Frage zu Inkasso

    • func87
      func87
      Bronze
      Dabei seit: 15.04.2006 Beiträge: 2.764
      Ein und dasselbe Unternehmen schickt zwei Rechnungen zu zwei gekauften Produkten. Differenz zwischen Kauf der 2 Artikel zirka 2 Wochen.

      Die Rechnungen wurden nicht beglichen, sondern gemahnt.

      Als die Mahnfrist der ersten Rechnung abgelaufen ist (2 Tage später) wurde die erste Rechnung bezahlt.

      Dann kommt 2 Tage nach Zahlung ein Brief vom Inkassounternehmen. Natürlich ist das alle ok und ich erwarte eine Inkassogebühr + Zinsen für die 1 Rechnung, da diese nicht innerhalb der Frist der Mahnung beglichen wurde.

      Jedoch werden BEIDE Rechnungen vom Inkassounternehmen zusammengefasst und auf beide Rechnungen eine Inkassovergütung + Zinsen verlangt.

      Obwohl die Frist für die Zahlung in der Mahnung der 2. Rechnung erst nächste Woche ist!

      Ist das Rechtens???

      Inzwischen sind beide Rechnungen bezahlt, aber ich sehe es nicht ein für die 2. Rechnung Inkassogebühren zu zahlen obwohl die Frist für die Zahlung noch nicht abgelaufen ist..... für die erste Rechnung ist das ja völlig rechtens und würde dafür auch zahlen.

      65% Inkassogebührend sind auch bisschen heftig.

      Forderung: 107,85 (beide Rechnungen addiert!)
      Zinsen: 0,25
      Vorgerichtliche Mahnauslagen 6,00
      Inkassovetgütung 70,20
  • 15 Antworten
    • Indy1701e
      Indy1701e
      Bronze
      Dabei seit: 16.07.2007 Beiträge: 40.333
      Schau mal hier, vielleicht kannst du daraus was machen:
      Inkasso Forderung rechtens?
    • Dustwalker
      Dustwalker
      Bronze
      Dabei seit: 29.07.2006 Beiträge: 5.541
      obv ist es nicht rechtens gebühren zu verlangen wenn du die Frist noch garnicht überschritten hattest
    • Siedepunkt
      Siedepunkt
      Gold
      Dabei seit: 08.10.2008 Beiträge: 1.950
      entscheidend ist doch die Frage, ob sich denn an der Höhe der Vergütung etwas ändert, wenn nur für eine Forderung die Gebühren geltend gemacht wird. Dies hängt davon ab auf welcher Grundlage die Inkassogebühren berechnet werden? Steht eine Berechnung dabei oder Paragraphen? (Anlehnung an Rechtsanwälte).
      Poste mal die Gebührenforderung des Inkassounternehmen (Namen usw bitte schwärzen).
    • katethegirl
      katethegirl
      Einsteiger
      Dabei seit: 25.02.2014 Beiträge: 5
      Google doch mal,

      hab hier auch was gefunden: https://www.google.de/search?site=&source=hp&q=wie+hoch+d%C3%BCrfen+inkassogeb%C3%BChren+sein&oq=wie+hoch+d%C3%BCrfen+in&gs_l=hp.3.0.0l3j0i22i30l7.1731.7871.0.8839.24.14.3.7.8.1.121.1217.12j2.14.0....0...1c.1.35.hp..1.23.1164.m19om1I5gYk
    • func87
      func87
      Bronze
      Dabei seit: 15.04.2006 Beiträge: 2.764
      Hier ist das Schreiben:



      Die Forderung, für die ein Inkasso berechtigt wäre beläuft sich auf 32,94. Die anderen 74,91 sind erst am 28.02. fällig laut Mahnung des Unternehmens.

      Für 32,94 Inkasso von 70€ wäre schwer heftig.
    • FidiFlush
      FidiFlush
      Bronze
      Dabei seit: 14.04.2009 Beiträge: 4.121
      Die Frage ist, ob du durch die Mahnung erst in Verzug kommst oder nicht.
      Beispiel: Du hast was gekauft und in der Rechnung steht zahlbar in 14 Tagen, oder am 01.03. usw. dann bedarf es nämlich keiner Mahnung, sie ist dann "freiwillig" seitens des Unternehmens. Die Forderung kann dann ohne Mahnung sofort eingetrieben werden. Für die daraus entstehenden Kosten musst du aufkommen.
      Kommst du aber durch die Mahnung erst in Verzug, weil die Fälligkeit kalendarisch wie oben, nicht bestimmt wurde, sieht es etwas besser für dich aus, dann musst du für die Inkassokosten nicht aufkommen.
    • ipraythesun
      ipraythesun
      Bronze
      Dabei seit: 11.01.2011 Beiträge: 517
      Original von FidiFlush
      Die Frage ist, ob du durch die Mahnung erst in Verzug kommst oder nicht.
      Beispiel: Du hast was gekauft und in der Rechnung steht zahlbar in 14 Tagen, oder am 01.03. usw. dann bedarf es nämlich keiner Mahnung, sie ist dann "freiwillig" seitens des Unternehmens. Die Forderung kann dann ohne Mahnung sofort eingetrieben werden. Für die daraus entstehenden Kosten musst du aufkommen.
      Kommst du aber durch die Mahnung erst in Verzug, weil die Fälligkeit kalendarisch wie oben, nicht bestimmt wurde, sieht es etwas besser für dich aus, dann musst du für die Inkassokosten nicht aufkommen.
      ich verstehe deine Ausführungen nicht! OP hat trotz schriftlicher Mahnung nicht gezahlt (erste Rechnung). Inkassobüro wurde nach Ablauf der Frist beauftragt und macht die Forderung geltend. Wo soll es hier am Verzug fehlen?

