Der Wechsel von FR auf SH

    • nesmit187
      nesmit187
      Bronze
      Dabei seit: 22.08.2012 Beiträge: 215
      Ich spiele zur Zeit NL25 FR und schlage das Limit auch. Allerdings gibt es - insbesondere tagsüber - auf dem Limit nicht genug Traffic.

      Also würde ich gerne auf SH wechseln. Meine ersten Versuche auf SH (NL10 und NL25) waren allerdings nicht so erfolgreich.

      Meine Frage ist, welche Artikel ich lesen bzw. welche Videos ich schauen muss, um den Wechsel auf SH erfolgreich zu bewerkstelligen?

      Bisher habe ich nur von FaLLout86 die beiden Videos "Der Wechsel auf Shorthanded" gesehen. Allerdings hat das nicht gereicht, um SH erfolgreich zu grinden. :f_confused:
  • 10 Antworten
    • Zatox11
      Zatox11
      Diamant
      Dabei seit: 09.01.2011 Beiträge: 2.758
      Ich denke du lernst am besten, wenn du ein Limit absteigst und dort einfach viel spielst um dich an die neuen Dynamiken zu gewöhnen. Wenn du Winningplayer auf NL25 FR bist, dann bin ich überzeugt, dass du es zügig schaffen wirst, in den entsprechenden Situationen zu adapten und dann auch wieder dein "Stammlimit" in der SH Variante spielen kannst.
    • FaLLout86
      FaLLout86
      Coach
      Coach
      Dabei seit: 22.02.2005 Beiträge: 6.450
      Hi nesmit,

      denke auch generell dass es eine gute Idee ist ein Limit niedriger einzusteigen wenn man eine Variante erlernen will.

      Auch hier auf PokerStrategy gibt es eine sehr große Menge an SH Videos aus denen du sicherlich einiges mitnehmen kannst.

      Ansonsten kannst du natürlich gerne mal deine SH Stats hier posten und wir schauen mal ob wir irgendwelche Auffälligkeiten finden.

      Gruß FaLLi
    • nesmit187
      nesmit187
      Bronze
      Dabei seit: 22.08.2012 Beiträge: 215
      Ein Limit niedriger zu spielen hat leider wenig geholfen. Die Dynamiken bei FR und SH sind einfach grundverschieden. So wie ich das sehe sind meine größten Probleme folgende

      - Im single raised Pot overplaye ich meine mittelstarken Hände (z.B. Overpairs und TPTK).

      - Im single raised Pot bin ich oft mit Flopraises konfrontiert und weiß meist nicht, wie ich darauf reagieren soll. Ständiges folden kann ja keine Lösung sein. Wenn ich auf das Raise aber weiterspiele, bin ich wieder bei Punkt 1.

      - Mir fehlt ein Plan um zu 3betten bzw. um auf 3bets zu reagieren. Ich weiß nicht, wie ich eine default 3betting-Range bzw. 3bet-calling-Range gestalten soll.

      - Ich habe Probleme 3bet-Pots erfolgreich zu spielen, insbesondere OOP.

      @ FaLLout86
      Ich spiele zur Zeit noch ohne Stats. Ich will mir aber in nächster Zeit von meinen Pokergewinnen ein entsprechendes Programm kaufen.
    • Zatox11
      Zatox11
      Diamant
      Dabei seit: 09.01.2011 Beiträge: 2.758
      1)
      Der Hauptgrund ein Limit tiefer zu spielen ist, dass du erstmal nicht so viel Geld verlieren kannst und dementsprechend brauchst du auch nicht moneyscared sein und kannst dich besser aufs Spiel konzentrieren.

      2)
      Ständiges folden ist mit Sicherheit nicht die optimale Lösung, aber definitiv besser als ständiges Downcallen. Klar foldest du auch mal die besseres Hand, aber raises auf den Micros bedeutet meistens Stärke und wir wollen nicht derjenige sein, der ständig andere auszahlt. Wir wollen uns gerne auszahlen lassen und deshalb heißt das Motto: Viel valuebetten und auf Aggression sehr tight weiterspielen. Ganz wichtig ist auch noch auf welcher Street Villain aggression zeigt. Mitlerweile haben die meisten Regs was von lighten Preflop 3bets gehört und check/raisen mal einen Flop im Blindbattle. Am Turn und River sind raises aber in den aller meisten Fällen sehr stark zu bewerten und da solltest du sehr viel wegschmeißen.

