Angst vor dem Tod / dem was "danach" ist

    • GrossKhan
      GrossKhan
      Bronze
      Dabei seit: 17.01.2007 Beiträge: 11.278
      Mich beschäftigt dieses Thema seit ich ein kleines Kind bin und mich interessiert, ob andere da ähnlich ticken.

      An Gott geglaubt habe ich noch nie, kam mir schon als Kleinkind Spanisch vor, was der für die Menschen tun soll, dass wir dafür in die Kirche gehen etc.
      Hab daher auch Konfirmation abgelehnt, weil mir der Bibelunterricht zu nervig und lächerlich war.

      Aber irgendwie hängt ja jeder Glauben mit dem Tod zusammen, auch heute sind ja noch viele Christen der Überzeugung, dass sie mit einem gut geführten Leben, ein schönes Leben nach dem Tod haben.

      Das dies wohl leider nur eine große Luftblase ist, an die sich Menschen klammern, ist den Atheisten wohl klar, aber irgendwie entsteht dadurch ein für mich unangenehmes Gefühl: man erkennt wie unwichtig die eigene Existenz eigentlich ist, man stirbt, ggf. trauern ein dutzend oder sogar paar hundert Menschen um einen, doch im Grunde ist man schnell vergessen. Das ist aber nicht mal das Problem: Ich finde die Vorstellung aus der Egoperspektive irgendwie so bedrückend, man stirbt und ist in dem Moment quasi wie im Schlaf, nur ohne das man träumt (wahrscheinlich?!) und das man nicht mehr aufwacht, man weiß also nicht, dass man tod ist, man ist es einfach.

      Ich finde dieses Gefühl, dass man ab dem Moment quasi in der kompletten Leere des Raumes ist so unangenehm, auf Ewig, sogar schlimmer als die Angst, als bspw. durch eine schwere Krankheit leidvoll dahin zu siechen. Wie steht ihr dazu? Verdrängt ihr es unbewusst quasi oder geht ihr damit echt so cool um? Denn im Grunde ist die Angst vor dem Tod ja die einzige, die wirklich real ist, denn sterben wird jeder von uns irgendwann, jeden Menschen den wir in der Fußgängerzone, im Fußballstadion oder im Bus sehen, egal ob man Obdachlos und Mittellos ist, oder Steinreich mit 10 Millionen Villa.

      Bzw noch als kleiner Anhang zu oben geschriebenem: es macht mich regelrecht neidisch, dass ich nicht so "naiv" sein kann, eine echte Hoffnung zu verspüren, dass mit dem Tod nicht alles vorbei ist, man gar alle die man mochte wieder sieht, denn irgendwie beruhigt einen das im Leben ja schon sehr, wenn man davon überzeugt ist
  • 84 Antworten
    • ThePorcupine
      ThePorcupine
      Bronze
      Dabei seit: 18.07.2013 Beiträge: 142
      Ich bin selbst absoluter Realist und glaube nicht an das Leben nach dem Tod. Genau wie du denke ich, dass mit dem Tod einfach alles vorbei ist. Für mich ist die Konsequenz daraus, das Leben voll auszunutzen. Die Angst vor dem Tod verdränge ich. Er ist Teil des Lebens und wir haben das zu akzeptieren.
    • GrossKhan
      GrossKhan
      Bronze
      Dabei seit: 17.01.2007 Beiträge: 11.278
      Original von ThePorcupine
      Ich bin selbst absoluter Realist und glaube nicht an das Leben nach dem Tod. Genau wie du denke ich, dass mit dem Tod einfach alles vorbei ist. Für mich ist die Konsequenz daraus, das Leben voll auszunutzen. Die Angst vor dem Tod verdränge ich. Er ist Teil des Lebens und wir haben das zu akzeptieren.
      Verdrängen tu ich es auch meist, aber irgendwie kommt es mir doch so oft in den Sinn. Vor allem wenn es darum geht, im Leben den nächsten Schritt zu gehen, oder was erreicht zu haben (egal ob bspw sowas banales wie ein erfolgreiches Pokerjahr, oder nen Abschluss an der Uni), irgendwie hängt da bei allem ein Damoklesschwert über mir, was mir sagt "irgendwie ist es doch eh alles nur Schall und Rauch, für was tut man das alles, wenn mit dem Tod eh alles ausgelöscht ist"

