Wie SC im SB profitabel spielen?

    • makasuta
      makasuta
      Bronze
      Dabei seit: 04.03.2012 Beiträge: 324
      Ich spiele derzeit NL 10 SH und neben einer Menge Leaks, die ich natürlich in meinem Spiel habe, geht mir eine Sache nicht aus dem Kopf. Nämlich das korrekte Play von Suited Connectors im SB, also oop...

      Wenn ich in die Situation komme, dass ich im SB mit 78s, 45s oder QJs sitze, bin ich unsicher, ob sich ein weiterspielen lohnt oder nicht. Mir ist klar, dass sich SCs oop immer schlecht spielen lassen. Aber wann zieht man eine Grenze, dass man es auch oop ruhig mitlimpen oder sogar nen Raise callen kann? So etwa, wenn nach dem First-Raise bereits einer oder mehr gecallt haben.

      Ich schaue halt immer zuerst, ob ich genug Implieds habe, sprich die Gegner alle genügend Chips (mind. 80% Stack) haben. Trotzdem bin ich unsicher, ob nicht doch ein Fold besser ist...

      Wie handhabt ihr das so mit SC im SB? Welche Unterschiede macht ihr zwischen sowas wie 45s, T8s, A2s oder QJs. Bei welchen Odds callt ihr? Macht ihr Unterschiede, ob vorher geraist oder gelimpt wurde?

      Danke für euren Senf :f_p:
  • 9 Antworten
    • Sleepwalker87
      Sleepwalker87
      Bronze
      Dabei seit: 28.12.2013 Beiträge: 1.344
      prinzipiell wäre es überlegenswert ob man im SB überhaupt ne calling range haben möchte der lieber eine 3bet only range spielt.
      was vor- und nachteile der beiden sind kann man gut im forum lesen, bin mir jetzt nur nicht hundertprozentig sicher, aber eroticjesus glaub ich hat da nen guten post dazu verfasst.

      ich persönlich folde for default gg unknown im SB ziemlich viel und mache meine range, also ob fold, call oder 3bet wenn ich stats habe daran fest wer im BB sitzt, ob dieser villain squeeze happy ist etc.
      vor allem aber, wie die pre range des initial raisers aussieht und wie er postflop spielt, sprich zu viel/ zu wenig cbette, viel auf x/r foldet etc etc

      auf den micros und lowstakes KÖNNTE ne reasonable default range im SB gg die Steal Posis CO und BU in etwa so aussehen, wobei ich dann halt den schlechtesten teil bluff 3betten, den mittleren teil callen und den besten teil value 3betten würde.



      du siehst also, die schwachen SCs würde ich hier bluff 3betten und die starken "SCs", was ja eigentl suited Broadways sind meistens wohl callen.

      wie gesagt, das ist jetzt ne 14% range und auf dauer bisschen zu tight imo, grade auf höheren stakes. aber for default, gg unknown auf den micros reicht mir das eigentlich. und du kannst ja immer noch, wenn du anfängst dich wohl zu fühlen, looser werden.
    • MiiWiin
      MiiWiin
      Moderator
      Moderator
      Dabei seit: 01.03.2007 Beiträge: 64.801
      Theoretisch kannst du deine SCs splitten und einen Teil folden, einen Teil callen und einen Teil 3-betten.

      Je looser am CO/BU gestealt wird, umso eher kannst du callen.

      Gutes Beispiel dafür sind die "Standard"-Ranges der Regs auf NL200SH (siehe http://de.pokerstrategy.com/strategy/bss/2257/1/).

      Gegen ein Openraise aus dem Button

      Call:
      99-66, AsAc, KdKh, KdKs, KdKc, AQs-ATs, KTs+, QTs+, JTs, T9s, 98s, 87s, 76s, AJo-ATo, KJo+, QJo (#140, 11%)

      3-Bet/Fold:
      A9s, A5s-A2s, K9s, Q9s, J9s, T8s, 97s, 86s, 75s, 65s, KTo, QTo (6%, #76)

      3-Bet/5-Bet:
      QQ-TT, AdAh, AdAs, AhAs, AdAc, AhAc, KhKs, KhKc, KsKc, AKs, AQo+ (#54, 4%)


      "Im Schnitt" wird 76s+ gecallt, 65s und einige Gappers Bluff-3-bet gespielt und der Rest gefoldet.

      Natürlich ist das nur ein Schnitt und keine direkte Range Angabe.

      Gerade auf kleineren Limits musst du nicht zu viel durch Calls defenden, da fehlen dann schon die Implieds. Steigen tun die durch early Position raises, Deepstacks und natürlich die Andeutung eines MW-Pots.
    • MiiWiin
      MiiWiin
      Moderator
      Moderator
      Dabei seit: 01.03.2007 Beiträge: 64.801
      Original von Sleepwalker87
      prinzipiell wäre es überlegenswert ob man im SB überhaupt ne calling range haben möchte der lieber eine 3bet only range spielt.
      Überlegen kann man es, aber ich bin da kein Freund von.

      Wenn am Button loose gespielt wird, warum Hände wie KQ, KJs, AJ, ATs-, TT- etc. ("bluff"-)3-betten.

      Da können wir doch einen kleinen Pot mit verhältnismäßig starken Händen spielen.

      Sicherlich hat beides Vorteile, aber wenn jemand weite Ranges spielt will ich gerne viele Pots gegen ihn spielen und dafür verzichte ich auch gerne auf die Position.

      Wenn wir die o.g. Hände alle 3-betten wirds irgendwann eng, zwar machbar, aber eine Call-Range halte ich für empfehlenswert.

