4bet Ranges

    • oettinger4
      oettinger4
      Bronze
      Dabei seit: 01.11.2006 Beiträge: 1.669
      Servus zusammen!
      Ich arbeite gerade an meinen 4bet Ranges und frage mich unter welchen Gesichtspunkten ich von einer gebalancten, unexploitbaren 4bet Range sprechen kann.

      Spot: 3bb or utg -> 9bb 3bet btn -> 22bb 4bet utg

      Dazu folgende Ansätze:

      -> ich will mich gegen bluff-5bet-shoves schützen:

      EV= x * (32,5bb) + (1-x) * (0,31 * 201,5bb - 91bb)
      x = 0,46

      - d.h. wenn ich Villains Bluff-shoves 31% Equity gegen meine Brokerange gebe darf ich nicht mehr als 46% Foldequity zu lassen.

      -> vs 4bet calls:

      - Villain bekommt folgende Odds: 13/22+1,5+9+13= 0,28

      - d.h. unsere 4bet Range sollte zu 72% aus Valuehands und zu 28% aus Bluffhands bestehen. Da aber unsere Bluffs auch noch Equity gegen Villains calling Range haben können wir mehr "Bluffhands" mit in die Range nehmen. Korrekt?



      In der Lektion wird von einer 4bet-Range ausgegangen, die insgesamt 38 Kombos enthält (mp vs utg). Davon sind 14 Kombos for Value und 24 Bluffkombos. Dies würde einem Value/Bluff-Ratio von 36/64 entsprechen. Welche Gedanken oder Rechnungen liegen dem zugrunde? Gegen so eine 4bet Range könnte Villain doch any pocket pair profitabel shoven (z.B. hat Villain mit 55 einen profitablen 3bet/broke Spot mit einem EV von über 12bb; gegen die postulierte 4bet Range) ?(
  • 7 Antworten
    • Becks777
      Becks777
      Black
      Dabei seit: 04.03.2006 Beiträge: 7.727
      Original von oettinger4
      Spot: 3bb or utg -> 9bb 3bet btn -> 22bb 4bet utg

      Dazu folgende Ansätze:

      -> ich will mich gegen bluff-5bet-shoves schützen:

      EV= x * (32,5bb) + (1-x) * (0,31 * 201,5bb - 91bb)
      x = 0,46

      - d.h. wenn ich Villains Bluff-shoves 31% Equity gegen meine Brokerange gebe darf ich nicht mehr als 46% Foldequity zu lassen.

      Ja, wenn du 4bettest, solltest du zu 54% 4bet/callen.

      Original von oettinger4
      -> vs 4bet calls:

      - Villain bekommt folgende Odds: 13/22+1,5+9+13= 0,28

      - d.h. unsere 4bet Range sollte zu 72% aus Valuehands und zu 28% aus Bluffhands bestehen. Da aber unsere Bluffs auch noch Equity gegen Villains calling Range haben können wir mehr "Bluffhands" mit in die Range nehmen. Korrekt?
      Nein, wenn Villain diese Odds bekommt, bedeutet das, dass er 28% gg deine Range braucht um zu callen. Vorrausgesetzt er kann diese 28% auch Postflop realisieren.


      Original von oettinger4
      In der Lektion wird von einer 4bet-Range ausgegangen, die insgesamt 38 Kombos enthält (mp vs utg). Davon sind 14 Kombos for Value und 24 Bluffkombos. Dies würde einem Value/Bluff-Ratio von 36/64 entsprechen. Welche Gedanken oder Rechnungen liegen dem zugrunde? Gegen so eine 4bet Range könnte Villain doch any pocket pair profitabel shoven (z.B. hat Villain mit 55 einen profitablen 3bet/broke Spot mit einem EV von über 12bb; gegen die postulierte 4bet Range) ?(
      Weis nicht welche Lektion du meinst aber wenn es eine Pokerschool 2.0 Lektion war, dann sind das ja keine unexploitbaren Ranges, sondern Ranges mit denen du im Moment das Game gut schlagen kannst und was in der Praxis gut funktioniert aufgrund von großen Datenbankanalysen.

      Meiner Erfahrung nach 5betbluffshoven die Gegner auf den Smallstakes zu selten. Daher kannst du auch exploitive 4betbluffen.
    • oettinger4
      oettinger4
      Bronze
      Dabei seit: 01.11.2006 Beiträge: 1.669
      Original von Becks777



      Original von oettinger4
      In der Lektion wird von einer 4bet-Range ausgegangen, die insgesamt 38 Kombos enthält (mp vs utg). Davon sind 14 Kombos for Value und 24 Bluffkombos. Dies würde einem Value/Bluff-Ratio von 36/64 entsprechen. Welche Gedanken oder Rechnungen liegen dem zugrunde? Gegen so eine 4bet Range könnte Villain doch any pocket pair profitabel shoven (z.B. hat Villain mit 55 einen profitablen 3bet/broke Spot mit einem EV von über 12bb; gegen die postulierte 4bet Range) ?(
      Weis nicht welche Lektion du meinst aber wenn es eine Pokerschool 2.0 Lektion war, dann sind das ja keine unexploitbaren Ranges, sondern Ranges mit denen du im Moment das Game gut schlagen kannst und was in der Praxis gut funktioniert aufgrund von großen Datenbankanalysen.

