Familie stresst... Abitur... duales Studium... Poker als zukünftiger Nebenjob?

    • Eisflamme
      Eisflamme
      Gold
      Dabei seit: 20.01.2007 Beiträge: 6.479
      Hi,

      ich fange Mal mit mir an.
      Ich bin 18 Jahre alt, gehe in die 13. Klasse eines Gymnasiums und spiele seit Januar Poker. Mittlerweile bin ich auf NL$25 und schätze mich da als long-term profitablen Spieler ein. Wenn ich tiltfrei spiele, erhalte ich auch des Öfteren Winrates von zB 20 PTBB pro Session und bin damit eigentlich auch sehr zufrieden.
      Nächstes Jahr werde ich vermutlich mein Abitur machen. Die Noten sind kein Problem, mein Schnitt war in der 12/2 etwa 1,9 und ich schätze, dass sich das noch weiter verbessern wird.
      Nach dem Abitur möchte ich gerne Wirtschaftsinformatik studieren, wobei meine Familie meint, dass ich mich auf alle Fälle für viele duale Studien bewerben sollte, weil man Praxis hat, direkt in einer großen Firma unterkommt und natürlich auch Bezahlung hat.
      Für mich sprach dagegen, dass ich dann keine Hobbys und somit u.a. auch nicht mehr Poker pflegen kann. Als ich das bei meiner Familie anklingen ließ, auch mit der Bemerkung, dass ich mir auf Dauer unter Poker einen guten Nebenjob vorstellen könnte, stieß ich natürlich auf totale Ablehnung. Natürlich schätzt meine Familie das als fast reines Glücksspiel ein. Zwar habe ich schon des Öfteren Kommentare dazu abgegeben, wie viel Wissen und Intelligenz man da auch reinstecken muss, aber das ging wohl einfach zum einen Ohr rein und durchs andre mit etwas Schwung wieder heraus.

      Ich werde mich in nächster Zeit wohl für weitere duale Studiengänge bewerben, da man sich damit ja schließlich nichts verbaut.
      Meine Frage ist aber, wie ihr es einschätzt, dass ich mit Poker einen anständigen, studium-finanzierenden Nebenjob bis nächstes Jahr erwarten kann.
      Ab welchem Limit kann man davon ausgehen, dass das möglich ist? Haltet ihr diese Finanzierungsidee für zu utopisch? Findet ihr, dass man so etwas nicht festlegen sollte?
      Ich habe ein wenig Geld zurückliegen und damit eine Sicherheit. Allerdings möchte ich dieses Konto nicht antasten und mir alles selbst finanzieren. Poker schien da eine super Möglichkeit zu sein... und jetzt bin ich verunsichert. Ich hab seit zwei Tagen nicht mehr gespielt, weil es mir immer noch im Magen liegt, dass meine Mutter meinte, sie hätte ernsthaft Angst, ich könne spielsüchtig werden.

      Meine Noten leiden nicht darunter, ich betreibe noch andere Hobbys. Psychologisch sehe ich auch eher eine Verbesserung an, da ich mich jetzt nicht mehr so leicht ärgern lasse, gelassener geworden bin und Dinge insgesamt logisch viel besser angehen kann. Ich kann jetzt auch viel eher Pros und Contras für bestimmte Dinge abwägen, weil Poker einem auch dabei hilft, alle Seiten zu beleuchten.

      Was sagt ihr zu dieser Situation? -.-

      Lg Mischa
  • 23 Antworten
    • Faustfan
      Faustfan
      Bronze
      Dabei seit: 19.04.2005 Beiträge: 9.481
      als hobby, mit dem du etwas geld verdienst, kannst du immer pokern. wenn du damit dein studium finanzieren willst, dann solltest du mindestens NL100 schlagen. wenn du davon leben willst, dann mindestens NL400. mit NL25 würde ich da nicht dran denken, vor allem, wenn du glaubst, daß 20PTBB in einer session, daran liegen, daß du gut spielst.