      :( :evil:
    • OstapBender
      OstapBender
      Black
      Dabei seit: 29.01.2007 Beiträge: 5.416
      Das, was du derzeit als "ich" bezeichnest, war vor der Geburt schon ein paar milliarden Jährchen lang "tot".. Hat es dich in der Zeit gestört? :)
    • Bartmannn
      Bartmannn
      Bronze
      Dabei seit: 12.12.2005 Beiträge: 2.305
      Vor dem Tod habe ich keine Angst! Dann ist eben alles vorbei.
      Nur ums "Sterben" an sich mache ich mir Gedanken. Möchte nicht von i-einem Krebs zerfressen werden...
    • GrossKhan
      GrossKhan
      Bronze
      Dabei seit: 17.01.2007 Beiträge: 11.278
      Ich bin wenn ich an diese Sache denke teilweise richtig panisch und steigere mich in was hinein, weil ja keiner weiß, was danach ist (bzw ob wirklich einfach alles vorbei ist), man könnte ja auch ewige Schmerzen irgendwo im luftleeren Raum haben und keiner hört einen schreien, oder man wird wiedergeboren irgendwo in der dritten Welt :f_confused:

      Also egal wie ichs drehe, ich finde nichts beruhigendes daran, entweder das einfach alles wirklich aus ist, oder Dinge die keiner weiß

      und @ Ostap: dadurch das ich nun aber bin, hab ich ja erst die Chance mir darüber Sorgen zu machen, daher kann ich es mir leider nicht so leicht machen, zu sagen, "vorher war ich ja auch milliarden Jahre nicht existent"
    • mkbluff
      mkbluff
      Bronze
      Dabei seit: 20.07.2013 Beiträge: 858
      hab keine angst vor dem tod. denke auch, dass es dann so ist wie wenn man schläft. und da ich gerne schlafe und schlaf ziemlich geil ist, kann der tod so schlecht nicht sein. glaube wenn man irgendwann mal 80 oder 90 ist und man sich eh kaum mehr schmerzfrei bewegen kann und man die ganzen 18-25 jährigen sieht (wenn ich heute 80 wäre würden mir diese ganzen smartphone süchtigen leute, die überhaupt nicht mehr in der lage sind ohne smartphone etc zu kommunizieren total auf den sack gehen und ich würde mich fragen was nur aus der menschheit geworden ist, will dann garnicht wissen was in 60 jahren so los ist), hat man irgendwann sicher eh keine große lust mehr weiter zu leben und schläft lieber^^..mal ganz abgesehen davon, dass dann irgendwann auch die letzten freunde abkratzen, vielleicht noch die frau.. und die kinder und enkelkinder auch irgendwann ihr eigenes leben führen wollen und man dann irgendwann einfach nur noch einsam mit seinem rechner vor sich hinvegetiert
    • kingofbling251
      kingofbling251
      Bronze
      Dabei seit: 13.05.2011 Beiträge: 309
      Ist ein interessantes Thema.

      Mal kurz zu meiner Entwicklung:

      Ich war seit ich klein war "gläubiger" Christ, bin zwar nie in die Kirche, außer an Weihnachten, aber habe jeden Abend in meiner Jugend gebetet. Das ging so bis zu meinem 18. Lebensjahr. Da hab ich mich vermehrt mit dem Thema außerkörperliche Erfahrungen (Der "Geist", "Seele" oder was auch immer verlässt den Körper) beschäftigt.

      Mir wurde klar, wäre ich irgendwo anders geboren worden, wäre ich halt Moslem, Budhhist, Jude oder ein Anhänger einer anderen religion geworden. Und seit dem halte ich Religionen für ziemlichen Bullshit. Nicht weil die Inhalte unbedingt falsch sind, sondern eher weil sie Menschen an ihrer persönlichen Weiterentwicklung hindern, weil etwas nicht mit ihrer Religion oder Gott vereinbar wäre.
      No offence an alle Gläubigen, aber das hab ich so für mich erfahren.

      Das Thema außerkörperliche Erfahrung hat mich deshalb so fasziniert, weil man selbst eine "echte" spirituelle Erfahrung machen kann. Viele Menschen berichten davon und es gibt einige die diese durch Training auch bewusst hervorrufen können.


      Hab mich zwar lange damit beschäftigt, aber leider nur halbherzig und habe es daher selbst nie geschafft, trotzdem vieles daraus mitgenommen. Ich habe sehr entspannte Zustände erfahren, die ich so nicht kannte.


      Ich weiß selbst nicht ob es möglich ist, da ich es nicht geschafft habe.

      Für mich hat es sich gelohnt und wenn ich mal wieder mehr Zeit habe, werde ich mich wieder vermehrt damit beschäftigen. Für mich ist es ein Weg sich spirituell weiterzuentwickeln und dem Thema "Tod" oder "Was kommt danach?" mehr nachzugehen.
    • AbbAUbaR
      AbbAUbaR
      Bronze
      Dabei seit: 26.02.2007 Beiträge: 40.808
      Ich befürchte ja, dass man nach dem Tod einfach das Leben eine anderen erlebt, davon aber obv nichts mitbekommt. Leider wird man dann aber Franzose oder sowas sein.

