Strukturiert Poker lernen - der beste Weg?

    • Struggler2010
      Struggler2010
      Bronze
      Dabei seit: 17.12.2010 Beiträge: 438
      Mal angenommen, man hat eine Menge Zeit und will nun Pokern "studieren" um zumindest theoretisch wissen, "wo es langgeht" und man kennt die gewissen Grundarten, sprich die Regeln und so einige Konzepte wie 2nd Barrel, Contibet, Semibluff, Checkbehind for Bluffinduce usw., also man hat schon so hier und da wenigstens ansatzweise Ahnung worum es geht. Ob man das am Tisch umsetzten kann, dass liegt dann am Mindmap. Worauf ich aber hinaus will ist, wie lernt man Poker am besten, also nach welcher Struktur ist der beste Erfolg im lernen und letzten Endes auch im Spiel zu verbuchen.

      . Sollte man anfangen alles über die Betarten zu lernen? Wenn man das dann durch hat, geht man zum Preflop über und dann zum Flop usw.
      oder
      - Sollte man Situation für Situation durchlernen? Also z.B. du hast deinen BB passiv defended und nun geht es so weiter und so bei so und so und dem Gegner und bei dem dann so usw. :D - Wenn ja, wo soll man da denn Anfangen? :rolleyes:

      oder gibt es einen anderen Weg?
      Wie haben es die gemacht, die ganz oben angekommen sind?
      Wie ist/war eure Struktur beim lernen?
  • 7 Antworten
    • kmuli07
      kmuli07
      Bronze
      Dabei seit: 12.07.2008 Beiträge: 206
      Hey mir geht's zur Zeit ähnlich.
      Bei meinen Überlegungen/Recherchen zur Thematik
      bin ich auf folgendenden Guide gestoßen!

      The quick guide to skyrocketing your poker and life productivity (AUF DEUTSCH)

      Ich werde das jetzt mal versuchen so unzusetzen indem
      Ich mir wöchentlich 2 Artikel ,respektive Videos raussuche und diese dann
      verinnerliche.
      Hab zur Zeit das Problem, dass ich am Tag vom Thema 3bet, Bluff-induce, Blind-Defend
      Springe.

      Vielleicht hilft dir das

      MFG aus HH :f_cool:
    • Renne01
      Renne01
      Coach
      Coach
      Dabei seit: 15.05.2007 Beiträge: 3.540
      Ich würde zu Beginn einfach die Basics lernen, damit ich ABC-Poker spielen kann. Wichtiges Konzept dabei ist imo die Line Bet-Fold, also viel valuebetten und gegen Raises "weak" folden. Das ist das Hauptgeschäft eines TAGs, besonders am Anfang.

      Viele Spieler haben die Basics verstanden, aber trotzdem keine Chance auf Profit. Wenn ihr zu der Sorte gehört, solltet ihr euch einfach Tag und Nacht im Rangedenken üben. Ihr müsst verinnerlichen, dass ihr immer gegen Ranges spielt und nicht gegen einzelne Hände. Dabei geht es vor allem darum zu erkennen, wann eine gegnerische Range schwach ist und wann sie stark ist. Wenn man das mal gecheckt hat, ist das Spiel bis zu einem bestimmten Grad recht easy. Wenn die gegnerische Range schwach ist, blufft ihr, callt ihr runter etc. und wenn sie stark ist foldet ihr alles außer den Nuts und Beinnahe-Nuts. Easy Money. Die meisten ABC-Spieler verlieren deshalb Geld, weil sie nicht oder kaum in Ranges denken. Oder sie versuchen es, vergessen dann aber ab dem Flop wieder darauf oder schaffen es aus Zeitgründen nicht ingame. Wenn ihr es während dem Spielen nicht hinbekommt, tummelt euch im Handbewertungsforum. Z.B könnt ihr euch vornehmen jeden Tag 5 Hände zu bewerten. Damit meine ich, dass ihr jede einzelne so detailliert wie möglich runterexerziert. Nach einem Monat wird euch auffallen, dass ihr recht gut geworden seid. Dann klappt das ganze auch während dem Spielen. Nun braucht ihr nur noch die Eier, um die gegnerischen Leaks zu exploiten.

      Und was noch gaaanz wichtig ist, ist dass ihr möglichst kleine Limits spielen sollt. Denn ihr müsst die gegnerischen Leaks erbarmungslos attakieren lernen. Dabei werdet ihr immer mal wieder danebenliegen. Und eure Fehler sollten nach Möglichkeit billg sein. Wenn ihr zu hoch spielt, traut ihr euch nicht und macht immer wieder nen Rückzieher... "aber beim nächsten Mal dann...", "warte nur bis ich die Nuts habe, dann..." Solche Sätze müsst ihr gleich vergessen.

