Konzepte anwenden und exploits

    • Findblisch
      Findblisch
      Bronze
      Dabei seit: 04.05.2013 Beiträge: 1.213
      hi Leute

      spiele aktuell nl 100 sh und frage mich zum teil wie ich gegen den einen oder anderen
      reg spielen soll.

      wie macht ihr das in der Praxis? wie und woran entscheidet ihr dass ihr gegen Spieler x ein Konzeptanwendet oder nicht.

      zb balancing. wie stelle ich wirklich fest dass ich gegen Spieler x balancing betreiben sollte oder nicht sollte. welche Ansatzpunkte habt ihr da?

      ich finde das zum teil aktuell schwer zu sagen weil ich manche regs auch unangenehm zu spielen finde

      ebenfalls schwierig finde ich das mit polarisation und capped ranges.ich denke dass ich gegen die meisten Gegner in vielen Spots durchaus eine capped range haben kann und pmjjtm.
      aber wie prüfe ich ob diese Annahme wirklich korrekt ist?
  • 8 Antworten
    • KTU
      KTU
      HeadAdmin
      HeadAdmin
      Dabei seit: 24.01.2007 Beiträge: 6.377
      Hi,

      die Logik ist meistens andersrum. Du hast ein sehr sauberes Standardgame (Gameplan). Und wenn du dann spezielle Reads hast: Stats, Reads aus Showdowns etc. Dann weichst du davon ab, weil du spezielle Tendenzen deines Gegners ausnutzen kannst.

      Vllt hilft dir diese Coaching-Reihe:
      http://de.pokerstrategy.com/video/32344/
    • Renne01
      Renne01
      Coach
      Coach
      Dabei seit: 15.05.2007 Beiträge: 3.649
      Nehmen wir an dein Standardplan sieht vor, dass du im Blindbattle um die 10% 3-bettest, in Pottnähe und um die 60% auf 4-Bets foldest. Dann hast du noch eine 5-Bet Valuerange mit 3-4 Bluffs. Soweit so gut. Nun siehst du einen Spieler, der 30% auf 3-Bets foldet, und alles 4-bettet, aber 80% auf 5-Bets foldet.

      Nun kannst du an deinem Gameplan festhalten, was nicht so gut wär oder du entscheidest dich für eine von zwei weiteren Möglichkeiten. Du könntest seltener 3-betten und kleiner 3-betten, um seine ständigen 4-Bets unprofitabler zu machen oder du könntest anytwo 5-Bet shippen, weil er so viel 4-bet/foldet.
      Wenn du nun 100% deiner 3-Bet Range preflop reinbringen würdest, wär das für kurze Zeit sehr profitabel. Allerdings würde auch der größte Noob bald merken, dass du immer Allin stellst, wenn er 4-bettet. Die Folge wäre, dass Villain seltener 4-bettet oder selbst allin 4-bettet. Du würdest ihn also dazu zwingen besser zu spielen. Darum solltest du dich langsam an den Punkt rantasten, an dem er dein Treiben bemerken könnte. Ich persönlich würde hier meine Continuing Range erstmal von 60% auf 65% aufloosen. Damit würde ich schon mal um 5% häufiger 5-betten, als ich es sonst machen würde. Wenn Villain nach 1-2k Händen keine Anstalten macht sein Spiel zu verändern, würde ich um weitere 5% aufloosen und später vll. nochmal um 5%. Dabei würde ich es dann aber belassen. Man sollte Villain nicht unbedingt mit der Nase darauf stoßen. Du könntest dir ja mal ausrechnen, wie viel das in Bigblinds oder in $$$ wär, um zu sehen, wie viel das eigentlich ausmacht.

      Genau so solltest du bei jedem Exploit vorgehen. Jedes mal, wenn du eine Lücke entdeckst, fängst du an sie in 2-3 kleinen Schritten stärker zu exploiten. Danach solltest du aber meistens nicht noch mehr Druck ausüben, da es sonst zu auffällig wird.

