17k Stats @ NL2 + NL5 - Einige Fragen

    • kalli1
      kalli1
      Platin
      Dabei seit: 06.05.2007 Beiträge: 125
      Aalso, da ich Anfang März, nach längerer Abwesenheit, angefangen habe mich mit CG SH zu beschäftigen und NL2 bisher super lief hab ich jetzt schon 3 mal versucht den Umstieg auf NL5 zu machen, aber irgendwie läuft es dort gar nicht und ich weiß nicht weshalb.

      Dazu muss ich sagen, ich betreibe fürs Erste sehr konservatives Bankrollmanagement (denke ich zumindest nachdem ich etwas von 25 Buy-ins gelesen hab). Bevor ich mich auf NL5 gewagt habe hab ich mir 40 Buy-ins erspielt um erstmal einen Puffer zu haben. Die erste Session lief auch ganz ordentlich, aber von da an hab ich dort irgendwie den Wurm drin. Zugegeben, ich spiele erst seit 4k Händen auf NL5, aber mir scheint irgendwie, dass dort so gut wie kaum etwas von dem geht wie es auf NL2 läuft. Auf NL2 wird man von Fischen ausbezahlt, man Stackt oft genug usw. Auf NL5 scheinen alle zu riechen wenn ich Sets or better hab.

      Ziel dieses Threads ist nicht herumzuheulen. Von Varianz hab ich schon oft genug gelesen. Was ich vielmehr herausfinden will ist a) mache ich grobe Fehler, die auf NL2 nicht auffallen, b) ist NL5 so viel besser als NL2 und c) welche Fehler fallen in den Stats auch schon bei 17k Händen ins Auge. Ach ja und vielleicht wäre noch nice zu wissen inwieweit Hand reading und das Konzept der Ranges auf den unteren Micros von Bedeutung ist. Bisher habe ich mich weitesgehend nur mit dem Bronze-Content beschäftigt, ein paar Online-Coachings besucht und das eine oder andere Kapitel in 'Harrington on Online CG' gelesen.

      Hier erstmal meine Overall Position Stats @ NL2 + NL5 für die 17k Hände:



      Hier dann gleiche Stats auf die letzten 7k Hände:



      Ich denke, es wird sichtbar, dass ich schon versucht habe die anfängtlich große Differenz zwischen VPIP und PFR zu schließen. Im Grunde hab ich die vielen spekulativen Calls raus genommen und calls vs 3bets mehr Richtung 4bet und fold geschoben. Habe mich zwar noch nicht groß mit Ranges beschäftigt, aber so weit reicht das Verständnis noch um da einige Problemsituationen herauszufiltern auch mit Blick auf IP vs OOP @ Flop.
      Zudem habe ich anfangs viel zu viel aus UTG + CO open raised, das konnte ich auch schon etwas eindämmen.

      Natürlich habe ich die Stats auch mit Stats von winning Playern auf Pokertableratings verglichen. Aber bei den Overall Stats fällt mir jetzt nichts auf wo alle groß abweichen. Und was die Stats für die einzelnen Streets angeht tue ich mich noch schwer diese richtig zu interpretieren. Deshalb auch noch die Overall Stats für die Streets und weitere Stats:

      Auch hier einmal für die 17k Hände insgesamt:



      Und zum Vergleich wie es sich auf die letzten etwa 7k Hände verändert hat:



      Ich hoffe, das ist jetzt nicht too much.. Danke schon mal!

      PS: Dass 17k Hände keine super aussagekräftige Samplesize sind, dessen bin ich mir schon bewusst. Deshalb auch explizit nochmal die Betonung der Frage was auf diese Samplesize überhaupt den Daten zu entnehmen ist!
  • 4 Antworten
    • SonMokuh
      SonMokuh
      Bronze
      Dabei seit: 21.04.2010 Beiträge: 2.861
      Die positional winrates sind bei 17k hands nicht annähernd aussagekräftig. Man kann vielleicht grob sagen, dass dein Game in UTG-BU nicht schlecht sein wird, weil du überall sehr gute winrates hast. Kann natürlich auch nur ein upswing sein, aber tendenziell sieht das gut aus. Ich würd das einfach so beibehalten.