      Der Gedanke, irgendwann zu sterben und einfach weg zu sein macht mir aber schon ein wenig Angst. Sterben kann einfach nicht schön sein.
    • kingofbling251
      kingofbling251
      Bronze
      Dabei seit: 13.05.2011 Beiträge: 309
      Original von GrossKhan
      Ich bin wenn ich an diese Sache denke teilweise richtig panisch und steigere mich in was hinein, weil ja keiner weiß, was danach ist (bzw ob wirklich einfach alles vorbei ist), man könnte ja auch ewige Schmerzen irgendwo im luftleeren Raum haben und keiner hört einen schreien, oder man wird wiedergeboren irgendwo in der dritten Welt :f_confused:

      Also egal wie ichs drehe, ich finde nichts beruhigendes daran, entweder das einfach alles wirklich aus ist, oder Dinge die keiner weiß

      und @ Ostap: dadurch das ich nun aber bin, hab ich ja erst die Chance mir darüber Sorgen zu machen, daher kann ich es mir leider nicht so leicht machen, zu sagen, "vorher war ich ja auch milliarden Jahre nicht existent"
      Möchte dir da nix andrehen, aber, wenn du dich mit außerkörperlicher Erfahrung beschäftigst, dann hast du wenigstens eine Möglichkeit etwas zu erfahren. Wenns nicht klappt, dann haste halt ein bisschen meditiert oder Entspannungsübungen gemacht. Die Zeit in sowas potentiell produktives zu stecken, halte ich für besser als sich in irgendwelchen krassen Gedankenspielen zu verlieren.
    • Romeryo
      Romeryo
      Bronze
      Dabei seit: 21.10.2008 Beiträge: 12.600
      Hab höchstens Angst vor der Art des Todes^^

      Meine Überzeugung (nicht Glauben) ist, dass nachdem die Lichter ausgehen, dass sie woanders sofort wieder angehen, im Sinne von man wird geboren. Der Grund wieso sich Menschen so ähnlich sind ist imho, dass das "Wesen" oder man könnte auch meinen der Geist oder die Seele, von Mensch zu Mensch übertragen werden. D.h. wenn einer stirbt, wird er woanders neu geboren. Ob zeitgleich oder zeitversetzt weiß ich nicht, kann mir aber letzteres vorstellen, da man manchmal auch wiederbelebt wird und damit offenbar noch seine Energie irgendwo gespeichert hat. Vielleicht wird diese Energie auch erst freigegeben wenn der Körper zersetzt ist, also im natürlichen Kreislauf wieder eingegangen ist.

      Mit Verbrennung würde es obv schneller gehen als mit Verwesung, würde nach meinem Ableben auch gern verbrannt und verstreut (ja nicht verbuddelt >.<) werden.

      Aber das ist nur das was für mich am meisten Sinn ergibt, jedenfalls blicke ich dem Tod an sich eher neugierig entgegen. Es MUSS danach aber weitergehen, weil Nichts kann man sich nicht vorstellen. Ich denke Träumen wird auch nicht funktionieren wenn das Gehirn keinerlei Aktivität mehr ausübt; was aber Bedingung für Träume ist.
      Jedenfalls nimmt man wohl nix mehr wahr, weshalb es einem auch mächtig egal sein kann was passiert - auch wenn nix passiert.
    • gammastrahler
      gammastrahler
      Platin
      Dabei seit: 05.01.2010 Beiträge: 3.833
      Original von ThePorcupine
      Ich bin selbst absoluter Realist und glaube nicht an das Leben nach dem Tod.
      lol
    • buccaneers
      buccaneers
      Bronze
      Dabei seit: 13.04.2006 Beiträge: 3.032
      Original von ThePorcupine
      Ich bin selbst absoluter Realist und glaube nicht an das Leben nach dem Tod. Genau wie du denke ich, dass mit dem Tod einfach alles vorbei ist. Für mich ist die Konsequenz daraus, das Leben voll auszunutzen. Die Angst vor dem Tod verdränge ich. Er ist Teil des Lebens und wir haben das zu akzeptieren.
      Genau so denke ich auch. Habe daher auch den Weg Sportwetten eingeschlagen, weil für mich ein 9-5 job um dann 1 Jahr in Rente zu sterben ziemliche Verschwendung ist.
    • GrossKhan
      GrossKhan
      Bronze
      Dabei seit: 17.01.2007 Beiträge: 11.278
      Original von Romeryo

      Meine Überzeugung (nicht Glauben) ist, dass nachdem die Lichter ausgehen, dass sie woanders sofort wieder angehen, im Sinne von man wird geboren. Der Grund wieso sich Menschen so ähnlich sind ist imho, dass das "Wesen" oder man könnte auch meinen der Geist oder die Seele, von Mensch zu Mensch übertragen werden. D.h. wenn einer stirbt, wird er woanders neu geboren..
      Das ist halt der Ansatz "Wir Menschen sind doch irgendwie was besonderes", aber da frag ich mich halt, wieso sollte das bei uns so sein und bspw bei uns von der DNA fast identischen Affen oder dem generellen Tierreich nicht?

