solange deine Gegner mit QQ immer zahlen, wenn du nur KK+ 5-bettest, dann ist das alles kein Thema. Dann ist aber auch 4% C/R Frequenz kein Thema, weil ich AA auf T82ss immer stacken kann. Heutzutage haben aber viele Spieler ein Hud und zumindest einen ganz groben Plan - und daher musst du etwas mehr Dampf in dein Spiel einbauen.


      Preflop
      VPIP: 14,8
      PFR: 10,9
      3bet: 4,4
      Fold to 3bet: 62,5
      Call 3bet: 23,1
      4bet: 14,5
      Fold to 4bet: 46,7

      Postflop
      Flop Cbet: 65,1
      Fold to Flop Cbet: 56,6

      Turn Cbet: 46,2
      Fold to Turn Cbet: 41,4

      River Cbet: 51,5
      Fold to River Cbet: 44,3


      Was fällt dir hier auf - auch im Zusammenhang mit deinen Barrelwerten?

      Bezüglich der 3-Bet Callfrequenz. Wenn deine Gegner wirklich nur 4,4% 3-bet haben (und auch in CO vs. BU, Bu vs Blinds etc.) nicht signifikant aggressiver sind, dann macht es keinen Sinn viele Hände zu defenden und die hohe Fold to 3-Bet Frequenz ist durchaus okay. Der Defend gegen 3-Bets macht vor allem dann Sinn, wenn die Range des Gegners Schwachpunkte (d.h. genug schwache Hände) hat und du Preflop oder Postflop angreifen kannst. Gegen extrem toplastige Ranges findest du aber so gut wie keine Angriffspunkte, wenn du nur 100BB deep spielst.



      Bei der Cbet Diskussion geht es um deine Doublebarrel und Triplebarrelfrequenz. Deine Ausgangsrange (Preflop und am Flop) ist schon stark selektiert. Daher wundert mich, dass du dann so "wenig" im Verhältnis dazu durchballerst - du bist ja immer mit Tophänden ausgestattet und greifst tendenziell Turn und River trotzdem zu wenig an (fallende Redline, niedriger W$WSF).




      Grundsätzlich geht es auch nicht darum, dass du looser wirst, sondern das du dir vermehrt Gedanken darüber machst, wie du die Hände gewinnst mit denen du anfangs Geld investierst. Eine deiner Standardlines ist wahrscheinlich Openraise Preflop, Cbet Flop, Check Turn und Fold River - das ist so ne Line da kannst du dem Gegner eigentlich auch die 10BB direkt per Player Transfer überweisen. Es geht darum, dass du generell so ein Mindset entwickelst, dass auf Angriff und Gewinnen gepolt ist. Schau dir mal von TwiceT die ersten drei oder vier Folgen von How I Coached a Mother an - er übertreibt es da mit dieser Einstellung stellenweise etwas, aber ich denke dann wird dir klar was ich meine (auch wenn es SH Videos sind - es geht dabei ums Grundprinzip).
    • HansaImperator
      HansaImperator
      Bronze
      Dabei seit: 28.04.2009 Beiträge: 1.917
      Original von Ghostmaster

      => daher ist C/C mit der gesamten Range auf solchen Boards tendenziell etwas besser. Ich denke aber ich konnte dir jetzt hinreichend klar machen, wieso eine erweiterte C/R Range notwendig ist.

      Ja, das hast Du, danke. :) Es leuchtet ein, dass mindestens einige Draws ab und an (beim richtigen Gegner!) als check/raise gespielt werden sollten.


      Original von Ghostmaster
      Bezüglich deiner 3-Bet/4-Bet Range: Auch hier ist das Stichwort Bluffs. TT und JJ nicht zu 3-betten ist nachvollziehbar, aber folgendes Szenario:

      Dein Gegner openraist im CO, du 3-bettest mit deiner Range (die wie genau aussieht?) und dein Gegner 4-Bettet. Wenn du jetzt 5-Bet/Shove spielst, dann sollte deine Shovingrange neben KK und AA vielleicht auch ein paar Kombos enthalten, die QQ nicht komplett auseinanderpflücken (Stichwort AK). Du willst deinem Gegner immer die Chance zu einem Call geben - wenn deine Range teilweise so klar definiert ist, dann bekommst du irgendwann Probleme mit der Auszahlung.

      Zu Deiner Frage nach meiner BU-3betting-Range gegen CO-Openraise, muss ich sagen: Es hängt davon ab und zwar ganz besonders vom CO, aber auch von SB und BB.
      Wenn der CO viel auf 3bets foldet, 3bette ich auch recht weit (AXs, SC etc.), wenn er eher wenig foldet, folde oder calle ich eher. Eine Standard-Range kann ich Dir so nicht nennen.

