Artikel: Poker als Lebensschule

    • peppard
      peppard
      Bronze
      Dabei seit: 01.05.2005 Beiträge: 379
      Poker als Lebensschule
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      Poker als Lebensschule «
      von Roger Blitz (London)
      Ein Juraprofessor aus Harvard glaubt, die Lösung für soziale Probleme zu haben: Karten spielen.

      Charles Nesson ist weder Kommunist noch Sektenführer - sondern Harvard-Professor. Trotzdem schickt sich der 68-Jährige an, mit einer simplen Idee die Welt zu verbessern. Nessons Rezept: Die Menschheit soll mehr Poker spielen. Und schon lösen sich die meisten gesellschaftlichen Probleme wie von selbst.

      Auf einer Konferenz in Singapur wird der Juraprofessor in dieser Woche sein Konzept vorstellen, mit dem er das Kartenspiel an Schulen und Universitäten weltweit etablieren möchte. Dazu schwebt Nesson die Gründung von Poker-Klubs vor. Sie sollen Workshops an Schulen fördern, Turniere an Hochschulen sponsern und Poker-Lehrpläne für Bildungsinstitute ausarbeiten. Entsprechende Pilotprojekte für benachteiligte Schüler gebe es bereits in Boston und auf der Karibikinsel Jamaika. Zu den Keimzellen der Bewegung sollen Nesson zufolge die Eliteunis Harvard, Yale und Oxford gehören.

      "Poker lehrt, selbstständig zu denken, es ist eine wesentliche Komponente der Individualität und ein zentraler Aspekt für das Verwalten der eigenen Ressourcen", sagt Nesson. Entscheider in der Wirtschaft könnten vom Poker lernen, wie man Verhandlungsgegner in die Falle laufen lässt. Teenager könne das Spiel Tugenden wie Geduld, Selbstbeherrschung und Respekt lehren. Jurastudenten verstünden durch Poker das Beweisrecht besser, und Diplomaten könnten die Kunst des Bluffens gewinnbringend in den internationalen Beziehungen anwenden. Für das persönliche Finanz- und Risikomanagement schließlich gebe es ohnehin kein besseres Lehrmittel als Poker, ist Nesson überzeugt. Durch das Kartenspiel lerne man, das Optimum aus den verfügbaren Ressourcen herauszuholen - und man lerne, wie man mit Anstand verliert.

      So überzeugt Charles Nesson von seiner Idee auch zu sein scheint - die Politik muss er für das Projekt erst noch gewinnen. Erst im vergangenen Jahr hat der US-Kongress nämlich ein Gesetz verabschiedet, das Onlinepoker praktisch verbietet.




      Ob die Harvard School of Poker viel besser wäre als ps.de?
  • 11 Antworten
    • ThePhantom
      ThePhantom
      Bronze
      Dabei seit: 13.03.2007 Beiträge: 14.716
      lol was für ein unsinn, dass ja der gleiche ansatz so wie manche denken dass erlebnispädagogik von alleine zum erwerb schlüsselqualifikationen führt

      poker ist auch kein selbstläufer, das ist doch alles vom einzelnen individuum abhängig, nicht jeder ist fürs poker gemacht und nicht jeder wird was daraus lernen, poker lehrt doch nicht emotionen zu beherrschen, sondern viele explodieren dazu gerade und misserfolg kann schneller als gedacht in depressionen führen und in den verlust von selbstvertrauen etc.

      zudem bluffen, bluffen = lügen .... nicht sehr tugendhaft
    • Wazer
      Wazer
      Bronze
      Dabei seit: 09.10.2006 Beiträge: 1.185
      Gerade Poker lehrt einen ganz wichtigen Aspekt: Es kann eine ganze Zeit lang Bergauf gehen und auf einmal fällst du Steil runter, oder andersrum. Auch im wahren Leben ist es doch so, dass man eine Phase hat in der alles klappt. Bis zu einem bestimmten Punkt glaubt man dann, man könnte alles schaffen, bis dann auf einmal der Umschwung kommt und man wieder auf die Tatsachen des Bodens zurückgeholt wird. Man kann ein Looser Typ sein und trotzdem mal gewinnen oder man kann ein gewinner Typ sein und trotzdem mal verlieren, wie beim Pokern.
      Auch das mit der Geduld ist ein sehr wichtiger Aspekt. Man muss einfach auf den richtigen Moment geduldig warten, aber dann wenn man die Chance wittert, sollte man sofort und mit allen Risiken zuschlagen. Mein letzter Satz kommt mir fast wie aus einer Schnulze vor, aber irgendwie stimmt das, sowohl im rl als auch beim Pokern.

      Nichtsdestotrotz glaube ich, dass nicht jeder Mensch daraus seine Lebensweisheit zieht. Sehr wenige werden sich durch die Lehre des Pokerns wirklich ändern können, indem sie das verinnerlichen. Und genau das ist ja der Punkt, warum es überhaupt noch Langzeitgewinner gibt beim Pokern, weil sich nicht jeder damit beschäftigen möchte. Auch andersrum kann man den Pokerspieler nicht 1:1 ummünzen auf das richtige Leben. Viele sind bestimmt gute Pokerspieler, die Geduldig sind usw., aber im rl können sie nicht mal 10 Minuten auf den Zug warten, wenn er Verspätung hat.