      Da es für die Gebührenforderung des Inkassounternehmens keinen Unterschied macht, ob der Ausgangswert 30 EUR oder107 EUR beträgt, bist du verpflichtet, die Gebührenforderung zu begleichen. Die Höhe der Gebührenforderung ist auch ok. Die Berechnungsgrenzen wurden nicht überschritten. Es ist für OP naturlich bitter, 70 EUR Gebühren zu zahlen.
      Zusammenfassend: die Einbeziehung der zweiten Rechnung ist unerheblich
    • FidiFlush
      FidiFlush
      Bronze
      Dabei seit: 14.04.2009 Beiträge: 4.121
      Original von ipraythesun
      Original von FidiFlush
      Die Frage ist, ob du durch die Mahnung erst in Verzug kommst oder nicht.
      Beispiel: Du hast was gekauft und in der Rechnung steht zahlbar in 14 Tagen, oder am 01.03. usw. dann bedarf es nämlich keiner Mahnung, sie ist dann "freiwillig" seitens des Unternehmens. Die Forderung kann dann ohne Mahnung sofort eingetrieben werden. Für die daraus entstehenden Kosten musst du aufkommen.
      Kommst du aber durch die Mahnung erst in Verzug, weil die Fälligkeit kalendarisch wie oben, nicht bestimmt wurde, sieht es etwas besser für dich aus, dann musst du für die Inkassokosten nicht aufkommen.
      ich verstehe deine Ausführungen nicht! OP hat trotz schriftlicher Mahnung nicht gezahlt (erste Rechnung). Inkassobüro wurde nach Ablauf der Frist beauftragt und macht die Forderung geltend. Wo soll es hier am Verzug fehlen?

      Da es für die Gebührenforderung des Inkassounternehmens keinen Unterschied macht, ob der Ausgangswert 30 EUR oder107 EUR beträgt, bist du verpflichtet, die Gebührenforderung zu begleichen. Die Höhe der Gebührenforderung ist auch ok. Die Berechnungsgrenzen wurden nicht überschritten. Es ist für OP naturlich bitter, 70 EUR Gebühren zu zahlen.
      Zusammenfassend: die Einbeziehung der zweiten Rechnung ist unerheblich
      Es ging mir obv um die 2. Rechnung.
      Die Mahnfrist war ja noch nicht abgelaufen, von daher ist es entscheidend ob er aufgrund dieser Mahnung erst in Verzug war, oder schon vorher.
      Hoffe so ist es verständlicher.
    • Indy1701e
      Indy1701e
      Bronze
      Dabei seit: 16.07.2007 Beiträge: 40.333
      Schau doch mal, was das zuständige Amtsgericht dazu sagt.
      Viele AG sagen, Gebühr nach RVG (also wie bei einem Anwalt) darf verlangt werden. Manche geben auch wesentlich weniger.
      Aber selbst nach RVG gibts dann wieder Unterschiede. Womit ist die Tätigkeit des Inkassobüros zu vergleichen? Ein einfaches Mahnschreiben (0,3 Gebühr, müssten so 13,50 Euro sein) oder Verfahrensgebühr (1,3 Gebühr, also schon knapp 60 Euro).

      Das eine Gebühr aber zu zahlen ist, ist hier sehr wahrscheinlich, wenn du vorher schon mal angemaht wurdest oder die Rechnung eben binnen 14 tage o.ä. zu begleichen ist. Die Inkassogebühr entstand also hier schon mit der Beauftragung und nicht mit dem Fristablauf der Inkassofrist.
    • pg89
      pg89
      Bronze
      Dabei seit: 05.04.2008 Beiträge: 6.002
      Ist das nicht egal?
      Beispiel:
      Ich bekomme am 1.1. eine rechnung, zahlbar bis zum 1.2. Danach bin ich in verzug.
      Am 5.2. kommt eine mahnung, die mich auffordert, bis zum 1.3. zu zahlen.
      Kann jetzt wirklich vor dem 1.3. ein inkassounternehmen beauftragt werden? Ist die mahnung nicht praktisch gleichzeitig ein aufschub?
    • func87
      func87
      Bronze
      Dabei seit: 15.04.2006 Beiträge: 2.764
      Original von pg89
      Ist das nicht egal?
      Beispiel:
      Ich bekomme am 1.1. eine rechnung, zahlbar bis zum 1.2. Danach bin ich in verzug.
      Am 5.2. kommt eine mahnung, die mich auffordert, bis zum 1.3. zu zahlen.
      Kann jetzt wirklich vor dem 1.3. ein inkassounternehmen beauftragt werden? Ist die mahnung nicht praktisch gleichzeitig ein aufschub?
      Genau das war meine Vermutung.
      Klar werde ich zahlen, wenn alles ok ist. Jedoch dachte ich, dass das Inkasso erst beauftrag werden kann, wenn auch die Zahlfrist (die durch die Mahnung verlängert wurde auf den 28.02.) abgelaufen ist.

