Implied odds bei einem draw eher zu vernachlässigen?

    • ChrisTheFish
      ChrisTheFish
      Bronze
      Dabei seit: 20.07.2006 Beiträge: 450
      Hallo,

      ich habe gerade den folgenden Artikel gelesen:

      http://forumserver.twoplustwo.com/showflat.php?Cat=0&Number=7443252&page=0&fpart=all&vc=1
      Ich fasse es mal zusammen und erweitere die Fragestellung ein wenig:

      Es geht umfolgendes Beispiel:

      Jeder Spieler hat einen 100BB stack

      Wir haben 6:heart: 7:heart: im BB.

      UTG raised auf 5BB, Button und SB callen, wir im BB callen auch (lassen wir mal dieses Preflop-Spiel unbewertet).

      Flop 2:spade: 8:heart: K:heart: (20.5BB)

      Es wird zum UTG gechecked. UTG betted 20, alle folden. Wir sind dran.

      Call/Raise/Fold?


      Im Pot sind 40.5BB und wir müssen 20BB callen.

      Unsere Pot odds sind 2:1. benötigen aber 4.2:1 um auf den Flush zu spielen.

      Er hat es uns also durch die Potsize bet vermasselt günstig zu drawen (was ja auch der Zweck ist).

      Nun gibt es ja die implied odds.
      Wir benötigen noch 4.2:1 - 2:1 = 2.2:1 ==> 2.2*20BB ==> 44BB von dem Gegner damit das Spiel für uns break even wird.

      Und das jedes mal wenn wir gewinnen.

      Jetzt sind mir folgende Szenarien eingefallen die man betrachten kann:

      Wir folden: Okay, es ändert sich nichts. Wohl der wahrscheinlichste Spielzug

      Wir callen: Es sind 60.5BB im Pot. Wenn wir treffen müssen wir 2/3 potsize bekommen.

      1. Der Gegner sieht, dass wir auf einem draw sein könnten und wird uns weniger ausbezahlen.
      2. Es ist zwar wahrscheinlich, aber nicht sicher, dass wir auch jedesmal Gewinnen. Der Gegner könnte einen höherer Flush, ein Set welches zum FullHouse wird haben.

      Wir puschen allIn:

      check/push in dem fall.

      Zum Einen haben wir hier die fold equity. Zum anderen haben wir uns den Stack des Gegners gesichtert, wenn er called :)

      Wenn man villian auf AKo, AQs+, JJ+ setzt, haben wir eine equity von 37.5%

      Der Gegner hat noch 75BB, also raise auf 95. Er called.
      Nun sind 95*2 = 210BB im Pot. Uns gehören davon 78BB. Also wohl kein guter Zug.


      Schlußfolgerung:

      Wenn uns jemand postflop mittels protection die Pot Odds vermasselt kann man meist die implied odds vernachlässigen?

      Hätte UTG nur eine 1/2 PS Bet gemacht wären 30.5BB im Pot und wir müssen nur 10BB zahlen. Also 4.2:1 die wir benötigen zu 3:1 die wir haben. Wir bräuchten noch mindestens 12BB von dem Gegner wenn wir treffen.

      Das ist wahrscheinlicher, aber reicht das aus?

      Bei 3/4 PS wären es 4.2:1 / 2.33/1, also benötigen wir noch 28BB vom Gegner


      Wie wahrscheinlich ist das alles. Sollte man als Anfänger die implied odds in solchen Fällen erst mal vernachlässigen? Gerade ein Flush draw ist ja mehr als offensichtlich. Die protection hat ja schon ihren Sinn und es reicht wohl nicht sich hier auf die implied Odds zu verlassen. Gerade wenn man keine speziellen Reads über den Gegner hat. Wie seht ihr das?

      Viele Grüße,

      Christian
  • 4 Antworten
    • DrJ22
      DrJ22
      Bronze
      Dabei seit: 17.04.2006 Beiträge: 759
      Es ist eben wirklich die Frage wie wahrscheinlich es ist, dass man eben noch genug in den Pot bekommt, wenn man trifft.
      Wenn man die Implied Odds komplett vernachlässigt dürfte man ja so gut wie nie mit einem Draw eine Bet callen.
      Aber 44BB in einen 60BB-Pot zu bekommen, dürfte nur bei Gegnern, die ihr Top Pair nicht folden können möglich sein.
    • EisTi
      EisTi
      Bronze
      Dabei seit: 24.10.2006 Beiträge: 759
      zumal es auch wahrscheinlich ist, dass der Gegner uns gar nicht auf den angekommenen Draw setzt sondern evtl auf TP, sollter als 2pair oder besser sein, evtl auch schon TPTK kann es gut sein,dass wir komplett ausbezahlt werden.
      Natürlich muss man dem Gegner dazu eine wirklich gut Hand geben.
    • CeeM
      CeeM
      Bronze
      Dabei seit: 29.01.2007 Beiträge: 227
      wann braucht man DENN implied odds wenn nicht bei einem draw? verstehe die frage nicht.
    • Nussknacker
      Nussknacker
      Bronze
      Dabei seit: 05.04.2006 Beiträge: 16.276
      Implied Odds vernachlässigen ist Unsinn. Dadurch lässt du dir möglichen value entgehen der dir zusteht. Das Problem an deinem Beispiel ist dass du OOP sitzt und das ein Multiwaypot ist. Da lässt sich so ein mäßig guter draw kaum spielen, weil du am Turn dir auch keine Freecard nehmen könntest. Implied odds sollte man in den richitgen Situationen mit einbeziehen. Dabei ist Position wie gesagt auch wichitg. Einfacher ist es sie am Turn mit einzurechnen. Da dort nur noch eine betsequenz kommt. Wenn du hier am Flop auf implied odds callst, dann müsstest du dir schon sicher sein dass du am Turn keine bet zahlen musst sondern die Freecard bekommst. Wenn du davon ausgehst dass Villain hier den Turn - kein :heart: bettet, dann kannst du hier auch nicht auf implied odds callen, bzw verschieben die sich sehr negativ.