Differenzierte Defendingrange zum NL 10 6max Zoom Video [TickTack24]

    • TickTack24
      TickTack24
      Coach
      Coach
      Dabei seit: 14.02.2007 Beiträge: 2.373
      Hi Leute.

      In meinem aktuellen Video stelle ich eine Defendingrange für den Bigblind vor, um gegen ein Buttonopenraise zu verteidigen.

      LINK - Back to the basics NL 10

      Dies wird durch diesen Thread nochmals auf Wunsch aufgegriffen und kann durch eure Ideen erweitert werden (erweiterte Defendingrange, wenn BTN sehr viel raised / 3betrange gegen einen TAG?).



      Gelb gibt den Teil der Range an, die man 3betten kann. In dem Video ist diese Range leicht anders und hiermit liefer ich gleich eine Möglichkeit einer leichten Modifikation der Range.

      Jetzt seid ihr an der Reihe.

      --> Wie würdet ihr die Range modifizieren, wenn ihr Villain "erwischt", wie er Q9s auf eure 3bet callt (obv immer BTN (Villain) vs BB (Hero))

      --> Wie könnte man die Range modifizieren gegen einen Gegner, von dem ihr den Eindruck habt, dass er "gut" spielt (er callt nicht zu loose auf eure 3bets, manchmal 4bettet er und ihr habt das Gefühl, dass er dies auch ab und an als Bluff tut, also 4bet / fold spielen kann.)

      Viel Spaß,

      euer Tick.
  • 6 Antworten
    • CountZero
      CountZero
      Bronze
      Dabei seit: 21.07.2006 Beiträge: 3.681
      Kannst du mal erläutern, warum die eine recht tighte lineare 3betting-Range BB vs. BU vorschlägst anstelle einer polarisierten?
    • Infreed42
      Infreed42
      Bronze
      Dabei seit: 08.07.2007 Beiträge: 3.320
      Original von CountZero
      Kannst du mal erläutern, warum die eine recht tighte lineare 3betting-Range BB vs. BU vorschlägst anstelle einer polarisierten?
      Selbe Frage. Würde je nach Postfloptendenzen von BU oft zumindest 45s+ 3betten.
    • TickTack24
      TickTack24
      Coach
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      Dabei seit: 14.02.2007 Beiträge: 2.373
      Original von CountZero
      Kannst du mal erläutern, warum die eine recht tighte lineare 3betting-Range BB vs. BU vorschlägst anstelle einer polarisierten?
      Hi Jungs. Dieser Thread lehnt an mein Video an. Das Video richtet sich eher an die bisher unbefleckten in Sachen Rangekonstruktion. Zudem richtet es sich an diejenigen, die ohne HUD spielen und frisch oder noch nicht lange auf diesem Limit hausieren.

      Aus diesem Grund und weil der durchschnittliche Gegner zu viel auf 3bets callt (und wir in dem Fall viel öfter seine Callingrange dominieren) halte ich diese lineare Range für optimal. In dem Video wird auch erklärt, warum ich diese Range gewählt habe und ein Equityvergleich gegen eine typische Callingrange herangezogen.
      Weiterhin denke ich, dass es Anfängern leichter fällt, in einem Callcase ihre Handstärke postflop zu definieren und somit leichter Entscheidungen treffen zu können.

      Abschließend erläutere ich dann noch, dass es durchaus möglich ist, gegen expected TAGs eine andere Range zu wählen.

      Ich hoffe, ich konnte eure Frage zufriedenstellend beantworten.

      Gruß,

      Tick
    • Tok99
      Tok99
      Bronze
      Dabei seit: 27.04.2009 Beiträge: 181
      Hallöle,

      vielen Dank erst mal für Deine Mühe.

      Ich habe bis letztes Jahr nur Fullring gespielt und komme auf SH noch nicht so klar.

      Warum calle ich 22-88? dann Spiel ich immer OOP ohne initiative und treffe ich mein set, bekomme ich in der Regel nur wenig value, weil der BU ja selten eine starke Hand hat.