      am anfang macht man sich immer zu große hoffnungen, was den verdienst mit pokern angeht. du solltest das wirklich nur nebenbei laufen lassen und dich voll auf dein studium/beruf konzentrieren.
    • DestructOne
      DestructOne
      Bronze
      Dabei seit: 25.05.2006 Beiträge: 2.049
      a) Ich denke mit einem dualen Studium meinst du die Berufsakademie. Tue es nicht!! Ich kenne viele Leute die nach der Berufsakademie nochmal ein "normales" Diplom machen, was eigentlich total sinnlos ist. Aber der BA Abschluss ist einfach wertlos. Wenn deine Firma dich übernimmt kommst du zurecht, wenn du rausgeschmissen wirst kannst du deinen Abschluss in die Tonne drücken.
      Dazu kommt das du an der BA kein normales Studentenleben hast sondern immer am arbeiten bist. Die Praxis ist ja schön und gut, aber ich kann mir nicht vorstellen, das du soviel mehr machst als ein x-beliebiger Praktikant und das sind im Allgeimeinen die Drecksaufgaben.

      Also: akademisch wertlos und deine Freizeit geht für sinnlose Arbeit drauf für die du mäßig entlohnt wirst. Wenn du arbeit oder karrieregeil bist eine IOption, ansonsten Müll.
      Wenn du es nicht willst würde ich meinen Eltern das sehr klar vermitteln, dass sie sich ihren Vorschlag in den A**** schieben können. (Viele Eltern lassen nicht locker mit ihren Vorstellungen wenn man nicht sehr klar sagt, dass man das so nicht will)

      b) Poker ist als Lebenserhalt ungeeignet. Ich würde dir folgendes vorschlagen: Du versuchst ein normales Lebenseinkommen für Miete und Essen mit einem normalen Job, Bafög, Eltern etc. zusammenzubekommen. (Das kann sehr wenig sein)
      Daneben spielst du Poker und schaust wie weit du kommst. Die Pokergewinne gibst du für Investitionen wie Computer, Klamotten, Möbel und Luxus aus.
      Poker for a living ist schwierig und sehr stressig. Dazu brauchst du 100 Buy-Ins für jedes Level, was deinen Aufstieg behindert und dich bremst. Wenn du spielst um 300€ für neue Möbel oder 1500€ für einen Laptop zusammenzukriegen, hast du ein schönes Ziel und dazu kein Risiko. Läuft der Monat schlecht gibt es eben keine neuen Möbel.
      Merkst du das du mit Pokern nicht genug verdienst und deine Klamotten alt und schäbig werden musst du deine Pläne ändern und dir einen anderen Job suchen. Poker kannst du ja weiterhin als Hobby betreiben.

      Zum Geld: Mit Poker verdienst du auch auf niedrige Limits recht viel. Auf den 16$ SnGs habe ich 14$/hr gemacht. Auch auf NL25 machst du einigermaßen Gewinn: (80 Hände pro Std * 6 Tische * 5PTBB = 12$)
      Aber die meisten Leute halten es nicht durch 20-30 Std pro Woche zu spielen (ist ihmo auch ungesund und unsozial). Deshalb empfehle ich dir dich auf NL100 zu etablieren (aber nicht um die Miete zu bezahlen, sondern um dir Luxus zu kaufen)
    • Eisflamme
      Eisflamme
      Gold
      Dabei seit: 20.01.2007 Beiträge: 6.479
      Hi,

      ich will eigentlich auch noch gar nicht so darauf spekulieren und das jetzt als notwendig erachten.
      Solange das Abi noch nicht getan ist, was halt noch ein halbes Jahr dauert, spiele ich natürlich normal weiter. Ich lerne natürlich viel, lese alle Artikel, hab mir auch schon ein Buch auf Englisch über Poker gekauft. Dass die 20 PTBB nicht rein am Spiel liegen können, ist mir auch klar. Trotzdem hab ich trotz einiger leider immer noch vorhandener Tilts auf 17k Hände eine Winrate von immerhin 1 PTBB. Das ist zwar nicht sehr viel, aber immerhin besser als nichts und ich hatte auch schon starke bad beats.

