Psychologie: Spezialform von Tilt

    • itsnma
      itsnma
      Bronze
      Dabei seit: 21.12.2011 Beiträge: 45
      Hallo,

      Ich grinde eigentlich sehr solide die Micros - ca 20bb/100 auf NL5/NL10 - meine Entscheidungen sind gut und wenn ich aufgrund von Badbeats etc. Geld verliere tiltet es mich nicht.

      Wenn ich aber auf NL25 aufsteige werden meine Entscheidungen auf einmal schlecht und ich fange an zu "gamblen". Aus irgendeinem unerfindlichen Grund.

      Habt ihr schon ähnliches erlebt bzw. eine Lösung dafür gefunden?

      Greets
      itsnma
  • 5 Antworten
    • FrugosRNMD
      FrugosRNMD
      Bronze
      Dabei seit: 20.07.2006 Beiträge: 244
      Das geht mir so, wenn ich 6max teste. Ich spiele normalerweise bisher NL5 FR, imho recht solide und erfolgreich - dafür, dass ich noch nicht so lange poker.

      Dann schau ich hin und wieder in 6max rein, sehe ein paar Spieler irgendeinen aggressiven crazy Shit zusammenspielen. Irgendwas in meinem Kopf sagt - jo, das muss so auf 6max - und schon gehts los mit den Unsinnsmoves.


      Möglicherweise ist das so, weil man sich noch nicht akklimatisiert hat und das Scumbag-Hirn der Ansicht ist, man müsse jetzt in der neuen Umgebung anders spielen. Vielleicht hilfts beim Umstieg auf ein höheres Limit, wenn du mit Starshelper (sofern du auf Stars spielst) einfach alle Beträge in bb anzeigen lässt und dann erstmal so 1-2 Tische NL25 unterjubelst, aber weiterspielst wie bisher.
    • Scooop
      Scooop
      Bronze
      Dabei seit: 26.03.2009 Beiträge: 22.773
      in der Tat eine eher ungewöhnliche Form von Tilt, aber dennoch Tilt und gut dass du das erkennst und beheben willst.

      Ich vermute stark, dass es eine dieser beiden Ursachen ist:

      a) bis NL5 ist dir das Geld komplett egal und du spielst eben so wie man spielen soll indem du versuchst einfach immer deinen EV zu maximieren und die paar Cent rauf oder runter tangieren dich nicht wirklich.
      Auf NL25 merkst du plötzlich, dass ein gewonnenes all in 50$ sind, was durchaus richtig Geld ist und damit könnte man sich so einiges kaufen, wenn man 10 all ins gewinnt sogar richtig viel, genauso dann umgekehrt, was alles nicht mehr geht wenn man die Beträge verliert, usw.
      - der Geldwert beginnt also für dich real zu werden und führt dazu, dass du emotional und nicht mehr rational agierst: Tilt

      b) (was auch mein Vorposter schon vermutet hat)
      du glaubst jetzt auf einem Limit zu spielen wo die Leute so viel besser sind als vorher, dass du mit deinem bisherigen Stil nicht erfolgreich genug sein wirst und glaubst daher aggressiver spielen zu müssen, trickreicher, "moves" machen und fängst an unsolide zu spielen, nur um etwas anders zu machen: Tilt


      sag kurz ob es eher a) oder b) (oder vielleicht auch c)^^) ist, dann schauen wir weiter =)
    • itsnma
      itsnma
      Bronze
      Dabei seit: 21.12.2011 Beiträge: 45
      Also richtig "scared money" bin ich nicht, obwohl es wahrscheinlich schon etwas mit den höheren Beträgen zu tun hat.

      Es geht in die Richtung "oh, jetzt kann es richtig aufwärts gehen, jetzt kommt das große Geld" - ist jetzt blöd formuliert. Geht nur ca in die Richtung.

      Und aus dem Grund fange ich meiner Meinung nach an zu gamblen.
      z.B.: Mid-Pair komplett overplayt oder Draws komplett overplayt. Und eben Situationen wo ich weiß oder stark vermute, dass der Gegner eine bessere Hand hält - was eben bis jetzt auch oft gestimmt hat.

      Diesen Situationen gehe ich in niedrigeren Limits aus dem Weg und bin daher sehr erfolgreich.

      Dass ich irgendwelche "Moves" auspacke, weil ich denke, dass die Spieler besser sind, ist nicht der Fall. Selbst wenn ich das Limit mit halben bbs zum Vor-Limit schlagen würde, würde es bei weitem reichen.

      Danke vorab!
    • Scooop
      Scooop
      Bronze
      Dabei seit: 26.03.2009 Beiträge: 22.773
      Original von itsnma
      Es geht in die Richtung "oh, jetzt kann es richtig aufwärts gehen, jetzt kommt das große Geld" - ist jetzt blöd formuliert. Geht nur ca in die Richtung.
      jo, a) eben :D

      Unterbewusst wird es eben einen Anteil in dir geben der halt nur das $-Zeichen in den Augen hat und eben sieht was möglich wäre, wenn... (du gewinnst)
      Dem ist Mathe egal, odds und outs, usw. - alles völlig unwichtig, der ist Gambler und will nur eines: sofort und jede Hand gewinnen.

      (Wie gesagt gibt es auch den gegenteiligen Anteil, der Angst hat um jeden Dollar und richtig risikoscheu ist, usw, aber bei dir scheint der andere Anteil halt stärker ausgeprägt).

      Der Weg das in den Griff zu bekommen besteht vor allem erstmal darin zu sehen und wahrzunehmen, dass du so tickst, also dass es diesen inneren Gambler gibt und der bei Geldbeträgen die ihn anfangen zu reizen mitunter kräftig mitmischt (vor allem emotional).

      Und dann kannst du versuchen dich hier zu desensibilisieren, z.B. indem du dir nur bb anzeigen lässt und nicht das Geld, oder indem du ein konservativeres BRM fährst oder indem du dir klar vornimmst, dass du erst am Monatsende auf's Konto guckst und solltest du dann tatsächlich genug gewonnen haben dir was entsprechendes leistest, usw.

      So "den" einen Weg gibt's nicht, weil jeder Mensch hier anders tickt, der wichtigste Schritt ist halt der erste, also mit dieser Seite in dir in Kontakt kommen, dir wirklich klar machen, dass es diesen Gambler gibt und verstehen was ihn antreibt und dann (gemeinsam) versuchen hier ein gutes Maß zu finden, so dass er dir (und damit eben auch sich selbst) nicht zu sehr in die Quere kommt.

      Edit:
      Was ich übrigens grundsätzlich in Sachen Mindset empfehle und was auch bei diesem Thema weiterhelfen kann, sind die beiden Bücher von Jared Tendler: Mental Game of Poker I & II

      jeden Cent wert ;)
    • itsnma
      itsnma
      Bronze
      Dabei seit: 21.12.2011 Beiträge: 45
      okay, danke.

      ich werde die Bücher lesen und hoffe dass ich das regle!

      :-)