      Da mein Spiel im allgemeinen zu tight ist und ich einen 3-bet wert von 3,x hatte, hab ich mich nun mal in den Blinds bei Zoom ausprobiert.

      Wenn der Gegner folden kann ( Postflop) oder einen hohen fold to 3-bet Wert hat sah meine Range so aus :

      22+, ATs+, A5s-A2s, KQs, AJo+, KQo

      Hab ich die PP nicht gedreibettet, hab ich Sie gefoldet (22-88).

      Gefühlsmäßig gab es wenig Gegenwehr, oft konnte ich den Pot preflop mitnehmen, oder per c-bet.
      Die PP haben auch öfter den Chekdown erreicht, weil die Villains irgend wie in 3-bet Pötten ehrlicher Spielen und nicht mal eben 2 Barreln mit Air.

      Was ich gesehen habe an Showdowns waren meißtens Ax, aber auch K7s, 67s, T9s.


      Mit der calling Range tu ich mich schwer, ich spiel da am liebsten die suited connectors.

      A9s-A6s, KTs-K9s, Q8s+, J8s+, T8s+, 97s+, 87s, 76s, ATo, KJo-K9o, QTo+, JTo

      Die Calling Range ist also tighter als von Dir vorgeschlagen. Ich erwische mich auch dabei, auch aus der Range im zweifelsfall noch was zu folden.

      Bei K7s wüßte ich wieder nicht wie ich die Hand Spielen soll, wenn ich den K auf einen tockenen Flop treffe. Einmal callen, dann aufgeben? K7s kann auch keine Streight machen.

      Ich fühl mich halt Postflop noch zu unsicher und gerade bei ZOOM renn ich des öfteren in die bessere Hand.

      Lasse da bestimmt zu viel Value liegen.

      Heute mal endlich wieder eine positive Session und das Gefühl, nicht nur herumgeschubst zu werden, sonder auch mal auszuteilen :s_love:
    • TickTack24
      TickTack24
      Coach
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      Dabei seit: 14.02.2007 Beiträge: 2.373
      Original von Tok99
      Warum calle ich 22-88? dann Spiel ich immer OOP ohne initiative und treffe ich mein set, bekomme ich in der Regel nur wenig value, weil der BU ja selten eine starke Hand hat.
      --> Nicht immer wird contibettet, d.h. wir können ab und an auch runterchecken und gewinnen die Hand am Showdown.
      --> "Value" in deinem Sinne kriegst du mit Top 2 Pair auch nur, wenn der Gegner irgendwas hat, womit er viel Geld in den Pot investieren möchte. Ebenso ist es mit Sets.
      --> Wir wollen auch Lowcardboards bedienen können bzw. dort etwas repräsentieren können und nicht nur Boards wie 9JQ.

      Original von Tok99
      Da mein Spiel im allgemeinen zu tight ist und ich einen 3-bet wert von 3,x hatte, hab ich mich nun mal in den Blinds bei Zoom ausprobiert.
      Soll heißen, du hast jetzt mehr ge3bettet aus den Blinds?

      Original von Tok99
      Wenn der Gegner folden kann ( Postflop) oder einen hohen fold to 3-bet Wert hat sah meine Range so aus :

      22+, ATs+, A5s-A2s, KQs, AJo+, KQo

      Hab ich die PP nicht gedreibettet, hab ich Sie gefoldet (22-88).
      Da du offensichtlich mit Stats spielst (was in dem Video ja aber nicht Ausrichtungspunkt war), ist deine Range spielbar. Hast du die Range denn dann aus SB und BB so gespielt oder nur aus dem BB?

      --> Was verstehst du unter "viel" folden? Wenn ein Gegner auf Sample mehr als 66% foldet, können wir any 2 3betten. --> Autoprofit Spot.

      Original von Tok99
      Gefühlsmäßig gab es wenig Gegenwehr, oft konnte ich den Pot preflop mitnehmen, oder per c-bet.
      Die PP haben auch öfter den Chekdown erreicht, weil die Villains irgend wie in 3-bet Pötten ehrlicher Spielen und nicht mal eben 2 Barreln mit Air.