      Mir geht es jetzt halt auch darum, ob ich es einfach bis NL100 oder weiter schaffen kann. Die Disziplin oft und lange zu spielen habe ich schon. Schließlich kann man Poker, sofern als Nebenjob gesehen, ja durchaus auch so spielen. Andere Nebenberufe werden ja auch so gehandhabt, von daher finde ich das auch nicht unsozialer.

      Mir wurde auch schon gesagt, dass ich NL$25 nach meinen bisherigen Händen durchaus schlagen könnten und auch sogar noch dieses Jahr mit sehr viel Arbeit NL$100 erreichen könnte.
      Bis nächstes Jahr habe ich kein Risiko...

      Wenn ich das als Hobby weiterhalte, könnte ich ja theoretisch auch zu einem späteren Zeitpunkt umsteigen.

      Aber was das mit der B-Akademie und dem BA-Abschluss auf sich hat, ist sehr interessant. Würde dazu gerne mehr erfahren bzw. mit dir noch mal darüber sprechen, wenn das möglich wäre?! Will natürlich keine Zeit stehlen, aber wenn du Lust hast, mir mehr zu erzählen, gerne. =)

      Lg
    • Heuserle
      Heuserle
      Bronze
      Dabei seit: 24.12.2005 Beiträge: 298
      So, dann will ich hier auch mal etwas dazu sagen.

      Wie mein Vorredner schon sagte, das Studium damit zu finanzieren ist schwachsinn, hab ich auch versucht. Wenn du aber wie er schon sagte, dir damit Luxus gönnst und halt auch nur wenn es grad gut läuft u das Studium weitergeht, super Sache!!! So mache ich es inzwischen auch.

      Was die BA angeht, ich selbst hab 3 Freunde im näheren Umfeld die ein BA studium angefangen haben u auch mein Vater hat mir ein BA Studium ans Herz gelegt. Ich habe es nicht gemacht, sondern zuerst eine Ausbildung und jetzt bin ich am studieren.
      Das BA Studium ist wirklich sehr zeitintensiv, da du ja 3 Monate am Arbeiten im Betrieb bist und direkt im Anschluss wieder 3 Monate in der Berufsakademie am lernen mit anschließenden Klausuren und das 3 volle Jahre mit den üblichen 30 Tagen Urlaub por Jahr, was schon sehr gewöhnungsbedürftig ist als ehemaliger Schüler ;-), den du nur nehmen kannst während du im Geschäft bist.
      Das es Geld gibt stimmt, und je nachdem wo auch noch recht viel, aber wenn du studieren hast, bekommst du nach kurzer Zeit mehr Gehalt als einer der BA gemacht hat. Wenn die ihr max Gehalt bekommen fängst du grad erst an loszulegen, egal ob FH oder Uni.

      Von den 3 besagten Freunden haben 2 abgrebrochen bzw einer der Beiden wurde auf Grund zu schlechter Noten in der BA vom Betrieb noch während der Probezeit entlassen, der Andere ist freiwillig gegangen. Die 3. hat es durchgezogen wurde zwar gern übernommen, aber sie musste weit weg ziehen um zu Arbeiten. Zudem hatte sie den Ehrgeiz und wollte so etwas machen, mehr oder weniger Traumjob. Aber selbst sie hatte Phasen wo sie es echt gerne hingeschmissen hätte. Ein BA Studium ist echt nicht leicht und mit Freizeit siehts dann mau aus, dafür gibt es wie gesagt regelmäßig Geld.

      Wie du es jetzt nach dem Abi angehst ist deine Sache, aber Poker nebenher für Luxus und sonst wirklich studieren und wenn mgl Bafög, Eltern, Nebenjob etc. um die Grundkosten zu decken.

