Vermieterin stresst: Zwischenmiete

    • RoyalGreg
      RoyalGreg
      Bronze
      Dabei seit: 18.07.2007 Beiträge: 644
      Meine Freundin wohnt seit 2,5 Jahren in einem christlichen Studienhaus, in welchem 14 Studenten wohnen. Dort hat sie gekündigt. Dies ist laut Hausordnung nur zum Semesterende möglich. Da sie ihre nächste Wohnung aber schon 2 Monate vorher beziehen will und nicht doppelt zahlen will, wollte sie sich um Zwischenmieter kümmern. Dies wurde von der Verwalterin auch mündlich genehmigt. Als die Verwalterin darauf angesprochen wurde, ob nicht auch 2 Zwischenmieter akzeptabel wären, hat sie einen Zwischenmieter komplett verboten.
      Das Problem ist, dass es keinen richtigen Mietvertrag gibt. Meiner Freundin wurde nur zu Beginn eine Hausordnung zugeschickt in der jedoch nicht auf Zwischenmieter eingegangen wird.
      In der Vergangenheit und im Moment wohnen im selben Haus Studenten zur Zwischenmiete mit Erlaubnis der Verwalterin.

      Im Internet habe ich nur folgende Anhaltspunkte gefunden.
      http://www.immobilienscout24.de/umzug/mieterbund/informationen-mietvertrag/untervermietung.html
      Keine Untervermietung ohne Erlaubnis, sonst riskieren Sie eine fristlose Kündigung. Der Vermieter muss die unerlaubte Untervermietung allerdings beweisen. Dafür reicht aber eventuell schon das Vorhandensein eines Namensschildes des Untermieters an Tür oder Briefkasten aus. Die Erlaubnis zur Untervermietung muss grundsätzlich schriftlich beantragt werden

      Angst vor einer Kündigung hat meine Freundin nicht, da sie sowieso ausziehen wird.
      Die oben beschriebene mündliche Vereinbarung ist, jedoch ungültig.

      Wenn der Mieter ein berechtigtes Interesse an der Untervermietung hat, kann er dies notfalls auch gerichtlich durchsetzen. Ein solches berechtigtes Interesse an der Untervermietung ist dann gegeben, wenn der Mieter vernünftige und nachvollziehbare wirtschaftliche und/oder persönliche Gründe anführen kann

      Der Grund für die Untervermietung ist, dass meine Freundin Studentin ist und umziehen muss, da man in diese Wohnhaus nur 6 Semester wohnen darf. Sie zieht 2 Monate früher aus, da in ihrer neuen Wohnung der Platz zu dem Zeitpunkt frei wird. Als Scheinargument könnte man anbringen, dass meiner Freundin das Bafög um ca. 100€ gekürzt wurde.


      Folgende Fragen stellen sich mir.
      Hat meine Freundin einen gültigen Vertrag, wenn sie nie einen Vertrag unterzeichnet hat ?
      Welche Konsequenzen gibt es, wenn man jemanden zur Zwischenmiete wohnen lässt, obwohl keine Erlaubnis vorliegt ?
      Sieht jemand noch andere Möglichkeiten die Situation zu lösen, ohne 2 Monatsmieten selber zu bezahlen ?
      Gibt es ein "berechtigtes Interesse" zur Untermietung ?

