Lernen während man spielt?

  • 14 Antworten
    • Ghostmaster
      Ghostmaster
      Global
      Dabei seit: 24.05.2006 Beiträge: 39.937
      Wenn ich nicht grade grinde, sondern wenige Tische spiele, dann versuche in bestimmte Sachen in mein Spiel zu integrieren, die ich abseits vom Tisch geplant habe.

      Z.b. eine Veränderung meiner Ranges, andere Betsizes, bestimmte Spielzüge und teilweise überprovoziere ich in solchen Sessions die ganze Sache, um Reaktionen der Gegner zu provozieren und daraus dann nach der Session/während der Sessions erste Annahmen zu entwickeln.

      In der Regel muss ich diese Plays dann nochmal nachdiskutieren und über Sinn und Unsinn dieser Annahmen nachdenken. Anschliessend kann ich dann sagen, ob die ganze Geschichte so funktionieren könnte oder eher verworfen werden sollte.
    • Renne01
      Renne01
      Coach
      Coach
      Dabei seit: 15.05.2007 Beiträge: 3.540
      Stimme Ghostmaster zu. Abseits hat man viel Zeit zum Rumprobieren und um auf neue Ideen zu kommen. Am Tisch versucht man dann die neuen Erkenntisse umzusetzen bzw. in der Praxis auszuprobieren.

      zB. kann man in der DB nach dem blöden Gegner suchen, der scheinbar nicht zu schlagen ist. Dann analysiert man dessen Spiel und überlegt, wie man die gefundenen Schwächen ausnutzen kann. Danach hockt man sich für ein paar Sessions immer an die Tische, an denen auch die "Zielperson" sitzt und versucht sie ständig in die Spots zu bringen, in denen sie das zuvor entdeckte Leak hat und versucht es zu exploiten. Die anderen Gegner sind in der Zeit erstmal Nebensache. So kann man gezielt was neues in sein Spiel integrieren.
    • MiiWiin
      MiiWiin
      Moderator
      Moderator
      Dabei seit: 01.03.2007 Beiträge: 64.649
      Original von Renne01
      zB. kann man in der DB nach dem blöden Gegner suchen, der scheinbar nicht zu schlagen ist. Dann analysiert man dessen Spiel und überlegt, wie man die gefundenen Schwächen ausnutzen kann. Danach hockt man sich für ein paar Sessions immer an die Tische, an denen auch die "Zielperson" sitzt und versucht sie ständig in die Spots zu bringen, in denen sie das zuvor entdeckte Leak hat und versucht es zu exploiten. Die anderen Gegner sind in der Zeit erstmal Nebensache. So kann man gezielt was neues in sein Spiel integrieren.
      Das klingt aber eher danach das gelernte umzusetzen - wenn das nicht funkioniert, bringt Theorie außerhalb der Tische ja gar nichts.

      Ich denke eher es geht in die Richtung learning by doing...mit jedem Spot sammelt man Erfahrung und die Erfahrung macht einen besser. Somit "lernt" man durchaus.

      Ich denke man muss das wirklich mal in Ruhe für sich selbst durcharbeiten. Es ist mMn die Mischung aus dem aktiven Lernen durch die Spots in die man manövriert wird und die theoretische Umsetzung außerhalb der Tische (Nachbearbeitung).

      Gerade Lernmuster am Tisch müssen eben mit Vorsicht genossen werden, wenn man in zwei, drei Spots Geld verliert "lernt" man eben dass man es so nicht machen soll - und das ist eben nicht immer der Fall.

      Daher machts die Mischung aus der praktischen Erfahrung an den Tischen und der Nachbearbeitung.
    • SonMokuh
      SonMokuh
      Bronze
      Dabei seit: 21.04.2010 Beiträge: 2.861
      Das wichtigste beim Spielen ist imo die Gegner kennenzulernen, Tendenzen zu erkennen und auf eigene Probleme zu stoßen. Dann analysiert man die Tendenzen bzw. die Problem die man hat und entwickelt abseits der Tische ne Lösung dafür.
      Wenn ich am Tisch sitze, wende ich mittlerweile nur noch das an, was ich vorher durchgerechnet hab und was demnach +EV ist. Alles was Probleme bereitet schreib ich mir auf und überleg mir (im Idealfall :D ) nach der Session ne Lösung dazu. Hin und wieder probier ich auch mal einfach so was aus, aber das geht dann auch regelmäßig in die Hose. Hab ich früher öfter gemacht und als ich das abgestellt hab lief's dann auch besser.
      Im besten Fall spielt man seine Strategie runter und weiß immer was zu tun ist, weil man abseits der Tische ne Strategie für alle auftretenden Spots entwickelt hat.

