Rechte/Pflichten bei Untervermietung?

    • NYCityboy
      NYCityboy
      Bronze
      Dabei seit: 31.01.2011 Beiträge: 3.587
      Hallo zusammen!

      Es könnte sein dass ich nächsten Frühling für ca ein Jahr für meinen Arbeitgeber meine Wohnung verlasse werde und in eine andere Stadt ziehe. Jetzt habe ich am Freitag vorsichtshalber mal bei meiner Wohnungsbaugesellschaft angerufen und gefragt, ob ich irgendeinen Vordruck ausfüllen müsste etc. Da hat die Dame gesagt "Naja so einfach ist das bei einer Untermietung nicht, da müssen sie sich erst einmal bei uns die Genehmigung abholen, die wir auch nicht immer erteilen". Da dachte ich mir nur "Huch"?

      Ich meine, es ist schon klar, dass ich nicht einfach so meine Wohnung untervermieten darf, aber ich dachte dass es ausreicht wenn ich den Vermieter in Kenntnis setze und halt irgendeinen Vordruck ausfülle, wie lange ich die untervermiete und wer der Untermieter ist etc.pp.? Im Endeffekt schliesst doch der Untervermieter mit mir einen Vertrag ab und nicht mit meiner Wohnungsbaugesellschaft oder? Wie gesagt, ich kann schon verstehen dass man nicht möchte dass der Hauptmieter seine Wohnung wahllos weitervermietet und ich werde mir sicherlich keinen 18-Jährigen Hartz4-Empfänger oder Junkie an Land ziehen. Vielleicht hat die Dame am Telefon nur einen ungünstigen Tonfall erwischt, aber wie sieht das eurer Meinung nach aus? Welche Rechte habe ich und gibt es Fälle, wo der Vermieter das verbieten darf? Ich wäre ca von Februar bis Dezember 2014 weg, also wie ich finde ein recht überschaubarer Zeitraum.

      Ich kenne mich leider null aus damit da ich erst vor genau einem Jahr zu Hause ausgezogen bin und jetzt das erste Mal in meiner eigenen Wohnung bin. Mir gefällt soweit die Wohnung auch recht gut, hab ein bisschen reingebuttert und möchte ungern die Wohnung für einen 1-Jahres-Aufenthalt aufgeben. Denn wenn ich zurückkehre, fängt ja das Theater wieder an mit Wohnungssuche und einrichten etc. Und ich möchte auch ziemlich gerne diesen Wechsel wahrnehmen und in die andere Stadt, das könnte ein guter Karriereboost werden.

      Viele Grüße
  • 4 Antworten
    • cherubium
      cherubium
      Bronze
      Dabei seit: 09.06.2009 Beiträge: 3.936
      Rein rechtlich gibt es ein paar Bedingungen für Untervermietung.
      Die beiden wichtigsten sind:

      - Es muss ein berechtigtes Interesse des Mieters vorliegen, um die Wohnung untervermieten zu können
      - Der Vermieter muss nicht nur in Kenntnis gesetzt werden.

      I.d.R. wird der Untermieter auch namentlich genannten. Pauschale Untervermietungsregelungen macht nahezu kein Vermieter, da die Gefahr besteht, dass die Untervermietung "gewerblich" ausgenutzt wird. Du also eine Wohnung selbst mietest für 300€, diese aber untervermietest für 400€.

      Jetzt ist die Frage, was ist ein berechtigtes Interesse. In deinem Fall bin ich mir nicht sicher, tendiere aber dazu, dass ein berechtigtes Interesse vorliegt.

      Klar wäre z.B. der Fall, dass du Arbeitslos werden würdest, und du die Wohnung alleine nicht mehr finanzieren kannst. Dann kann der Vermieter sich wenden und drehen wie er will, er kann einer Untervermietung nicht widersprechen.

      Es kann auch sein, dass der Vermieter den Mietvertrag sehen will, um die o.g. gewerbliche Nutzung überprüfen zu können.

      Sorry. Kann dir deine Frage leider nicht 100%ig beantworten.
      Aber dein Weg dürfte wohl erstmal sein, denen eine Mail zu schicken und deinen Fall vorzutragen. Evtl. kann man dann etwas verhandeln, wenn die bockig sind. Ansonsten brauchst du eine fundierte Aussage z.B. vom Mieterverein und musst auf Konfrontation gehen (sofern der Mieterverein der Meinung ist, dass du untervermieten darfst).

      Pflichten sind natürlich klar im Falle der Untervermietung. Wenn etwas passiert, du haftest für alles.
    • CAZcadeur
      CAZcadeur
      Moderator
      Moderator
      Dabei seit: 11.10.2008 Beiträge: 9.371
      Bump hier mal, weil ich demnächst Ähnliches vorhab.
      Hast du es dann noch umgesetzt, NYCityboy ?
      Hat jemand anders vielleicht schon mal direkt oder indirekt Erfahrungen damit gemacht ?
      Was mich vor allem interessiert, ist die angemessene Höhe der Untermiete (unabhängig vom Mobiliar & Abnutzungsaufschlag).
    • trekula
      trekula
      Bronze
      Dabei seit: 10.08.2007 Beiträge: 1.931
      Leider lassen wenig junge Leute eine angemessene Wertschätzung fremden Eigentums erkennen. Ganz besonders anscheinend, wenn es "doch eh nur vorübergehend ist". Immer wieder gibt es Ärger z.B. mit den anderen Mietern, wegen defekter Sachen, nicht bezahlter Miete und fast immer wegen Nebenkostennachzahlungen. Das ist auch der Grund warum ich bei Untermietern (zum Schutz des schuldhaften Mieters) eine erhöhte Vorauszahlung empfehle.
      Bei Untermietern wird das gleiche Prozedere durchlaufen wie bei Mietern. Bonitätsauskunft, letzte Adressen, etc.
      Aus meiner Erfahrung als Vermieter kann ich nur sagen überleg Dir das gut...
      Die angemessene Höhe der Miete richtet sich nach der Lage und der Nachfrage. In der Nähe einer Uni wirst Du Miete + Risikozuschlag + Ausstattung bekommen. Auf dem Land kannst Du eventuell froh sein, wenn Du wenigstens 100% der Miete bekommst
    • wusah
      wusah
      Bronze
      Dabei seit: 06.02.2006 Beiträge: 15.791
      Ich musste mich auch mal mit dem Thema auseinandersetzen. Ist von den Gesetzen her eigentlich gar nicht so kompliziert.
      Wie schon geschrieben wurde:

      - Es muss ein berechtigtes Interesse des Mieters vorliegen, um die Wohnung untervermieten zu können.
      Nach allem was ich so gelesen hatte, kann man sich immer seinen wichtigen Grund hin biegen. Gerade für Studenten reicht ein Auslandssemester etc.


      - Der Vermieter muss nicht nur in Kenntnis gesetzt werden.
      Der Vermieter muss erst einmal zustimmen. Das ist richtig. Allerdings darf er seine Zustimmung nur verweigern, wenn in der Person des Untermieters ein wichtiger Grund vorliegt. Was wichtige Gründe sind kann man ja googlen.


      Keine Rechtsberatung usw.