      Wäre sehr nett, wenn jemand helfen könnte. Gerne auch helfende Links posten.
      Danke
  • 13 Antworten
    • WhiteDevil
      WhiteDevil
      Bronze
      Dabei seit: 03.02.2006 Beiträge: 243
      Original von RoyalGreg
      dass es keinen richtigen Mietvertrag gibt.
      worüber machst du dir dann gedanken, wenn es nicht mal einen mietvertrag gibt?
      ausziehen, keine miete mehr zahlen und gut ist... :D
    • RoyalGreg
      RoyalGreg
      Bronze
      Dabei seit: 18.07.2007 Beiträge: 644
      Original von WhiteDevil
      Original von RoyalGreg
      dass es keinen richtigen Mietvertrag gibt.
      worüber machst du dir dann gedanken, wenn es nicht mal einen mietvertrag gibt?
      ausziehen, keine miete mehr zahlen und gut ist... :D
      Ich habe an der Uni nur mal ein Zivilrecht Crashkurs belegt und dort wurde uns beigebracht, dass ein Rechtsgeschäft durch Antrag und Annahme vollzogen wird. Nun ist eben die Frage ob man nicht konkludent doch einen Vertrag hat.
    • WhiteDevil
      WhiteDevil
      Bronze
      Dabei seit: 03.02.2006 Beiträge: 243
      habe gerade mal gegoogelt und auch bei mündlichen mietverträgen gelten die gesetzlich vorgeschriebenen kündigungsfristen...
      also vielleicht einfach nochmal mit der vermieterin reden...
    • trekula
      trekula
      Bronze
      Dabei seit: 10.08.2007 Beiträge: 1.955
      Ein Mietvertrag besteht auch wenn es dazu kein Schriftstück gibt. Mit anderen Worten: Den Tipp einfach nicht zahlen am Besten ganz schnell vergessen ;)
      Wenn Deine Freundin ohne Erlaubnis ihre gemietete Wohnung an eine andere Person vermietet, könnte das zum Hausverbot für den Untermieter führen. Das Deine Freundin neben dem Ärger dann auch keine Miete bekommt sollte klar sein.
      Die Verwalterin hat kein Recht einen Nachmieter zu verbieten, hat aber meist einen besseren Draht zum Vermieter. Ich würde nochmal versuchen mit ihr zu sprechen. Verweise auf die anderen Zwischenmieter im Haus und biete gegebenfalls an die Übergabe der Wohnung zu begleiten, damit ihr damit keine Arbeit entsteht. Letztlich wird das der Grund für ihr ablehnendes Verhalten sein. Alternativ 50 Euro auf die Hand für die ihr entstehende Mehrabreit bieten ;)
    • 1252
      1252
      Bronze
      Dabei seit: 06.09.2007 Beiträge: 2
      Ein Mietvertrag liegt vor, daher gelten grds. die gesetzlichen Kündigungsfristen.
      Das berechtigte Interesse ist zu verneinen, da das Mietverhältnis nur 2 Monate länger dauern würde.
      Eine "illegale" Untervermietung kann sehr teuer werden!

      Daher sollte sich deine Freundin mit der Verwalterin nochmals freundlich in Verbindung setzen und natürlich auch nur 1 Nachmieter anbieten.
      Evtl. kann die Zahlung von ein Paar $$ zur Aufwandsentschädigung die Meinung der Verwalterin ändern.
    • RoyalGreg
      RoyalGreg
      Bronze
      Dabei seit: 18.07.2007 Beiträge: 644
      Vielen Dank für die Antworten.

      Falls jemand doch noch eine Idee hat, gerne posten.
    • Paxmain
      Paxmain
      Bronze
      Dabei seit: 19.10.2007 Beiträge: 1.059
      Vertrag ist ganz klar gegeben auch wenn nur Mündlich. Jetzt weiss ich nicht zu welchem Datum sie umziehen möchte. Sie könnte auf die gesetzliche Kündigungsfrist von 3 Monaten bestehen, falls dies im geplanten Rahmen ist.

      Sie könnten sich auf Nachmieter einigen, was die Vermieterin allerdings ablehnen kann. Aber vielleicht klappts ja.

      Die Untervermietung mit berechtigtem Interesse durchzusetzen wird wohl Rechtsanwalt etc. erforderlich machen.

      Würde eine Beratung beim Mieterschutzbund gegen ein paar € empfehlen. Alternativ Antrag auf Beratungskostenbeihilfe für Anwalt könnte sie auch stellen, kostet 10 € selbstbeteiligung. (Diesen Weg zuerst probieren, falls abgelehnt wird - Mieterschutzbund)
    • cherubium
      cherubium
      Bronze
      Dabei seit: 09.06.2009 Beiträge: 3.936
      wir hier schon gesagt wurde. Dieser Fall ist Glasklar.
      Zwischenmiete/Untermiete kann Vermieter ablehnen, ein berechtigtes Interesse liegt aufgrund des sehr sehr kurzen Zeitraumes auf gar keinen Fall vor.
      Auf gut Deutsch ist die Mieterin selbst daran Schuld, wenn Sie zwei Wohnungen auf ein mal anmietet (dass das nicht immer zu vermeiden ist, steht auf einem anderen Blatt, braucht den Vermieter aber nicht zu interessieren).

      Mein Vorschlag wäre (so habe ich das auch schon gemacht):

      Biete der Vermieterin einen Abschlag von 50% der noch ausstehenden Miete sofort an, wenns Ihr zuwenig ist, würde ich noch bis auf 65% hoch gehen. Bei mehr macht ein Deal keinen Sinn mehr.

      Als Gegenzug wird der Mietvertrag mit Ablauf des aktuellen Monats aufgelöst und der Vermieter kann die Wohnung neu vermieten und darf die Wohnung auch nach Gutdünken betreten und besichtigen.

      Wenn nicht, darf der Vermieter nicht in die Wohnung.