      Ich hoffe ich konnte weiterhelfen, v.a. was das BA studium angeht.

      mfg
    • tomicxd
      tomicxd
      Bronze
      Dabei seit: 31.03.2007 Beiträge: 101
      meine meinung: ein duales-studium ist absolut super! (wenn du einen abschluss hast der auch etwas wert ist). es gibt da durchaus vielfältige angebote, welche du sondieren solltest.

      mir erging es so, dass ich nach meinem abi erstmal eine ausbildung gemacht habe und dort unterfordert war (obwohl mein notenschnitt nicht so gut ist wie deiner ;-) ) und jetzt mit viel zu langer verzögerung mein studium beginne. rausgeschmissene zeit im endeffekt!

      zum pokern: als ich nl25 gespielt habe, hatte ich fantastische winrates über 30k hände, bin dann aufstiegen und auf nl50 und es ging nichts mehr! mit nl25 - selbst wenn du da im moment gewinn machst - solltest du auf keinen fall planen.

      um mehr zu schreiben fehlt mir gerade die zeit. ich habe mich bereits ernsthaft damit auseinander gesetzt, wenn du magst kannst du mich gern noch anschreiben: icq 47314879 irc #tomic (bin allerdings ab dienstag 3 wochen im urlaub)
    • Eisflamme
      Eisflamme
      Gold
      Dabei seit: 20.01.2007 Beiträge: 6.479
      Hi,

      ich will hier auch gar keine Ratschläge aufgreifen, aus denen ich dann irgendwelche verbindlichen Zukunftspläne ableiten würde oder so etwas.

      Aber ab welchem geschlagenem Limit wäre denn Studiumfinanzierung möglich? NL$100?

      Lg
    • Eisflamme
      Eisflamme
      Gold
      Dabei seit: 20.01.2007 Beiträge: 6.479
      Hi,

      ich will hier auch gar keine Ratschläge aufgreifen, aus denen ich dann irgendwelche verbindlichen Zukunftspläne ableiten würde oder so etwas.

      Aber ab welchem geschlagenem Limit wäre denn Studiumfinanzierung möglich? NL$100?

      Und mit BA... wenn man NICHT übernommen wird, hat man ja seinen Bachelor, macht dann evtl. noch Master drauf und dann hat man ja was. Außerdem kann man doch die praktische Erfahrung von der Berufsakademie beim Arbeitgeber angeben, das ist doch so gut wie Praktika, oder?
      Ich habe nämlich gehört, dass praktische Erfahrung immer mehr gefragt sei und dass Praktika deswegen sowieso sehr wichtig wären, wenn man in einer großen Firma Fuß fassen will.

      Lg
    • cubaner
      cubaner
      Bronze
      Dabei seit: 05.03.2006 Beiträge: 4.245
      Original von Eisflamme


      Aber ab welchem geschlagenem Limit wäre denn Studiumfinanzierung möglich? NL$100?
      COOL, einer mehr der so bekloppt ist wie ich :P

      kommt ganz drauf an wieviel du spielst :D prinzipiell, kannste sicher auch mit 8h/day 15tabling NL25$ deine brötchen verdienen^^
      aber ich würde auch sagen, dass ab NL100 (mit ner realistischen winnrate von vieleicht 3-5PTBB/100) und sagen wir mal so 20-30h die woche spielen die sache gut klappen kann.

      da ich das ganze selber grade ähnlich mache wie du, muss ich dich warnen!!!!! man stellt es sich vorher doch bissl anders vor und wenn du erstmal ein halbes oder dreiviertel jahr machst, merkste das es auch hart und stressig werden kann immer nur zu gambeln.

      trotzdem, wenn du meinst es ist dein ding, versuchs einfach :D ich wünsch dir viel glück!!!

      kannst ja mal in meinem thread stöbern, da steht ja bissl was zm thema drin!
    • Eisflamme
      Eisflamme
      Gold
      Dabei seit: 20.01.2007 Beiträge: 6.479
      Ja, vielleicht =) Aber ich will auf nem höheren Grundlimit als NL$100 spielen, also auf Dauer, lange Dauer. Natürlich dauert das noch und ich muss Zeit investieren, hmm...