      Ich werde morgen erstmal ein Fax hischicken, dass derzeit keine Forderung des Gläubigers mir gegenüber besteht und dem Schreiben die Gläubigervollmacht nicht beiliegt. Wie ist das dann, da ich ja "Einspruch" einlege, wird die Zahlungsfrist des Inkassos zum 03.03. erstmal ausgesetzt und müssen dann eine neue "angemessene" Frist festlegen? Ist ja nicht mein Fehler, dass die keine Gläubigervollmacht beilegen...
      Außerdem stimmt der Überwiesungsbetrag eh nicht mehr, da ich zumindest die Hauptforderung abziehen müsste. Hab ja kein Internetbanking, dann kann ich den vorausgefüllten Überweisungsträger leider nicht mehr verwenden :tongue:
    • Siedepunkt
      Siedepunkt
      Gold
      Dabei seit: 08.10.2008 Beiträge: 1.950
      Original von Indy1701e
      Schau doch mal, was das zuständige Amtsgericht dazu sagt.
      Viele AG sagen, Gebühr nach RVG (also wie bei einem Anwalt) darf verlangt werden. Manche geben auch wesentlich weniger.
      Aber selbst nach RVG gibts dann wieder Unterschiede. Womit ist die Tätigkeit des Inkassobüros zu vergleichen? Ein einfaches Mahnschreiben (0,3 Gebühr, müssten so 13,50 Euro sein) oder Verfahrensgebühr (1,3 Gebühr, also schon knapp 60 Euro).

      Das eine Gebühr aber zu zahlen ist, ist hier sehr wahrscheinlich, wenn du vorher schon mal angemaht wurdest oder die Rechnung eben binnen 14 tage o.ä. zu begleichen ist. Die Inkassogebühr entstand also hier schon mit der Beauftragung und nicht mit dem Fristablauf der Inkassofrist.
      Es ist allgemein anerkannt, dass eine 1,3 Gebühr verlangt werden kann.
    • Indy1701e
      Indy1701e
      Bronze
      Dabei seit: 16.07.2007 Beiträge: 40.333
      Original von Siedepunkt
      Original von Indy1701e
      Schau doch mal, was das zuständige Amtsgericht dazu sagt.
      Viele AG sagen, Gebühr nach RVG (also wie bei einem Anwalt) darf verlangt werden. Manche geben auch wesentlich weniger.
      Aber selbst nach RVG gibts dann wieder Unterschiede. Womit ist die Tätigkeit des Inkassobüros zu vergleichen? Ein einfaches Mahnschreiben (0,3 Gebühr, müssten so 13,50 Euro sein) oder Verfahrensgebühr (1,3 Gebühr, also schon knapp 60 Euro).

      Das eine Gebühr aber zu zahlen ist, ist hier sehr wahrscheinlich, wenn du vorher schon mal angemaht wurdest oder die Rechnung eben binnen 14 tage o.ä. zu begleichen ist. Die Inkassogebühr entstand also hier schon mit der Beauftragung und nicht mit dem Fristablauf der Inkassofrist.
      Es ist allgemein anerkannt, dass eine 1,3 Gebühr verlangt werden kann.
      Ja, bis ein Richter was anderes macht. Deshalb würde ich ja mal schauen, was das zuständige AG in der Sache sagt.
      http://openjur.de/u/653633.html

      Da sagt das Gericht 0,3, es gibt genug Urteile die nehmen das RVG gar nicht. Berufungssumme wird auch nie erreicht, also bleibts wohl weiterhin offen.
    • Siedepunkt
      Siedepunkt
      Gold
      Dabei seit: 08.10.2008 Beiträge: 1.950
      es gibt kein "Amtsgericht", sondern es gibt einzelne Richter, die nicht an die Entscheidungen der anderen Richter am gleichen Amtsgericht gebunden sind. Zudem weisst du auch nicht, ob der Richter, der vllt. 2008 die Entscheidung getroffen hat, noch am AG tätig bzw. zuständig ist. Bei größeren AG kannst du dies eh vergessen....
    • Indy1701e
      Indy1701e
      Bronze
      Dabei seit: 16.07.2007 Beiträge: 40.333
      Du müsstest doch wissen, wie es am Gericht abgehen kann. Da geht man mal zum Kollegen, weil der so ein ähnliches Urteil geschrieben hat und tauscht sich mit dem aus.
      Habe ich alles erlebt.

      Ich würde es so oder so drauf ankommen lassen, wenn es mich betreffen würde. Denn wie heißt es so schön 2 Juristen, 3 Meinungen :)