Call20 Regel

  • 10 Antworten
    • manic0712
      manic0712
      Bronze
      Dabei seit: 12.04.2007 Beiträge: 5.730
      mit der frage jabb so niemand was anfangen, und auch allg. wenn ich das HUD seh mit 10000000000000000000000000 mio stats. aufs wesentliche konzentrieren. VPIP/PFR vollkommen ausreichend, mach dir nicht so viel gedanken um so spzeial kram. spiel einfach.
    • Witz17
      Witz17
      Bronze
      Dabei seit: 24.02.2008 Beiträge: 807
      Original von d0LL4r1990
      wie weit kann man von der Call20 Regel profitabel abweichen? Besonders gegen 2 oder mehr Spielern? SH.
      Das kommt drauf an, wie gut Du bist und wie viel Du Dir in einer bestimmten Situation versprichst.

      Und das ist von Spot zu Spot unterschiedlich. Manchmal kann es schon sein, dass das 15-fache ausreicht. Aber das muss man eben richtig einschätzen können.
    • d0LL4r1990
      d0LL4r1990
      Bronze
      Dabei seit: 12.10.2008 Beiträge: 1.298
      Ok danke. Kommt ja natürlich auf den Gegner an, ob der oft gern seinen Stack reinshippt.

      MfG
    • MiiWiin
      MiiWiin
      Moderator
      Moderator
      Dabei seit: 01.03.2007 Beiträge: 64.649
      Original von d0LL4r1990
      Hey,
      wie weit kann man von der Call20 Regel profitabel abweichen? Besonders gegen 2 oder mehr Spielern? SH.

      MfG
      Die Regel ist eher für Anfänger gedacht. Das solltest du grob selbst abschätzen.

      Jedes 7,5.Mal triffst du ein Set - was machst du in den restlichen Fällen? Immer aufgteben?

      Und denke an die Wertigkeit: 88>>>>22.

      Während du mit 88 postflop spielen kannst und Set Value als Nebeneffekt auftritt wird 22 nahezu nie eine brauchbare made hand darstellen.

      Wie viele Gegner hast du?

      Hast du Position?

      Wer ist Villain? Hast du da Implieds zu erwarten?

      Das alles sind entscheidende Fragen, Call 18 oder Call 22 iswt dann nicht wirklich erheblich.

      Auch 500BB deep nützt nichts, wer lässt sich da denn für stacken? ;)
    • MiiWiin
      MiiWiin
      Moderator
      Moderator
      Dabei seit: 01.03.2007 Beiträge: 64.649
      Original von Witz17
      Original von d0LL4r1990
      wie weit kann man von der Call20 Regel profitabel abweichen? Besonders gegen 2 oder mehr Spielern? SH.
      Das kommt drauf an, wie gut Du bist und wie viel Du Dir in einer bestimmten Situation versprichst.

      Und das ist von Spot zu Spot unterschiedlich. Manchmal kann es schon sein, dass das 15-fache ausreicht. Aber das muss man eben richtig einschätzen können.
      Wie gesagt, Implieds müssen gegeben sein, aber ein normaler Stack reicht dafür aus.

      Die Grenze liegt vielleicht bei ca. 120BB, viel mehr ist mit einem Set gegen normale Ranges kaum rauszuholen.

      Und gerade kleine PPs (55-22) kann man dann liegen lassen. Wer geht denn postflop für >150Bb broke mit 22 auf einem AKT92-Board?

      Man darf da eben auch nicht die reverse Implieds haben - mit 22 gewinnt man halt nie Set-over-Set. :f_p:
    • d0LL4r1990
      d0LL4r1990
      Bronze
      Dabei seit: 12.10.2008 Beiträge: 1.298
      Danke dir für die ausführliche Antwort
    • Renne01
      Renne01
      Coach
      Coach
      Dabei seit: 15.05.2007 Beiträge: 3.527
      Wenn du dir postflop ne gute Edge gibst (also gelegentlich auch ohne Hit gewinnst), kannst du aber schon mal ne Call15 draus machen.
    • MiiWiin
      MiiWiin
      Moderator
      Moderator
      Dabei seit: 01.03.2007 Beiträge: 64.649
      Original von Renne01
      Wenn du dir postflop ne gute Edge gibst (also gelegentlich auch ohne Hit gewinnst), kannst du aber schon mal ne Call15 draus machen.
      "Gelegentlich ohne Hit" ist natürlich recht weit formuliert. :D

      Warum dann überhaupt noch "call15" oder "callXX".

      Muss man wie gesagt mMnb auch klar unterscheiden ob wir da 22 oder 88 spielen. Mit 88 gewinnen wir halt mehr Pötte ohne Hit und brauchen keine großartigen Implieds.

      Dann ist es auch völlig egal ob wir Call20 oder Call10 vorliegen haben.
    • ft1202
      ft1202
      Bronze
      Dabei seit: 11.01.2012 Beiträge: 80
      Also der mathematische Fakt, der erfüllt werden muss, um profitabel auf reinem Setvalue zu spielen sieht so aus:
      Die Chance ein Set zu Treffen liegt bei 7,5 zu 1. Wir treffen also jedes 8,5te mal statistisch gesehen.
      Wenn wir also nur weiterspielen wenn wir ein Set getroffen haben(ansonsten ist es kein reiner Setvalue call) müssen wir mit unserem Set im Schnitt mehr Geld verdienen als wir in allen Fällen automatisch verlieren wenn wir nicht hitten.
      Das wiederum ist theoretisch möglich, indem wir darauf achten, daß wir mit unserem Set im Durchschnitt immer mehr verdienen können als das 8,5fache unseres Einsatzes. Immer wenn es Gründe gibt dieses infrage zu stellen ist unser Spiel auf Setvalue unprofitabel.