      Somit ist für auch ein Pflichtprogramm für Poker verschwendete Zeit, weil würde man das umsetzen können, was der Professor beschrieben hat, dann wären alle Menschen gleich und niemand würde sich mehr abheben können.
    • jukeboxheroo
      jukeboxheroo
      Bronze
      Dabei seit: 31.01.2007 Beiträge: 3.184
      nice fake . whats next ? pornos schauen zwecks erhöhung sozialer bindungen ?
    • peppard
      peppard
      Bronze
      Dabei seit: 01.05.2005 Beiträge: 379
      nix fake: google mal "Charles Nesson Poker"

      Anderswo wird doch auch Schach an Schulen gelehrt und zwar aus verwandten Gründen.
    • jukeboxheroo
      jukeboxheroo
      Bronze
      Dabei seit: 31.01.2007 Beiträge: 3.184
      Du willst ja wohl hoffentlich nicht Schach und Poker vergleichen wollen , oder ?
    • peppard
      peppard
      Bronze
      Dabei seit: 01.05.2005 Beiträge: 379
      Original von jukeboxheroo
      Du willst ja wohl hoffentlich nicht Schach und Poker vergleichen wollen , oder ?
      ?
      Naja, es gibt gravierende Unterschiede. Aber die findet man ja erst durch Vergleichen heraus ...

      Ich weiß nicht ganz, was du mit deiner suggestiven Frage meinst.
    • jukeboxheroo
      jukeboxheroo
      Bronze
      Dabei seit: 31.01.2007 Beiträge: 3.184
      aha, gravierende unterschiede , aber verwandte gründe. naja dann ...

      Ich meine damit , dass poker für kinder pädagogisch keinen bis schlechten Nutzen hat. Grade gestern habe ich wieder in einem Pokerbuch gelesen ich solle meinen mitspieler anlügen , wenn er mich nach der hand fragt ,was ich hatte.

      Bestimmt kann der gute Professor kein Schach , sonst würde er nicht einen solchen Vorschlag machen .

      Vesteh mich bitte nicht falsch : ich spiele gerne Poker , rauche und trinke gern ; trotzdem denke ich, dass diese Sachen nix für Kinder , pädagogisch wertvoll , oder von irgendeinem gesellschaftlichem Nutzen sind.

      Im Übrigen gibt es eine Studie der Uni Trier die belgt , dass Schachspielen die schulischen Leistungen steigert.
    • Menace78
      Menace78
      Bronze
      Dabei seit: 02.10.2005 Beiträge: 675
      Hier geht es doch nicht um Pokern ums Pausengeld.

      Spielen an sich fördert zuerstmal grundsätzlich soziale Kompetenzen.
      Pokern lehrt in komplexen Situationen sowohl logisches als auch analytisches Denken.

      Dass viele Leute gerade beim Pokern, wie einer der Vorredner sagte, "ausrasten" ist ja eben Teil des Lernprozesses. Solche emotionalen Ausbrüche führen beim Poker eben zu langfristig negativen Ergebnissen. Angemessenes Verhalten in solchen Situationen kann man lernen.

      Und Schach und Poker will ich mal ganz sicher vergleichen. Sowohl vom Lerneffekt als auch vom Denkprozess sind sich die Spiele sehr ähnlich.

      Das Argument: "Wer blufft, der lernt Lügen" ist so wahr wie die Behauptung "Wer CS spielt, ermordet seine Mitmenschen", worüber sich hier mit Sicherheit einige echauffieren würden.
    • YourRedeemer
      YourRedeemer
      Bronze
      Dabei seit: 04.06.2006 Beiträge: 1.384
      hör mal auf zu plenken
    • KingGani
      KingGani
      Bronze
      Dabei seit: 08.06.2007 Beiträge: 6.836
      mir persöhnlich hat poker schon ein bisschen geholfen, ich bin teilweise geduldiger und geh sachen ruhiger an....
      und das mit den up und downswing is denk ich ne charakterfrage obs einen stärkt oder schwächt.... ich hab damit noch keine erfahrungen...
    • Wazer
      Wazer
      Bronze
      Dabei seit: 09.10.2006 Beiträge: 1.185
      Original von Menace78
      Das Argument: "Wer blufft, der lernt Lügen" ist so wahr wie die Behauptung "Wer CS spielt, ermordet seine Mitmenschen", worüber sich hier mit Sicherheit einige echauffieren würden.
      Sehr gutes Argument :D Außerdem ist es manchmal nicht schlimm zu "bluffen". Pokern besteht ja nicht hauptsächlich daraus andere auszubluffen, sondern es geht darum, dass man ab und zu blufft, um zu gewinnen, und dann auch einen Rückzieher macht, wenn man "ertappt" wird.