      Meiner Erfahrung nach 5betbluffshoven die Gegner auf den Smallstakes zu selten. Daher kannst du auch exploitive 4betbluffen.
      OK, danke für die deine Antworten.

      Aber noch mal zu den angegebenen Ranges bei "Pokerschool 2.0". Einen EV von 12bb (bzw. einen noch höheren EV mit 66-TT) ist doch ein unglaublich gutes Ergebnis. Was spricht also dagegen nicht standardmäßig mit Pockets 3bet/broke zu spielen? Also gegen Regs mit einer intakten 4bet Range.

      Ist die hohe Varianz ein so großer Nachteil???
    • Renne01
      Renne01
      Coach
      Coach
      Dabei seit: 15.05.2007 Beiträge: 3.537
      Mit alle PPs meinst du, dass du du auch die mittleren Pockets 3-bet/5-bet spielen willst, anstatt nen Raise zu callen? Und würdest du dann komplett ohne Callingrange spielen?

      Man kann natürlich ohne Callingrange auskommen. Allerdings wird das, zumindest wenn man Postflop solide unterwegs ist, weniger Profit bringen, als mit Callingrange zu spielen.

      Generell eignen sich die kleinen PPs sehr gut für Bluff 5-Bets, weil die Restequity meistens solide 35% beträgt, womit man dann effektiv entsprechend weniger als 90bb riskiert. Wenn Villain seinerseits mehr PPs callt, ohne AQ,AJ etc. reinzunehmen (die Hände werden gegen eine 3-Bet eher gecallt), verlieren die kleinen Pairs aber schnell an Equity. Das solltest du beachten.
    • oettinger4
      oettinger4
      Bronze
      Dabei seit: 01.11.2006 Beiträge: 1.669
      Ich glaube halt nicht, dass man im Durchschnitt mit den kleinen Pockets post-flop mehr als 12bb EV rausholen kann...
    • FrugosRNMD
      FrugosRNMD
      Bronze
      Dabei seit: 20.07.2006 Beiträge: 244
      Original von oettinger4
      Aber noch mal zu den angegebenen Ranges bei "Pokerschool 2.0". Einen EV von 12bb (bzw. einen noch höheren EV mit 66-TT) ist doch ein unglaublich gutes Ergebnis.
      Welche Lektion ist das genau bzw welche Range? Keine Hand wird EV von 12bb haben, wenn man nicht extrem hart irgendwas exploitet.
    • oettinger4
      oettinger4
      Bronze
      Dabei seit: 01.11.2006 Beiträge: 1.669
      Original von FrugosRNMD
      Original von oettinger4
      Aber noch mal zu den angegebenen Ranges bei "Pokerschool 2.0". Einen EV von 12bb (bzw. einen noch höheren EV mit 66-TT) ist doch ein unglaublich gutes Ergebnis.
      Welche Lektion ist das genau bzw welche Range? Keine Hand wird EV von 12bb haben, wenn man nicht extrem hart irgendwas exploitet.

      Darum gehts mir doch. Gegen die angegebenen 4bet Ranges (utg vs mp) könnte man mit 55 3B/broke spielen und hätte einen EV on 12bb. Mit 66-TT wär der EV sogar noch höher (dazu meine 1. Rechnung; wir haben mehr als 46% FE+ mehr als 31% Equity vs Villains broke Range).
    • Renne01
      Renne01
      Coach
      Coach
      Dabei seit: 15.05.2007 Beiträge: 3.537
      Wenns der Gegner (vom Typ Regular) nicht mitbekommt, kann man im Grunde jedes mal mit 22-66 (die höheren eignen sich gut für single raised Potts) 3-Bet/5-Bet spielen. Das wäre aber etwas blufflastig. Standardmäßig würd ich auch lieber A5s-A2s für sowas heranziehen und mit den PPs häufiger einfach nur callen, je nach Positionen. Villain müsste sich dann anpassen und öfter 4-Bet/Broke spielen, vorzugsweise mit mehr Pockets und weniger mit AQ,AJ etc, weil 99 mehr Equity gegen 55 hat als AQ. Wenn er anstatt Pairs Axs Hände gesehen hätte, würde er mehr hohe Aces in die 5-Bet Callingrange reinpacken. Wenn man will, kann man sich das auch einfach genau ausrechnen, womit du eingangs ja schon begonnen hast. Für die niedrigeren Limits ist das aber nicht notwendig. Da musst du defaultmäßig nur hier und da mal Bluff 5-betten, mit entspr. Read dann mehr oder auch weniger.