      Damit das Ganze aber wirklich Sinn macht, sollte dein Stanardplan schon halbwegs ausgereift und solide sein, damit du brauchbare Ausganswerte hast. Wenn du jetzt zb. schon 20% Fold to C-Bet hast, macht es kaum Sinn noch häufiger zu floaten, nur weil jemand häufig am Turn aufgibt.
    • KTU
      KTU
      HeadAdmin
      HeadAdmin
      Dabei seit: 24.01.2007 Beiträge: 6.377
      Du machst mich noch arbeitslos ;)

      :s_thumbsup: schöner Post.
    • Renne01
      Renne01
      Coach
      Coach
      Dabei seit: 15.05.2007 Beiträge: 3.649
      Haha. Danke. :heart: Dabei halte ich mich eh zurück.
    • Findblisch
      Findblisch
      Bronze
      Dabei seit: 04.05.2013 Beiträge: 1.213
      in der tat ein netter post der aber leider nicht meine Frage beantwortet.

      habe mich da wohl auch schlecht ausgedrückt.

      also wir nehmen an wir aben ein guten gebalancten gamePlan.
      wie stelle ich jetzt aber fest dass das gegen einen Spieler völlig unnötig ist und ich in einer bestimmten Situation gegen diesen Spieler ein Set So spielen kann wie ich nichts anderes spiele.

      kann ich das nicht nur rausfinden wenn ich selber nicht gebalanct spiele?

      oder wie stelle ich fest dass ein Spieler keine Ahnung von sd value oder polarisation hat oder anderen Konzepten.

      halt Sachen die ich nicht aufgrund von irgendwelchen Stats feststellen kann.

      wenn ein Spieler in einer Situation So spielt als versteht er kein sd value reicht das dann aus? oder wartet ihr bis ihr das 10 mal gesehen habt von dem Spieler.
    • Renne01
      Renne01
      Coach
      Coach
      Dabei seit: 15.05.2007 Beiträge: 3.649
      Gut, wenn du anhand seiner Stats keine besonderen Leaks feststellen kannst, was allerdings schwer vorstellbar ist, solltest du dir Villains Hände in deiner DB anschauen (die mit Showdown). Ich schau mir anfangs alle Hände an (1-2k Hände). Weil das natürlich lange dauert, solltest du dir (wenn du willst) angewöhnen jeden Tag ein oder zwei Spieler auszusuchen und dir ihre Hände anschauen. Dabei wird dir vermutlich auch auffallen, dass Villain im Schnitt ehrlicher spielt, als du denkst.

      Normalerweise erkennst man aber schon anhand der Stats, wo sich Leaks zum Angreifen bieten. Auch wenn die Stats oft solide aussehen, finden sich idR. gute Leaks, die man aber nur erkennt, wenn man weiß, wie eine gebalancete Range in Spot xy ungefähr aussehen könnte. Wenn ich zB. sehe, dass Villain einmal auf K55r check/raist und mir am Ende AK oder 5x zeigt, weiß ich sofort, dass seine check/call Range capped ist und baller in Zukunft am Turn in Potsize, um am River für etwa 1.5 Potsizebets allin zu kommen. Man weicht also entsprechend von seinem Standardplan ab, wieder in 2-3 kleineren Prozentschritten und ballert in dem Fall erst nur ein wenig öfter durch, dann etwas öfter usw (bezogen auf den Bluffanteil unserer Bettingrange). Das heißt aber nicht, dass man grundsätzlich gebalanced spielen sollte. Meistens ist es besser seinen Gameplan nach dem durchschnittlichen Spieler auszurichten, also exploitative gegen den average Reg.

      Edit: Richtig wäre, ich schaute mir anfangs alle Hände an. Mittlerweile mach ich mir kaum noch die Mühe, nur noch wenn ich bei einer Hand Schwierigkeiten hatte (hab nen recht guten Autopiloten, was mir derzeit genügt). Das erspart mir im HBF nachzufragen, weil ich so eigentlich jede Hand selbst sehr gut auflösen kann. Trotzdem ist es natürlich grundsätzlich eine super Sache Hände zu posten oder Hände dort zu analysieren.
    • eroticjesus
      eroticjesus
      Bronze
      Dabei seit: 25.05.2009 Beiträge: 4.875
      Wieso ist der noch nicht Coach? :D

      Nice Posts.
    • Kooort
      Kooort
      Black
      Dabei seit: 15.08.2006 Beiträge: 6.110
      Original von eroticjesus
      Wieso ist der noch nicht Coach? :D

      Nice Posts.
      #2