      Was ich gesehen habe an Showdowns waren meißtens Ax, aber auch K7s, 67s, T9s.
      --> Eben diese Beispielhände, die du am SD gesehen hast, bestätigen meine These, das eine weite Value3betrange der richtige Weg ist.
      --> Du kannst DANN ja immernoch bei entsprechenden Stats zu dieser Value3betrange etliche Bluffs hinzunehmen, wenn du der Meinung bist, der Gegner foldet zu viel.

      Original von Tok99
      Mit der calling Range tu ich mich schwer, ich spiel da am liebsten die suited connectors.

      A9s-A6s, KTs-K9s, Q8s+, J8s+, T8s+, 97s+, 87s, 76s, ATo, KJo-K9o, QTo+, JTo

      Die Calling Range ist also tighter als von Dir vorgeschlagen. Ich erwische mich auch dabei, auch aus der Range im zweifelsfall noch was zu folden.

      Bei K7s wüßte ich wieder nicht wie ich die Hand Spielen soll, wenn ich den K auf einen tockenen Flop treffe. Einmal callen, dann aufgeben? K7s kann auch keine Streight machen.

      Ich fühl mich halt Postflop noch zu unsicher und gerade bei ZOOM renn ich des öfteren in die bessere Hand.
      Generell gilt: Jeder strategische Ansatz hat unter bestimmten Bedingungen seine Einschränkungen. Wenn Villain ein Rock ist und am BTN nur 15% open raised, dann brauch ich nicht 28% oder mehr zu defenden.

      Da hier aber gegen den durchschnittlichen Gegner des Limits ein Ansatz vorgeschlagen wurde, der sich in die Richtung des Optimums für das Limit bewegt, sollte es leicht machbar sein, die Verluste im (hier diskutierten) BB mit dieser Range zu verringern.

      Um auf dein Beispiel mit K7s einzugehen.
      --> Solche Hände aus unserer Defendingrange leben generell vom Showdownvalue, besonders, wenn sie nur klein treffen. Man kann sich allerdings auch Value holen, besonders wenn Villain behind checkt. Hier einige Beispiele:

      Auf Kxx würde ich eine Contibet normal callen und auf eine 2nd Barrel (auch auf eine kleine Karte, also Blank) erstmal aufgeben (mir aber dann eine Notiz machen, vielleicht barrelt Villain ja viel, was ich dann später bemerken werde).

      Gleiches gilt, wenn das Board T7x z.b. kommt. Eine Barrel darf man erstmal callen, das Konzept der "Continuation Bet" ist weit verbreitet und deshalb ist man oft genug vorne am Flop.

      Nochmal zurück zu Kxx (Hero hat immernoch K7). Wir callen den Flop und Villain checkt den Turn behind. Ich bette dann fast jeden River for Value (Valuebet muss hier nicht groß sein), solange ich denke, dass Villain mit einigen schlechteren mittleren Treffern callen kann (was in den meisten Fällen eintreffen wird, sofern er getroffen hat) --> bet / fold River.

      Checkt er bereits den Flop behind, bette ich auch. Je nach Spieler Turn und River oder abermals check Turn und dann nur den River.

      Ich hoffe, es ist etwas klarer geworden.

      Vielleicht wäre an dieser Stelle nochmal ein Video mit einem Review passiv defendeter Hände sinnvoll, damit ihr Postflop sicherer werden könnt.

      Gruß,

      Tick
    • Krad85
      Krad85
      Bronze
      Dabei seit: 02.01.2014 Beiträge: 67
      Original von TickTack24
      Vielleicht wäre an dieser Stelle nochmal ein Video mit einem Review passiv defendeter Hände sinnvoll, damit ihr Postflop sicherer werden könnt.
      Das wäre glaube ich wirklich hilfreich Tick....
      Für FR hat Nikonyo das ja in der "9 man is a party"
      Serie gemacht, allerdings dürfte SH doch deutlich anders
      laufen, weil die dynamik einfach viel aggresiver ist.
      Für mein persönliches game jedenfalls könnte ich mir grad kaum
      etwas hilfreicheres vorstellen ;)