      Lg
    • Crovax
      Crovax
      Black
      Dabei seit: 10.09.2006 Beiträge: 11.328
      Original von Eisflamme
      Ich habe nämlich gehört, dass praktische Erfahrung immer mehr gefragt sei und dass Praktika deswegen sowieso sehr wichtig wären, wenn man in einer großen Firma Fuß fassen will.
      Lg
      Praktische Erfahrung bekommst du aber auch an einer FH und hast sogar die Möglichkeit ein Semester ins Ausland zu gehen (oder sogar 2 sofern du Praktikum auch im Ausland machen willst). Das kannst du vermutlich auf der BA nicht oder?

      Und das kann Dir oft einen riesen Vorteil gegenüber anderen Bewerbern geben.

      Ich für meinen Teil pokere genau aus diesem Grund.
      Wenn ich richtig viel Kohle bis Jahresende schaffe, gehts nach Australien oder USA und mit weniger eben nur England oder Spanien :)
    • PHCruiser
      PHCruiser
      Bronze
      Dabei seit: 02.06.2006 Beiträge: 2.010
      Bzgl. BA gabs hier: Uni oder BA schonmal nen Thread, da hab ich auch ein paar Anmerkungen dazu geschrieben.


      Original von Crovax
      Praktische Erfahrung bekommst du aber auch an einer FH und hast sogar die Möglichkeit ein Semester ins Ausland zu gehen (oder sogar 2 sofern du Praktikum auch im Ausland machen willst). Das kannst du vermutlich auf der BA nicht oder?
      Auch wenn ich generell von einer BA abrate, ich kenne Leute die an einer BA studieren und ein Auslandspraktikum gemacht haben. Studiensemester im Ausland ist natürlich schwieriger...


      P.S.: Es gibt auch duale Studiengänge an FHs; d.h. man studiert normal an der FH, Praktika und Diplomarbeit sind beim Partnerunternehmen und evtl. arbeitet man auch in den Semesterferien dort. Oft mit Übernahmegarantie nach dem Studium.
    • Eisflamme
      Eisflamme
      Gold
      Dabei seit: 20.01.2007 Beiträge: 6.479
      Hi,

      ja, Auslandssemester sind da durchaus drin.
      Na ja, duale Studiengänge an FHs mit Übernahmegarantie sind ja quasi wie FH...
      Und die praktische FH-Erfahrung ist ja nicht in dem Maße praktisch, wie man Praktika macht, oder?

      Aber wieso ist, wenn man sich nicht übernehmen lässt nach der Berufsakademie, dann die 3 Jahre Erfahrung bei der Firma weg? Man hat Bachelor, macht vermutlich noch Master drauf und dann kann man immer noch mit der Berufserfahrung von der Firma prahlen, oder?

      Lg
    • Crovax
      Crovax
      Black
      Dabei seit: 10.09.2006 Beiträge: 11.328
      Was der FH-Ausbildung zugute kommt, dass auch die Dozenten alle aus der Praxis kommen... zumindest wird das von unseren Professoren immer als Argument gebracht, weil es ja oft gang und gebe ist, dass zB an Unis BWL von Dozenten unterrichtet wird, die selber noch keinen Betrieb von innen gesehen, geschweige denn geführt haben.

      Aber gut, wir sind auch nicht beim Vergleich Uni und FH ... BA wirds denke ich schon auch sehr oder gar noch praxisnäher sein
    • B4ll1nb4bY
      B4ll1nb4bY
      Bronze
      Dabei seit: 25.02.2007 Beiträge: 381
      Hey hab mir auch mal solche Gedanken gemacht. Hab auch ein gutes Abi (1.5) und fand NL25 auch schon nicht schlecht.

