Durchschnittsranges TAGs SH - Silber

    • kalli1
      kalli1
      Bronze
      Dabei seit: 06.05.2007 Beiträge: 261
      Hey Leute,

      befasse mich grad mit dem oben genannten Thema und mir kommen einige Fragen, insbesondere zu den Call- und 3-Bet-Ranges:


      Zu MP
      - Ich wäre bisher nicht auf die Idee gekommen ein UTG-Openraise mit kleinen Pärchen zu callen. Da ist doch sogar auf NL5 schon ein Squeeze fast vorprogrammiert wenn 1-2 Regs hinter einem sitzen..
      Frage: Ist es demnach so zu verstehen, dass ich kleine Pärchen in dieser Situation callen kann so lange es die Tischdynamik wahrscheinlich macht, dass ich damit den Flop sehen kann?

      - Und nehmen wir zB 99-JJ, damit würde ich wahrscheinlich eher schon 3betten. Denn 1. bekomme ich dann eine ehrlichere Antwort von UTG (hat er wirklich was starkes, dann 4bettet er mich, hat er etwas weniger gutes, dann foldet er oder callt) und 2. 4bettet mich jemand hinter mir, dann ist das auch eher ehrlich auf den Micros. Dagegen muss ich mit einem call 99-JJ in einem 3-way-Pot spielen, was meißtens in c/f enden wird.
      Frage: Ist am Ende mein Ansatz teurer, weil ich mich oft gegen starke Hände isoliere und auf ein 4bet sowieso folden muss während die Pötte, die ich da oft mitnehme zu klein sind?


      Ich belasse es erstmal bei den Fragen zur MP und werde mich dann nach Analyse der MP mit Fragen zu den späteren Positionen an euch wenden!


      THX :heart:
  • 11 Antworten
    • stiftII
      stiftII
      Bronze
      Dabei seit: 25.02.2012 Beiträge: 2.225
      Spielst du 6max oder FR ?

      Bei 6max ist meine Calling Range vs UTG Opens extrem tight in MP, AK, 88-QQ, Wobei AK,QQ 3b/br gespielt wird wenn es genug infos und dynamiken mit UTG gibt... Wenn die Blinds Fische sind wird die Calling Range dann umso größer, und ich calle suited connector, gute Broadways und alle pairs.

      Wenn Villain eine obernit ist calle ich ebenso alle Pairs auf SetValue, da Nits oft ihre Overpairs overplayen.

      Stacksizes spielen dabei natürlich eine Rolle.

      3Betten tue ich vs UTG nur KK+ und Bluffs(wenn er genug foldet oder ich genug über sein barreling verhalten weiß).

      Zumindest bis NL25 kann ich nicht sagen, dass light gesqueezed wird vs UTG.

      Ansonten würde ich dir raten einfach auf die RFI Werte zu achten, und dann dagegen die Range jeweils zu bestimmen. AQ kann zB nen Easy Call vs UTG open sein... oder aber nen easy Fold.
    • kalli1
      kalli1
      Bronze
      Dabei seit: 06.05.2007 Beiträge: 261
      Sorry, hatte vergessen dazu zu sagen, dass es sich um SH handelt!

      Ansonsten danke schon mal für deine ausführliche Antwort!
      Habe mich bis vor kurzem noch gar nicht groß mit den Charts beschäftigt und sowas eben eher nach Gefühl gespielt. Aber ich merke schon auf NL5, dass ich manche Situationen teils überspiele, teils Value liegen lasse. Insbesondere in Situationen, in denen vor mir geraist wurde, lasse ich, laut der von mir gesammelten Daten, Geld liegen. Ich glaube, im Moment bin ich auch ein wenig nitty... :f_mad:

      Aber wie sagt man so schön? Selbsterkenntnis.... :f_cool:

      Es soll ja Zocker geben, die die Schuld bei irgendwelchen "rigged Sites" suchen.. :D
    • shaeffe
      shaeffe
      Bronze
      Dabei seit: 25.03.2009 Beiträge: 95
      glaube du verstehst die ranges falsch.. das sind keine charts wie man als tag zu spielen hat, sondern lediglich die durchschnittsranges der NL10 tags (oder halt lags, nits etc), damit man halt einen ungefähren plan hat womit die gegner openraise/callen/3betten
    • SonMokuh
      SonMokuh
      Bronze
      Dabei seit: 21.04.2010 Beiträge: 2.861
      Ja soweit ich weiß sind das die ranges, die die Gegner ungefähr spielen.

      - Ich wäre bisher nicht auf die Idee gekommen ein UTG-Openraise mit kleinen Pärchen zu callen. Da ist doch sogar auf NL5 schon ein Squeeze fast vorprogrammiert wenn 1-2 Regs hinter einem sitzen..


      Was sind "kleine" Pärchen? 22-55? 22-88? MP vs UTG open ist ne ziemlich blöde position, da sollte man nicht zu viel callen. 77+, evtl. ein paar suited connectors wie 89s/T9s, die guten suited broadways (KJs+,QJs+,JTs+) und AQo sollte aber schon drin sein. Wenn du nur 77+ und AK/AQ callst, wird deine range sehr leicht zu lesen. Ist auf NL5 natürlich auch zu vernachlässigen.

