Stats Analyse NL4-NL10 SH

    • Kai1989
      Kai1989
      Bronze
      Dabei seit: 08.11.2009 Beiträge: 349
      Hallo zusammen...

      Könnt ihr mir auf der Suche nach leaks behilflich sein, indem ihr mal über meine Stats nach den ersten 10K händen schaut?

      Gerne kann ich noch weitere Indices dazu packen, ich habe jetzt die Statistics genommen die mir geläufig waren.

      Eine Frage vorab: Woher kommt "Call PFR = 25%" aus UTG? Den wert kann ich mir nicht so erklären...

      Was ich bereits denke (gerne bei anderer Meinung kommentieren) :

      Preflop
      Ich sollte meine Hände, mit denen ich PFR calle definitiv minimieren.
      Ich spiele zu viele Hände aus UTG
      Ich defende meinen SB zu wenig?
      Ich könnte am Button mehr raisen?

      Flop
      CBet F ist zu hoch?

  • 9 Antworten
    • Renne01
      Renne01
      Coach
      Coach
      Dabei seit: 15.05.2007 Beiträge: 3.533
      Versuchen wirs mal anders rum. Wie würdest du Villain versuchen zu exploiten, wenn er die selben Stats hätte? Welche Leaks gingen dabei am einfachsten zu exploiten?

      Als kleine Hilfestellung: Achte zb. auf Limp, Fold to 3-Bet, 4-Bet, Fold to 4-Bet, C-Bet Flop/Turn/River, Fold to C-Bet Flop/Turn/River, WTS, W$SD, WWSF

      Was drücken diese Stats bei Villain aus?
    • Kai1989
      Kai1989
      Bronze
      Dabei seit: 08.11.2009 Beiträge: 349
      Original von Renne01
      Versuchen wirs mal anders rum. Wie würdest du Villain versuchen zu exploiten, wenn er die selben Stats hätte? Welche Leaks gingen dabei am einfachsten zu exploiten?

      Als kleine Hilfestellung: Achte zb. auf Limp, Fold to 3-Bet, 4-Bet, Fold to 4-Bet, C-Bet Flop/Turn/River, Fold to C-Bet Flop/Turn/River, WTS, W$SD, WWSF

      Was drücken diese Stats bei Villain aus?
      Der Ansatz gefällt mir. Ich habe allerdings selber probleme, Stats weitergehend zu analysieren als im Eingang zu tun und würde ab jetzt eher mit halbwissen weitergehen.

      So weiß ich z.B. gar nicht, wie hoch ein Ft3-bet sein sollte bei jemandem, der 21% raised und am BU 50% Stealt und habe oben die Dinge aufgeschrieben, bei denen ich zumindest ein Halbwissen habe ;-)
    • Zatox11
      Zatox11
      Diamant
      Dabei seit: 09.01.2011 Beiträge: 2.758
      Original von Renne01
      Versuchen wirs mal anders rum. Wie würdest du Villain versuchen zu exploiten, wenn er die selben Stats hätte? Welche Leaks gingen dabei am einfachsten zu exploiten?

      Als kleine Hilfestellung: Achte zb. auf Limp, Fold to 3-Bet, 4-Bet, Fold to 4-Bet, C-Bet Flop/Turn/River, Fold to C-Bet Flop/Turn/River, WTS, W$SD, WWSF

      Was drücken diese Stats bei Villain aus?

      Ich denke nicht, dass ein Ansatz, bei dem es nur darum geht sich möglichst unexploitbar zu machen und Autoprofit Spots für seine Gegner zu vermeiden, besonders ideal für NL5 oder NL10 ist. Denn Tatsache ist, dass diese vermeindlichen Autoprofit Spots so gut wie niemand ausnutzt und wir uns mit zu großen Defending-Ranges quasi selbst exploiten würden.

