Unfall als Geschädigter best line?

    • betandking
      betandking
      Bronze
      Dabei seit: 27.07.2006 Beiträge: 2.125
      Gegen19:30/19:35 fuhr ich () mit dem Fahrzeug meiner Lebensgefährtin (amtliches Kennzeichen) auf der X-Str. in Richtung Ystr. Meine Lebensgefährtin Z war Beifahrerin. Die Fahrbahn war durch vorherigen Regen nass. Ich fuhr auf der rechten Spur mit ca. 50 km/h, eher langsamer als schneller.
      Vor mir fuhr ein weiteres Auto, vermutlich eine Mercedes ...-Klasse (Kennzeichen konnte erkannt werden, Fahrzeughalter wird von Polizei ermittelt), das unvorhergesehen sehr stark abbremste (wahrscheinlich Vollbremsung), um doch noch rechts in die Wstr. abzubiegen. Rechtsabbieger fahren an dieser Kreuzung nicht direkt an der Ampel rechts, es zweigt eine Abbiegespur noch vor der Ampel ab. Das Fahrzeug vor mir kam kurz vor der Verkehrsinsel zum Stehen und bog dann langsam ab. Um einen Zusammenstoß zu verhindern musste ich eine Vollbremsung machen. Das ABS sprang an und wir kamen ebenfalls zum Stehen, ohne Zusammenprall mit dem vor mir abbiegendem Fahrzeug. Das hinter mir fahrende Fahrzeug konnte leider nicht mehr rechtzeitig bremsen und fuhr uns frontal in das Heck. Die Aufprallgeschwindigkeit war aus meiner Sicht recht stark, da wir einige Meter (ca.10m) nach dem Aufprallort erst zum Stehen gekommen sind. Die genaue Entfernung der beiden Unfallautos hat die Polizei vermessen. Die Aufprallgeschwindigkeit wurde zwischen 40-50km/h geschätzt, unsere KFZ stand zum Teitpunkt der Kollision. Das vor mir abbiegende Auto hat während dem Abbiegevorgang noch kurz angehalten, ist dann sehr langsam weiter abgebogen und hat sich vom Unfallort entfernt. Der Unfall fiel vor als das abbiegende Fahrzeug noch sehr nah an der Unfallstelle war (nur wenige Meter entfernt).

      Gesundheitszustand der Insassen Stand heute, bzw. gestern Abend für Unfallgegner:
      - : Schleudertrauma, Behandlung noch am Unfallabend im Krankenhaus, CT HWS unauffällig, Schwindel, Nacken- und Kopfschmerzen und Blockierung

      - Habe erst übermorgen Termin bei Facharzt, fresse atm Schmerzmittel

      - Unfallfluchtfahndung haben sich schon bei mir gemeldet, bekomme dort noch Termin

      - brauche ich einen Anwalt der für mich alles regelt (mit Auto, Heilungskosten etc.) habe nämlich keinen Bock mich um den ganzen Scheiß zu kümmern
  • 13 Antworten
    • Dilas
      Dilas
      Bronze
      Dabei seit: 20.04.2008 Beiträge: 1.124
      Original von betandking


      - brauche ich einen Anwalt der für mich alles regelt (mit Auto, Heilungskosten etc.) habe nämlich keinen Bock mich um den ganzen Scheiß zu kümmern
      Wer fiele Dir denn sonst noch ein, um sich darum zu kümmern, wenn Du keinen Bock dazu hast ?


      Außerdem sehe ich bei Deiner Unfallschilderung, die Du hoffentlich noch nicht abgeschickt hast, einige Schwierigkeiten auf Dich zukommen.

      PS.: Darum sollte jeder eine Kfz-Rechtschutzversicherung für ca. 60€/Jahr haben...
    • betandking
      betandking
      Bronze
      Dabei seit: 27.07.2006 Beiträge: 2.125
      [quote]Original von Dilas
      Original von betandking





      Außerdem sehe ich bei Deiner Unfallschilderung, die Du hoffentlich noch nicht abgeschickt hast, einige Schwierigkeiten auf Dich zukommen.

      PS.: Darum sollte jeder eine Kfz-Rechtschutzversicherung für ca. 60€/Jahr haben...
      Die wären?
    • Dilas
      Dilas
      Bronze
      Dabei seit: 20.04.2008 Beiträge: 1.124
      Dass Du den Nachweis dafür nicht führen kannst, eine Vollbremsung machen zu müssen.