      Und wenn wir viele Brroadway/PPs und Traps callen, dann auch gerne mal SCs. =)
    • Sleepwalker87
      Sleepwalker87
      Bronze
      Dabei seit: 28.12.2013 Beiträge: 1.344
      wie gesagt, war nur ein denkanstoß dass man eben nicht "nur" ne fold, call und 3bet range im SB haben kann, sondern auch ne 3bet only range. habe die foren posts dazu aber bisher nur überflogen und sehe mich daher nicht in der lage korrekt widerzugeben, was daran besser/schlechter ist.

      ich selber spiele auch mit ner calling UND 3bet range, von daher gehe ich mit deiner meinung da schon konform ;)
    • MiiWiin
      MiiWiin
      Moderator
      Moderator
      Dabei seit: 01.03.2007 Beiträge: 64.801
      Original von Sleepwalker87
      wie gesagt, war nur ein denkanstoß dass man eben nicht "nur" ne fold, call und 3bet range im SB haben kann, sondern auch ne 3bet only range. habe die foren posts dazu aber bisher nur überflogen und sehe mich daher nicht in der lage korrekt widerzugeben, was daran besser/schlechter ist.

      ich selber spiele auch mit ner calling UND 3bet range, von daher gehe ich mit deiner meinung da schon konform ;)
      Ich bin kein großer Freund von solchen Strategien.

      Ich finde man sollte ganz normale Call und 3-b-Ranges haben, ich sehe da auch kein großes Problem drin.

      Vor allem das Argument "wenn ich nur 3-bette habe ich es postflop leichter" kann ich nicht nachvollziehen. Die Edge sollten wir uns erarbeiten und dann nutzen.

      Je stärker du spielst, umso mehr kannst du doch preflop auch Out of Position callen.

      Dass es diese Idee aber gibt - da hast du natürlich Recht. ;)
    • FaLLout86
      FaLLout86
      Coach
      Coach
      Dabei seit: 22.02.2005 Beiträge: 6.459
      Will hier auch noch mal ein zwei punkte bezgl. 3bet only sagen.

      Der Grundgedanke ist v.a. dass wir nicht viel zu light gesqueezed werden können wenn wir im sb nur callen. Wir können nämlich OOP ohne initiative kaum etwas dagegen machen.

      Eben deshalb empfiehlt es sich eine solche Strategie auf den höheren stakes mit guten spielern behind anzuwenden.
      So bald schwächere Spieler behind sind kann man nauürlich auch eine calling ranhe im sb haben.

      gruß falli
    • onese7en
      onese7en
      Bronze
      Dabei seit: 19.12.2010 Beiträge: 4.748
      Original von FaLLout86
      Eben deshalb empfiehlt es sich eine solche Strategie auf den höheren stakes mit guten spielern behind anzuwenden.
      So bald schwächere Spieler behind sind kann man nauürlich auch eine calling ranhe im sb haben.
      Ist auch meine Erfahrung!

      Hab auch mal eine Zeit lang 3bet only im SB ausprobiert, aber auf NL25 machen die Spieler imo deutlich mehr Fehler postflop, als sie gegen die 3bet machen. Gegen die meisten wird der Spot halt preflop schon +EV, vor allem weil immer noch viel auf 3bets gefoldet wird, allerdings glaube ich, dass es maxEV ist, eine Calling-Range zu haben, mit der postflop EV generiere, weil ich Villains Range dominiere, die er gerne mal überspielt.

      Denke halt auch, wie Fallout sagt, dass es gegen gute Spieler eine Option ist und natürlich gegen Spieler, die viel auf 3bets callen, gegen die wir ja ohnehin linear/depolarisiert 3betten wollen.
    • makasuta
      makasuta
      Bronze
      Dabei seit: 04.03.2012 Beiträge: 324
      Vielen Dank an alle. Das sind sind auf jeden Fall reichlich Anregungen. :f_thumbsup:
    • MiiWiin
      MiiWiin
      Moderator
      Moderator
      Dabei seit: 01.03.2007 Beiträge: 64.801
      Original von onese7en
      Original von FaLLout86
      Eben deshalb empfiehlt es sich eine solche Strategie auf den höheren stakes mit guten spielern behind anzuwenden.
      So bald schwächere Spieler behind sind kann man nauürlich auch eine calling ranhe im sb haben.
      Ist auch meine Erfahrung!

      Hab auch mal eine Zeit lang 3bet only im SB ausprobiert, aber auf NL25 machen die Spieler imo deutlich mehr Fehler postflop, als sie gegen die 3bet machen. Gegen die meisten wird der Spot halt preflop schon +EV, vor allem weil immer noch viel auf 3bets gefoldet wird, allerdings glaube ich, dass es maxEV ist, eine Calling-Range zu haben, mit der postflop EV generiere, weil ich Villains Range dominiere, die er gerne mal überspielt.

      Denke halt auch, wie Fallout sagt, dass es gegen gute Spieler eine Option ist und natürlich gegen Spieler, die viel auf 3bets callen, gegen die wir ja ohnehin linear/depolarisiert 3betten wollen.
      Man kann definitiv für beide Seiten argumentieren.

      Die Frage ist nur ob der keline Nachteil des Calls bei aggressiveren BB den Vorteil aufhebt einen Heads-Up Pot gegen eine weitere Range zu spielen.

      Natürlich haben wir auch im 3bPot einige Vorteile, aber ein Teil der Edge geht schon verloren wenn wir nur 3-b/folden oder 3-b/shoven.

      Villain (BU) kann eben mehr Fehler machen wenn wir auch eine CallRange haben und ihn postflop unter Druck setzen können.

      Mir würde eine 3b-Only-Strategie im SB nicht zusagen. ;)