      Original von Ghostmaster


      Postflop
      Flop Cbet: 65,1
      Fold to Flop Cbet: 56,6

      Turn Cbet: 46,2
      Fold to Turn Cbet: 41,4

      River Cbet: 51,5
      Fold to River Cbet: 44,3


      Was fällt dir hier auf - auch im Zusammenhang mit deinen Barrelwerten?
      Cbet:

      FLOP: Ich cbette zu 61%, die Gegner folden zu 56,6%.
      TURN: Ich cbette zu 45%, die Gegner folden zu 41,4%.
      RIVER: Ich cbette zu 41%, die Gegner folden zu 44,3%.

      Damit bekomme ich am Flop mehr Calls/Raises als Folds auf meine Cbet.
      Könntest Du vielleicht näher erläutern, worauf Du hinaus willst?

      Original von Ghostmaster
      Grundsätzlich geht es auch nicht darum, dass du looser wirst, sondern das du dir vermehrt Gedanken darüber machst, wie du die Hände gewinnst mit denen du anfangs Geld investierst.
      Auch wenn es keine große Samplesize ist, habe ich versucht, in der letzten Session mal etwas aggressiver zu spielen, insbesondere mehr zu 4betten ooP. Auf die 565 Hände war der Wert dann für meine 4bet-Range 4,4% (was sicherlich etwas zu hoch ist. Ich habe auch mehr gecbettet (F: 70; T: 70; R: 100). Das ist natürlich keineswegs repräsentativ und ich werde mitunter auch die falschen Spots gewählt (Z.B. kleine 5bet im SB mit AQo gegen kleine 4bet vom BU; postflop musste ich leider check/folden), meine Non-SD-Winnings waren aber etwa breakeven.
    • Ghostmaster
      Ghostmaster
      Global
      Dabei seit: 24.05.2006 Beiträge: 39.937
      Zu Deiner Frage nach meiner BU-3betting-Range gegen CO-Openraise, muss ich sagen: Es hängt davon ab und zwar ganz besonders vom CO, aber auch von SB und BB.
      Wenn der CO viel auf 3bets foldet, 3bette ich auch recht weit (AXs, SC etc.), wenn er eher wenig foldet, folde oder calle ich eher. Eine Standard-Range kann ich Dir so nicht nennen.


      Du sitzt in deiner 3. Hand am Tisch. CO openraist und du sitzt im BU mit deiner Range XYZ. Mit welchen Teilen dieser Range 3-bettest du in genau diesem Szenario?


      Cbet:

      FLOP: Ich cbette zu 61%, die Gegner folden zu 56,6%.
      TURN: Ich cbette zu 45%, die Gegner folden zu 41,4%.
      RIVER: Ich cbette zu 41%, die Gegner folden zu 44,3%.


      Wenn du am Flop eine Potsize Bet rausschiesst, dann muss diese für Autoprofit in 50% der Fälle klappen. Da du nicht immer Potsize cbettest, sondern oft auch kleiner, muss die Autoprofitgrenze sogar noch niedriger liegen.

      => Wenn deine Gegner in 56,6% am Flop folden, dann folden sie schlichtweg zu oft.


      Stell dir mal vor du bettest an jeder Straße 3/4 Pot (unabhängig vom Board, Gegner etc.). 0,75/1,75 = 42,8%

      => du würdest am Flop Autoprofit haben

      => du würdest am Turn keinen Autoprofit haben

      => du würdest am River Autoprofit haben


      Es geht beim Poker imm darum Frequenzleaks bei den Gegner zu identifizieren und herauszufinden mit welchen Handgruppen sie was genau tun. So Sachen wie diese hohe Foldfrequenz deiner Gegner am Flop erlauben dir teilweise im Gegenzug so Sachen wie nahezu 100% Cbetfrequenz ohne "Bestrafung".
    • HansaImperator
      HansaImperator
      Bronze
      Dabei seit: 28.04.2009 Beiträge: 1.917
      Original von Ghostmaster
      Zu Deiner Frage nach meiner BU-3betting-Range gegen CO-Openraise, muss ich sagen: Es hängt davon ab und zwar ganz besonders vom CO, aber auch von SB und BB.
      Wenn der CO viel auf 3bets foldet, 3bette ich auch recht weit (AXs, SC etc.), wenn er eher wenig foldet, folde oder calle ich eher. Eine Standard-Range kann ich Dir so nicht nennen.


      Du sitzt in deiner 3. Hand am Tisch. CO openraist und du sitzt im BU mit deiner Range XYZ. Mit welchen Teilen dieser Range 3-bettest du in genau diesem Szenario?
      Da wäre meine Range wohl: AK, KK+, nicht alle Kombinationen QQ und Bluffs wie suited Aces, Suited Connectors und Suited Onegapper.