      Der "Unfallflüchtige" wird sein Verhalten vermutlich anders darstellen.

      Im übrigen wirst Du den Unabwendbarkeitsbeweis bei dieser Konstellation nicht führen können, so dass die Betriebsgefahr (25%) bei Dir als Haftungsquote verbleiben wird.
    • betandking
      betandking
      Bronze
      Dabei seit: 27.07.2006 Beiträge: 2.125
      Original von Dilas
      Dass Du den Nachweis dafür nicht führen kannst, eine Vollbremsung machen zu müssen.

      Meine Lebensgefährtin hat meine Version bestätigt, derjenige, der mir hinten drauf gefahren ist hat das auch so bemerkt, hat allerdings zu spät reagiert und seine Reifen waren auch nicht mehr doll, wird wohl sein Fehler gewesen sein, dass er das schon bei der Erstvernehmung genauso angegeben hat.

      Der "Unfallflüchtige" wird sein Verhalten vermutlich anders darstellen.

      Ist inzwischen schon ermittelt und wird vernommen.

      Im übrigen wirst Du den Unabwendbarkeitsbeweis bei dieser Konstellation nicht führen können, so dass die Betriebsgefahr (25%) bei Dir als Haftungsquote verbleiben wird.

      Naja, bin ca. 1m vor dem vorausfahrendem Fahrzeug zu stehen gekommen, hätte natürlich in den Gegenverkehr ausweichen können, das wäre dann erst richtig spaßig geworden.

      Was das unerlaubte Entfernen vom Unfallort betrifft kommt es logischerweise auf die Intelligenz des Beschuldigten an, da er eventuell nicht zu identifizieren ist und sich auch nicht in Widersprüche verwickelt oder die Aussage verweigert, kann es sein dass er strafrechtlich nicht belangbar ist, aber zivilrechtlich. Wie die Zurechnung des Verschuldens dann zwischen den einzelnen Parteien aufgeteilt wird kann mir dann egal sein, gesetzt dem Fall, dass ich wirklich - wie ich vermute - kein Verschulden trage.
    • Unam
      Unam
      Moderator
      Moderator
      Dabei seit: 17.08.2006 Beiträge: 8.999
      Wo ist das Problem?

      Wenn du nicht Schuld bist trägt deine Anwaltskosten die Versicherung des Gegners.

      keine Kosten und keinen Stress => ab zum Anwalt
    • Dilas
      Dilas
      Bronze
      Dabei seit: 20.04.2008 Beiträge: 1.124
      Original von Unam
      Wo ist das Problem?

      Wenn du nicht Schuld bist trägt deine Anwaltskosten die Versicherung des Gegners.
      ...genau da ist das Problem...

      Ansonsten sehe ich das genauso.
    • DerExec
      DerExec
      Bronze
      Dabei seit: 05.10.2007 Beiträge: 12.530
      Anwalt.
      Gegnerische Versicherung an deinen Anwalt verweisen, du sagst gar nichts zu der Versicherung! Die werden bald anrufen, wenn noch niche geschehen.

      Viel Erfolg, lass dir was gutes diagnostizieren, wegen de Kohln.
    • RiotAZ
      RiotAZ
      Bronze
      Dabei seit: 26.09.2006 Beiträge: 3.230
      Man sagt doch immer, wer auffährt ist Schuld.
      Sicherheitsabstand unso.
    • JoWa
      JoWa
      Bronze
      Dabei seit: 05.04.2007 Beiträge: 7.587
      Original von RiotAZ
      Man sagt doch immer, wer auffährt ist Schuld.
      Sicherheitsabstand unso.
      einfach so ne vollbremsung hinlegen ist aber auch nicht erlaubt, daher wird OP möglicherweise ne teilschuld bekommen, wenn der vor ihm fahrende nicht gefunden wird und das alles so bestätigt..
    • pg89
      pg89
      Bronze
      Dabei seit: 05.04.2008 Beiträge: 6.002
      "Einfach so" war es auch nicht. Ob jetzt 99% bremskraft ausgereicht hätten oder die 100% nötig waren, interessiert am ende auch niemanden, weil niemand verlangen kann, dass man sowas als fahrer abschätzen kann (zumal moderne autos einem da gar keine wahl mehr lassen).
      Grundsätzlich sind vollbremsungen obv erlaubt und es muss damit gerechnet werden, dass das vorausfahrende auto dies auch tut, vor allem wenn davor schon jemand in die eisen geht.
      Klar, am ende zählt nur das, was man auch beweisen kann. Aber OP muss auch erstmal nachgewiesen werden, dass die vollbremsung nicht nötig war.