      3)
      Ich würde erstmal anfangen sehr valuelastig zu 3betten und nach und nach ein paar Bluffs mit reinnehmen. Da du noch keine Stats hast, kannst du ja leider nicht sehen, bei wem es sich lohnt viel zu bluff3betten und bei wem nicht.
    • nesmit187
      nesmit187
      Bronze
      Dabei seit: 22.08.2012 Beiträge: 215
      @ Zatox11
      Danke für die Tipps. Ich habe dir mal eine Freundschaftseinladung geschickt. So können wir uns vielleicht etwas mehr über SH austauschen.
    • nesmit187
      nesmit187
      Bronze
      Dabei seit: 22.08.2012 Beiträge: 215
      Es gibt ja einige Coachings zum Thema No-Limit [Fortgeschritten]. Und auch ein No-Limit Shorthanded [Fortgeschritten] Coaching von nikonyo.

      Ich suche aber eher sowas No-Limit Shorthanded [Anfänger], also eines das die Basics zum SH Spiel vermittelt.
    • kingbencool
      kingbencool
      Bronze
      Dabei seit: 24.11.2008 Beiträge: 1.084
      Ich hab auch jahrelang solide FR gespielt, aber bin auch aus Trafficgründen auf SH gewechselt (Musste noch SN chasen). Das war teueres Lehrgeld. Bin Anfang des Jahres abgestiegen und auch da gab es erst einmal kräftig auf die Schnauze, badrun war aber auch mit dabei. Meine FR Buddies meinten zwar immer, dass ich zu FR zurückkommen soll, aber ich hatte mich trotz des Donatens in die 6max Dynamik verliebt und ich sah es als neue Herausforderung auch im 6max Winningplayer zu werden.
      Das Default-Game muss etwas umgekrempelt werden. Die zahlst eben alle 6Hande 1,5bb! Das Spiel in Late wird somit wichtiger und vor allem Blinddefense. Seitdem ich wesentlich loser defende, ein meine Verluste im BB um einiges niedriger.
      Ich hab Coaching genommen (beim Bierbaer, sehr empfehlenswert btw) was mir erst einmal wieder Sicherheit gegeben hat. ich muss sogar gestehen, dass ich eine zeitlang penibel nach PS.de 6max Starting Hands Charts gegrindet habe, die ich in einigen Punkten zwar suboptimal finde, aber es hat mir einfach geholfen, ein neues Gefühl für mein Default Game und meine Ranges zu bekommen. Seit 6-7 Monaten läuft es wieder ganz gut.
      Wünsch dir viel Erfolg beim Umstieg.
    • Dogdo
      Dogdo
      Bronze
      Dabei seit: 19.06.2008 Beiträge: 6.319
      Ich versuch immer und immer wieder den Umstief von FR auf 6max....Vergebens. Ich lande grundsätzlich wieder bei FR.
      Habs mittlerweile akzeptiert das ich eben Fullring grinder bin. Mir gefällt die Dynamik Fullring einfach viel besser.
      Man merkt LEIDER das der Traffic irgendwie von Monat zu Monat abnimmt bzw. die Tische immer tighter werden... worauf hin man aber wieder adapten kann/muss
    • SonMokuh
      SonMokuh
      Bronze
      Dabei seit: 21.04.2010 Beiträge: 2.861
      Eigentlich sollte der Unterschied zwischen FR und SH nicht besonders groß sein. FR gibts halt 3-4 Positionen mehr, das ist alles. Sobald UTG1-3 foldet, spielst du effektiv SH.
      Gerade auf den micros gibt's aber sicherlich einen rießen Unterschied zwischen FR und SH, einfach weil man FR mega tight spielen kann und trotzdem Gewinne macht (blindbattel ist weniger wichtig).
      Ich denk mal es wird gegen die allermeisten FR micro TAGs +EV sein, 100% vom BU/SB zu stealen, weil die ranges zu statisch sind und das postflop game viel zu schlecht. Stichwort fit or fold.
      Ich hab 0 FR Erfahrung, aber das was ich im NL50 Handbewertungsforum sehe unterscheidet sich grundlegend von SH. SH sind die Leute imo deutlich besser.

      Ich würd dir empfehlen: Spiel NL5 SH zum umsteigen und halt dich erst mal ans SHC. Dann würde ich nacheinander folgende Probleme angehen:

      - was openraist du aus welcher position?
      - was callst du in welcher position vs welche position?
      - was 3bettest du MP vs UTG? CO vs UTG? BU vs UTG? CO vs MP? BU vs MP? BU vs CO? usw.
      - wie defendest du selbst vs 3bets?
      - wie defendest du in SB/BB vs BU/CO?

      Und wenn du dafür ein Gefühl entwickelt hast kannst postflop Probleme angehen.

