Notes bei Cashgames

    • sebjel
      sebjel
      Bronze
      Dabei seit: 19.11.2010 Beiträge: 572
      Hallo,

      ich spiele momentan NL16 FR auf Stars und habe immer wieder überlegt, wie sinnvoll es ist, Notes zu den einzelnen Gegnern zu erstellen. Schließlich ist der Spielerpool sehr groß und man kann relativ wenige Notes sammeln, die einem dann auch bei zukünftigen Sessions helfen. Dazu ist es natürlich beim Cashgame so, dass man viel leichter Stats erstellen kann, die meiner Meinung nach aussagekräftiger sind und die Möglichkeit bieten, den Gegner grob einzuordnen.

      Ich würde deshalb denken, dass ich nur Notes in sehr bestimmten Spots erstelle, in denen jeder Spieler individuell reagiert. Damit meine ich z.B. Donkbets oder auch Check-Raises. Dies sind aber wiederum auch sehr spezielle Spots, die relativ selten auftreten. Deswegen meine Fragen:

      Wie sinnvoll erachtet ihr es auf diesem Limit, Notes zu den Gegnern zu erstellen?
      Welche Notes sollte man anfertigen, die einem auch in zukünftigen Situationen weiterhelfen?
  • 3 Antworten
    • Renne01
      Renne01
      Coach
      Coach
      Dabei seit: 15.05.2007 Beiträge: 3.533
      Ich persönlich würde schon Notes anlegen, nicht speziell für das Limit sondern als Training für später. Dabei würd ich üben, die Notes möglichst kurz, aussagekräftig und vor allem schnell zu schreiben. Kurz und aussagekräftig geht imo am besten, wenn man sich Abkürzungen überlegt und nicht aufschreibt, was der Gegner in Spot xy macht sondern gleich die eigene Gegenstrategie bzw. die exploitative line, die man dagegen spielen will. Zusätzlich macht es Sinn daneben aufzuschreiben, wie oft der Exploit funktioniert hat, in Form von x/y etc. Das ist wichtig, falls Villain den Exploit bemerkt und gegensteuert.

      Wenn du das mal gut kannst und auch weißt was ne Note wert ist und was nicht, kannst du daraus schon viel Extradollores rausholen. Check/Raises an sich sind idR. keine so guten Notes, weil zu allgemein. Aussagekräftig wird der Spot zb wenn Villain am Showdown nach Flop check/raise auf trockenem Board ein Set zeigt. Denn dann ist seine calling range capped und angreifbar. Solche Notes sind viel wert. Anhand der Stats lässt sich sowas nicht so leicht erkennen.
    • sebjel
      sebjel
      Bronze
      Dabei seit: 19.11.2010 Beiträge: 572
      Genau das meinte ich ja, wenn ich mir Notes zu den Spots mache.. also ich schreibe mir dann auf, mit welchen Händen er check-raist bzw. donkbettet, um dafür Ranges zu bekommen, die sich meiner Meinung nach von Spieler zu Spieler unterscheiden.

      Welche Spots würdest du denn empfehlen, die eine Note wert sind?
    • Renne01
      Renne01
      Coach
      Coach
      Dabei seit: 15.05.2007 Beiträge: 3.533
      Da gibts viele Sachen. Beispielsweise solltest du immer andächtig sein, wenn Villain als PFA den Flop check/callt. In dem Spot kannst du oft viel Geld rausschlagen. Deshalb musst du rausfinden, ob der jew. Gegner auch mal TPTK check/callt und ob er am Showdown auch mal schwächere Toppairs zeigt, mit denen er 3 Salven runtergecallt hat. Viele Spieler betten gern jedes Toppair, wenn es halbwegs hoch ist. Wenn sie dann checken, bitten sie dich meistens darum zu feuern, weil sie gerne folden würden. In solchen Fällen kann man mit Aggression viele Pötte einstreichen. Es gibt auch Spieler, die am Showdown mal ein starkes Toppair oder mal was besseres zeigen. Gegen die Gegner solltest du dann entsprechend vorsichtig agieren. Der bereits angesprochene check/raise Spot kommt auch häufig vor. Oder die Line cbet Flop - check/call Turn - check/tank River. Wenn Villain so spielt, willst du wissen mit welchen Händen er so spielt, damit du weißt, ob du ihn aus dem Pott drücken kannst. Auch preflop gibt es Sachen, die du dir notieren kannst. Zum Beispiel 3betten einige Regulars AK größer als QQ+. Hinter der größeren Betsize könnte sich aber auch mal JJ verbergen. Da musst du wieder auf Showdowns achten. Oder beim Isolieren von Limpern, wo manche Spieler mal 4bb, 5bb und mal 6bb isolieren, abhängig von der eigenen Handstärke....... Auf höheren Limits wirds dann mit den Leaks nicht mehr derart offensichtlich, aber die Leaksuche bleibt die selbe, nur dass es irgendwann mehr darauf hinausläuft, ob der Gegner dieses oder jene oft genug mit ner starken oder mit ner schwachen Hand macht (Balancing).


      Besonders aufmerksam solltest du also generell immer sein, wenn jemand eine Hand am Showdown zeigt. Dann überlegst du dir, ob die gespielte Line mit der Hand Sinn gemacht hat oder nicht. Du musst aber auch beachten, dass eine Line nicht zwangsweise schlecht ist, nur weil du anders gespielt hättest. Im Zweifel solltest du also die Hand im HBF posten. Auch die Betsizes verraten oft, wie stark oder schwach der Gegner ist. Deshalb solltest du nicht zu viele Tische spielen, damit auch die Zeit hast Handverläufe zu analysieren, auch bei den Händen, wo du nicht involviert warst. Klar, notwendig ist das nicht, um die kleineren Limits zu schlagen, sinnvoll aber allemal, auch weil du dadurch im Handreading besser und deutlich schneller wirst, was dir später wiederrum ermöglicht mehr Tische zu spielen.

      Btw. kannst du dir natürlich die Hände aufschreiben, hab ich früher auch so gemacht. Allerdings wird dein Notefenster bald ziemlich unübersichtlich, wenn du mehrere Notes zu einem Spieler hast. Deshalb ist es aus Platzgründen oft besser, wenn man einfach nur kurz reinschreibt, wie man gegen den jew. Gegner spielt oder einfach welches konkrete Leak man bei ihm gefunden hat. Diese Leaks kann man dann im vorhinein bereits benennen und mit ein paar Buchstaben abkürzen. Da kann mich sich seinen eigenen "Code" zusammenbasteln. ZB. kann man für raised potts ein R verwenden, für reraised potts ne 3. Dann hat man mit dem ersten Zeichen bereits definiert, um welchen Spot es sich handelt. Für multiway könnte man ein M schreiben. Wenn dann ein Leak im 3bet multiway pott auftaucht, kann man 3M schreiben. Das Ganze kann man auch mehr oder weniger subtil machen. ZB. kann man auch die gängisten Spots und Leaks durchnummerieren. Wichtig ist dabei nur, dass du selber noch weißt, was die Zeichen bedeuten.