      Trotzdem: ab zum anwalt. Bei solchen eher komplizierten fällen kann man einfach viel zu viel falsch machen und auch viel zu viel übersehen. Du ärgerst dich am ende nur, wenn du nur die hälfte von dem was die zusteht bekommst.
    • ipraythesun
      ipraythesun
      Bronze
      Dabei seit: 11.01.2011 Beiträge: 517
      Original von pg89
      Aber OP muss auch erstmal nachgewiesen werden, dass die vollbremsung nicht nötig war.

      bist du dir sicher mit der Beweislastverteilung?

      Gegen den Auffahrenden spricht der Beweis des ersten Anscheins dafür, dass er entweder nicht den notwendigen Sicherheitsabstand eingehalten bzw. nicht die gebotene Sorgfalt bei der Beobachtung des vor ihm fahrenden Verkehrs beachtet hat. Im Wege des Anscheinsbeweises wird ein schuldhafter Verstoß gegen § 4 I 1 StVO vermutet. Dieser Beweis des ersten Anscheins setzt voraus, dass beide Fahrzeuge – unstreitig der erwiesenermaßen – so lange in einer Spur hintereinander hergefahren sind, dass sich beide Fahrzeugführer auf die vorangegangenen Fahrbewegungen hätten einstellen können.
      Grundsätzlich ist deshalb von einer vollen Haftung des Auffahrenden auszugehen. Eine Mithaftung des Vorausfahrenden besteht jedoch, wenn dieser unter Verstoß gegen § 1 Abs. 2 StVO abrupt bremst. Hier nehmen die OLG (Düsseldorf, Frankfurt, Hamm) eine unterschiedliche Mithaftung an, die von 25% bis 50% reicht.

      Da OP vorliegend abrupt gebremst hat, würde der Anscheinsbeweis erschüttert werden und eine Mithaftung von OP eintreten, es sei denn, er kann beweisen, dass sein abruptes Bremsen nicht verkehswidrig war bzw. durch ein verkehrswidriges Verhalten eines anderen Verkehrsteilnehmers provoziert wurde. Da weder OP noch seine Freundin als Zeugen fungieren können, bleibt der Fahrer des Mercedes als einziges Beweismittelmittel übrig. Ob dieser Zeuge jedoch vor Gericht eine Unfallentstehung und ein unerlaubtes Entfernen vom Unfallort bejahen wird, bleibt zu bezweifeln.
    • DerExec
      DerExec
      Bronze
      Dabei seit: 05.10.2007 Beiträge: 12.530
      Noch ein Tipp:
      Skizziere dir den Unfallhergang mit allen Details. Das ganze wird sich ziemlich lange hinziehen, später kannst du dich nicht mehr an alles erinnern, auch wenn dir jetzt alles ganz klar ist und du es dir nicht vorstellen kannst jemals was davon zu vergessen.
    • betandking
      betandking
      Bronze
      Dabei seit: 27.07.2006 Beiträge: 2.125
      Danke an alle.

      Lasse mit anwaltlich vertreten. Nach Rücksprache mit meiner Versicherung sowie eines 30-minütigen Erstgespräch mit meinem Fachanwalt bin ich tiefenentspannt.

      Nach Rücksprache mit meiner Lebensgefährtin haben sowohl Fahrer als auch Beifahrerin des auf uns auffahrenden PKWs unsere Version bei der Erstvernehmung bestätigt, ich wurde nur kurz gefragt, da ich gleich ins KH gebracht wurde. Nach Info meines Anwalts haftet der Auffahrer voll, wie das im Innenverhältnis zwischen dem mutmaßlich flüchtigen Fahrer des anderen PKWs ist, könne uns egal sein. Jetzt höre ich auf zu schreiben, da ich den Thread hier nicht zur Abrechnung einreichen kann ;) .