heise news: Profispieler siegen knapp gegen Pokerprogramm Polaris

    • AndyRakete
      AndyRakete
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      Dabei seit: 16.09.2006 Beiträge: 407
      Zwei Pokerprofis haben im kanadischen Vancouver das Pokerprogramm Polaris geschlagen. Als Teil eines Forschungsprojektes der University of Alberta – unter Leitung von Professor Jonathan Schaeffer – spielten Phil Laak und Ali Esmali gegen Polaris vier Partien in der Disziplin "Texas Hold’Em" um jeweils 5.000 US-Dollar Preisgeld pro Partie. Um den Faktor Glück zu verringern, wurde in zwei getrennten Räumen gepokert und die Karten eines Spielers an Polaris im anderen Raum ausgeteilt – und umgekehrt. Die Summe beider Profispieler pro Partie entschied über Sieg oder Niederlage.

      Im ersten Match konnten weder Polaris noch seine zwei menschlichen Kontrahenten einen Sieg erringen. Die zweite Partie verlief für das Pokerprogramm besser und zeigte, dass die Künstliche Intelligenz nicht zu unterschätzen ist. Am folgenden Tag pokerten jedoch die beiden Profis Laak und Esmali besser und gewannen die beiden letzten Partien. Somit stand es am Ende 2:1 für die Pokerprofis aus Fleisch und Blut. In der aufgezeichneten Pressekonferenz nach dem Turnier erklärten die Sieger, dass der technische und wissenschaftliche Aspekt weitaus ausschlaggebender für die Teilnahme an dem Turnier als das Preisgeld gewesen war und sie stolz seien, an den Arbeiten beteiligt gewesen zu sein.

      Der Wettkampf fand am Rande des jährlichen Kongresses der Association for the Advancement of Artificial Intelligence (AAAI) statt und wurde im Vorfeld mit dem Match zwischen dem damaligen Schachweltmeister Garry Kasparow und dem IBM-Computer Deep Blue im Jahre 1997 verglichen. Dies war der erste Sieg eines Programms über einen Champion dieser Stärke. Auch die Variante Checkers des Brettspiels Dame ist kürzlich von Professor Schaeffer und seinen Wissenschaftlern durch das Programm Chinook gelöst worden. Chinook ist durch die Fähigkeit, alle Spielzüge und -Kombinationen zu beherrschen, theoretisch unschlagbar. Dabei zeigten die Wissenschaftler auch, dass ein fehlerfreies Spiel der Kontrahenten auf ein Unentschieden hinausläuft.

      Anders als bei Brettspielen wie Schach oder Dame wird beim Pokern jedoch mit verdeckten Karten gespielt und Strategien des Gegners müssen anhand von Emotionen oder Aussagen erkannt werden. Das Programm muss nicht nur sämtliche Spielzüge beherrschen, sondern auch bluffen und unvollständige Informationen analysieren können. In Zukunft soll Polaris weiter verbessert werden und wird letztendlich nach Meinungen von Laak und Esmali unschlagbar sein. Esmali bezeichnet dies als Start einer IT-Revolution, die dazu führt, dass Computer menschliches Verhalten nachahmen werden. (jdo/c't)

      http://www.heise.de/newsticker/meldung/93365

      Hört sich interessant an. In ein paar Jahren könnte Software den Profis zu schaffen machen, momentan liegt die KI aber denke ich noch weit zurück. Übel wird es, wenn jemand daraus Online-Bots bastelt.
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