      Die Gap zwischen VPIP und PFR sollte recht klein sein, wenn man weniger Erfahrung hat. Hängt natürlich stark von den Games ab die du spielst.

      Ich kann mit den stats jetzt nicht so viel anfangen. Auf NL2 wird's wahrscheinlich richtig sein, preflop viel auf 3bets zu folden. Cbet Wert sieht auch ok aus.

      Um dein Spiel zu analysieren würde ich mir eher deinen Gameplan genauer anschauen. Welche ranges spielst du in welchen Positionen? Was 3bettest du? Wie spielst du spezielle spots gegen average Fische? Damit kann man mehr anfangen als mit ein paar Statistiken. Das ist aber auch eher was für'n coaching ;)

      Ich würde wie gesagt an deiner Stelle einfach das Game beibehalten. Du scheinst einiges richtig zu machen, also warum groß was verändern? NL5 wird nicht viel besser sein als NL2. Was auf NL2 gut funktioniert hat, wird auf NL5 auch funktionieren.

      Ach ja und vielleicht wäre noch nice zu wissen inwieweit Hand reading und das Konzept der Ranges auf den unteren Micros von Bedeutung ist.


      Das ist auf jedem Limit von Bedeutung. Du spielst immer gegen ne range, weil du nur in seltenen Fällen und gegen sehr schlechte Gegner die exakte Hand erraten kannst.
      Handreading ist dementsprechend genauso von Bedeutung, weil du ja damit die range eingrenzt. Gegen Fische sieht das z.B. so aus: Fisch raist nen drawlastigen Flop => starke madehands, pure bluffs. Keine/kaum draws, weil die i.d.R. gecallt werden => flush am Turn ist keine scarecard für Hero.
      Ansonsten gibt's halt noch die Fälle, in denen dir deine Intuition sagt, dass da was faul ist. Dafür musst du aber den Gegner einschätzen können und brauchst auch Erfahrung => Wird auf den micros fast nie vorkommen.

      Zum BRM: Wäre mir für die micros zu tight. Ich finde 20-25 stacks (oder weniger :D ) besser um schnell aufzusteigen, neue Erfahrungen zu sammeln und dann ggf. wieder abzusteigen. NL10/25 Erfahrung ist auch auf NL5 praktisch, weil du gegen bessere Gegner spielst und da auch was lernst.
      Außerdem ist eine micro BR nicht so viel wert wie ne midstakes BR, weil du auf keinem Limit eine gute hourly erreichst und demnach nichts zu verlieren hast.
    • kalli1
      kalli1
      Platin
      Dabei seit: 06.05.2007 Beiträge: 125
      Danke erst einmal für deine ausführliche Antwort!

      Gameplan? :D Habe zwar schon gesehen, dass man sich für gewisse wiederkehrende Situationen irgendwann einen Gameplan machen sollte, aber wie gesagt, bisher hab ich nur den Bronze-Content zum ersten mal durch, versuche mich aus schwierigen Geschichten raus zu halten 3barrele Fische mit made hands und gebe auf sobald sie 3betten. Zudem greife ich ab und an Openraiser mit hohen Fold to 3bet werten an und Resteale gegen ähnliche Leute.

      Das mit dem Coaching ist sicher eine gute Idee, aber das kann/will ich mir noch nicht leisten. Habe gehofft, dass ich alleine mit dem Content bis Silber/Gold und ein paar Gruppen-Online-Coachings bis inklusive NL25 komme. Dann kann man immernoch über ein Privat-Coaching nachdenken..

      Nunja, was einen rudimentären Gameplan und Ranges/Hand reading angeht, damit werde ich mich die nächsten 2-3 Wochen mal auseinander setzen. Gerade um letzteres gehts ja hauptsächlich im Silber-Content.