      Um es kurz zu sagen: Rangedenken, Rangedenken, Rangedenken. Das ganze abgerundet mit ein paar ordentlichen Eiern und ein bisschen Hausverstand und ihr beatet zumindest NL50.
    • Struggler2010
      Struggler2010
      Bronze
      Dabei seit: 17.12.2010 Beiträge: 438
      Ok danke dir.
      Es läuft also wieder auf das Rangesdenken hinaus und genau da habe ich einfach mein großes Problem. Ich versuche das nun schon, seit dem ich hier angemeldet bin in Ranges zu denken, aber es haut einfach nicht hin.
      Ich komme damit einfach nicht wirklich voran. Ich erkenne zwar ob eine Range weit ist, also schwach oder tight bzw. stark und kann dann tendenziell nur abschätzen ob diese was mit dem Board was anfangen kann. Mal läufts und mal liege ich so dermaßen daneben, dass ich mich schon fast erschrecke... :D Wobei zweiteres eher die Regel ist. Es hat den Anschein, als würde ich darin immer schlechter...naja.

      Gibt es dazu irgendwie/irgendwo noch anderen Content? Vielleicht auch ein Buch? Ganz egal was, ich nehme alles... =)
    • Renne01
      Renne01
      Coach
      Coach
      Dabei seit: 15.05.2007 Beiträge: 3.540
      Mir fallen zwei Bücher ein: Let there be Range und How To Read Hands At No-Limit Hold'em. Die kann man auf Amazon oder in anderen Shops bestellen oder ...

      Was noch wichtiger ist, ist das Training. Arbeite die Lektüre gewissenhaft durch und übe. Entweder übst du direkt am Tisch (am Tisch = Singular) oder/und du übst im Handbewertungsforum.

      Schau dir die Hand an: OOP TP runtercallen oder donken?

      Analysier die mal durch für alle möglichen Gegnertypen, von der Nit bis zum Maniac und zur Vollfishstation. Welche Handrange hat Villain jew. Wie verändert sich die Range im Punkto Stärke und Zusammensetzung von Street zu Street? Was wäre, wenn der Turn eine andere Karte gebracht hätte, zB. 9, A, K, 7? Wie sähe die Equityverteilung dann aus? Spiel einfach alle möglichen Szenarien, die dir so einfallen, durch. Das Ganze machst du jeden Tag bei 4-5 Händen.

      Mach am Besten erstmal nur das. Vergiss Videos und sonstiges Zeugs. Ohne richtige Handreadingskills hilft dir das alles nichts. Wenn du wieder in nem Video hörst, dass man hier oder da ne profitable 3-Bet hat oder ein Check/Raise, weil Villain so polarisiert ist, bringt dir das garnichts, weil du im Spiel dann selbst einfach nicht weißt, wann das denn der Fall ist und wann nicht. Wenn in einem Artikel was über Floats und Doublefloats steht, hilft dir das auch nicht weiter, weil du im Spiel nicht weißt, wann du solche Aktionen machen kannst und wann nicht. Um solche Dinge erfolgreich anwenden zu können, muss man Ranges einschätzen können, schlicht und ergreifend.
    • Struggler2010
      Struggler2010
      Bronze
      Dabei seit: 17.12.2010 Beiträge: 438
      Ich danke dir! =)
      Genau da werde ich jetzt mal richtig ansetzen. Ich werde mir das von Ed Miller zulegen, das von Tri ist ein wenig zu preisintensiv...

      Ich werde jetzt mal paar Hände so durch gehen, wie du schon sagtest so um die fünf jeden Tag bewaffnet mit dem Equilab...

      Danke nochmal.
    • Ghostmaster
      Ghostmaster
      Global
      Dabei seit: 24.05.2006 Beiträge: 39.937
      Anstatt Let there be Range kannst du auch The PokerBlueprint nehmen. Da sind viele der Konzepte mit übernommen worden und etwas simpler aufbereitet.

      Wenn du Hände postest, dann nimm nicht nur ganz simple Hände, sondern filter zwischendurch mal deine Datenbank nach Winrates von "Standard"-Situationen/Ranges. Da werden dir oft unangenehme Zahlen ins Gesicht springen und grade in solchen Spots verlieren viele Spieler Geld, diskutieren diese Spots aber nie, weil sie davon gar nichts wissen.
    • Renne01
      Renne01
      Coach
      Coach
      Dabei seit: 15.05.2007 Beiträge: 3.540
      Original von Ghostmaster
      ... filter zwischendurch mal deine Datenbank nach Winrates von "Standard"-Situationen/Ranges. Da werden dir oft unangenehme Zahlen ins Gesicht springen und grade in solchen Spots verlieren viele Spieler Geld, diskutieren diese Spots aber nie, weil sie davon gar nichts wissen.
      Ist ein sehr guter Tipp. Sollte ich auch mal wieder machen. Man kann nie wissen. Thx