Rechtsfrage: versäumte Zahlung einer Versandrechnung

    • GodisaDealer
      GodisaDealer
      Gold
      Dabei seit: 18.08.2012 Beiträge: 203
      Guten Tag,

      ich bräuchte Hilfe bezüglich folgendem Sachverhalts:

      Ich habe letzten August, eine Bestellung bei einem Versandhändler auf Rechnung aufgegeben.

      Da ich für gewöhnlich direkt via Paypal zahle (ging bei dem Händler nicht)
      habe ich vergessen die Rechnung zu bezahlen. Bin ca. 1 Monat später aus der Wohnung ausgezogen. Laut meinem ehemaligen Mitbewohner kam im Nachhinein keine Post mehr. Kann aber auch nicht zugstellt worden sein, wegen fehlendem Nachnamen. (Nachmeldeantrag bei der Post habe ich nicht abgegeben, da kostenpflichtig.)

      Vor wenigen Tagen kommt bei meinen Eltern ein InkassoSchreiben an mit der Forderung von 140€. Kaufpreis betrug 32€. (Adresse hat Inkassobüro ermittelt, stimmt nicht mit der Rechnungsadresse überein).

      Ich habe keine Mahnung/Zahlungserinnerung erhalten und soll nun 140€ laut Inkassobüro zahlen.

      Wie verhält es sich im Bezug auf der Verhältnismäßigkeit der Höhe?
      Ist die Forderung ohne jeglich (angekommene) Mahnung rechtens?

      Habe auch ein wenig im BGB gestöbert, allerdings fehlt mir dann doch zu viel Fachwissen.

      Jemand konstruktive Hilfe/Erfahrung bezüglich der Vorgehensweise?

      Wäre über jeden vernünftigen Ratschlag dankbar
  • 2 Antworten
    • Pornator
      Pornator
      Bronze
      Dabei seit: 26.10.2007 Beiträge: 393
      Kurzfassung:
      du bist zur Zahlung verpflichtet, § 433 BGB

      dem bist du nicht nachgekommen

      du stehst in Verzug § 286 BGB

      du bist schadensersatzpflichtig gegenüber dem Gläubiger (er ist so zu stellen, als wenn du die Rechnung ordnungsgemäß bezahlt hättest --> trifft auch auf die Inkassokosten zu)

      versuch dich mit dem Inkassounternehmen zu einigen --> vllt. auf 100€ (Umzug, immer mit paypal, keine Zahlungserinnerung bekommen, sonst hätte ich gezahlt)
    • Rubnik
      Rubnik
      Bronze
      Dabei seit: 12.02.2006 Beiträge: 10.300
      EDIT: lange getippt, Pornator kam mir zuvor....

      Da Du ohne Nachsendeauftrag umgezogen bist und daher die Mahnung(en) vermutlich "unzustellbar" zurückgegangen sind ist es rechtens, dass der Gläubiger ein Inkasounternehmen einschaltet.
      Ich gehe davon aus, dass Du die erste Rechnung noch bekommen hast.

      Was die Inkasso in Rechnung stellen kann:
      - Inkassogebühren
      - Kosten für eine einfache Adressermittlung (vorausgesetzt, Du hast dich korrekt und zeitnah umgemeldet?)
      Was der Gläubiger in Rechnung stellen kann:
      - Rechnungsbetrag
      - Verzugszinsen
      - Mahngebühren

      Die Kosten sind dafür imo (wie so oft) zu hoch, wie sind sie denn aufgeschlüsselt?
      Sind keine Mahngebühren des ursprünglichen Gläubigers dabei?

      Ich musste in einem vergleichbaren Fall (letzte Telekomrechnung nicht bezahlt) 60€ Gebühren für Inkasso & Adressermittlung zahlen. Gefordert waren unrsprünglich auch irgendetwas über 100€.
      Allerdings hatte Ich auch meine Anwältin eingeschaltet, da Ich die eigentliche Forderung (ua. Grundbeträge für die Zeit, in der Ich den Anschluss nicht mehr genutzt habe) auch nicht in voller Höhe zu zahlen bereit war. Für dich wird sich ein Anwalt wohl kaum rechnen.

      Mein Tipp wäre also:
      Entweder bezahlen.
      Oder: angemessene Gebühren googeln, Höhe der Inkassogebühren beanstanden, Rechnungsbetrag (+ evtl. Zinsen), ggf. Mahngebühren + 60€ Inkasso bezahlen.
      Dabei wird deine Ersparnis wohl irgendwo unter 50€ liegen.

      Wie immer gilt: das ist eine unverbindliche Laienmeinung.