BB-Defending-Range gegen loosen SB-Steal

    • 2bad4nick
      2bad4nick
      Bronze
      Dabei seit: 22.02.2008 Beiträge: 2.753
      Angenommen ich bin im BB und der SB raised first in sehr loose (42%).
      Raisesize 3bb. Auffallende Postfloptendenzen haben wir nicht.
      Meine Adaption wäre nun meine passive Defending-Range etwas zu erweitern und vorallem meine Bluff3betting-Range zu vergrößern.

      Jetzt zur Mathematik:
      Wenn er um 2,5bb raised um 1,5bb zu gewinnen, müsste seine Foldequity doch
      2,5/4 --> 62,5% sein oder? Sprich, wenn ich mehr als 37,5% meiner Hände defende, hat er keinen Autoprofit mehr. Stimmt das so?

      Ich habe nun ein wenig im Equilab rumgerechnet und mir erscheint eine Defendingrange von ~40% unglaublich loose. Habe ich irgendwo einen Fehler oder muss man wirklich >37,5% defenden, damit Villain keinen Autoprofit hat?
  • 7 Antworten
    • everyoneissolid
      everyoneissolid
      Gold
      Dabei seit: 13.03.2011 Beiträge: 2.651
      Ja, du musst soviel defenden um kein Autoprofit zu erlauben.
    • AyCaramba44
      AyCaramba44
      Black
      Dabei seit: 27.04.2010 Beiträge: 11.747
      Denke auch daran das du gerade mal 2bb investieren musst für einen 4bb Pot. Zusätzlich hast du auch noch Position auf deinen Gegner mit einer weiten Range. Also sollte deine Range mal min. so groß sein wie beim Gegner und der Call ist wegen der Position und der geringen bb Zahl deine Wahl Nr.1. Bei der gleichen Range wie dein Gegner und Position solltest du ja mehr als 50% Equity haben. Bei einem 2bb Call von dir brauchst du aber gerade mal 33%!!!

      Du solltest aber schauen ob dein Gegner auch gegen dich mit 42% spielt oder er z.B. nur gegen Gegner mit einem Fold to SB Steal > 62,5% so spielt und gegen jemanden der z.B. 50% defended er nur noch eine 25% Range hat. Desweiteren wäre auch noch wichtig wie er dann nach deinem Call bzw. 3Bet weiterspielt. Ist ein großer Unterschied ob er seine große Range aggressiv weiterspielt oder ob er nach einem Call viel aufgibt auf Flop oder Turn. Gegen seine weite Range kann man ja auch häufig auf dem Flop oder Turn seine Bet raisen und dann steht er ooP auch vor Problemen. Als erstes würde ich mir je nach Samplesize mir seine vs Hero Stats anschauen oder einfach meinen eigenen Fold to SB Steal Wert anschauen. Daraus kann man dann schon viel schlussfolgern.

      PS: 3Bets und 3Bets Bluffs sind wichtig, allerdings nicht übertreiben, da man damit auch häufig seinen Positionsvorteil aufgibt.
    • SonMokuh
      SonMokuh
      Bronze
      Dabei seit: 21.04.2010 Beiträge: 2.861
      Du musst definitiv mehr als 37,5% defenden (wenn du passiv defendest), weil auch seine schwächsten openraises Equity gegen dich haben. Wenn jemand exakt 37,5% defendet, kann man trotzdem anytwo openraisen.
      Gegen ne 40% range kannst du doch IP easy 40-50% defenden. Die odds sind ok und du bist in Position.
      Wenn du die Top 35-37% callst und die restlichen 12-15% 3bettest bist doch gut dabei.
      IP kann man dann die zu den madehands die man callt noch Floats hinzufügen bzw. zu den Monstern Bluffs.
      Da stehst du im BB deutlich besser da als der SB. Deswegen ist der SB ja auch die schlechteste Position am Tisch.
      Die ganzen Typen die vom SB mehr openraisen als vom BU gehören sich damit ordentlich bestraft :D
    • 2bad4nick
      2bad4nick
      Bronze
      Dabei seit: 22.02.2008 Beiträge: 2.753
      Original von SonMokuh

      Wenn du die Top 35-37% callst und die restlichen 12-15% 3bettest bist doch gut
      Willst du damit sagen, dass deine 3betting-Range zu 100% aus Bluffs besteht?
    • AyCaramba44
      AyCaramba44
      Black
      Dabei seit: 27.04.2010 Beiträge: 11.747
      Original von 2bad4nick
      Original von SonMokuh

      Wenn du die Top 35-37% callst und die restlichen 12-15% 3bettest bist doch gut
      Willst du damit sagen, dass deine 3betting-Range zu 100% aus Bluffs besteht?
      Ist doch wieder abhängig von dem Gegner. Gegen einen Gegner ohne History sicherlich keine schlechte Anpassung, da man seine ganz schlechten Hände aggressiv ohne Showdown gewinnen kann und dann mit seiner Call Range den Gegner dominiert.

      Wenn der Gegner allerdings auf 3Bets nicht foldet und bis zum River runtercallt, sollte man seine 3Bet Range auf die andere Seite packen und für Value 3betten.

      Am Ende pendelt es sich dann gegen den "Standardgegner" so ein, dass man eine weite Callingrange hat, einige 3Bet Bluffs und ein Value 3Bet Range von z.B. AA-TT und AK. Wobei AA und KK jeweils in der Calling Range und in der Value 3Bet Range sein sollten. An diesem Standardgameplan passt du dann je nach Gegner und Reads deine Ranges an.
    • SonMokuh
      SonMokuh
      Bronze
      Dabei seit: 21.04.2010 Beiträge: 2.861
      Ne natürlich nicht. Nur wenn die Gegner total behämmert sind :D
      AA-QQ/AK und je nachdem JJ (TT eher nicht da sind mir die leute zu tight) wird auf jeden Fall immer ge3bettet.
    • MiiWiin
      MiiWiin
      Moderator
      Moderator
      Dabei seit: 01.03.2007 Beiträge: 64.649
      Grundsätzlich richtig, nur heißt es nicht automatisch dass du selbst einen +EV-Spot hast wenn du Villain einen +EV-Spot vermasselst. ;)

      Das Argument mit dem Autoprofit triffst preflop natürlich zu, nur musst du dann schauen nicht zu viel in den postflop-Spots zu verlieren, denn da wird der Pot groß.

      Pokerschool 2.0 hat ja die Ranges der "regulars" analysiert und da werden im Schnitt gegen ein SB-Raise 49% defenden:

      => http://de.pokerstrategy.com/strategy/bss/2258/1/ (ab PLATIN-Status)


      Defending-Range: 22+, A2s+, K2s+, Q2s+, J7s+, T7s+, 97s+, 86s+, 75s+, 64s+, 54s, A2o+, K6o+, Q6o+, J8o+, T8o+, 98o (49%, #646)



      Call:
      AsAc,KdKh,KdKs,KdKc,99-22, AQs-A2s, K7s+, Q7s+, J7s+, T7s+, 97s+, 86s+, 75s+, 64s+, 54s, AQo-A7o, K8o+, Q8o+, J8o+, T8o+, 98o (#456)

      3-Bet/Fold:
      K6s-K2s, Q6s-Q2s, A6o-A2o, K7o-K6o, Q7o-Q6o (11%, #148)

      3-Bet/5-Bet:
      AdAh, AdAs, AhAs, AdAc, AhAc, KhKs,KhKc,KsKc, AK, TT-QQ (#42)