Wie finde ich die beste Entscheidung wenn ich verschiedene Teilranges betrachten muss?

    • Gurkha
      Gurkha
      Bronze
      Dabei seit: 15.04.2005 Beiträge: 1.287
      Guten Abend!

      Nach längerer Zeit versuche ich mich mal wieder an dem Rangekonzept. Dabei ist mir aufgefallen, dass ich beim Thema Rangeteilung und hierbei besonders bei der Zusammenführung der verschiedenen Spielweisen für unterschiedliche Teilranges Probleme habe.
      Letztlich weiß ich nicht genau, wie ich die beste Spielweise in einer Situation bestimme, wenn ich verschiedene Teilranges betrachten muss.

      Dazu mal ein Beispiel:
      (Zum Preflopspiel habe ich zwar auch eine Frage, aber die beiden wichtigsten stehen am Ende des Textes)


      Full Tilt No-Limit Hold'em, $0.02 BB (6 handed) - Full Tilt Converter Tool from http://flopturnriver.com/

      saw flop | saw showdown

      UTG ($2.20)
      MP ($1)
      CO ($2.30)
      Button ($1.74)
      SB ($1.28)
      Hero (BB) ($2)

      BN war eher taggy was seine Openraises anging. Als Stealrange arbeite ich daher mit der BN-Range für TAGs (22+, A2, x8s+, x9o+, 54s+, 64s+).

      Preflop: Hero is BB with 10, A
      3 folds, Button raises to $0.06, 1 fold, Hero calls $0.04

      AT liegt zwar leicht vorne gegen diese Range, aber eine Value3bet sehe ich nicht, weil ich BN hier kaum schlechtere Hände callen sehe.
      Reicht die Anzahl an AJ / AQ / AK und Pocketpairkombos die der Gegner wohl meistens folden wird für eine Bluff3bet?

      Flop: ($0.13) 3, 9, Q (2 players)
      Hero checks, Button bets $0.08

      Facts:
      - Seine Range am Flop unterteilt sich zu 1/5 in TP+ und OESD, zu 2/5 in Madehands aus 2ndPairs und schlechter und Gutshotdraws und zu weiteren 2/5 aus Backdoordraws und pure Air.
      - Gegen den starken Teil seiner Range bin ich crushed. Ich sehe ihn auch kaum etwas aus der Range gegen einen Bluff (c/r) folden.
      Aus den 2/5 seiner Range aus schwachen Madehands sind meine Bluffchancen schon deutlich besser. Hier wird er als TAG spätestens am Turn unimproved viele Hände folden.
      - Gegen die 2/5 Air-Range macht ein c/r als Bluff keinen Sinn, weil kaum bessere Air-Hände in seiner Range sind. Isoliert betrachtet wäre ein Peel am Flop dabei wohl optimal. Da die Hand allerdings dann nicht vorbei ist, sind Informationen über Tendenzen des Gegners relevant. Zu dem Zeitpunkt hatte ich noch keine Informationen über sein Turn-/Riververhalten.
      Mit welchem Plan spiele ich dann am Besten gegen diesen konkreten Teil seiner Range?

      Wie bestimme ich nun aus diesen 3 Teil-Analysen die beste Gesamtspielweise in dem Spot?
  • 2 Antworten
    • Renne01
      Renne01
      Coach
      Coach
      Dabei seit: 15.05.2007 Beiträge: 3.533
      Original von Gurkha
      Reicht die Anzahl an AJ / AQ / AK und Pocketpairkombos die der Gegner wohl meistens folden wird für eine Bluff3bet?
      Wenn der Openraiser ip sitzt, wird er AJ+ oft weiterspielen. Sitzt er oop wird er AK meistens reinbringen wollen und AQ-AJ vll. für Bluff 4-Bets verwenden, wenn er kompetent ist. Denn callen sollte er 3-Bets oop nicht.
      Du kannst aber eine Vielzahl anderer Hände zum Folden bringen. AT würd ich aber nicht dafür verwenden, weil du die Hand oft profitabel callen kannst. Es gibt viele Spieler, die für Bluffs die falschen Hände nehmen. Sie sehen dann zB. AT auf der Hand und 3-betten, weil sie nicht postflop spielen wollen. In der nächsten Hand bekommen sie dann zB. J8s gedealt und folden nach nem Raise. Dabei hätten sie AT einfach callen können und J8s 3-betten können. Dann hätten sie zwei +EV Spots gespielt, anstatt nur einem. Mit der Zeit kommen da einige $$$ zusammen.


