Equity vs Playbility

  • 7 Antworten
    • kriegshahn
      kriegshahn
      Bronze
      Dabei seit: 17.02.2007 Beiträge: 4.013
      Es wird sicher noch jemand ausführlicher erläutern können, also nur ganz kurz: der Vorteil guter playability ist nicht, dass man seine Equity besser einschätzen kann, sondern das man selten viel equity folden bzw. knappe calls machen muss, man also klare Entscheidungen hat. Man könnte das als effizienteres verwerten von equity sehen. ich habe kürzlich einen thread dazu eröffnet mit dem versuch das zu quantifizieren:

      Equity^2
    • cjheigl
      cjheigl
      Moderator
      Moderator
      Dabei seit: 09.04.2006 Beiträge: 24.738
      Ich glaube, das Glossar sagt es in einem Punkt am besten: Playability ist ein Begriff, der diffus verwendet wird. Richtig gut oder genau hat das noch keiner definiert. kriegshahns Erklärung finde ich sehr gut: es kommt nicht nur darauf an, wie gross die Gefahr ist, inkorrekte Entscheidungen zu treffen, sondern auch, wie viel Wert in Form von Equity man voraussichtlich nicht zum Showdown bringen kann. Das verbindet die Playability direkt mit dem Erwartungswert einer Hand. Es bleibt aber schwierig, das in eine Zahl zu fassen, mit der man die Spielbarkeit einer Hand bewerten kann.

      Steht man vor der Entscheidung, eine Hand zu spielen oder nicht, dann kommt neben Equity und Playability noch eine dritte Grösse ins Spiel: implied Odds und reverse implied Odds. Das spielt bei NL eine überragende Rolle, aber auch im FL ist das wichtig. Diese Grösse bezieht die zukünftig zu erwartende Potgrösse in das Spiel ein, anstatt nur den momentan vorhandenen Pot zu betrachten. Implied Odds sind der Grund, warum man eine Hand mit eigentlich nicht ausreichender Equity manchmal weiterspielen kann und reverse implied Odds verhindern, eine Hand mit ausreichender Equity weiter zu spielen.

      Danke für den Hinweis auf den Equity^2 Thread.
    • Pulow
      Pulow
      Bronze
      Dabei seit: 21.10.2006 Beiträge: 726
      finde den thread von kriegshahn auch sehr intressant. danke.

      was ich bei playability in letzter zeit vermehrt überdenke, ist die abhängigkeit von der initative.

      zb macht es wenig sinn mit einer hand mit hoher "playability" (z.B.T9s) preflop zu 3b nur um sie dann blind durchzuballern. man verliert dadurch den vorteil der "playability" nur auf angenehmen boards zu investieren und ansonsten leicht zu c/f ohne etwas aufzugeben. (heißt natürlich nicht, das T9s nicht trotzdem gut für 3b geeignet ist, aber halt aus anderen gründen)

      cj wir hatten das ja schonmal kur angerissen in einem coaching vor einiger zeit:
      es wäre für mich fraglich, ob man zb gegen einen limper eher sowas wie 65s aus dem bb raisen sollte oder lieber K6o.

      mmn lässt sich 65s leichter passiv spielen, da man die playability ausnutzen kann und nur die guten boards spielt. während K6o passiv nur vorteile hat, wenn alle streets durchgechecked werden, da die equity zu verteilt auf verschiedene boards ist und im kleinen pot viel zu schwach sein wird um bets zu callen.

      bezogen auf die aussage von kriegshahn:
      obwohl K6o mehr equity hat als 65s und auch mehr sd value, ist 65s aufgrund der eq^2 mmn die bessere hand und die schelchtere (=K6o) sollte "gebluffed" werden.
    • Nani74
      Nani74
      Black
      Dabei seit: 15.12.2005 Beiträge: 12.419
      Generell gilt der Grundsatz, Equity interessiert nur dann wenn Du sie realisieren kannst. Wie und ob Du das kannst, ist allerdings entgegen der allgemeinen Sichtweise höchst individuell, da es von den Fähigkeiten des Spielers abhängt.


      Achso und
      zb macht es wenig sinn mit einer hand mit hoher "playability" (z.B.T9s) preflop zu 3b nur um sie dann blind durchzuballern. man verliert dadurch den vorteil der "playability" nur auf angenehmen boards zu investieren


      Ist dann richtig wenn man eben "blind" spielt, wenn man genau weiß wie der Gegner auf welchen Boards in 3Bet Pötten auf eine Bet reagiert, dann kann man den Grundsatz der Playability auch anwenden. Nur ist eben genau das Problem, ich habe keine Ahnung welche Limits Du spielst aber wenn Du deceptive 3bet Hands perflop am Flop/Turn/River nur anhand der des Gegner von Dir angenommenen Range und den FoldtoCB Werten des Gegners spielst, dann solltest Du außer innerhalb Deines eben genannten Gedankenspielraums gefunden Leaks, eben nicht diese Hände spielen, verwiesen auf obigen Grundsazu bzgl Equity vs Playability.
    • wuerstchenwilli
      wuerstchenwilli
      Black
      Dabei seit: 07.04.2008 Beiträge: 19.020
      Original von kriegshahn
      Es wird sicher noch jemand ausführlicher erläutern können, also nur ganz kurz: der Vorteil guter playability ist nicht, dass man seine Equity besser einschätzen kann, sondern das man selten viel equity folden bzw. knappe calls machen muss, man also klare Entscheidungen hat. Man könnte das als effizienteres verwerten von equity sehen. ich habe kürzlich einen thread dazu eröffnet mit dem versuch das zu quantifizieren:

      Equity^2
      ??? Wozu brauch ich klare Entscheidungen, wenn ich genau wüsste, ob ich knapp vorne bin?
    • Midas
      Midas
      Bronze
      Dabei seit: 05.06.2005 Beiträge: 934
      Dieses Argument ist in letzter Konsequenz nur am River gültig.
    • Pulow
      Pulow
      Bronze
      Dabei seit: 21.10.2006 Beiträge: 726
      @willi es geht nicht draum, dass die entscheidung "einfacher" wird wenn sie eindeutig ist, sondern das eindeutige entscheidungen sich dadurch auszeichnen, dass sie mehr +ev sind als knappe entscheidungen.

      und auch "klare" folds sind trotz ev=0 etwas gutes, weil das bedeutet, dass die preflopequity sich auf anderen boards fokusieren muss.. sonst hätte man ja wenig equity.

      anders gesagt wenn du mit einer hand einmal nichts (fold,ev=0) und einmal einen FD(++ev) flopst und dann nur in 50% der fälle 1,5sb investierst um den river zu sehen, ist das besser als wenn du 2 mal nen gs floppst und in beiden fällen knapp (~ev=0) bis zum river callen "kannst".