      Also auf die Frage "lernen während man spielt?" => Eigentlich nicht.
    • Nick1f8
      Nick1f8
      Bronze
      Dabei seit: 03.03.2008 Beiträge: 406
      jo danke für die Ideen
      bis jetzt hab ich es auch so gemacht wie SonMokuh

      "Dann analysiert man die Tendenzen bzw. die Problem die man hat und entwickelt abseits der Tische ne Lösung"
    • MiiWiin
      MiiWiin
      Moderator
      Moderator
      Dabei seit: 01.03.2007 Beiträge: 64.649
      Original von SonMokuh
      Also auf die Frage "lernen während man spielt?" => Eigentlich nicht.
      Ist sicherlich ein Thema wo man lange diskutieren kann. =)

      Man kann es auch so sehen: Jemand der jeden Tag stundenlang "Theorie" paukt aber niemals spielt wird kein guter Pokerspieler sein. Man muss zumindest "lernen" die Theorie auch am Tisch umzusetzen.

      Sieht man auch häufig in den HB-Foren wo die Nachdiskussion völlig anders verläuft als der Entscheidungsprozess am Tisch. Nur geht es letztlich darum am Tisch die richtigen Entscheidungen zu treffen und nicht nur zu wissen was man hätte machen sollen. :D

      Ich bleibe dabei - die Mischung machts. ;)
    • Nick1f8
      Nick1f8
      Bronze
      Dabei seit: 03.03.2008 Beiträge: 406
      Was ich mir halt dachte, dass es Leute gibt die durch ausführliche notes, reads lernen und sonnst eben gar keine Theorie Phasen mehr benötigen.
    • SonMokuh
      SonMokuh
      Bronze
      Dabei seit: 21.04.2010 Beiträge: 2.861
      Original von Nick1f8
      Was ich mir halt dachte, dass es Leute gibt die durch ausführliche notes, reads lernen und sonnst eben gar keine Theorie Phasen mehr benötigen.
      Ich glaub nicht, dass es solche Leute gibt. Dafür ist das Thema zu komplex. Wenn man natürlich schon die Killer Strategy hat, dann ja. Aber dann profitiert man halt von der Theorie die man in der Vergangenheit gemacht hat.

      @MiiWiin: Klar, so meinte ich das natürlich auch nicht. Theorie und Praxis unterscheiden sich selbstverständlich. Was man theoretsich lernt muss sich zum einen in der Praxis erst mal bewähren und zum anderen halt auch richtig umgesetzt werden :)
    • MiiWiin
      MiiWiin
      Moderator
      Moderator
      Dabei seit: 01.03.2007 Beiträge: 64.649
      Original von Nick1f8
      Was ich mir halt dachte, dass es Leute gibt die durch ausführliche notes, reads lernen und sonnst eben gar keine Theorie Phasen mehr benötigen.
      Theorie ist ja nicht gleich Theorie.

      Du fängst ganz vorne mit Ranges an und hörst irgendwann mit Gameplans auf. Am Ende entscheiden dann die Reads und deren Umsetzung, um Nl 1k zu schlagen helfen kaum Artikel (sie mögen aber helfen da hin zu kommen).

      Und sicherlich kannst du dann sagen dass du in diesen Phasen eher was "am Tisch lernst" und dazu vielleicht im Austausch mit anderen Spielern.

      Aber ich denke darauf wolltest du nicht hinaus... ;)
    • MiiWiin
      MiiWiin
      Moderator
      Moderator
      Dabei seit: 01.03.2007 Beiträge: 64.649
      Original von SonMokuh
      @MiiWiin: Klar, so meinte ich das natürlich auch nicht. Theorie und Praxis unterscheiden sich selbstverständlich. Was man theoretsich lernt muss sich zum einen in der Praxis erst mal bewähren und zum anderen halt auch richtig umgesetzt werden :)
      Und eben daran scheitert es häufig.