      Mit der Zeit hat sich meine Meinung über Poker jedoch geändert und es macht mir kaum noch Spaß. Also ich denke es sollte Deine berufliche Zukunft nicht beeinflussen! Zeit zum Spielen hat man immer wenn man es möchte und Geld verdienen kann man damit auch, aber es ist stark die Frage ob man das ewig machen möchte und auch wie lange es möglich ist.

      Versuch dich auf den höheren Limits zu etablieren und 200K Hände zu spielen und schau dann wie Du die Sache siehst!

      Meine hourly Winrate über die letzten 100 Stunden auf NL100 9T ist $50-60 was mehr als ein billig Job ist, aber auch deutlich stressiger sein kann.

      Aber an Poker for Living würde ich frühestens ab NL400 mit guter Samplesize & Winrate denken.
    • twinpoker1
      twinpoker1
      Bronze
      Dabei seit: 02.08.2007 Beiträge: 78
      Hi!
      Zum Thema Poker wurde ja das Meiste gesagt, denke du musst einfach ausprobieren, ob es läuft. Meine Meinung: Es kommt darauf an, ob du mit der neuen Situtation umgehen kannst, dass du unbedingt Geld gewinnen musst/ Geld brauchst. Dadurch wird das Spiel ein anderes, es ist eben nicht mehr ein reines Spiel, auch Nebenjob, wie du selbst sagst! Das bringt vor allem im psychologischen Bereich neue Belastungen mit sich!

      Zum Thema duales Studium/BA:
      Ich fange in drei Wochen selbst mit einem dualen Studium an. Ich habe mich damals bei fast allen großen deutschen Unternehmen beworben, die vernünftige kaufmännische Studiengänge anbieten. Mein Bruder hat dasselbe im Bereich Bankkaufmann gemacht...
      Es gibt schon einige duale Studiengänge, bei denen du nachher einen vollwertigen Abschluss hast. Da würde ich sehr drauf achten! So schlecht, wie der Ruf der BAs bei manchen ist, dürfte er allerdings auch nicht sein. Das ist kein Schrott, sondern auch solide Ausbildung, aber es geht eben besser. Ich selbst bin bei Boehringer Ingelheim gelandet und habe nach 4,5 Jahren eine anerkannte Ausbildung als Industriekaufmann und einen FH-Abschluss in Businnes Administration. Das erste Jahr ist zum Warmlaufen nur Beruf und Berufsschule und erst dann setzt der doppelte Stress ein. Man braucht dann etwas länger als beim typischen dualen Weg, aber wird nicht gleich ins eiskalte Wasser geschmissen. Du kennst dann den Betrieb, hast deinen eigenen Haushalt unter Kontrolle und dann gehts richtig los.
      Das übliche 3,5 Jahre-Prinzip ist aber auch machbar!

      Bei meinem Bruder ist es ein noch anderer Weg: Erst verkürzte Ausbildung zum Bankkaufmann, 2 Jahre lang in Frankfurt. Und dann an der Frankfurt School 3 Jahre berufsbegleitendes Studium inklusive Auslandssemester und am Ende steht ein vollwertiger Uni-Abschluss, die Frankfurt School ist private Hochschule mit Uni-Status.
      Bei beiden Abschlüssen hat man eine Übernahmechance von über 90%, bei gutem Abschluss eine Garantie. Das Unternehmen hat schon eine Menge in dich investiert und du bist nach deinem Abschluss schon fast 5 Jahre im Unternehmen. Ein normaler Student hat kaum Praxiserfahrung und muss erstmal teuer eingearbeitet werden.
      Wie schon angedeutet hat keiner der beiden Studiengänge direkt einen so knallharten Beginn, sodass du zumindest im ersten Jahr noch recht viel Zeit für Hobbies hast, also auch zum Pokern. Ich kriege zB zu Beginn ca. 600 Euro netto, später bis zu ca. 900€. Da ist man wirklich so gut ausgestattet, das man mit gelegentlichen Zuschüssen der Eltern oder einer kleinen Rücklage sehr gut über die Runden kommen sollte. Mit Poker verdientes Geld kannst du also mit hoher Wahrscheinlichkeit für Luxus verwenden!
      Bist du erstmal im Job eingearbeitet und hast deine Ausbildung fertig, geht die Belastung noch weiter runter. Das zweite Jahr ist hart, alles andere ist machbar. (Mischung aus normalem Studenten und dualem Studenten!)

