Wie spielen bei Draws für Gegner?

    • poka86
      poka86
      Bronze
      Dabei seit: 20.05.2013 Beiträge: 2
      Hey,
      ich bin noch recht neu hier und hoffe zumindest den Thread schon mal richtig platziert zu haben. Online Poker spiele ich auch noch nicht allzu lang.
      Ich stelle mir folgende Frage:

      Ich denke oft am Flop das ich vorne bin. Allerdings gibt es am Flop dann einige Drawmöglichkeiten (evtl für den Gegner) und ich weiß nicht so recht wie ich damit umgehen soll.

      Beispiel wäre: Ich habe Toppair, aber am Flop liegen zwei Karten der selben Farbe. Bisher bette ich dann etwa Podsize. So schütze ich mich dann vor der dritten Karte die am Turn/River kommen könnte.

      Beispiel 2: Ich habe Pocktetpair z.b TT, am Flop liegen nur Karten unterhalb vom Wert T. Vom Preflopverhalten kann ich höhere Pocketpairs bei den Gegnern nahezu ausschließen. Wieder bette ich recht hoch, da ich "Angst" habe, dass am Turn oder River Karten oberhalb von T kommen und ich so das Toppair nicht mehr halte.

      Allerdings geben auf Grund des hohen Einsatz dann die meisten Gegner direkt auf, daher scheint mir die Variante etwas zu "sicher" zu sein und zu wenig die Situation auszunutzen. Gerade wenn der Gegner sehr viel callt, könnte man da doch noch etwas mehr Geld rauskriegen.

      Daher wollte ich mal Fragen, wie man das generell so handhabt und auf welche Faktoren ihr dann so achtet?


      Da dies mein erster Beitrag ist, bitte nicht wundern über mangelnde/falsche Fachbegriffe. ;)
      Vielen Dank schon mal für eure Antworten und Grüße, poka
  • 7 Antworten
    • Renne01
      Renne01
      Coach
      Coach
      Dabei seit: 15.05.2007 Beiträge: 3.540
      Wenn du ne gute Hand hast, solltest du auf nen Call hoffen und nicht Angst vor nem Call haben. Mach die Betsize einfach groß genug, sodass Villain mit dem Call nen Fehler machen muss. Wenn er sich seinen Flush oder ne Str8 erkauft, macht das nix, solange du ihn nicht unnötig ausbezahlst (implied Pottodds verwehren). 2/3 bis 3/4 Pottsize sind idR. genug. Gegen unaufmerksame Gegner kannst du deine starken Hände auch potten, wenn du meinst, dass sie zu viel callen. Das wär dann aber ein konkreter Exploit. Dh. dass du das nicht standardmäßig machen sollst, weil man so deine Handstärke erkennen könnte. Welches Limit spielst du? Vll. hast du auch deshalb Angst vor Calls, weil du zu hoch spielst? Dann solltest auf ein Limit absteigen, dass du besser verträgst.
    • MiiWiin
      MiiWiin
      Moderator
      Moderator
      Dabei seit: 01.03.2007 Beiträge: 64.649
      Original von poka86
      Ich denke oft am Flop das ich vorne bin. Allerdings gibt es am Flop dann einige Drawmöglichkeiten (evtl für den Gegner) und ich weiß nicht so recht wie ich damit umgehen soll.

      Beispiel wäre: Ich habe Toppair, aber am Flop liegen zwei Karten der selben Farbe. Bisher bette ich dann etwa Podsize. So schütze ich mich dann vor der dritten Karte die am Turn/River kommen könnte.

      Beispiel 2: Ich habe Pocktetpair z.b TT, am Flop liegen nur Karten unterhalb vom Wert T. Vom Preflopverhalten kann ich höhere Pocketpairs bei den Gegnern nahezu ausschließen. Wieder bette ich recht hoch, da ich "Angst" habe, dass am Turn oder River Karten oberhalb von T kommen und ich so das Toppair nicht mehr halte.
      Wie vor mir schon gesagt worden ist, wenn du dich vorne siehst (vor allem gegen Villains weiterspielende Range) hast du eine Valuebet.

      Und wenn du valuebettest solltest du Calls wollen, ansonsten ist es eben keine Valuebet.

      Wenn Draws callen bist du ja immer vorne. Du musst halt anständig for Value betten damit die Gegner einen möglichst großen Fehler machen und den Spot dann natürlich mit Vorsicht genießen wenn eben solch ein Draw ankommt.


      Es gibt ja grundsätzlich drei Arten einer Bet:

      http://de.pokerstrategy.com/strategy/others/2280/1/


      Häufig setzen sie sich zusammen. Bei deiner TT-Hand beispielsweise hast du eine Valuebet gegen Draws und schwächere Pairs, wenn Villain Overcards foldet hast du das Deadmoney eingesammelt und gleichzeitig Outs zum Folden gebracht.

