River Leak, massiver Downswing 50+ stacks

    • SgtJackColt
      SgtJackColt
      Silber
      Dabei seit: 05.03.2011 Beiträge: 695
      Hey Leute,

      meine aktuelle Situation:

      Ich befinde mich gerade in einem downswing wie ich ihn noch nie erlebt habe. Ich habe über 1kk hands gespielt, alle Limits bis NL50 geschlagen und musste zum Glück nie absteigen. Ich hatte nie die großartige winrate und ein paar 20-30 stacks downswings waren "normal".

      Seit über 2 Monaten geht das aber nun so und es hört nicht auf. Einiges an Tilt ist auch dabei. Dabei gehts nicht um KK vs AA, das ruft bei mir nicht einmal ein müdes Lächeln hervor. Am meisten Tilt verursachen Situationen in den Villain mit Crap z.B. 3bet/call4bet spielt und dann natürlich hittet. Wenn so ähnliche Situationen, dann am laufenden auftreten und die besten Sessions maximal breakeven laufen, ist das schon sehr frustierend.

      Man hat sich in langwieriger Arbeit nen Gameplan erstellt, versucht saubere Ranges zu spielen und Leute die Craphände spielen werden belohnt. Ich hab sicher noch massig Leaks, ohne die der Swing wahrscheinlich viel glimpflicher abgelaufen wäre.

      Zurzeit analysiere ich deswegen mein Spiel etwas tiefgründiger.


      Ich habe mir also mal die winrates von verschiedenen Aktionen auf den 3 streets angeschaut. Sofort aufgefallen ist mir, dass ich massiven Verlust mache, wenn ich am River calle, bet wie 2bet.

      NL25+50 SH Zoom (~250k sample)

      call R = -673 bb/100
      call 2bet R = -2685 bb/100

      NL25+50 FR Zoom (~1kk sample)

      call R = -216 bb/100
      call 2bet R = -712 bb/100

      Zur Zeit spiel ich nur SH. Als Vergleich sieht man das bei FR die winrates auch schon negativ waren, aber nicht so sehr.

      Ich hab versucht Gründe zu suchen warum das so ist:

      • Villains betten River zu tight und bluffen zu selten

        - SH global bet R = 33%
        - FR global bet R = 35%

        EDIT:
        Die Werte sind nicht ganz richtig. Hatte noch ein Filter drin. Hier die richtigen Werte.

        bet R global
        SH = 38%
        FR = 39%

        Ich hab dann mal noch zwischen regulars und recreational players differenziert.

        SH regs = 33% SH recs = 46%
        FR regs = 34% FR recs = 46%

        Ist das wenig oder normal? Hört sich für mich wenig an. Ich selbst hab 41%.

      • eigene Range, welche zum River kommt, ist zu schwach

        Früher hab ich öfter als heute Monster nur gecallt vs bets und 2bets am Flop, auch etwas drawigeren Boards. Am Flop hab ich allerdings auch öfter FD+OESDs geraist.
        Heute besteht mein Bluffpart meistens aus weakeren draws und backdoors.

        Vielleicht cap ich meine Range ja zu sehr indem vor dem River alle Monster immer raise? Wie bekommt ihr da anständige Frequenzen hin?

      • ich call zu oft

        Ich spiel insgesamt VPIP/PFR = 23/19. Also ziemlich normale stats.

        WTSD = 26%
        Ftcbet F = 42%
        Ftcbet T = 37%
        Ftcbet R = 40%

        EDIT:
        Hab mir jetzt noch die winrate angeschaut für:
        call T cbet = +100 bb/100
        call R cbet = +120bb/100
        Die Werte, welche sich auf cbets beziehen sind also positiv. Das Problem liegt also eher nicht im callen oder folden vs cbets begraben, sondern vs bets im Allgemeinen.


        Ft bet R = 55%

        Wie sehen die Turn und River Werte aus, zu low? Ft bet R liegt bei 55%. Ab 50% fold hat villain Autoprofit, wenn er pottet. Hört sich also erstmal nicht zu niedrig an.
        Kann es trotzdem sein das man exploitive gegen die population einfach mehr folden sollte?

        Ingame kommt mir so vor, als würde ich schon ziemlich viel folden. Aber der Eindruck kann trügen.


      Mehr Gründe sind mir erstmal nicht eingefallen. Welche Ansätze fallen euch noch ein?
      Wie sehen eure winrates und die dazugehörigen stats (Ftbet, F2cbet, ...) in den genannten spots aus?
  • 2 Antworten
    • SonMokuh
      SonMokuh
      Bronze
      Dabei seit: 21.04.2010 Beiträge: 2.861
      Wie genau sieht die River call Situation aus? Es ist normal, dass du Verlust machst, wenn du ne Riverbet callst. Viele dieser Hände sind bluffcatcher, oder schlagen nur einen kleinen Teil der valuerange, d.h. dein Equityshare am Pot ist relativ gering.

      Sagen wir mal das Szenario sieht so aus:

      BU openraise, du callst mit Q8s. Board: Q:h7:s9:s2:c3
      Villain minraised preflop, d.h. der Pot ist 4,5bb am Flop. Am Turn sind's 10,5bb und am River 24,5bb. D.h. du hast bis zum River 1 + 3 + 7 = 11bb investiert.

      Villain bettet den River potsize für 24,5bb mit KQ+. Du hälst fast immer bluffcatcher, da du starke Hände auf dem drawlastigen board meist an Flop/Turn raised. => Deine range ist vermutlich capped, villains range nicht. Groß betten macht für ihn also Sinn.

      Du brauchst 33% Equity gegen seine range um callen zu können.

      Villain bettet diese range:

      Board: Q:heart: 7:spade: 9:spade:  2:club:  3:diamond:
             Equity     Win     Tie
      BU     61.18%  61.18%   0.00% { QQ+, 99, 77, AQs, KJs+, Q9s, Q7s, Q2s, JTs, T8s, 97s, AsJs, AsTs, KsTs, As9s, Ks9s, Js9s, Ts9s, As8s, Ks8s, 9s8s, As7s, As6s, As5s, As4s, As3s, As2s, AQo, KQo, Q9o, JTo, 97o }
      BB     38.82%  38.82%   0.00% { Qd8d }


      => Du hast nen profitablen Rivercall. Trotzdem hast du in der Hand Geld verloren. Mit dem Rivercall gehört dir 24,5 * 3 * 0,3882 = 28,5bb vom Pot, du hast aber 11 + 24,5bb = 35,5bb in die Hand investiert.

      Das Problem ist der Filter. Du filterst die Hände, in denen du gewinnst raus (villain blufft den Turn, gibt den River auf) und schaust dir nur die Hände an, in denen du in marginalen calldown Situationen bist bzw. effektiv immer verlierst. Du müsstest am River gegen seine bettingrange 48,2% Equity haben, um in der Hand break even zu sein. Das wird relativ selten vorkommen.
    • SgtJackColt
      SgtJackColt
      Silber
      Dabei seit: 05.03.2011 Beiträge: 695
      Ah ok, da hatte ich also einen Denkfehler. Das macht natürlich Sinn. Danke für die ausführliche Antwort!