      Das hilft dir zwar nix, aber dem Vermieter auch nicht und der Vermieter hat evtl. einen Mietausfall wg. Leerstand, nachdem du ausgezogen bist.
      Nach dem Prinzip, wie du mir, so ich dir.
    • t9rben
      t9rben
      Bronze
      Dabei seit: 03.06.2007 Beiträge: 1.132
      Original von cherubium

      Das hilft dir zwar nix, aber dem Vermieter auch nicht und der Vermieter hat evtl. einen Mietausfall wg. Leerstand, nachdem du ausgezogen bist.
      Nach dem Prinzip, wie du mir, so ich dir.
      Original von cherubium
      Auf gut Deutsch ist die Mieterin selbst daran Schuld, wenn Sie zwei Wohnungen auf ein mal anmietet (dass das nicht immer zu vermeiden ist, steht auf einem anderen Blatt, braucht den Vermieter aber nicht zu interessieren).

      davon abgesehen ist der eigentümer berechtigt, die wohnung zur weitervermittlung zu betreten. man kann also wirklich nur auf kulanz hoffen oder sich eben auf so einen deal einigen.
    • taschenbillard
      taschenbillard
      Bronze
      Dabei seit: 08.10.2007 Beiträge: 1.454
      Außerdem, wie wärs mal mit Beachtung der Regeln, die man bei Einzug akzeptiert hat? Dass sie schon 2 Monate vor Semesterende ausziehen will, ist schön und gut, aber das ist ihr persönliches Pech. Man kann doch nicht einfach machen, was man will ... ?( Doppelmiete vermeiden geht meistens schon aus rein praktischen Gründen einfach nicht!

      Kommt der Vermieterin was entgegen, dann kommt sie euch was entgegen und dann klärt ihr die sache vernünftig ...

      Aber so ne ständige Trickserei regt nur auf ...

      chrubiums Vorschlag klingt eigentlich ganz vernünftig
    • RoyalGreg
      RoyalGreg
      Bronze
      Dabei seit: 18.07.2007 Beiträge: 644
      Original von taschenbillard
      Außerdem, wie wärs mal mit Beachtung der Regeln, die man bei Einzug akzeptiert hat? Dass sie schon 2 Monate vor Semesterende ausziehen will, ist schön und gut, aber das ist ihr persönliches Pech. Man kann doch nicht einfach machen, was man will ... ?( Doppelmiete vermeiden geht meistens schon aus rein praktischen Gründen einfach nicht!

      Kommt der Vermieterin was entgegen, dann kommt sie euch was entgegen und dann klärt ihr die sache vernünftig ...

      Aber so ne ständige Trickserei regt nur auf ...

      chrubiums Vorschlag klingt eigentlich ganz vernünftig
      Grundsätzlich wollte ich auch nicht tricksen. Wir haben nur Zwischenmieter gesucht und gefunden. Dann alles abzublasen, nur weil man fragt, ob 2 Zwischenmieter in Ordnung sind halte ich für eine Überreaktion. Wir aktzeptieren auch die Regeln die wir bei Einzug besprochen haben. Nur kommt man sich eben unfair behandelt vor, wenn man erst eine Zusage bekommt, dann eine Absage bekommt und 1 Stock tiefer wohnen 2 Zwischenmieter. Wir haben auch vorgeschlagen uns, um Schlüsselübergaben usw. zu kümmern und die Wohnung mehr als eine Woche vorher schon abzugeben, aber man war überhaupt nicht gesprächsbereit.
    • b00nster
      b00nster
      Black
      Dabei seit: 19.04.2008 Beiträge: 698
      1 Zwischenmieter war erlaubt, ihr schleppt 2 an, nun wollen sie das ganze Theater gar nicht mehr. Ist doch verständlich, würd ich als Vermieter nicht anders machen. Ihr verursacht mir ja sogar noch Arbeit auf die Arbeit auf die Arbeit.
    • Tezet
      Tezet
      Bronze
      Dabei seit: 18.07.2006 Beiträge: 2.428
      auch wenn sich beim meisten hier wieder die Haare im Nacken aufstellen:

      Nach 550 s1 BGB gelten mündlich abgeschlossene Mietverträge als unbefristete Mietverträge, wenn sie über einen längeren Zeitraum als 1 Jahr abgeschlossen wurden. Für unbefristete Mietverträge gelten die gesetzlichen Kündigungsfristen, also 3 Monate.

      Fazit: mit dieser Info zum Mieterschutzbund gehen und nochmal vom Fachmann absegnen lassen, kündigen (wenn nicht schon geschehen) und nach drei Monaten ausziehen und Mietzahlung einstellen.