      Ich hab in MP gar keine 3bet range, weil bluffs eher selten profitabel sind und wenn dann postflop ordentlich gebarrelt werden müssen, auch gegen overcalls aus anderen positionen. Das ist aber selten wirklich gut, also lass ich's gleich ganz weg. Von daher hab ich da keine Probleme mit squeezes.
      Auf NL5 sollte man, wenn UTG nicht gerade ein klarer TAG oder ne Nit ist, aber auf jeden Fall alle guten Hände 3betten. Also AK/QQ+. Da laufen einfach zu viele Fische rum, die alles mögliche callen.

      Gegen UTG open + MP calls von regulars viel squeezen macht sowieso nicht wirklich Sinn. Beide ranges sind die tightesten am Tisch, warum will man ausgerechnet dagegen viel squeezen?
    • onese7en
      onese7en
      Bronze
      Dabei seit: 19.12.2010 Beiträge: 4.748
      Original von SonMokuh
      Ich hab in MP gar keine 3bet range, weil bluffs eher selten profitabel sind und wenn dann postflop ordentlich gebarrelt werden müssen, auch gegen overcalls aus anderen positionen. Das ist aber selten wirklich gut, also lass ich's gleich ganz weg.
      Da habe ich mich auch mal dran probiert. Bin aber auf NL10-25 doch wieder dazu gekommen, KK+ gegen UTG zu 3betten, weils einfach doch niemand exploitet und weiterhin AKo gegen mich geshippt wird.

      Du beziehst dich ja nur auf MP vs UTG.
      3bettest du denn aus anderen Positionen gegen UTG?
      Wie ist es OOP aus den Blinds vs. UTG?
    • AggroNitt
      AggroNitt
      Bronze
      Dabei seit: 05.04.2011 Beiträge: 1.178
      Ich wäre bisher nicht auf die Idee gekommen ein UTG-Openraise mit kleinen Pärchen zu callen. Da ist doch sogar auf NL5 schon ein Squeeze fast vorprogrammiert wenn 1-2 Regs hinter einem sitzen.. Frage: Ist es demnach so zu verstehen, dass ich kleine Pärchen in dieser Situation callen kann so lange es die Tischdynamik wahrscheinlich macht, dass ich damit den Flop sehen kann?


      Das hängt in erster Linie von der Spielstärke der Gegner ab ob du das callen kannst oder nicht und ich würde mal behaupten dass du das auf den mikros immer profitabel callen kannst.
      Ich kann mir auch nicht vorstellen dass so extrem gesqueezed und ge3bettet wird auf den lowstakes zumal man einem Utg raise eigendlich schon nen bissl credit geben sollte. Denke dass ist eher subjektives Emfinden. Wenn die Regs da so riesen Frequancy Leaks haben und 20% oder so squeezen würde ich fast bewusst hergehen und alles mögliche callen um dann über das squeeze drüber zu shippen.

      - Und nehmen wir zB 99-JJ, damit würde ich wahrscheinlich eher schon 3betten. Denn 1. bekomme ich dann eine ehrlichere Antwort von UTG (hat er wirklich was starkes, dann 4bettet er mich, hat er etwas weniger gutes, dann foldet er oder callt) und 2. 4bettet mich jemand hinter mir, dann ist das auch eher ehrlich auf den Micros. Dagegen muss ich mit einem call 99-JJ in einem 3-way-Pot spielen, was meißtens in c/f enden wird.


      Du musst dir überlegen was Utg openraised und dann auf 3bets foldet. Ich denke in der Regel werden die Utg Ranges nicht so loose sein dass du da 99 value 3betten kannst. Du musst auf action halt immer folden, da kannste auch 73o 3betten. Zumal kannt du doch super callen mit diesen Händen. Wenn du wirklich so loose gesqueezed wirsd dann gibts doch nichts besseres für dich als 99 oder JJ drüber zu hauen.
    • pokerladyKS
      pokerladyKS
      Bronze
      Dabei seit: 02.09.2011 Beiträge: 381
      mmn bringen dir duchnittsranges überhaupt garnix da Pokerspieler einfach keine Roboter sind.

      Mein Tipp:

      2 Tische spielen Notetracker im PT4 konfigurieren auf alle relevanten pretflop situationen.

      Postflop spiel mit verschiedenen Handstärken beobachten und im Sessionreview mit flopzilla oder ähnlichem nachbearbeiten und dann Lines überlegen !
    • kalli1
      kalli1
      Bronze
      Dabei seit: 06.05.2007 Beiträge: 261
      Danke erstmal für all die Antworten. Ich gehe nur kurz auf 2 Sachen ein:


      Original von SonMokuh
      Was sind "kleine" Pärchen? 22-55? 22-88?
      22-55 war gemeint. Drücke mich demnächst präziser aus! ;)


      Original von shaeffe
      glaube du verstehst die ranges falsch.. das sind keine charts wie man als tag zu spielen hat, sondern lediglich die durchschnittsranges der NL10 tags (oder halt lags, nits etc), damit man halt einen ungefähren plan hat womit die gegner openraise/callen/3betten
      Naja, wenn wir davon ausgehen, dass TAGs diejenige Art von Spielern sind, die zumindest das Bemühen haben gut zu spielen, dann hat so eine Durchschnittsrange schon etwas damit zu tun was man tun sollte wenn man diesen Stil pflegen will. Und zu verstehen wieso oder unter welchen Gegenbenheiten dort 22 in der Callingrange vs UTG open auftaucht hilft mir zu verstehen wann ein Gegner dort tatsächlich 22 haben könnte und unter welchen Gegebenheiten ich selbst es dort callen kann..