      Was mich jedoch erstaunt ist deine Ausführung zum Thema BRM. Man ließt ja schon immer viel darüber, dass man da eher konservativer als agressiver herangehen sollte. Und wenn ich so sehe, dass ich in einer schlechten Session auf NL5 mal eben 2-3 gute Sessions von NL2 vernichte, dann will ich von meinem Ansatz nicht zuu sehr abweichen zumindest bis ich mich auf NL5 etabliert habe und/oder einfach ein Up-Swing kommt.
      Ich bin sowieso so vorgegangen, dass ich beim ersten Sprung auf NL5 noch 40 Buy-ins angestrebt habe, bei -4 Buy-ins auf NL5 wieder für 2-3 Sessions auf NL2 umgestiegen bin. Beim nächsten Versuch bin ich dann schon mit 38 Buy-ins hoch und jetzt plane ich nur noch mit 30 Buy-ins. Und Richtung NL10/25 plane ich mit jeweils 30 Buy-ins aufzusteigen und unter 25 Buy-ins jeweils wieder abzusteigen.

      Dabei gehe ich so vor, dass ich auf dem Limit, auf dem ich schon "etabliert" bin, bis zu 12 Tische gleichzeitig grinde. Ein Limit höher bin ich dann eher an 4-6 Tischen um alles im Blick zu behalten. Sobald ich mich dort sicher fühle und 3-4 Sessions hintereinander im + lande nehme ich Tische dazu und fange an mich mehr um Bankrollaufbau zu kümmern.
    • SonMokuh
      SonMokuh
      Bronze
      Dabei seit: 21.04.2010 Beiträge: 2.861
      Nen Gameplan hast du ja immer. Du raist evtl. AJo aus UTG, aber AT nicht mehr. KQo, aber KJo nicht mehr usw. Du cbettest K72r sehr oft, weil die Gegner auf den boards viel folden. Auf QJ9s cbettest du seltener, weil die Gegner da weniger folden usw. Also nen groben Plan hat man ja immer. Den gilt's halt zu analysieren und mit der Zeit auszuarbeiten. Das ist besser, als sich anzuschauen, wie deine Werte in irgendwelchen Situationen aussehen. Je nachdem wie die Gegner spielen, kann man fast alles irgendwie begründen. 90% fold to 3bet ist auch ok, wenn die Gegner nur 2-3% 3betten.

      Coaching braucht's auf den micros absolut nicht, bis NL25 oder höher sollte es imo jeder alleine schaffen. Außerdem ist das für die micros viel zu teuer. Ich wollt damit nur sagen, dass ich hier im öffentlichen Forum nicht zu genau drauf eingehen will ;)

      Dass man auf den micros kein zu tightes BRM haben sollte, ist denk ich die übliche Meinung der meisten hier. Der rake ist da einfach ziemlich hoch und man muss auch kein Genie sein, um die micros zu schlagen. Wer nach 30k hands solide winnings hat (sagen wir mal 6bb/100), sollte einfach aufsteigen. 30k hands sind zwar keine sample um ne Aussage über die realistische winrate zu treffen, aber man muss sich auch nicht selbst beweisen, dass man NL5 schlägt. Das ist relativ offensichtlich, wenn man 0815 valuepoker spielt.

      Also ich persönlich würde bis NL10 ca. 20 stacks oder so nehmen und dann das BRM Stück für Stück tighter gestalten. Je nach edge und Risiko. 25 stacks für NL25, 30-35 für NL50 ist imo ok.
    • kalli1
      kalli1
      Platin
      Dabei seit: 06.05.2007 Beiträge: 125
      Ok, so habe ich es nicht gesehen, dass quasi auch schon die Starting-Hands-Charts eine Art Gameplan darstellen. Insoweit habe ich schon einen kleinen Gameplan. ;) Mir ging es eher um so Dinge wie Umgang mit 3bets/4bets, Blinddefense, Postflopspiel in Folge dieser Aktionen. Ich halte mich alles in allem mehr oder weniger an das Standard ORC von PS. Das Tight ORC würde mich zwar mehr aus schwierigen Situationen heraus halten, aber irgendwo will ich auch Stück für Stück lernen mit schwierigen Situationen umzugehen.

      Um die realistische winrate gehts auch noch gar nicht. Aber natürlich will ich meine BR aufbauen und Skilltechnisch voran kommen. Irgendwann ab NL50/100 wäre eine realistische winrate ganz interessant um zu sehen inwieweit es sich evtl lohnt nach dem Studium eine Pokerkarriere einem 08/15 Job vorzuziehen. Aber das sind noch feuchte Träume.. :f_cool: