Trotz harter Arbeit kein Erfolg - was tun?

    • mkbluff
      mkbluff
      Bronze
      Dabei seit: 20.07.2013 Beiträge: 858
      Hi,

      spiele jetzt seit längerer Zeit Online Poker. Größere Erfolge blieben bis Anfang diesen Jahres aus, also entschloss ich mich im März dazu, nochmal komplett von vorne anzufangen. Diszipliniert, mit Strategie und Bankrollmanagement. Es lief anfangs auch recht gut, sodass es meine Bankroll Anfang diesen Monats zuließ, auf NL10 aufzusteigen.

      Soweit so gut. Auf NL10 angekommen, folgte ein erster kleiner Upswing (siehe Graph unten) und ich dachte mir "wow, hier gehts ja genauso weiter wie auf NL5, der Neustart und die vielen Stunden Theorie haben sich gelohnt". Weit gefehlt. Ich habe diesen Monat so gut wie jeden Tag mindestens 4k Hände gespielt, fast immer mit dem selben Ergebnis. Ich gewinne ein paar Stacks und ein paar k Hände später verliere ich sie wieder. Ich verliere diese Stacks nicht durch Tilt (gab da eine Ausnahme, da bin ich auch ganz ehrlich), oder schlechtes Spiel. Ich verliere diese Stacks durch unfoldbare Set Ups und/oder Preflop All Ins.

      Unten seht ihr meine letzten 50k Hände. 30k davon sind NL10, 15k sind NL5, 3k sind NL2 und 2k sind NL25 (getiltet und upgemoved, der fette downbalken am Ende, das war aber wirklich eine absolute Ausnahme und die 2k Hände sollte man imo jetzt auch mal außer acht lassen, habe den "Tilt" jetzt auch soweit im Griff).

      Bin gerade psychisch wirklich etwas angeknackst. Es lief wochenlang sehr gut auf einmal gehts wieder runter. Set over Set, AA-66 pre, ich könnte jetzt unzählige solcher Hände aufzählen, aber ihr kennt diese Hände. Wie soll man da irgendwann mal solider Winningplayer werden? Ich investiere viele Stunden täglich in Poker, gewinne viele Stacks, um sie dann wenig später (von mir aus auch 1-2 Tage später) wieder durch solche Set Ups zu verlieren. 100$ unter EV in 50k Hands auf ~NL10.

      Viele werden jetzt sagen 50k Hände sind keine Samplesize. Aber es tut schon ziemlich weh, diesen Downswing einfach so hinnehmen zu müssen, ohne zu wissen, wann oder ob es irgendwann aufhört. Habe mittlerweile schon wieder auf NL5 absteigen müssen.

      Graph der letzten 50k Hände:


      Genug rumgeheult. Ich brauche Tipps, Vorschläge - möglichst von erfahrenen Spielern oder Coaches, wie ich mit solchen Situationen umgehen sollte bzw. ob solche Downs sogar vermeidbar sind? Ich will nicht, dass die ganzen letzten Monate harter Arbeit umsonst waren. Aber es kann doch nicht sein, dass man 2 Monate lang jeden verdammten Tag mehrere Stunden und viele tausende Hände grindet, um dann innerhalb von ein paar Tagen wieder fast den kompletten Gewinn der letzten Monate zu verlieren. Ich glaube nicht, dass ich ein schlechter Spieler bin und NL10 nicht schlagen könnte (habe auch jemanden aus dem Forum, der mir desöfteren mal über die Schulter schaut) und ich habe auch die Varianz verstanden, aber so macht das für mich nicht wirklich Sinn und ich bin gerade am überlegen, ob ich aufhören soll zu Pokern.


      Cliffs:

      - In 2 Monaten NL2 + NL5 geschlagen
      - Auf NL10 in wenigen Tagen die Winnings von 2 Monaten durch Set Ups verloren
      - Need Help
  • 43 Antworten
    • Mardin
      Mardin
      Bronze
      Dabei seit: 01.03.2006 Beiträge: 903
      Ich sage es dir ganz neutral, bevor die ganzen anderen vom Downswing geplagten Spieler hier auftauchen und es dir mit Sarkasmus, Wut und Unverständnis entgegenschreien: 10 Stacks unter EV ist kein Downswing. Wenn du etwas derartiges nicht verkraftest, dann ja: Quit Poker. Viel mehr sollte dir die Tendenz deines Graphen zu denken geben, denn auch ohne die 10 Stacks unter EV wärest du noch weit im Minus.

      Dein Graph sieht für die Micros sehr...naja interessant aus. Du sagst du bist mit Disziplin, Strategie und BRM an die Sache herangegangen. Vielleicht sagst du ein paar Worte mehr dazu. Was hast du an Theorievideos/Literatur alles durchgearbeitet?
    • mkbluff
      mkbluff
      Bronze
      Dabei seit: 20.07.2013 Beiträge: 858
      Hey Mardin,

      danke für deine neutrale Antwort. Es geht mir hier nicht nur um den EV, sondern wie du schon richtig sagst um die gesamte Tendenz meines Graphen. Ich weiß auch, dass ich noch viel lernen muss. Und wenn 10 Stacks unter EV kein Downswing ist, was dann? 10 Stacks unter EV würdest du also als "normal" bezeichnen?

      Ich habe alle Videos des Einsteigerkurses von Paxis durchgearbeitet (nicht nur angesehen), einige Strategie und Liveplay Videos von nikonyo und Fallout86, habe mir die Serie Tilt no More und Mental Game of Poker angeschaut und verstanden und habe ein BRM von 30 Stacks. Ich habe mir Anfang den Monats einen Tracker gekauft. Ich denke, das sollte an Content etc., fürs Erste und für die Mircos eigentlich ausreichen (wird im Einsteigerkurs ja auch immer wieder erwähnt...), oder?

      Wie erwähnt, starte ich die Sessions auch meistens mit 1-2 Stacks im +, bevor sie dann wenig später durch Suckouts, Badbeats, etc. meistens im - enden. So haben sich jedenfalls die letzten 14 Tage bei mir abgespielt.

      Kannst du vielleicht etwas mehr zu meinem Graphen sagen? Wieso er für dich "interessant" aussieht z.B.?
    • Ferklsepp307
      Ferklsepp307
      Bronze
      Dabei seit: 08.02.2007 Beiträge: 5.464
      Wenn man mal die "Knicks" bei Hand 17k, 33k und 48k weglässt, dann wäre der Graph doch schon fast im BE -Bereich.

      Was mir allerdings auffällt ist deine Redline und Blueline. Eine positive Redline auf den Micros ist meist gar nicht so gut. Meist ein Indiz dafür, daß man mit der stärkeren Hand blufft und von schlechten Händen nicht loslassen kann. Zweiteres zeigt sich in deiner Blueline.
    • kofiannan1988
      kofiannan1988
      Bronze
      Dabei seit: 25.11.2012 Beiträge: 714
      10 Stacks unter EV finde ich ganz normal.

      Wäre interessant zu wissen, ob du zoomst oder an den normalen Tischen spielst und wieviele Tische, machst du die 4K Hands am Stück? Mit oder ohne Pausen?
    • Ferklsepp307
      Ferklsepp307
      Bronze
      Dabei seit: 08.02.2007 Beiträge: 5.464
      apropos 4k Hände am Tag: Spiel lieber nur 400 am Tag, die dafür aber konzentriert. Jede Aktion überlegen, wieso und warum machst du dies oder das. Was willst du mit der Aktion erreichen, wie sieht meine Aktion für den Gegner aus. 2-4 normale Tisch (kein Speed) sollten mehr als genug sein.
    • kofiannan1988
      kofiannan1988
      Bronze
      Dabei seit: 25.11.2012 Beiträge: 714
      Original von Ferklsepp307
      apropos 4k Hände am Tag: Spiel lieber nur 400 am Tag, die dafür aber konzentriert. Jede Aktion überlegen, wieso und warum machst du dies oder das. Was willst du mit der Aktion erreichen, wie sieht meine Aktion für den Gegner aus. 2-4 normale Tisch (kein Speed) sollten mehr als genug sein.
      Darauf wollte ich hinaus. :D
    • mkbluff
      mkbluff
      Bronze
      Dabei seit: 20.07.2013 Beiträge: 858
      Spiele meist 4 Tische Zoom...

      €: 4k Hands natürlich mit Pausen^^
    • BReWs7aR
      BReWs7aR
      Coach
      Coach
      Dabei seit: 26.03.2007 Beiträge: 7.740
      Was ist denn bei Hand ~18k bitte passiert?? In wenigen 100 Hands hast du mindestens 10 Stacks gedropped?

      Und 4 Zoom Tische sind mal genauso viel wie 16 normale. Spiel doch mal lieber 4 normale Tische. Exploitation anwenden und HUD-Stats richtig einordnen können, Gamedynamiken erforschen und History richtig interpretieren, Boardtexturen lesen und die eigene Range betrachten, die gegnerische Range beobachten und Schlüsse aus den individuellen gegnerischen Hands in bestimmten Spots ziehen. etc etc.

      Ich sags dir ganz ehrlich. Ich wette 1k$, dass deine nächsten 100k Hands mit 4-Tabling nl10 Zoom genauso, wenn nicht sogar schlimmer, aussehen werden. Any Bets?

      Ach ja und du brauchst nichts von Setups zu erzählen. Ich schlage mein Limit über Jahre hinweg und hab so viele Scheiß Fehler in meinem Game, die einem erst nach Wochen auffallen und ausgemerzt werden. Es ist nicht alles Gold was glänzt und wenn dein EV-Graph behindert aussieht, dann ist es noch lange kein Anzeichen für gutes Spiel. (viele würden es vice versa interpretieren, ist aber wohl kontraproduktiv)
    • ironburns
      ironburns
      Bronze
      Dabei seit: 10.03.2008 Beiträge: 1.739
      :heart:
    • jigger1977
      jigger1977
      Bronze
      Dabei seit: 21.09.2009 Beiträge: 1.471
      Original von mkbluff

      Genug rumgeheult. Ich brauche Tipps, Vorschläge - möglichst von erfahrenen Spielern oder Coaches, wie ich mit solchen Situationen umgehen sollte bzw. ob solche Downs sogar vermeidbar sind? Ich will nicht, dass die ganzen letzten Monate harter Arbeit umsonst waren. Aber es kann doch nicht sein, dass man 2 Monate lang jeden verdammten Tag mehrere Stunden und viele tausende Hände grindet, um dann innerhalb von ein paar Tagen wieder fast den kompletten Gewinn der letzten Monate zu verlieren. Ich glaube nicht, dass ich ein schlechter Spieler bin und NL10 nicht schlagen könnte (habe auch jemanden aus dem Forum, der mir desöfteren mal über die Schulter schaut) und ich habe auch die Varianz verstanden, aber so macht das für mich nicht wirklich Sinn und ich bin gerade am überlegen, ob ich aufhören soll zu Pokern.


      Cliffs:

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      - Need Help
      Welche harte Arbeit?
      Grinding oder harte Theoriearbeit?

      Du sagst, du grindest 4k Hände/Tag, bleibt da noch Zeit seine Hände zu reviewen, Fehler zu analysieren? Überhaupt noch Zeit täglich (!) Theorie zu machen, bzw. sich selbst Konzepte auszuarbeiten und die erlernte Theorie dabei erstmal zu verstehen/verinnerlichen beginnen?

      Wenn du wirklich etwas weiterbringen willst, würde ich dir "The Poker Hero" empfehlen. Versuch die Konzepte darin anzuwenden und erstell dir für abseits der Tische einen Trainingsplan. Wenn du dir das Spiel Stück für Stück erarbeitest, verstehst und verinnerlichst, wirst du über kurz oder lang ein guter Spieler werden, der seine Limits schlägt.

