Harrington on Online Cashgames - Anwendung @ Micros

    • kalli1
      kalli1
      Platin
      Dabei seit: 06.05.2007 Beiträge: 131
      Hey Leute,

      habe mir mal vor 2-3 Jahren das oben genannte Buch gekauft, da es in einigen Foren empfohlen wurde und bei Bewertungen stets positiv abgeschnitten hat.
      Aktuell beschäftige ich mich nach dem Aufstieg von NL2 auf NL5 mit dem Thema 3bets/4bets. Eigentlich wird im Buch in etwa vermittelt auf den Micros würde eine 3bet schon eine ziemlich gute Hand bedeuten. Ich habe bisher andere Erfahrungen gemacht. Mir scheint als würde gerade auf NL5 im Gegensatz zu NL2 teils wahllos herumgeballert werden.
      Im Buch wird generell für Micros ein anderer Ansatz verfolgt als für niedrige Einsätze (NL50-NL200). Dass da sehr wohl ein Unterschied besteht ist mir klar. Aber speziell im Fall 3bets/4bets scheinen mir die Micros doch etwas mehr agressive zu sein als früher.

      Darüber hinaus frage ich mich ab wann ein 3bet-Wert überhaupt aussagekräftig wird. Denn auf 50-100 Hände kann ein Gegner doch sehr wohl extrem viele starke Hände bekommen.

      Abschließend: Was empfehlt ihr wie man auf diesem Level mit 3bets/4bets umgehen sollte? Soll ich diese respektieren so lange mich ein Gegner nicht davon überzeugt, dass er dabei auch blufft? Und soll ich mich auf diesem Limit darauf konzentrieren die Fische auszunehmen und den Regs aus dem Weg gehen? Irgendwo muss man doch irgendwann sowieso anfangen auch Regs zu exploiten..
  • 3 Antworten
    • onese7en
      onese7en
      Bronze
      Dabei seit: 19.12.2010 Beiträge: 4.694
      Harrington on online Cashgames mag ein Buch sein, das die Grundlagen gut erklärt und gerade auch den Bereich HUD und Stats sehr einsteigerfreundlich erklärt.

      Auch wenn ich der Meinung bin, dass die Micro Games heutzutage mit grundsolidem ABC-Poker gut zu schlagen sind, glaube ich nicht, dass die "Strategien" aus Harrington on Online Cashgame so aktuell sind, bzw. heutzutage noch 1 zu 1 übernommen werden sollten.
      Da fand ich beispielsweise das "Poker Blueprint" aussagekräftiger.

      Auf 100 Hände overall sagt der 3bet-Wert gar nichts aus.
      Du musst dir einfach vor Augen führen, wieviele Situationen Villain zum 3betten bekommt, die alle in den Wert einfließen und wie oft er letztlich wirklich mal AA und KK gedealt bekommt.

      Ich denke, der Fehler, der am meisten gemacht wird, ist zu früh zu adapten und sich damit in blöde Level-Spots zu bringen.

      Daher würde ich dir wirklich raten, erstmal tight gegen 3bets weiterzuspielen. Wenn du jemanden hast, der dann mal 8-15% auf 200 Situationen 3bettet, kann man mal anfangen, sich die eine oder andere Hand zum 4bet-bluffen rauszusuchen.

      Gegen 3bets aus den Blinds gegen dein OR aus BU oder CO siehts natürlich nochmal etwas anders aus, denn IP kann man da eben durchaus mal Hände wie AQ, KQs, usw. callen, die man eben nicht unbedingt pre reinbringen will, die gegen einen Spieler, der aggressiv seine Blinds defendet, aber auch nicht folden will.

      Poste doch ruhig mal 2-3 Beispiele, wenn du Hände findest, wo du aussagekräftige Stats zum Gegner hast!
    • kalli1
      kalli1
      Platin
      Dabei seit: 06.05.2007 Beiträge: 131
      Original von onese7en
      Harrington on online Cashgames mag ein Buch sein, das die Grundlagen gut erklärt und gerade auch den Bereich HUD und Stats sehr einsteigerfreundlich erklärt.

      Auch wenn ich der Meinung bin, dass die Micro Games heutzutage mit grundsolidem ABC-Poker gut zu schlagen sind, glaube ich nicht, dass die "Strategien" aus Harrington on Online Cashgame so aktuell sind, bzw. heutzutage noch 1 zu 1 übernommen werden sollten.

      ...
      Dann hat mich mein Eindruck nicht getäuscht, dass die Aktualität nicht mehr ganz gegeben ist. Danke schon mal.

      Das mit den aussagekräftigen Stats ist ja eben mein Problem. Habe bisher so 2-3k Hände auf NL5 gespielt und nur erste Eindrücke gesammelt bevor ich mein Spiel dem Level anpassen wollte. Aber bei 300+ Tischen, die man auf den unteren Limits hat, dauert es eh Ewigkeiten bis man mal von jemandem 200+ Hände getrackt hat. Und rein zufällig finden man die Leute dann auch nicht oft wieder. Es sei denn man versucht sich mit Programmen wie TableScan Turbo explizit immer wieder zu denselben Leuten zu setzen. Bevor man da aussagekräftige Stats zu Gegnern hat ist man auf den unteren Micros als halbwegs ambitionierter Zocker wieder ein Level höher..
      Demnach denke ich gerade über einen Gameplan nach der mich so lange aus diesen Schwierigen Spots heraus hält bis ich auf einem Limit bin auf dem es bedeutend weniger Tische gibt sodass man Gegner auch wirklich analysieren kann.
    • MiiWiin
      MiiWiin
      Moderator
      Moderator
      Dabei seit: 01.03.2007 Beiträge: 64.649
      Viele Grundlagen bleiben natürlich, aber das Spiel ist schon etwas anders geworden.

      Ich denke gerade mit dem neuen PS-Content bist du besser aufgestellt als mit diesem Buch.

      Dennoch kannst du dir da natürlich vieles anlesen, schadet ja vielleicht auch nicht verschiedene Sichtweisen mitzunehmen.

      Was die Samplesize angeht: Klar hast du auf solchen Limits das Problem aussagekräftige Stats oder Reads zu bekommen.

      Die hohe Anzahl der Spieler hast du ja genannt, hinzu kommt die hohe Fluktuation, es gibt ja wenige NL5-Regs sondern eher viele Spieler die zwischen NL2, NL5 und NL10 hin- und herswitchen.

      Und da passiert häufig der Fehler dass man nach 50 Händen sich an irgendwelchen Postflop-Stats orientiert die noch völlig ohne Aussagekraft sind.