      Fazit: Bewirb dich ruhig auch bei BAs, aber suche gezielt nach dualen Kombinationen in denen du a) zB an einer FH studierst und/oder b) eine echte Berufausbildung mit vollwertigem Abschluss erhältst. Solche Stellen sind sehr sehr rar gesäht und die Auswahlverfahren sind recht hart. Dafür hast du nachher auch wirklich was in der Hand, was nicht nur bei einem einzigen Unternehmen oder in einer bestimmten Region zählt.
      Bewerben solltest du dich aber spätestens ein Jahr im Voraus, sonst hast du kaum eine Chance. Das ist bei den BA-Studiengängen aber auch nicht viel anders, daher weißt du das sicher.
      Im Zweifelsfall auch einfach mal Unternehmenswebsites aus der Branche anwählen und dort forschen, denn oft gibt es nur so wenige Plätze oder die Studiengänge sind so neu, dass du sie nur dort findest.
      Mit einem BA-Platz brauchst du aber absolut nicht unzufrieden zu sein, viele Vorteile eines dualen Studium hast du hier auch. Ich habe mich damals auch lange über das Thema informiert und es gibt einfach kein klares Ergebnis, wie gut oder schlecht nun ein BA-Studium ist. Wenn du entsprechende Leistung bringst, führen viele Wege nach Rom. ;) Such dir, wenn du dich für BA entscheidest, aber am besten den Platz nach Unternehmen und Ruf der BA aus, da gibt es intern auch wieder große Diskrepanzen.
    • Eisflamme
      Eisflamme
      Gold
      Dabei seit: 20.01.2007 Beiträge: 6.479
      Hi,

      erstmal vielen Dank für die Mühe, die ihr und vor allem du, twinpoker1, euch/dir beim Schreiben gegeben habt. :)
      Erstmal die Frage, was du jetzt mit BA-Platz meinst. Berufsakademie ist ja gleich duales Studium, also
      Mit einem BA-Platz brauchst du aber absolut nicht unzufrieden zu sein
      das meine ich. :)

      Die Frage ist für mich auch, ob man in der FH neben dem normalen Studium noch Praktika machen MUSS, damit man in einer Firma später genommen wird.

      Und was meinst du bei dualem Studium mit "richtigem Abschluss"? Bachelor ist ja Standard und so vollwertig wie jeder Uni/FH Bachelor, oder?

      Lg
    • PHCruiser
      PHCruiser
      Bronze
      Dabei seit: 02.06.2006 Beiträge: 2.010
      Original von Eisflamme
      ja, Auslandssemester sind da durchaus drin.
      Na ja, duale Studiengänge an FHs mit Übernahmegarantie sind ja quasi wie FH...
      Und die praktische FH-Erfahrung ist ja nicht in dem Maße praktisch, wie man Praktika macht, oder?
      ? Ich nehme an, du meinst, dass ein FH-Studium nicht nur praxisorientiert ist, weil man Praxisemester hat, sondern weil das ganze Studium praxisbezogener ist? Falls du das meinst, dann ist das natürlich korrekt. Den Grund hat Crovax schon genannt. Kann aber von Dozent zu Dozent sehr unterschiedlich sein, und ist auch vom Fach (und Studiengang) abhängig. (BWL Uni-Profs sind übrigens ein gutes Beispiel - aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass manche sehr weltfremde Sachen erzählen. Nur kann das dann kaum ein Student - besonders im Vorstudium und ohne Praxiserfahrung - beurteilen)