      Die Theorie an den Tischen in die Praxis umzusetzen ist ja letztlich ein Lerneffekt.

      Aber wie heißt es so schön?

      "Theorie ist wenn man alles weiß aber nichts funktioniert, Praxis ist wenn alles funktioniert aber keiner weiß warum..."
    • AyCaramba44
      AyCaramba44
      Black
      Dabei seit: 27.04.2010 Beiträge: 11.741
      Aufmerksam spielen und am besten immer ein Stift und Papier neben der Maus liegen haben. Unter anderem schreibe ich z.B. auch auf wenn mich irgendwas "nervt" beim Gegner. Zum einen kann man dann in Ruhe überlegen wie man darauf reagiert und wie ich finde noch viel wichtiger (gerade wenn man keine gute Lösung findet mit mehreren/im Forum) wie man es selbst in sein eigenes Spiel (in seinen Gameplan) integriert. Im Grunde hat man kostenlos mit einmal überlegen eine defensive und eine offensive Waffe gewonnen.

      Wichtig dabei ist nur, dass man es wirklich versteht und nicht nur anwendet weil man mit dem Spielkonstrukt Probleme hat. Dann kann es sich auch schnell negativ auswirken. Finde den Ansatz jedenfalls recht effektiv und Zeitsparend.
    • jojo1882
      jojo1882
      Bronze
      Dabei seit: 05.11.2009 Beiträge: 881
      Haha. :O

      Dachte erst ob ích währenddessen für die Uni lern.

      Dachte schon wie bescheuert is den das? ... dann ist mir eingefallen .. halt wart mal das machst ich ja.

      Spiel manchmal ein Turnier und lern währendher. Weil in der early phase bei den micros machts eh kein sinn was anderes als ABC zu spielen.

      Mit erfolg. Zwei Turnierlernsession und zwei ITM. Beide waren sogar relativ Deep also unter die besten 25% der ITM-Leuten :f_cool:
    • MiiWiin
      MiiWiin
      Moderator
      Moderator
      Dabei seit: 01.03.2007 Beiträge: 64.649
      Original von AyCaramba44
      Aufmerksam spielen und am besten immer ein Stift und Papier neben der Maus liegen haben. Unter anderem schreibe ich z.B. auch auf wenn mich irgendwas "nervt" beim Gegner. Zum einen kann man dann in Ruhe überlegen wie man darauf reagiert und wie ich finde noch viel wichtiger (gerade wenn man keine gute Lösung findet mit mehreren/im Forum) wie man es selbst in sein eigenes Spiel (in seinen Gameplan) integriert. Im Grunde hat man kostenlos mit einmal überlegen eine defensive und eine offensive Waffe gewonnen.

      Wichtig dabei ist nur, dass man es wirklich versteht und nicht nur anwendet weil man mit dem Spielkonstrukt Probleme hat. Dann kann es sich auch schnell negativ auswirken. Finde den Ansatz jedenfalls recht effektiv und Zeitsparend.
      Das braucht natürlich auch Zeit...wenn man ein paar Tische spielt wirds schwer nebenbei noch etwas aufzuschreiben.

      Das "nerven" hört sich ja eher nach Notes an. Würden die nicht ausreichen?

      Oder einfach die Hände markieren um sie im Forum zu diskutieren?
    • MiiWiin
      MiiWiin
      Moderator
      Moderator
      Dabei seit: 01.03.2007 Beiträge: 64.649
      Original von jojo1882
      Haha. :O

      Dachte erst ob ích währenddessen für die Uni lern.

      Dachte schon wie bescheuert is den das? ... dann ist mir eingefallen .. halt wart mal das machst ich ja.

      Spiel manchmal ein Turnier und lern währendher. Weil in der early phase bei den micros machts eh kein sinn was anderes als ABC zu spielen.

      Mit erfolg. Zwei Turnierlernsession und zwei ITM. Beide waren sogar relativ Deep also unter die besten 25% der ITM-Leuten :f_cool:
      Bei einem Turnier mag das etwas anders aussehen. Da spielst du ja kaum in der early Phase um etwas zu "lernen".

      Aber ich denke beim Cashgame ist das grundsätzlich etwas anderes. Kannst ja gerne mal beides parallel versuchen, wird dir aber wohl in keinem der beiden Bereiche irgendwas bringen! :D