      Klar Praxis muss sein, aber ein guter Praxis/Theorie Mix sollte so bei 75/25 zu Beginn sein (evt. noch mehr Theorie - inkl. erarbeiten der Konzepte - wäre sogar besser). Später kanns ruhig 80/20 werden. Also grinde erstmal etwas weniger und arbeite wirklich an deinem Spiel.

      Sorry, aber daran führt kein Weg vorbei... ;)
      Nur grinden ist keine harte Arbeit..
    • mkbluff
      mkbluff
      Bronze
      Dabei seit: 20.07.2013 Beiträge: 858
      Original von ironburns
      :heart:
      Hab dich mal gemeldet und werde auch alle weiteren Provokationen oder Flames hier im Thread umgehend melden. Ich möchte vernünfitg mit Leuten diskutieren und mir Rat einholen. Hilfreiche und konstruktive Kritik ist gerne gesehen, aber ich brauche in diesem Thread keine Flames oder Provokationen, vielen Dank.

      @BReWs7aR (Edit: und jigger1977): Danke für deinen Beitrag, ich gehe morgen näher darauf ein, da ich jetzt schlafen werde. Gute Nacht.
    • Mardin
      Mardin
      Bronze
      Dabei seit: 01.03.2006 Beiträge: 903
      Naja, der Graph ist aus vielen Gründen interessant. Die dreimal die er abschmiert um 5-10 Stacks sind dabei wohl ein Indiz dass du Mental Game of Poker doch nicht so verstanden hast wie du es dir vielleicht einredest.

      Das eigentlich interessante an ihm aber ist (wie Ferklsepp schon angesprochen hat) die positive Redline auf 50k Hands auf den Micros. Das sieht man auf diesen Limits selten, da jeder Coach (Bei Nikonyo und Fallout weiß ich es sicher, Paxis wirds wohl ähnlich machen) den Schülern den einfachen und richtigen Rat gibt: Spielt ABC-Poker for value! Einfach, effektiv, ohne SchnickSchnack. Reicht für die Micros locker, hat schon immer gereicht und wird auch in Zukunft reichen. Mit diesem Stil geht die Redline nach unten, die Blueline massiv nach oben. Der Fakt, dass es bei dir anders ist lässt darauf schließen dass du einige Sachen grundlegend anders machst als Nikonyo Fallout und Paxis es lehren.

      4 Zoom-Tische als Anfänger ist halt fatal. Wie willst du dein Game denn verbessern bei 4 Zoomtischen. Ich bin zu müde um jetzt noch viel dazu zu schreiben und Brewstar hat mit seinem Post schon alles gesagt zum Zoom-Thema, mich interessiert aber brennend warum sich Anfänger immer wieder ausgerechnet Zoom, den wohl härtesten Spielerpool, raussuchen.

      Einfach als Frage: Warum spielst du 4 Tische Zoom auf Pokerstars?
    • doubleJay
      doubleJay
      Black
      Dabei seit: 09.10.2006 Beiträge: 6.232
      so weit runter wie deine showdown linie geht deutet das auf krasse spieltheoretische leaks hin. als guter TAG hast du meist sehr hohe showdown winnings und non-sd winnings ~ 0. GUCK NICHT AUF DEN EV. die varianz hat KEIN gedächtnis, sie kennt KEINE gerechtigkeit und sie besteht nur im bruchteil aus all-ins.

      es geht beim pokern darum, möglichst viel geld zu machen und NICHT möglichst viele hände zu spielen, dh. du solltest erstmal weniger spielen und MEHR theorie machen.

      du spielst viel und machst wenig geld. dh. du musst etwas entscheidend anders machen.

      schau dir qualitativ hochwertige videos an (schau mal nach etwas älteren videos von etwas erfolgreicheren spielern), pausiere alle paar sek., frage dich, was du machen würdest und warum, vergleiche mit dem coach, wiederhole.

      spiel KEIN! zoom. erstens sind die gegner stärker, zweitens ist der rake höher - beides läuft gegen dich.

      dass du schreibst "x habe ich verstanden, y habe ich gelesen, bin kein schlechter spieler" in kombination mit den resultaten zeigt eher, dass du zwar kritik anerkennst, sie dich aber idealerweise nicht beeinflusst.

      man liest nicht einfach "mental game of poker", versteht es und hört auf zu tilten. so läuft das nicht. da gehen viele stunden arbeit mit sich selbst an sich selbst für drauf abseits vom lesen, damit das wissen irgendetwas bringt und sich nicht wieder in luft auflöst.

      es ist ein langwieriger prozess, mentale gewohnheiten umzustellen, genauso läuft es bei spielgewohnheiten - wenn du durchs zoomen deine standard frequenzen (in denen übrigens der hund begraben liegt, denn du verlierst das geld nicht durch AK<QQ, sondern durch falsche preflop flats, falsche openraises, falsche cbets, da die sich auf 50k hände verzigfachen) zu automatismen trainiert hast, aber nicht gewinnst, musst du jetzt einen stop einlegen und deine spielweise hart hinterfragen.

      spiel wenige tische, mach dir einen notizzettel mit fragen, die du an dich selbst stellst beim spielen (etwa wie "was repräsentiert der gegner?" "hat er hier mehr stärkere oder schwächere hände?" "was will er mit seiner spielweise erreichen?" "kann er mit seiner range hier druck standhalten?" "was will ich mit meiner speziellen hand erreichen?" "kann meine spielweise das schaffen?" "welche andere spielweise kann ich hier wählen?") und dann geh die fragen jede street durch. kondititionier dir einen automatischen denkprozess an, der dich mit höherer w-keit dazu bringt, die richtigen entscheidungen zu treffen.
    • Kraese
      Kraese
      Bronze
      Dabei seit: 20.09.2009 Beiträge: 8.819
      du spielst erst seit diesem monat mit tracker und dann schon 4 tische zoom?

      Ich würde dir empfehlen Zoom erstmal aufzugeben. die Winrates sind bei Zoom viel kleiner, als an normalen Tischen. Dadurch dass die Winrate sinkt, erhöht sich die Varianz. 10 BI unter EV ist nichts. Aber auch den EV würde ich immer ausblenden, wie mein Vorredner schon sagt.

      Du sagst selbst, dass du die meisten Sessions mit + beginnst und dann aber am ende "ausgesuckt" wirst. ich stelle mal die behauptung auf, dass deine Sessions zu lange sind und deine Konzentration flöten geht. Grade wenn man 4 Zoom tische spielt! Nur weil man es zeitlich gebacken bekommt 4 Zoom Tische zu spielen, heißt das nicht, dass es auch profitabel ist. Man denkt WESENTLICH weniger nach und verbessert sein Spiel in der Praxis praktisch gar nicht.

      Außerdem musst du dir immer überlegen: Im gesammten Spielerpool auf deinem Stake gibt es vieleicht 5-10% Winningplayer. Hast du wirklich mehr Theoriegepaukt als 90% deiner Gegner? bist du diesen wirklich überlegen? Da muss man ehrlich zu sich selbst sein. Man hat nie genügend Theorie gemacht.
    • Senderson
      Senderson
      Bronze
      Dabei seit: 22.07.2008 Beiträge: 4.365
      starker post von doublejaay und auch sonst sind hier super tipps dabei. selbst wenn du nur wenige davon beherzigst wirst du sehr schnell Erfolge erzielen (im vgl zum heutigen Stand). Mit beherzigen mein ich wirklich verinnerlichen, es reicht nicht heute zu sagen "ok ihr habt Recht" um dann morgen aus Trotz wieder 4 Tische Zoom zu öffnen.
    • JakeH4rper
      JakeH4rper
      Bronze
      Dabei seit: 19.01.2011 Beiträge: 2.913
      du hast doch schon nen blog, wo viele leute dir tipps geben um dir bei ganz eindeutigen leaks zu helfen (ich erinnere an die AQ hand mit dem K auf dem turn ;) )

      allein der aufstieg auf NL25 zeigt schon die höchste form von tilt...
      ohne es zu merken, wirst du da auch immer mal während einer session auf tilt gespielt haben.