      Trotzdem bestehen Unterschiede bzgl. der Praxis bei FH und BA:
      - bei einer BA lernst du nur ein Unternehmen kennen, das dafür im Detail
      - BA'ler arbeiten oft richtig, FH'ler sind meist richtige Praktikanten (d.h. kein Tagesgeschäft, dafür unterstützende Tätigkeiten mit Erläuterungen; oder Kaffeekochen und Powerpoint-Präsentationen erstellen ;) ). Was mehr bringt und wobei man mehr lernt, soll jeder für sich entscheiden. Bei Praktika gibts leider riesige Unterschiede, abhängig nicht nur von Unternehmen, Branche, Unternehmensgröße, Abteilung, sondern sogar vom Arbeitsplatz.


      Original von Eisflamme
      Aber wieso ist, wenn man sich nicht übernehmen lässt nach der Berufsakademie, dann die 3 Jahre Erfahrung bei der Firma weg? Man hat Bachelor, macht vermutlich noch Master drauf und dann kann man immer noch mit der Berufserfahrung von der Firma prahlen, oder?
      Die Berufserfahrung ist natürlich nicht weg. Wer behauptet das? (Fraglich ist nur wie sie gewertet wird, als Ausbildung, Arbeit oder Praktikum?)
      Evtl. muss man so eine Entscheidung bei einer neuen Bewerbung aber gut begründen. Aber meistens freut sich das andere Unternehmen, dass es einen Absolventen bekommt, dessen Ausbildung die Konkurrenz gezahlt hat. :D
      Und normalerweise fängt man nach der BA bei dem Ausbildungsunternehmen an. Das ist ja der Grund, warum die Leute an eine BA gehen. Mehr Unternehmen, bei denen du evtl. anfangen könntest/willst, lernst du an einer FH kennen.


      Original von Eisflamme
      Die Frage ist für mich auch, ob man in der FH neben dem normalen Studium noch Praktika machen MUSS, damit man in einer Firma später genommen wird.
      Ein FH-Studium beinhaltet Pflicht-Praxissemester und meist schreibt man seine Bachelor-/Diplomarbeit bei einem Unternehmen (wer das nicht macht, begeht im Normalfall einen schweren Fehler und lässt sich eine große Chance entgehen).
      Zusätzliche Praktika schaden aber nie. Besonders, da die Bachelor-Studiengänge meist nur ein Praxissemester beinhalten, lohnt es sich evtl. in den Semesterferien ein 3-monatiges Praktikum zu machen, z.B. im Ausland (das erste Praktikum gleich im Ausland machen zu können ist absolute Ausnahme).

      Original von Eisflamme
      Und was meinst du bei dualem Studium mit "richtigem Abschluss"? Bachelor ist ja Standard und so vollwertig wie jeder Uni/FH Bachelor, oder?
      Ich glaube twinpoker1 meint nicht den Abschluss der BA (z.B. Dipl.-Ing. (BA)) , sondern den Abschluss der integrierten Berufsausbildung (z.B. Industriemechaniker mit Gesellenbrief).
    • Eisflamme
      Eisflamme
      Gold
      Dabei seit: 20.01.2007 Beiträge: 6.479
      Achso, verstehe.

      Nagut, vielen Dank für die ganzen Infos.
      Ich würde natürlich gerne auch eine gewisse Freizeit haben bzw. möchte ich mir zumindest offenhalten, später, wenn ich in 2 Jahren oder so Mal auf höheren Limits spiele, mit Poker zumindest einen größeren Luxus zu finanzieren.

      In der BA hab ich dafür keine Zeit. Entweder ich mache Praxis oder lerne, aber Freizeit? Wenig...

      Oder?

      Lg
    • Crovax
      Crovax
      Black
      Dabei seit: 10.09.2006 Beiträge: 11.328
      Keine Ahnung... aber will man sich wirklich den schönsten Abschnitt seines Lebens derartigen Stress aussetzen?

      Keine Zeit zum Pokern um dadurch Kohle zu scheffeln halte ich da noch für am unwichtigsten
    • 1
    • 2