      Mit welchem Plan spiele ich dann am Besten gegen diesen konkreten Teil seiner Range?
      Wie bestimme ich nun aus diesen 3 Teil-Analysen die beste Gesamtspielweise in dem Spot?
      Dass du die Hände kategorisierst find ich gut. Ich würde aber Kombos zählen und dann schauen in welcher Kategorie sich die meisten Hände befinden (also grob) Ich weiß jetzt nicht wie genau du das mit 1/5, 2/5 usw. gemacht hast, aber es muss nicht auf die Hand genau sein. Wenn die Tüte mit starken Händen fast leer ist, während die beiden anderen Tüten überquellen, kannst du easy check/raisen, wenn du selbst weak bist. Weil das oft vorkommt, ist es natürlich nicht ideal jedes mal zu raisen. Damit du nicht übertreibst, nimmst du dafür keine kompletten Trashhände, sondern welche, die hier und da mal improven können. Dh. neben FD, OESD und starken Madehands kommen noch Gutshots und Overcards mit Backdoors etc. in Frage. Auf dem Limit ist das zwar noch ziemlich egal, aber du solltest trotzdem auch auf deine eigene Range achten, also ob du die Hand auch wirklich (und oft genug) haben kannst, die du zu reppen versuchst.
      Wenn du nicht immer check/raisen willst, kannst du auch floaten, wobei das ip besser funktioniert als oop. Das solltest du wiederum auch nur mit Händen machen, die nicht komplett tot sind, wie oben.
      Bevor du dich aber für x oder y entscheidest, musst du auch auf die gegnerischen Stats achten, also ob er auf Check/Raises folden kann, ob er oft weiterbarrelt etc. Wenn du Showdowns von Villain gesehen hast, spielen die gezeigten Hände und die damit gewählte Spielweise auch mit rein.

      Ingame läuft das so ab, dass du BEVOR du in die Hand einsteigst die gängisten Szenarios bereits im Kopf durchgehst, damit du dann nicht unter Zeitdruck gerätst und raten musst. Damit das auch klappt, musst du anfangs wenig Tische spielen und dir die Zeit nehmen. Nach ner Weile geht das dann immer schneller und bald machst du das automatisch ohne groß drüber nachdenken zu müssen. Falls sich bei dir gerne der Autopilot einschleicht, wie bei vielen anderen auch, hilft es dir sicher, wenn du laut mitkommentierst, was du machen willst.
    • MiiWiin
      MiiWiin
      Moderator
      Moderator
      Dabei seit: 01.03.2007 Beiträge: 64.649
      Original von Renne01
      Ich weiß jetzt nicht wie genau du das mit 1/5, 2/5 usw. gemacht hast, aber es muss nicht auf die Hand genau sein. Wenn die Tüte mit starken Händen fast leer ist, während die beiden anderen Tüten überquellen, kannst du easy check/raisen, wenn du selbst weak bist. Weil das oft vorkommt, ist es natürlich nicht ideal jedes mal zu raisen. Damit du nicht übertreibst, nimmst du dafür keine kompletten Trashhände, sondern welche, die hier und da mal improven können.
      Das mit den Range-Anteilen würde mich auch nochmal interessieren. Die OR-Range ist ja auch eher grob angegeben.

      @OP:

      Wie genau kommst du auf dieser Range?

      Die durchschnittliche BU-OR-Range sieht laut pokerschool2.0 ( http://de.pokerstrategy.com/strategy/bss/2252/1/ ) so aus:

      22+, A2s+, K2s+, Q2s+, J3s+, T3s+, 94s+, 84s+, 73s+, 63s+, 53s+, 43s, A2o+, K5o+, Q7o+, J7o+, T6o+, 96o+, 86o+, 76o, 65o (#826 / 62%)

      ( http://de.pokerstrategy.com/strategy/bss/2256/1/ )


      Und was verstehst du unter "made hand"? Ist 22 hier eine made hand?

      Fangen wir doch einfach vorne an. Welchen Teil seiner Range siehst du nach einem c/r am Flop deinerseits weiterspielen? Also wie Prozent foldet er nicht direkt?

      Wenn du grb sagst 2/5 sind weak made hands, werden die wohl häufig folden. 2/5 Air ohnehin, also hättest du beinahe 80% Foldequity und einen klaren +EV-Spot wenn du raist.

      Dann wäre die Frage, ob eine andere Line einen höheren EV hätte.

      Nur muss dazu auch erstmal geklärt werden wieviel % Villain überhaupt cbettet? Das macht er ja nicht mit 100% seiner Range.

      Um dann zu schauen ob bspw. c/c Flop // c/r Turn einen höheren EV hätte müssen halt viele Annahmen getroffen werden.

      Aber ich bin halt mit den Ausgangsranges nicht wirklich einverstanden. ;)