      Nur eine Bluffbet ist kaum möglich.


      Aber das primäre Ziel ist immer Value, wenn du nicht valuebetten kannst überlege die Alternativen (du musst nicht betten, c/f, c/c [und c/r] sind immer deine Optionen.
    • preem84
      preem84
      Gold
      Dabei seit: 21.11.2011 Beiträge: 1.316
      Original von MiiWiin

      Es gibt ja grundsätzlich drei Arten einer Bet:

      http://de.pokerstrategy.com/strategy/others/2280/1/
      Am besten find ich immer noch die "Deadmoney" Bet wir Pokerspieler nennen sie auch Bluff Bet^^
      Wer hat sich das eigentlich ausgedacht?
    • chrsbckr75
      chrsbckr75
      Bronze
      Dabei seit: 15.02.2007 Beiträge: 3.693
      Original von preem84
      Original von MiiWiin

      Es gibt ja grundsätzlich drei Arten einer Bet:

      http://de.pokerstrategy.com/strategy/others/2280/1/
      Am besten find ich immer noch die "Deadmoney" Bet wir Pokerspieler nennen sie auch Bluff Bet^^
      Wer hat sich das eigentlich ausgedacht?
      Definitionssache
    • daumi
      daumi
      Bronze
      Dabei seit: 23.10.2007 Beiträge: 4.603
      ganz einfache Rechnung ohne das wir andere outs mal mit einbeziehen
      Villian hält einen Flush draw am Plop. Das heist er hat 9 outs am Flop. Macht dementsprechend ca 35% chance das er sein Draw bis zum River trifft. Wenn er den Turn nicht trifft hatt er noch 19,6% chance seinen Fd zu treffen.
      Du mußt nun deine Betsizes so wählen das es für den Vilian unprofitable wird weiter zu spielen. Wenn er trotzdem weiterspielt macht er einen Fehler und das ist gut für dich.
    • murphyslavvV
      murphyslavvV
      Bronze
      Dabei seit: 06.08.2013 Beiträge: 596
      Ich bewerte das immer so. Anzahl der Outs deines Gegners. Bei deinem Beispiel hat er zB. 9 outs für den Flushdraw. Allerding ist das ja nicht die einzige Hand die er haben kann. Mit zwei overcards hat er 6 outs also würde ich im Mittelwert etwas weniger als 9 Outs veranschlagen (so 7-8).

      Also leg ich mal 8 outs fest. Das heißt er hat 16% Trefferwahrscheinlichkeit am Turn. Jetzt will ich aus dem Gegner einen Fehler rausquetschen. Je nach gegenspieler leg ich den Fehler mal mit 10% fest. Weil sichs leichter rechent sagen wir mal 16+10 =25%

      Also versuche ich die Betsize so zu wählen das er 25% des Pots called. Dann frag ich meine Juice Tabelle und die sagt mir 50% Pot (ist nicht 2*25 siehe Bsp 2)

      Setzte ich also 1/2 Pot sind seine Odds 1 (dein Bet) + 2 (Pot) = 3 zu 1 (sein call) = 25% des Pots.

      Will ich dem Gegner 15% für seinen Gutshot abnehmen:
      4 Outs = 8% +15% = 23%
      Juicetabelle => 0,43 vom Pot
      Sind 100 im Pot bette ich 43 Sein call ist dann 43 in den finalen Pot von 186 (=23%)
      Er hat dann 23% eines Pots bezahlt den er nur in 8% der Fälle gewinnen wird. Stimmt die betrachtung so?
    • MiiWiin
      MiiWiin
      Moderator
      Moderator
      Dabei seit: 01.03.2007 Beiträge: 64.649
      Original von chrsbckr75
      Original von preem84
      Original von MiiWiin

      Es gibt ja grundsätzlich drei Arten einer Bet:

      http://de.pokerstrategy.com/strategy/others/2280/1/
      Am besten find ich immer noch die "Deadmoney" Bet wir Pokerspieler nennen sie auch Bluff Bet^^
      Wer hat sich das eigentlich ausgedacht?
      Definitionssache
      Genau so sieht es aus...

      Ich denke es ist dort ja ausführlich erklärt, ich sehe da kein Problem drin? =)

      Früher hieß es halt dass es nur Bluff- und Valuebets gibt und wenn man dies streng nach Definition durchleuchtet haben wir ein Problem:

      Valuebet: Es callt was schlechteres
      Bluffbet: Es foldet was besseres

      Und nun hast du einen Spot wo du weder value- noch bluffbetten kannst - eine Bet hätte aber dennoch einen positiven EV!

      Und nun?