      Ich kann zwar nachvollziehen, wie du zu deiner Überzeugung kommst, aber im Grunde ist das ja auch nur (Christlicher) Glauben etwas abgespeckt und hat auch das "Der Mensch ist ein Überwesen" im Mittelpunkt
    • RandomNickname
      RandomNickname
      Bronze
      Dabei seit: 18.04.2008 Beiträge: 2.029
      Der Tod an sich macht mir auch relativ wenig sorgen, gehe auch stark davon aus, dass es wie ein Tiefschlaf ohne Traum sein wird.

      Viel mehr stört mich, dass man sein Leben (oder ich meins) nicht so lebt, wie man eigentlich möchte. Ich glaube da wird man im Alter vieles bereuen.
    • buccaneers
      buccaneers
      Bronze
      Dabei seit: 13.04.2006 Beiträge: 3.032
      Ich denke auch, dass dann aufeinmal alles aus ist. Hab ich so bei ALF gehört und seitdem glaub ich dran. :D

      Man sollte das Leben definitiv geniessen. Problem vieler ist halt deren "Beschränkheit" (also positiv gemeint), richtig was aus dem Leben zu machen .
    • GrossKhan
      GrossKhan
      Bronze
      Dabei seit: 17.01.2007 Beiträge: 11.278
      Original von buccaneers
      Ich denke auch, dass dann aufeinmal alles aus ist. Hab ich so bei ALF gehört und seitdem glaub ich dran. :D

      Man sollte das Leben definitiv geniessen. Problem vieler ist halt deren "Beschränkheit" (also positiv gemeint), richtig was aus dem Leben zu machen .
      man kann aber oft nicht anders, erst rückblickend, nachdem man diverse erfahrungen und dinge erlebt hat, weiß man, was man hätte anders machen können.

      Ich weiß noch wie mir jemand wo ich 9 oder so war kurz vorm Gymnasium sagte: genieße deine Kindheit, sie ist schneller vorbei als du denkst. Ich wusste in dem Moment, derjenige wird das schon gut meinen, konnte es aber nicht umsetzen und hab den "Ratschlag" auch direkt vergessen und bin wieder mit Freunden auf den Spielplatz kicken gegangen (im übertragenen Sinne), weil als Kind alles so leicht und sorgenfrei ist

      Was ich sagen will: auf einma ist man über 20 und erkennt, wie recht derjenige hatte und wie schnell die Zeit verflogen ist, wieviele Fehler man getan hat usw, denke das wird sich auch im Alter nicht ändern
    • FidiFlush
      FidiFlush
      Bronze
      Dabei seit: 14.04.2009 Beiträge: 4.122
      Sich darüber einen Kopf zu machen macht keinen Sinn, es nimmt einem nur die Lebensfreude, denn
      1. du kannst es eh nicht verhindern, egal wieviel Kopf du dir darüber machst
      2. was danach passiert wirst du auch NIEMALS rausfinden
    • h0nky
      h0nky
      Bronze
      Dabei seit: 17.02.2008 Beiträge: 10.643
      Wird genauso sein wie vor der Geburt :f_p:
      Im Prinzip gehst du körperlich einfach in die Welt über in Form von Erde und Energie.
      Hätte ich die Wahl, würde ich mich mumifizieren lassen. Imo waren die Ägypter ziemliche Genies und vielleicht hatten sie mit der Sache ja etwas recht :D
    • richum
      richum
      Bronze
      Dabei seit: 29.03.2010 Beiträge: 2.169
      Ich finde wer seinem Leben einen Sinn geben will sollte das zu seinen Lebzeiten tun. Dann war und ist das eigene Leben auch nicht sinnlos. Das ist der einzige Weg um einen bleibenden Eindruck zu hinterlassen und sich selbst "unsterblich" zu machen. Wenn man gestorben ist kann man sich selbst an seinen eigenen Taten nicht mehr erfreuen, man kann nur auf dem Sterbebett wissen, dass man das getan hat was man tun wollte und das ist auch der Moment, in dem die meisten Menschen anfangen ihre Lebensentscheidungen zu bereuen.

      Ich persönlich gehe davon aus, dass es mit dem Tod vorbei ist. Insofern habe ich auch keine Angst davor. Ich glaube nicht das noch etwas kommt und auch nicht, dass wir noch irgendwie weiter existieren. An einen leeren traumlosen Raum zu glauben in dem wir dann sind, ist auch ein Jenseitsglaube (zumindest habe ich das OP so verstanden). Wer nicht religiös ist sollte sich klar machen, dass auch nichts mehr kommt. Mit einem selbst verschwindet alles und man existiert nicht mehr.