      Nehmen wir mal den Fold to 3bet als Beispiel:
      Angenommen Hero stealt 50% vom BTN, was durchaus ein vernünftiger Wert ist. Um nicht gegen 3bets aus den Blinds exploitbar zu sein, müsste er weniger als 67% auf diese 3bets folden (wenn die 3bet 3x seinem Openraise entspricht). Angenommen er foldet jetzt nur 60% auf 3bets bzw. defendet 40% von seiner ursprünglichen Range, dann macht das 40% * 50% = 20% aller möglichen Startinghands. Das ist eine ganze Menge und selbst wenn wir die Hände, die wir for Value und als Bluff 4betten, abziehen, dann bleiben immernoch sehr viele marginale Hände übrig, die zwangsläufig in der Callingrange landen.

      Wir haben es dadurch zwar verhindert, dass Villain Preflop einen Autoprofit Spot gegen uns hat, aber wir stehen jetzt Postflop mit einer riesigen Range da, die gegen die meisten NL10 Spieler total crushed ist, weil sie eben keine 17% aus den Blinds 3betten, und verlieren vermutlich wesentlich mehr Geld, als wenn wir einfach nur gefoldet hätten.

      Genauso verhält es sich mit den Fold to Steal Werten. Die meisten Leute auf den Limits raisen eben keine 60% Range vom BTN und dann macht es halt wenig Sinn, sowas wie K9o zu defenden, um nicht durch anytwo Steals exploitbar zu sein.

      Soll heißen, dass man sich nicht gegen Autoprofit Spots absichern muss, die sowieso niemand ausnutzt, denn damit exploitet man sich im Endeffekt nur selbst.
    • Renne01
      Renne01
      Coach
      Coach
      Dabei seit: 15.05.2007 Beiträge: 3.533
      Auf unexploitbare Preflopstrategien wollte ich garnicht raus. Ich weiß nicht wie du jetzt darauf kommst. Ist aber schon ein vernünftiger Ansatz, für höhere Limits. Aber wenn man mit weiten Ranges nicht zurechtkommt, sollte man einfach eine etwas tightere Range spielen, die man auch defenden kann. Dh. dann zb. dass man nicht 50% stealt, sondern nur 40%. Dann gibts auch nicht so viele marginale Hände, die man weiterspielen muss. Aber das ist eine andere Geschichte.

      ...
    • Zatox11
      Zatox11
      Diamant
      Dabei seit: 09.01.2011 Beiträge: 2.758
      Original von Renne01
      Auf unexploitbare Preflopstrategien wollte ich garnicht raus. Ich weiß nicht wie du jetzt darauf kommst. [...]
      ...
      Der Threadersteller hat doch darum gebeten, ihm bei der Leaksuche in seinem Spiel behilflich zu sein. Als Grundlage hat er seine aktuellen Stats gepostet. Du hast ihn nun darauf aufmerksam gemacht, dass unter anderem sein Fold to 3bet Wert exploitbar ist. Es ist doch naheliegend, dass jemand der deinen Kommentar liest, sich dazu geneigt fühlt, seinen Wert so anzupassen, dass er eben nicht mehr exploitbar ist. Sieh dir nur die Antwort vom Kai1989 auf deinen Kommentar an, wo er schon nach einem "korrekten" Wert fragt.

      Es war nicht meine Absicht, deinem Kommentar zu widersprechen. Ich wollte nur darauf aufmerksam machen, dass ein hoher Fold to 3bet Wert zwar theoretisch exploitbar ist, aber dennoch kein Leak sein muss, weil nicht genügend Leute auf NL10 diesen vermeintlichen Autoprofit Spot ausnutzen. Meiner Meinung nach ist es wichtiger, dass man selbst aktiv andere Spieler exploitet, als sein Game auf die eigene Unexploitbarkeit auszulegen. Deswegen sind hohe Fold to Steal und hohe Fold to 3bet Werte der Korrekte exploit gegen zu tighte Steal- und Restealranges.
    • Renne01
      Renne01
      Coach
      Coach
      Dabei seit: 15.05.2007 Beiträge: 3.533
      Ok, schaun wir uns nun mal ein paar Sachen an:

      PFR: Der Wert ist im normalen Bereich, wobei ich aus UTG und MP etwa 15% raisen würde. Da gehts aber eher darum, nicht zu viele dominierte Hände zu eröffnen. Dh. dass man dann mehr SCs und PPs spielt und weniger Ax und Kx Hände.