      Zu Artikeln oder Videos kann ich dir keine großartigen Tipps geben, aber ich denk mal du solltest dich mit den Basic Sachen beschäftigen. Videos kannst du dir eigentlich alle anschauen, die SH sind, wirst überall was mitnehmen können ;)
    • Renne01
      Renne01
      Coach
      Coach
      Dabei seit: 15.05.2007 Beiträge: 3.540
      Ich hatte damals beim Umstieg von FR auf SH auch Probleme. War guter Winningplayer auf NL100. Auf NL200 ging mir dann jedoch der Traffic aus. Bin dann auf NL50 SH umgestiegen und hab anfangs verloren, weil ich mit der höheren Aggression nicht zurecht kam. Hätte ich die Nerven behalten, hätte ich wahrscheinlich von Beginn an schon Gewinne machen können. Die ständigen 3-Bets, das Gefloate und die Check/Raises führten jedoch dazu, dass ich anfing zu spewn und tilten. Nach einer Weile gings dann aber von alleine. Dh. dass dein Ziel erstmal sein sollte nicht broke zu gehen, solides ABC-Poker zu spielen und nicht durchzudrehen.

      Ein paar Tipps, die dir helfen könnten:

      Eröffne vll. etwas looser, um die 15% aus EP und MP sind ok für SH. Im CO spielst du 25% und am BU 35%, SB wieder 25%. Beim Zusammenbasteln dieser Ranges achte darauf, dass du nur Hände spielst, die du auch sicher profitabel spielen kannst. kleine Axo könntest du zb. komplett rausnehmen oder KJo,QJo aus EP, MP. Damit du nicht zu tight wirst, kannst du ein paar SCs reinpacken. Ich glaub, so kommt man weniger in Versuchung Hände zu overplayen.

      Wenn du ne 3-Bet kassierst, call sie nicht ohne Position. Die Hände, die deiner Meinung nach irgendwie auf der Strecke zu bleiben scheinen sind AQ,AJ. Die zwei Hände nimmst du dann einfach zum 4-Bet bluffen, vorrausgesetzt Villain ist keine Nit. QQ+,AK geht oop fast immer rein. Im Blindbattle kannst du TT+,AQ preflop reinbringen (Ausnahme Nits oder irgendwelche Stations etc.), öfters auch noch etwas looser.

      Wenn du ne 3-Bet kassierst und dabei Position hast, kannst du gute Hände wie AQ,AJ,KQ,QJs,JTs,JJ-99 meistens callen und postflop spielen. Die Valuehände gehen wieder preflop rein.

      Wenn du jemanden 3-betten willst, überleg dir vorher, wie seine Brokerange aussieht. In EP wird die bei vielen Regs QQ+,AK sein. Dh. es bringt dir nicht viel, wenn du AK,QQ 3-bet/broke spielst. Ab dem CO, mit Einschränkungen MP kannst du QQ+,AK aber wieder reinbringen. Damit du mehr als KK+,(AK,QQ) 3-bet/broke spielst, nimmst du noch ein paar Bluffs mit rein. Für Bluff 3-Bets eignen sich SCs mit ein oder zwei Lücken, wobei sie nicht zu niedrig sein sollten. Dazu kannst du noch A5s-A2s 3-betten und ein paar davon mal 5-Bet bluffen, wenn du Villain auch mal 4-Bet Bluffs zutraust, 5-6 Kombos davon reichen. Sitzt du oop, also in den Blinds, achte darauf, dass deine 3-Bet Bluffs etwas stärker sind als ip, weil du öfter mit Calls rechnen musst. Reinbringen kannst du eigentlich immer AQ+,TT+, evt. auch AJs,99. AQ,AJs,TT,99 sind dabei als Semi-Value-Bluff-Hände anzusehen, weil Villain kaum mit schlechteren Händen 4-Bet/Call spielen wird, aber einige schlechtere Hände raise/callen könnte.
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      Postflop müsstest du als FR Winningplayer wieder zurecht kommen. Gib Check/Raises per default erstmal Credit, solange du keinen Grund hast es nicht zu tun. Du kannst und sollst SH looser for Value betten. Mit TP kannst du sehr oft 3 Streets Value kriegen.

      Trotzdem kannst du bei guter Boardentwicklung auch mit Luft barreln (vorzugsweise mit Luft, die noch zu was werden kann). Dabei solltest du aber nicht Villains Range und sein Call-Verhalten außer acht lassen. Viele Regs knicken aber hinten raus ein, wenn du aggressiv bleibst. Das gilt auch, wenn du der Preflop-Caller bist, die C-Bet callst und der Reg am Turn checkt. Mit zwei Potsizebets oder ner Overbet kriegst du ihn oft von seiner Hand runter. Ist im Grunde gleich wie FR. Dazu muss ich dir nichts sagen. Spew nicht rum, mach keine dummen Bluffs und kassier die dummen Bluffs deiner Gegner ein.
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      Zusammenfassend heißt das, dass du preflop etwas looser und aggressiver zu Werke gehen solltest. Postflop spielt sich dann gleich wie FR. Die Ranges sind aber idR. etwas weiter, weshalb du looser for Value betten solltest. Ansonsten musst du nur konzentriert und ruhig bleiben, um keine Dummheiten zu machen.