      der graph auf den micros sieht auch nicht gesund aus (wurde ja schon öfters erwähnt).
      die micro-fische trennen sich von keiner hand, da muss man schon extrem bluffen bzw sich selber von keiner hand trennen können.

      ich habe auf NL micros knapp 9bb/100 gesamtwinnings und meine redline fällt mit knapp 8bb/100, mal so als vergleich.
      Es gibt natürlich verschiedene spielertypen, aber die blueline muss einfach straight richtung himmel wandern :f_cool:

      für NL5 brauchst du nicht viel theorie büffeln, du brauchst vor allem DISZIPLIN.
      Auch wenn du das 5. mal nacheinander eine 3bet (von versch. spielern) bekommst, folde trotzdem AQ out of position etc.
    • AyCaramba44
      AyCaramba44
      Black
      Dabei seit: 27.04.2010 Beiträge: 11.740
      Anfangen zu grinden kann man, wenn man auf einem höheren Limit solider Winner ist. 4 Zoom Tische sind zum intensiven lernen und Gedanken machen einfach zu viel. Es kann dir auch passieren das du auf 20.000 Händen 50 Stacks unter EV läufst. Gehört dazu...

      Tagesablauf:
      - 30-60min Theorie (1 Thema aufschreiben)
      - 2 Zoom Tische oder 6 normale Tische spielen (auf das Theoriethema besonders achten, z.B. SB vs. BB)
      - Am Ende die Session analysieren und Hände bewerten.

      1000 Hände pro Tag sind auch schon 30.000 Hände im Monat und das einfach mal für 3 Monate durchziehen. Als Verlierer sollte man sowenige Hände wie möglich spielen. ;)
    • eroticjesus
      eroticjesus
      Bronze
      Dabei seit: 25.05.2009 Beiträge: 4.875
      Hey,

      viele Vorposter haben hier schon das richtige geschrieben. Ich geb mein Senf mal nur zu den Setups dazu.

      Anfang des Jahres hatte ich einen 28 Stack upswing und in innerhalb von zwei Tagen ging es 30 Stacks runter. Falls du mal höher spielen willst, es war NL100 Euro und somit swings von 3k Euro... Okay, ich hatte dort auch haufenweise "Setups" zu erleiden, Setups in " ", weil es im Grunde keine waren. Ich bin die alle mal durchgegangen und hab dabei gesehen, dass ich oftmals ge3bettet habe, obwohl fold besser gewesen wäre, manchmal hab ich auch pre gecallt, obwohl die 3bet da schon immer einen höheren EV gehabt hätte. Die Setups, sind entstanden durch schlechtes Preflop-Game meinerseits, sie hätten zum großen Teil gar nicht da sein dürfen. Desweiteren sind Ranges bei NL10 zoom so tight z.T., dass man in manchen Spots ein klar "foldbares" Set hat, das ist dann kein Setup mehr, wenn man bei viel Aktion vs Nit sein bottom-set reinbringt, das ist dann einfach ein Fehler.

      Mein Tipp also, nimm dir als ambitionierter "Neustarter" auch ordendlich Zeit für dein Game. Soll nicht arrogant sein, aber ich denke mein Spielverständnis ist einen ticken höher als deins, weshalb ich meine Fehler oftmals selbst erkenne und dann daran arbeiten kann, du scheinbar NOCH nicht. Du nimmst also nicht die Zeit, die du brauchst für dein Game, du investierst halt Zeit in den Grind, was kontraproduktiv ist, du verlierst und verlierst damit auch die Lust Theorie zu machen. Mach es umgekehrt, Poker läuft dir nicht weg. Tipps dafür hast du ja zu genüge bekommen im Thread, viel Erfolg also :)