      Warum dann call20 ?
      Diese Regel wurde formuliert, weil man in der Praxis nicht immer nur Geld gewinnt wenn man settet,
      Sondern manchmal auch Geld gegen eine noch bessere Hand verliert (z.B. Das berühmte Set over Set was statistisch ca. jedes fünfte mal passiert wenn wir immer alle Pockets in einer bestimmten Situation spielen, aber auch alles andere, was ein Set schlägt)

      Wieweit kann man profitabel von call20 abweichen ?
      Antwort: kommt drauf an, wie gut wir spielen und die Situationen einschätzen können.
      Je besser wir postflop sind, also genauer gesagt, je weniger wir mit unserem Set im Schnitt verlieren wenn wir hinten sind, und je eher wir in der Lage sind unsereGegner tatsächlich zu stacken wenn wir
      Vorne sind(was wiederum nicht nur auf uns ankommt, sondern auch auf den Gegner und die Gesamtsituation) desto knapper können wir kalkulieren.
    • Renne01
      Renne01
      Coach
      Coach
      Dabei seit: 15.05.2007 Beiträge: 3.527
      Call15 und gelegentlich ohne Hit gewinnen, ist wirklich etwas unspezifisch. Da war ich etwas schreibfaul.

      Solche Callregeln gelten nicht nur für Pockets, sondern für alle spekulativen Hände, wie Axs oder SCs oder OCs... Insgesamt sollte man bei Call15 mit all diesen Händen Gewinn erziehlen können, wenn man sich postflop eine Edge gibt, also sich zutraut Villain gelegentlich runterzubluffen. Dafür braucht es solide Handreadingskills, damit man erkennen kann, wo Villains Range weak ist und wo nicht. Wenn man darüber hinaus auch noch gut im Valueextrahieren ist, kann man noch ne Spur looser callen. Bei dem Ganzen muss man aber auch immer den eigenen Spielstil berücksichtigen. Wenn man zB. ne Ultranit ist, wird Call20 auch nicht garantieren können, dass spekulative Calls Gewinn abwerfen, weil jeder denkende Spieler gegen Aggression snapfoldet. Grundvoraussetzung ist also, dass man nicht zu nitty ist und postflop solide unterwegs ist. Wer ne Nit ist, sollte postflop mehr bluffen (vs thinking player). So kann er/sie dann trotz der sehr tighten Ranges profitable preflop Calls machen.

      Btw. halte ich nicht viel davon Pocketpairs zu bluffraisen. Die kleinen Pairs sollte man besser recht schnell mucken und stattdessen die anderen spekulativen Hände zum Bluffen verwenden. Backdoordraws, Gutshots, Pair + Backdoordraw usw. eignen sich gut für Bluffs, weil man in den Fällen, in denen Villain den Bluff callt, noch Equity hat, Villain also noch öfter aussucken kann oder weiterbluffen kann. Damit das geht, braucht man eben einige Outs. Pockets haben nur 2 Outs und sind damit im Falle eines Calls fast chancenlos. Die Extraequity, die SCs, Ax usw. haben, macht beim Bluffen viel aus.

      Der Punkt mit der Höhe des Pocketpairs, den MiiWiin angesprochen hat, ist auch wichtig. Mit 88 kann man deutlich öfter zum Showdown kommen als mit kleineren Pairs, wobei ich 88 nicht mehr im Sinne von for Setvalue callen würde, aber das ist jetzt nicht so entscheidend.

      Ob man die notwendige Edge hat oder nicht, muss man selbst einschätzen können. Wer sich nicht sicher ist, sollte bei Call20 bleiben. Da ist man auf der sicheren Seite. Wer sich ne gute Edge gibt, kann looser callen. Da sich das mit der guten oder sehr guten Edge schwer in Zahlen ausdrücken lässt, sollte man bei der Selbsteinschätzung schon kritisch sein. Ein Indiz für eine ausreichende Edge ist die Redline. Wer seine Redline im Keller noch suchen muss, wird postflop eher weniger bewandert sein und sollte preflop daher nicht so loose callen. Wenn die Blueline dann kein Spiegelbild der Redline ist, sollte man sich sowieso überlegen, wie die eigenen Pokerpläne aussehen und ob man nicht lieber mal ordentlich Theorie paukt oder doch lieber am Strand schmort und nen Cocktail schlürft, was ja auch ganz schön ist. :) Wenn die Redline nicht so steil abfällt, kann man sich schon überlegen, ob man etwas loosere Calls machen will. Man braucht neben der Postflopequity auch immer noch cojones, um die gegnerische Weakness auch mal auszunutzen. Wer das nicht kann oder postflop generell noch viele Probleme hat, sollte sich ausgiebig mit Ranges beschäftigen und massig Hände analysieren. Im Poker dreht sich nämlich alles um Ranges. Dieses Konzept ist also das A und O in dem Spiel. Das ganze Blabla drumherum, also die Themenbandbreite von Barrels über Floats bis hin zu Potcontrol, ist nur schön dargestelltes und niedergeschriebenes Rangethinking mit einem Schuss Schlussfolgerung aka Hausverstand (um es etwas überspitzt auszudrücken ;) ).