Bad Beats

    • oberon63
      oberon63
      Bronze
      Dabei seit: 28.02.2011 Beiträge: 18
      Hallo,
      ich wollte mal rumhören, was ihr zu meinen Top-Storys zu diesem Thema zu sagen habt, ob das normal ist oder ich auch nur so ein Pechschwein bin.
      Und vor allem würde ich mal gern wissen, wie man damit umgeht, Computer ausschalten, Urschrei ausstossen oder sich schütteln, weitermachen und tilt-gehen.

      Ich spiele inzwischen recht erfolgreich .25/.50, so etwa +3$ pro 100 Hände regelmässig, inzwischen bin ich bei etwa 50000 Händen, also ein Fischlein auf dem Weg zum Raubfischlein.

      Ab und zu passieren Geschichten, die den ganzen Tag ruinieren, hier 2 Beispiele:
      1)
      Mein raise mit ATs wird von K5o preflop gecallt (von einem Gegner, der sich offensichtlich nach oben verirrt hat), weiterhin alle weiteren bets bis zum River. Ich floppe top-twopair + flushdraw, der Gegner lowpair 5. Am River hat er einen ein-outer, was ihm wahrscheinlich gar nicht klar war (eine der 5en vervollständigt mein flush). er trifft aber die andere 5 und check-raist am river. Mathematisch war seine Wahrscheinlichkeit dafür 1/46.
      Soll ich aufgeben oder callen?
      2)
      Ich hab mal ab und zu sehr tight .50/1 versucht. Die ersten 40 Hände falte ich nahezu alle, dann treffe ich am button KK, der SB hat QQ, es wird preflop gecappt (ich bin vorne). Der Flop kommt Qc Jc 2c, ich bin nun hinten, was ich nicht weiss, raise und calle das reraise. Der Turn ist Ac. Ich habe nun das Nutflush, bin wieder vorn und cappe den Turn, wobei ich mir der full-house-Gefahr schon bewusst war. Der River ist die vierte Q, ich calle die bet und zahle für diesen Pot so etwa den Gewinn von 4 Tagen auf dem unteren Level.
  • 2 Antworten
    • Hausierer
      Hausierer
      Bronze
      Dabei seit: 10.05.2005 Beiträge: 13.079
      Ich spiele inzwischen recht erfolgreich .25/.50, so etwa +3$ pro 100 Hände regelmässig


      Grats zum Monsterupswing

      Ich floppe top-twopair + flushdraw


      Das ist aber nicht fair mit 3 Karten zu spielen :f_biggrin:

      Zu deiner Frage: Solche Hände passieren drölftausendmal am Tag, ist halt ein Drawgame.
    • cjheigl
      cjheigl
      Moderator
      Moderator
      Dabei seit: 09.04.2006 Beiträge: 24.498
      Bad Beats kommen vor. Sie kommen vor, wenn der Gegner gut spielt und sie kommen öfter vor, wenn er schlecht spielt. Warum? Weil der schlechte Spieler länger in der Hand bleibt und öfter hinten liegt als der gute Spieler. Wer länger in der Hand bleibt, nimmt mehr Chancen auf einen Beat wahr und um einen Beat verteilen zu können, muss man erst mal hinten liegen. Insofern sind bad Beats ein gutes Zeichen, denn sie bedeuten, dass du vor dem Beat etwas richtig gemacht haben musst.

      Das hilft dir in einer bad Beat Situation natürlich wenig, weil erst mal der Ärger da ist. Aber eines ist klar: wenn du einen bad Beat bekommen hast, dann musst du vorher einen Vorteil gehabt haben. Den hast du nicht nur einmal, den hast du oft, und in der Vielzahl schlägt eben das statistische Mittel zu. Auf lange Sicht wird sich der Vorteil durchsetzen und die bad Beats können deinen Vorteil nicht ausgleichen. Du hast das an deiner Gewinnrate ja schon festgestellt.

      1) Unspektakulär. Der Gegner weiss nicht, welche Hand du hast. Im Blind verteidigt er K5o sogar korrekt gegen einen Raise aus BU (vergleiche Chart). Wenn er auf dem Flop ein Paar trifft, dann muss er oft in den Showdown gehen, weil du auf vielen Boards kein Paar getroffen hast. Es ist also normal, dass er bis zum River geht und da hat er eben einen 1-Outer erwischt. Hätte er stattdessen den K zum schlechteren 2-Pair getroffen, hättest du eine dicke Auszahlung bekommen.

      2) Sehr tight auf dem höheren Limit unterwegs zu sein, heisst, du bist auf scared money. Das ist grundsätzlich keine gute Sache, weil du damit nicht dein bestes Spiel spielst.

      Der Rest ist auch wieder Standard. Beide Spieler hatten gute Hände auf Flop, Turn und River und da geht das Geld eben in den Pot. Monster gegen Monster muss grosse Pötte geben, sonst ist etwas falsch. Das Glück hat mehrmals hin und her gewechselt. Kommt vor.

      Der Gewinn oder Verlust grosser Pötte kann sehr viel an der Gewinnrate ändern. Das ist Varianz und deshalb bringt es nicht viel, kurze Distanzen zu betrachten. Auf Dauer sollte sich auch das ausgleichen. Dumm war natürlich, dass du den Verlust in einem höheren Limit hattest als du sonst spielst. Da wiegt der Verlust dann doppelt. Der richtige Weg, das in den Griff zu bekommen ist Bankrollmanagement. Das höhere Limit sollte nur dann gespielt werden, wenn es die Bankroll hergibt. Sonst kosten dich solche Swings zuviel von deiner Bankroll.

      Jeder hat schon mal die Erfahrung gemacht, beim Aufstieg auf ein neues Limit erst mal auf die Mütze bekommen zu haben. Es klappt nicht immer beim ersten Mal. Das ist etwas normales und wenn man es hinter sich hat, dann ist man für das nächste mal besser vorbereitet.