      Angenommen, ich gehe jetzt davon aus, dass der UTG Openraiser ein TAG ist und in etwa die Range hat wie sie im Silber-Content dargestellt wird. Wie finde ich heraus, ob eine Hand gegen seine Range profitabel spielbar ist? Ich spiele grad ein wenig mit Equilab rum und das sagt mir, dass 77 zB 50% Equity gegen diese UTG Openrange hat. Wieviel Equity brauche ich? Und muss meine Equity bei Pärchen eine andere sein als bei anderen Arten von Händen? Damit meine ich, Pärchen und Suited Connectors bringen uns ja oft sehr starke Hände wenn wir treffen während offsuite Broadways uns oft 'nur' Top Pairs mit teilweise dominiertem Kicker bringen..
    • AggroNitt
      AggroNitt
      Bronze
      Dabei seit: 05.04.2011 Beiträge: 1.178
      ngenommen, ich gehe jetzt davon aus, dass der UTG Openraiser ein TAG ist und in etwa die Range hat wie sie im Silber-Content dargestellt wird. Wie finde ich heraus, ob eine Hand gegen seine Range profitabel spielbar ist? Ich spiele grad ein wenig mit Equilab rum und das sagt mir, dass 77 zB 50% Equity gegen diese UTG Openrange hat. Wieviel Equity brauche ich? Und muss meine Equity bei Pärchen eine andere sein als bei anderen Arten von Händen? Damit meine ich, Pärchen und Suited Connectors bringen uns ja oft sehr starke Hände wenn wir treffen während offsuite Broadways uns oft 'nur' Top Pairs mit teilweise dominiertem Kicker bringen..


      Bei diesen Händen ist die openraisingrange von Villan aus Utg und deine preflop Equty eher irrelevant. Es kommt darauf an wie du die Postflop Fähigkeiten von V und dir selbst einschätzt. Ist V in der Lage AA oder so zu folden? Bist du in der Lage ab und an bottem set zu folden, gerade wenn es multiway geht etc.
      Angenommen ich wüßte das V nur AA openraised würde ich 22 halt immer callen.
    • kalli1
      kalli1
      Bronze
      Dabei seit: 06.05.2007 Beiträge: 261
      Ok. D.h. gegen schlechte Spieler mit niedrigen PFR-Werten, egal welcher Spielstil, kann ich mal auf Setvalue spielen, gegen Spieler, die ich als solide einschätze dürften die implied odds nicht groß genug sein um solch eine Situation zu spielen..?!
    • SonMokuh
      SonMokuh
      Bronze
      Dabei seit: 21.04.2010 Beiträge: 2.861
      Original von Adi2203
      Ok. D.h. gegen schlechte Spieler mit niedrigen PFR-Werten, egal welcher Spielstil, kann ich mal auf Setvalue spielen, gegen Spieler, die ich als solide einschätze dürften die implied odds nicht groß genug sein um solch eine Situation zu spielen..?!
      Ja und nein. Das "alte" setvalue Konzept ist mittlerweile überholt. Das Prinzip besagt, dass du umso besser auf setvalue callen kannst, je tighter die gegnerische range ist, weil villain dann öfter starke Hände hat, die dich ausbezahlen.
      Das funktioniert aber nur gegen schlechte Gegner die in absoluter Handstärke denken.
      In Wirklichkeit kannst du die Gegner dazu zwingen, dass sie dich ausbezahlen und je weiter villains range ist, desto besser ist das für dich. Du musst einfach nur genug bluffs in deine raising range stecken, dann zahlt dich villain aus, egal was er macht. Foldet er, gewinnst du oft mit deinen bluffs. Callt er, gewinnst du mit deinen valuehands. Richtig gebalanced kann dir fast egal sein was er macht.

      Weite ranges sind theoretisch besser für deine setvalue calls, weil dich weniger aus villains range beat hat, wenn du bottom/middleset hittest. Wenn du mit 22 auf AK2 gegen ne 5% UTG range dein set hittest, ist deine Hand fast nicht mehr stark genug um postflop zu raisen.
      Hittest du gegen eine 60% BU range auf AK2 bottomset, hast du eigentlich immer die beste Hand.

      Es gilt aber: Je niedriger das Limit, desto statischer spielen die Gegner ihre Hände und desto besser sind tighte ranges um auf setvalue zu callen.