      Limp: Da haben wir den ersten interessanten Wert. Welche Hände limpst du? Vermutlich sind das meistens schwache Hände, wie kleine PPs oder SCs oder anderes suited Zeugs. Wenn du nun im SB 18% der Hände completest, stellt sich die Frage, warum du sie nicht raist. Säße ich im BB würde ich dich da immer raisen und du müsstest entweder viel folden oder mit schwachen Händen einen Pott ohne Initiative und ohne Position spielen.
      TIPP: Hör auf zu limpen. Wenn du die Hand spielen willst, raise lieber. Dann kannst du die Hand auf zwei Arten gewinnen, entweder durch Hit oder durch einen Fold des Gegners.

      3-Bet: Du kannst entweder polarisiert 3-betten (wenn Villain gern foldet) oder light for Value 3-betten (wenn Villain gern callt). Hier ist es wichtig darauf zu achten, mit welchem Gegner du es zu tun hast. Und strebe nich nach einem bestimmten Wert. Der Wert soll sich ergeben. Versuch einfach die Gegner einzeln zu exploiten. Wer gerne foldet, soll oft die Gelegenheit dazu bekommen. Wer gerne callt, soll oft gegen unsre weite Valuerange callen.

      Fold to 3-Bet: Wenn du 3bb raist und eine 3-Bet auf 9bb kassierst, benötigt Villain etwa 67% FE, um mit anytwo zu 3-betten (9/(9+3+0,5+1,5). Dh. dass du gegen Leute, die auffällig viel 3-betten häufiger defenden musst. Ip kannst du dann 3-Bets mit AQ,AJ,KQ,JJ-99 callen, um postflop ip gegen eine blufflastige Range zu spielen. Du dominierst viele Bluffs und ermöglichst deinem Gegner viele Fehler zu machen. Du kannst auch anfangen zu 4-betten. Dabei musst du unterscheiden zwischen ip und oop. Oop solltest du keine 3-Bets callen. Dh. dass du oop nur 4-betten oder folden solltest. Gute Hände dafür sind wieder AQ,AJ,KQ etc. (Bluffs mit Blockereffekt). Ip musst du kaum 4-Bet bluffen, weil du schon viele gute Hände callst und die stärksten sowieso 4-bettest. Ein oder zwei Bluffs mit AT,A9s kannst du aber gelegentlich einstreuen. Die Mehrzahl der Spieler dürfte aber sehr tight 3-betten. Die exploitest du durch besonders viele Folds. Spiel nur Hände weiter, die du guten Gewissens allin bringen kannst.

      4-Bet und 4-Bet Range: Die zwei Werte werden häufig verwechselt. 4-Bet drückt aus, in wievielen Fällen Villan nach einer 3-Bet eine 4-Bet macht. 4-Bet Range drückt aus, wie weit diese Range im Endeffekt tatsächlich ist. Die meisten Regs haben einen Wert von +- 2,6%. Das läuft meistens auf QQ+,AK raus. Wenn du von so jemanden ne 4-Bet kassierst, weißt du, dass du mit einer starken Range konfrontiert bist.

      Fold to 4-Bet: Viele Leute geben 4-Bets sehr viel Credit, was auf den Micros um Durschnitt sicher richtig ist. Jedoch kann man dieses Verhalten gut exploiten, indem man selbst mehr als Bluff 4-bettet. Je nach Betsizes benötigt man hier etwa 58% FE, um sogar mit 72o profitable bluffen zu können.

      Fold to C-Bet: Wenn du 15$ in 20$ setzt, riskierst du 15 um 20 zu gewinnen. Dh. du benötigst etwa 42% FE für 3/4 Pottsize Bets. Viele Spieler folden über 50%. Dagegen kannst du quasi blind c-betten (zumindest auf trockenen Boards). Wenn jemand am Flop deutlich unter 40% foldet und viel callt, schaust du weiter zum nächsten Fold Wert am Turn und ggf. River. So findest du gute Spots für 2 oder 3 Barrels als Bluff (rangeabhängig).

      C-Bet: Wer am Flop viel c-bettet (zb. du ;) )und auf späteren Streets kaum noch bettet, wird anfällig für Floats, bzw. Doublefloats. Jedoch solltest du dir da erstmal keinen großen Kopf machen, weil das auf deinem Limit kaum bestraft wird. Später wird das aber duraus wichtig.

      W$SD/WWSF: Wer einen hohen W$SD (weit über 50) hat und gleichzeitig einen niedrigen WWSF Wert (weit unter 50), spielt oft gerne auf Potcontroll. Das trifft auf einige Regs zu. Gegen sie solltest du nicht zu viel bluffen, wenn sie auf Turn oder River checken. Sie bluffcatchen gerne. Viele Leute fallen darauf rein und bluffen fleißig gegen sie, was nicht optimal ist. Jedoch musst du dabei darauf achten, wie konsequent dieser Spielertyp runtercallt. Es gibt (wie immer) viele dieser Regs, die am Ende einknicken und doch noch folden, wenn man groß genug bettet. Um das auszunutzen, musst du die Spieler aber genau kennen (Hände aus DB raussuchen). Dann kannst du vs Check ggf. Turn und River potten bzw. overbetten, um sie rauszudrängen.


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      Weil du mit Statistiken und Handreading aber noch nicht so vertraut bist, solltest du es langsam angehen. Ich empfehle dir daher, dich schrittweise durch die Strategiesektion zu arbeiten. Dort kannst du dein Spiel schön happenweise weiterentwickeln. Die Artikel dort sind zum Teil sehr gut, besonders die von MiiWiin.^^ ;) Was aber noch wichtiger ist ist, dass du sofort ein Lesezeichen fürs Handbewertungsforum setzt und dort jeden Tag 3-4 Hände bewertest. Und poste deine Bewertung auch. Niemand wird dir den Kopf abbeißen, wenn du was Falsches schreibst. Hände bewerten ist imo das mit Abstand wichtigste Mittel, um besser zu werden. Du kannst/sollst dabei auch für dich selbst verschiedene Szenarien durchspielen (Gegner ändern, Karten austauschen, Betsizes verändern). In der Zwischenzeit spiel schön straight forward und mach kein Fancy Play und spew nicht in der Gegend rum. Das reicht fürs Erste. Viel Erfolg.
    • Renne01
      Renne01
      Coach
      Coach
      Dabei seit: 15.05.2007 Beiträge: 3.533
      Original von Zatox11
      Original von Renne01
      Auf unexploitbare Preflopstrategien wollte ich garnicht raus. Ich weiß nicht wie du jetzt darauf kommst. [...]
      ...
      Der Threadersteller hat doch darum gebeten, ihm bei der Leaksuche in seinem Spiel behilflich zu sein. Als Grundlage hat er seine aktuellen Stats gepostet. Du hast ihn nun darauf aufmerksam gemacht, dass unter anderem sein Fold to 3bet Wert exploitbar ist. Es ist doch naheliegend, dass jemand der deinen Kommentar liest, sich dazu geneigt fühlt, seinen Wert so anzupassen, dass er eben nicht mehr exploitbar ist. Sieh dir nur die Antwort vom Kai1989 auf deinen Kommentar an, wo er schon nach einem "korrekten" Wert fragt.

      Es war nicht meine Absicht, deinem Kommentar zu widersprechen. Ich wollte nur darauf aufmerksam machen, dass ein hoher Fold to 3bet Wert zwar theoretisch exploitbar ist, aber dennoch kein Leak sein muss, weil nicht genügend Leute auf NL10 diesen vermeintlichen Autoprofit Spot ausnutzen. Meiner Meinung nach ist es wichtiger, dass man selbst aktiv andere Spieler exploitet, als sein Game auf die eigene Unexploitbarkeit auszulegen. Deswegen sind hohe Fold to Steal und hohe Fold to 3bet Werte der Korrekte exploit gegen zu tighte Steal- und Restealranges.
      Achso. Is ok. Vll. muss ich meine Formulierungen etwas verbessern. Wenn man mal in Schreibfluss kommt, passiert sowas halt. Ich versuche aber eh immer wieder dazuzuschreiben, dass Dieses und Jenes nicht exploitet wird und man daher nicht zwangsweise was verändern muss. ;)
    • Kai1989
      Kai1989
      Bronze
      Dabei seit: 08.11.2009 Beiträge: 349
      Hallo Renne,

      erst einmal: Danke! Das hilft mir ungemein.

      Ein paar rückfragen:

      Original von Renne01
      Ok, schaun wir uns nun mal ein paar Sachen an:
      PFR: Der Wert ist im normalen Bereich, wobei ich aus UTG und MP etwa 15% raisen würde. Da gehts aber eher darum, nicht zu viele dominierte Hände zu eröffnen. Dh. dass man dann mehr SCs und PPs spielt und weniger Ax und Kx Hände.
      Macht Sinn! Raist du gegen unknown jedes PP aus UTG und MP?

      Limp: Da haben wir den ersten interessanten Wert. Welche Hände limpst du? Vermutlich sind das meistens schwache Hände, wie kleine PPs oder SCs oder anderes suited Zeugs. Wenn du nun im SB 18% der Hände completest, stellt sich die Frage, warum du sie nicht raist. Säße ich im BB würde ich dich da immer raisen und du müsstest entweder viel folden oder mit schwachen Händen einen Pott ohne Initiative und ohne Position spielen.
      TIPP: Hör auf zu limpen. Wenn du die Hand spielen willst, raise lieber. Dann kannst du die Hand auf zwei Arten gewinnen, entweder durch Hit oder durch einen Fold des Gegners.
      Wie spiele ich zB am BU kleine-mittlere PP gegen ein raise von MP, CO? Aktuell calle ich hier oft auf set-value.
      Würdest du hier, je nach gegnertyp, eine 3bet mit den Gedanken unter "3-bet"/"ft-3-bet" empfehlen?

      Und: Ich complete den SB eig nie, wenn ich mit BB headsup bin.
      Wenn ich aber connectors, 79s, A2s-A5s oÄ finde, fülle ich in einem Pot mit 2 limpern gerne auf & respektiere dann auch ein raise von BB.

      Soll ich in diesen Spots dann besser folden?

      3-Bet: Du kannst entweder polarisiert 3-betten (wenn Villain gern foldet) oder light for Value 3-betten (wenn Villain gern callt). Hier ist es wichtig darauf zu achten, mit welchem Gegner du es zu tun hast. Und strebe nich nach einem bestimmten Wert. Der Wert soll sich ergeben. Versuch einfach die Gegner einzeln zu exploiten. Wer gerne foldet, soll oft die Gelegenheit dazu bekommen. Wer gerne callt, soll oft gegen unsre weite Valuerange callen.

      Fold to 3-Bet: Wenn du 3bb raist und eine 3-Bet auf 9bb kassierst, benötigt Villain etwa 67% FE, um mit anytwo zu 3-betten (9/(9+3+0,5+1,5). Dh. dass du gegen Leute, die auffällig viel 3-betten häufiger defenden musst. Ip kannst du dann 3-Bets mit AQ,AJ,KQ,JJ-99 callen, um postflop ip gegen eine blufflastige Range zu spielen. Du dominierst viele Bluffs und ermöglichst deinem Gegner viele Fehler zu machen. Du kannst auch anfangen zu 4-betten. Dabei musst du unterscheiden zwischen ip und oop. Oop solltest du keine 3-Bets callen. Dh. dass du oop nur 4-betten oder folden solltest. Gute Hände dafür sind wieder AQ,AJ,KQ etc. (Bluffs mit Blockereffekt). Ip musst du kaum 4-Bet bluffen, weil du schon viele gute Hände callst und die stärksten sowieso 4-bettest. Ein oder zwei Bluffs mit AT,A9s kannst du aber gelegentlich einstreuen. Die Mehrzahl der Spieler dürfte aber sehr tight 3-betten. Die exploitest du durch besonders viele Folds. Spiel nur Hände weiter, die du guten Gewissens allin bringen kannst.
      Was bringt mir eine Bluff 4-bet mit AT/A9 ggü einer mit 87s? Gehts darum, mit dem Ass zu blocken?

      Ich nehme mir mal vor, gelegentlich am BU gegen Blinds mit niedrigen ftSt/ hohen 3bet/ hohen ft4bet Werten zu 4betten..


      ---
      Weil du mit Statistiken und Handreading aber noch nicht so vertraut bist, solltest du es langsam angehen. Ich empfehle dir daher, dich schrittweise durch die Strategiesektion zu arbeiten. Dort kannst du dein Spiel schön happenweise weiterentwickeln. Die Artikel dort sind zum Teil sehr gut, besonders die von MiiWiin.^^ ;) Was aber noch wichtiger ist ist, dass du sofort ein Lesezeichen fürs Handbewertungsforum setzt und dort jeden Tag 3-4 Hände bewertest. Und poste deine Bewertung auch. Niemand wird dir den Kopf abbeißen, wenn du was Falsches schreibst. Hände bewerten ist imo das mit Abstand wichtigste Mittel, um besser zu werden. Du kannst/sollst dabei auch für dich selbst verschiedene Szenarien durchspielen (Gegner ändern, Karten austauschen, Betsizes verändern). In der Zwischenzeit spiel schön straight forward und mach kein Fancy Play und spew nicht in der Gegend rum. Das reicht fürs Erste. Viel Erfolg.
      Ich schau mal, dass ich bald mit höherem Status mehr Artikel lese.

      Nochmals, vielen dank.
    • Renne01
      Renne01
      Coach
      Coach
      Dabei seit: 15.05.2007 Beiträge: 3.533
      Ich openraise alle Pairs. Eine 15% Range könnte zB. so aussehen: 22+, ATs+, KTs+, QTs+, J9s+, T8s+, 97s+, 86s+, 76s, 65s, AJo+, KQo

      Unterm Strich ist es aber nicht so entscheidend, ob man jetzt diese oder jene Kombo lieber mag. Wenn dir das zu loose erscheint und du dich unwohl damit fühlst, kannst du auch ein paar Hände streichen und 12% raisen. Dabei solltest du aber auch ein paar SCs in deiner Range haben. Das macht es für deine Gegner etwas schwieriger.

      Mit Limp meine ich, dass du den BB aufstockst. Wenn vor dir geraist wurde und du den Raise callst, ist das kein Limp. Wichtig ist, dass du nicht automatisch auf Setvalue callst, weil man nicht gegen jeden Spieler und aus jeder Position auf Setvalue callen kann. Du benötigst immer Implieds und wenn der Gegner postflop sehr viel foldet, hast du diese nicht immer. Besonders in Stealsituationen kann man nicht einfach auf Setvalue callen, weil die Ranges so schwach sind und daher sehr viel gefoldet wird. Das ist aber wie immer gegnerabhängig. In den Blinds würd ich dir empfehlen die kleinsten PPs einfach zu mucken oder mal zu bluffen. Ab 66 oder 77 kann man einen Raise callen (nicht auf Setvalue). In den früheren Positionen sollte ein Setvalue Call oft hinhauen. Aber spiel nicht blind fit-or-fold. Handreading ist sehr wichtig und hilft dir dabei gute Bluffspots zu finden, damit du nicht immer nur die Nuts raist.

      Completen würde ich streichen. Wenn du einen Limper vor dir hast und eine passable Hand dazu, dann isoliere ihn besser mit einem ordentlichen Raise (4bb + 2bb pro Limper fürs Erste. Wenn der Fisch das snappt, raist du beim nächsten Mal 1bb mehr, bis er auch mal foldet. Die anderen Regs werden sich selten einmischen. Da musst du dir also kaum Sorgen machen.). Stations kann man auch easy ohne Position schlagen. Wenn du aber glaubst, dass du das nicht kannst und der BB selbst weak spielt, schau dir meinetwegen den Flop ruhig an. Auf den höheren Limits werden Limper aber sehr sehr oft isoliert, sodass es selten was wird mit nem billigen Flop.

      Wenn man sich dazu entschließt zu bluffen, sollte man nach Möglichkeit die besten Hände, die man nicht mehr weiterspielen kann zum Bluffen verwenden. Bei 4-Bets sind das dann eben oft Hände wie AQ oder AJ. Wie du richtig erkannt hast blockt man damit auch ein paar Kombos von AA, AK, QQ, etc.