      Wenn du nicht gut darin bist, deine Fehler im Game nicht selbst zu erkennen (das ist btw. jeder Anfänger und auch viele viele fortgeschrittene Spieler), dann such dir Hilfe, poste Hände, bilde ein kleines Netzwerk mit Spielern, die auch deine Limits erfolgreich spielen (das ist leider schwer und mit einer hohen Fluktuation in deinder Skypeliste verbunden, auf NL5 und NL10, aber mit Geduld hast du irgendwann eine funktionierende Gruppe beisammen und das gibt enorm Value) und tausch dich regelmäßig mit denen aus.

      So du spielst 4k Hände am Tag? Wozu? Für expected 1 Dollar hourly? Nutze die Zeit effektiver und du wirst viel vom Game zurückbekommen.

      Ersteinmal, wenns zoom sein soll, dann spiele 2 Tische maximal und nie länger als 45 Minuten. Mach dir das zur Regel! Das kannst du nach und nach steigern, auch die Tischanzahl kannst und solltest du auch steigern, wenn du bereit dazu bist.

      So, also spiele 2 tische 1k Hände am Tag, den Rest der Zeit solltest du imo folgendermaßen nutzen, wenn du es serious angehen willst.

      Für erfolgreiches Poker muss man an drei Bereichen arbeiten (nicht weniger) und leider auch immer arbeiten:

      1. Theorie: ist klar, machst du, geht vielleicht mehr, da gibts genug was man machen kann, wurde ja schon einiges genannt.

      Wichtiger:

      2. "procedural learning", soll heißen, dass du lernen musst, entweder möglichst bewusst zu spielen und immer mindful in jedem Spot zu sein, oder Dinge unbewusst kompetent ablaufen zu lassen, sprich, du musst nicht mehr über gewisse Sachen nachdenken, du spielst sie automatisch +EV. (bspw. denkst du jetzt bestimmt noch drüber nach, ob die cbet auf Board xyz gut ist, irgendwann ist das verinnerlicht und du klickst einfach, nach kurzem statcheck, kennst Villain etc.)

      3. "emotional learning": also lernen konstant zu spielen, A-Game zu halten, etc.

      Die zweiten Dinge sind sehr wichtig, gute Literatur dazu gibts auch auf dem Markt für den Pokerspieler zugeschnitten:

      Mental Game of Poker

      Elements of Poker

      How to be a Poker Player . Philosophy of Poker

      The Poker Hero

      Die letzten beiden haben mich persönlich am weitesten gebracht.


      Wenn du von Anfang an, auch an den anderen Sachen arbeitest, nicht nur Theorie, dann wirst du in ein paar Monaten über deinen Thread hier lachen. Wichtig ist, dass du verstehst, dass gutes Poker nicht nur darin besteht der beste in Sachen Theorie zu sein und dann viel Grinden zu können, sondern auch daran zu arbeiten, gut zu bleiben und immer gut zu sein. Ich hoffe ich konnte helfen. Fürs Leakfixing kannst du dir auch einen Coach besorgen, aber Rolltechnisch würde ich mir vielleicht eher sowas wie einen dauerhaften Mentor suchen, der sich bereit erklärt dir etwas unter die Arme zu greifen. (Ansonsten hat PT4 ein schönes Tool, das nennt sich Leaktracker, ist ganz nice, damit lernst du auch gleichzeitig Stats besser verstehen).
    • slevink23
      slevink23
      Bronze
      Dabei seit: 08.02.2011 Beiträge: 3.676
      Original von AyCaramba44
      Es kann dir auch passieren das du auf 20.000 Händen 50 Stacks unter EV läufst. Gehört dazu...

      Habe mal das Wichtigste markiert. Wenn du das verstanden und akzeptiert hast !!! bist du schon einmal sehr viel weiter als die meisten (selbst die aktiven Spieler).

      Das soll nicht eine Ausrede für Faulheit sein, denn am Spiel sollte man trotzdem immer arbeiten.