Call any2 OCs

    • wuerstchenwilli
      wuerstchenwilli
      Black
      Dabei seit: 07.04.2008 Beiträge: 18.676
      Hallo,

      in HBs liest man es oft und ich verfahre auch nach dem Prinzip in erster Linie aber, weil ich es für einfach halte:

      Call any2 OCs!

      Doch was ist dran an dieser Theorie? Auf Lowcardboards cbetten selbst die weaksten Turncbettor zu annähernd 100%. Es geht hier nicht um den Exploit dieser Annahme durch Turndelays von MHs, sondern um die isolierte Betrachtung.

      Wir improven nur zu 12%. Falls wir nicht delayen, was natürlich ein Fehler ist (s.o.), dann schmeißen wir am Turn mit Ausnahme des SD-valueanteils (A^) einen riesengroßen Teil (bis zu 50%) weg.

      Wenn wir improven haben wir zwar Toppair, aber mit 76 auf 222 noch lange nicht die Nuts. Die IOs sind also auch überschaubar.

      Mir sheint, dies ist kein guter Ansatz. Was bedeutet das?

      a) weniger am Turn folden

      b) mehr bluffen (kommt für mich leider nicht in Frage)

      c) doch am Flop OCS folden. Beispiel: BvB Flop 567 Hero Folds KJ.
  • 2 Antworten
    • cjheigl
      cjheigl
      Moderator
      Moderator
      Dabei seit: 09.04.2006 Beiträge: 24.495
      Das Problem, dass du am Turn bis zu 50% foldest und dann gefühlt zu viel wegwirfst, existiert vielleicht nicht. Du bekommst für deinen Call am Flop auch etwas: die Wahrnehmung deiner Outs und implied Odds. Diesen Gegenwert bekommst du am Flop völlig unabhängig von deiner Foldfrequenz am Turn. Wenn das eine mit dem anderen nichts zu tun hat, dass sollte das eine auch nicht dazu führen, dass es das andere beeinflusst.

      Wie sieht die Alternative aus? Du wirfst entweder viel schon am Flop weg, was einfach dasselbe in Grün ist, oder du gehst mit zu viel zum River. Wie viel du am Turn wegwirfst, sollte am Flop erst mal nicht kümmern. Wichtig ist, ob der Call am Flop für sich gesehen profitabel ist. Das Spiel am Turn ist eine andere Baustelle.

      Ob der Call am Flop mit any 2 OC profitabel ist, kann man hinterfragen. Niedrige OC können weniger wert sein als hohe OC, da ein Treffer vom Gegner leichter zurück überholt werden kann. Jedoch muss man bei hohen IC beachten, wie stark sie dominiert sind.

      Ein low Board am Flop kann man zum Anlass nehmen, seine Linien und Ranges anders zu balancieren als auf einem high Board. Wenn der Gegner bei einem low Board sehr oft am Turn contibetten wird, dann attackiert man eben da und nicht am Flop. Das gilt für made Hände und unverbesserte Hände. Die Odds sind am Turn andere als am Flop, also beeinflusst das die Frequenzen.

      Wenn du der Ansicht bist, dass mehr bluffen für dich nicht in Frage kommt (kann durchaus stimmen) dann bluffst du vielleicht einfach schon zuviel. Du solltest deine Frequenzen überdenken und kannst Zeitpunkt und Frequenz an das Board anpassen.
    • wuerstchenwilli
      wuerstchenwilli
      Black
      Dabei seit: 07.04.2008 Beiträge: 18.676
      Original von cjheigl
      Wenn das eine mit dem anderen nichts zu tun hat, dass sollte das eine auch nicht dazu führen, dass es das andere beeinflusst.

      Ja und nein. Man darf sich halt nicht dem Trugschluss hingeben, dass man am Turn möglicherweise eine FC bekommt.

      Wie sieht die Alternative aus? Du wirfst entweder viel schon am Flop weg,

      es geht ja nicht um viel. es geht einfach um die schlechtesten 10% bspw.

      Ob der Call am Flop mit any 2 OC profitabel ist, kann man hinterfragen. Niedrige OC können weniger wert sein als hohe OC, da ein Treffer vom Gegner leichter zurück überholt werden kann.

      This! Die Dominationgefahr sehe ich bei den meisten gegnern nicht so stark, weil die Ranges mittlerweile imo ganz gut gemerged sind.