Spieltheorethsiche Frage hinsichtlich der Realisation von Equity auf den weiteren Straßen

    • Pilon1031
      Pilon1031
      Bronze
      Dabei seit: 01.08.2012 Beiträge: 2.240
      Ich frage mich immer, wenn ich ein Raise am Flop kriege, inwieweit ich eine Hand mit Equity über die weiteren Straßen spielen muss.
      Unten soll ein Beispiel das Problem verdeutlichen. Ich habe am Flop mit KQs gg mögliche Hände, die mich dominieren (66,55,99,65), Equity aufgepickt. Diese sind hier bei ~26%. Im Beispiel raist mich Villain um fast das 3fache meiner C-Bet. Für einen Call bekomme ich Odds von 2,92:1, sprich von ~25%. Also spräche nichts gegen einen Call am Flop, da er rein rechnerisch +EV wäre.
      Doch nun das sich mir auftuenden Problem am Turn. Gehen wir mal davon aus, die Turnkarte blankt und Villain bettet 75% des Pots. Meine Equity schrumpft hier auf fast 18%für einen Turncall, der dann rechnerisch unprofitabel wäre. Hier besteht für mich ein offener Widerspruch hinsichtlich meiner Flop- und Turnequity, den ich für mich nicht auflösen kann.
      Nun die Frage, muss ich, um rein rechnerisch profitabel Poker zu spielen, den Turn immer callen, weil ich die Odds am Flop dafür bekommen habe oder muss ich ihn immer folden, weil mir am Turn die nötige Equity dafür fehlt? Wäre um Hilfe, meinen Denkfehler zu beheben, echt dankbar. :D

      Poker Stars, $0.02/$0.05 No Limit Hold'em Cash, 6 Players
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      SB: $5.02 (100.4 bb)
      BB: $5.26 (105.2 bb)
      UTG: $4.37 (87.4 bb)
      MP: $5 (100 bb)
      CO: $4.01 (80.2 bb)
      Hero (BTN): $12.75 (255 bb)

      Preflop: Hero is BTN with Q K
      2 folds, CO calls $0.05, Hero raises to $0.17, SB folds, BB calls $0.12, CO calls $0.12

      Flop: ($0.53) 6 9 5 (3 players)
      BB checks, CO checks, Hero bets $0.33, BB raises to $0.90, CO folds, Hero ?
  • 5 Antworten
    • Pilon1031
      Pilon1031
      Bronze
      Dabei seit: 01.08.2012 Beiträge: 2.240
      keiner eine idee? ist das zu unklar formuliert? :(


      hier gerne noch ein anderes bsp. am flop noch massig outs, um bis zum river zu callen. am turn kann ich die bet allerdings nicht mehr zahlen. check die mathe dahinter nicht :D

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      BB: $5.10 (102 bb)
      UTG: $4.93 (98.6 bb)
      MP: $5 (100 bb)
      Hero (CO): $12.76 (255.2 bb)
      BTN: $6.19 (123.8 bb)
      SB: $7.25 (145 bb)

      Preflop: Hero is CO with Q J
      2 folds, Hero raises to $0.15, 2 folds, BB calls $0.10

      Flop: ($0.32) T Q A (2 players)
      BB checks, Hero bets $0.20, BB raises to $0.57, Hero calls $0.37

      Turn: ($1.46) T (2 players)
      BB bets $1.15, Hero ?
    • IngolPoker
      IngolPoker
      Black
      Dabei seit: 05.09.2006 Beiträge: 10.470
      Wenn der Gegner immer check/folden würde wenn du improvest, und potten würde wenn du nicht improvest hast du komplett Recht mit deinen Gedanken.

      Allerdings bekommst du ja auch viel Geld wenn du den flush hittest (stichwort implied odds) oder er gibt dir mal ne freecard wenn du nicht hittest oder er check/foldet sogar auf ne Karte, die dich eigentlich gar nicht improved.

      Auf jeden Fall ist korrekt, dass Equity nicht der alleinige Maßstab sein kann, es gibt eine Reihe weiterer Faktoren, die für oder gegen dich sprechen können.

      Eine simple Rechnung gibts da leider/zum Glück nicht.
    • Palmero92
      Palmero92
      Platin
      Dabei seit: 23.05.2010 Beiträge: 4.021
      Nur weil Villain halben Pot am Flop bettet, heißt das nicht, dass du mit 25%+ equity callen kannst - die Rechnung geht nur für den River auf wenn keine weitere Street zu spielen ist!


      Um auf deine Frage zurück zu kommen: Du hast obv keinen Call am Turn wenn er -EV ist, nur weil er am Flop +EV war. Dann müssten wir ja jede Hand bis zum SD durchspielen. Wenn du Villain z.b. zu 100% auf AK setzen kannst, hast du mit 66 auf 444 obv ein call - wenn am Turn ein A kommt natürlich ein easy fold.
    • Krach-Bumm-Ente
      Krach-Bumm-Ente
      Black
      Dabei seit: 01.05.2006 Beiträge: 10.460
      Das Problem ist halt, dass deine Equity am Flop sich auf zwei weitere Streets bezieht.
      Natürlich musst du dann damit rechnen, dass du am Turn noch eine bet bekommst und dann auch nicht die passenden Odds.
      Wenn du 100% wissen würdest, dass Villain immer den Turn groß bettet wenn er blankt (und foldet wenn du hittest), dann kannst du nicht die normale Equityrechnung nehmen sondern darfst nur für eine Street rechnen (siehe IngolPoker).
      Als grobe Faustformel kannst dafür Outs*2,2 nehmen.

      Aber insgesamt hast du schon Recht, das Problem wird zwar durch implieds und free cards etwas abgeschwächt, am Flop rein nach Equity callen kann aber durchaus -EV sein.
    • Pilon1031
      Pilon1031
      Bronze
      Dabei seit: 01.08.2012 Beiträge: 2.240
      Okay, danke für das Feedback. Ich denke, ich verstehe nun die Mathematik hinter der Equity besser und weiß darum, dass wenn ich mich auf dem Flop für einen Call entscheide, dass ich nur die Equity für die eine STraße in Betracht ziehen kann, wenn ich Villain eine bessere Hand gebe. Also Outs*2+2. Ein Call ist dann meist -EV, kann aber durch volle Implieds ausgeglichen werden!?
      Ist V. sehr aggressiv (raist Draws etc) muss er nicht unbedingt den Turn betten und ich kann meine Outs auch noch auf den nä Straßen realisieren (T,R). Hier kann ich meine Equity für Turn und River berechnen (Outs*4).Manchmal bin ich am Flop auch noch vorne (Ace high, Kombodraw) :]